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Versteh ich dich richtig?

Ich lese mir jede Twitter-Reply, die ich schreibe, vor dem Senden jetzt eh schon sieben Mal durch. Ich versuche, sie mit den Augen des Empfängers zu lesen und stelle dann oft fest, oh, das könnte man eigentlich auch genau gegenteilig verstehen. Dann formulier ich die Reply oft mehr als einmal um. Missverständnisse entstehen trotzdem.

Das sagte ein Twitter-Freund unlängst zu mir. Am Telefon, damit ich ihn nicht missverstehe.

Dazu kam der Vortrag der Frau Brodnig beim NetzPAT, den man jetzt auch nachlesen kann – ich empfehle das, es war sehr interessant.
Am Ende ihres Vortrages fragte sie, was man tun könnte, um das Diskussionsniveau im Netz zu heben. Meine persönlicher Beitrag zu einer Antwort steht am Ende dieses Artikels.

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Ausflug mit mir

Mich am 23.12. überrascht und auf das Dach des Ritz-Carlton Vienna entführt. Mir dort oben gesagt, wie lieb ich mich hab. Mit mir was getrunken und über die Dächer Wiens geschaut. Bisschen geknipst.

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Einfach weiteratmen

Öffne die Türen nur einen Spalt, und der Wind wird sie wieder zuschlagen. Öffne sie weit und lass den Wind herein. Spür ihn. Deine Türen sind geöffnet. Du hast es zugelassen. Lass es einfach sein. Streng dich nicht zu sehr an. Spiele! Was du zugelassen hast, gehört für immer dir. Niemand kann es dir nehmen. Du kannst es nicht vergessen oder verlernen. Entspann dich. Don’t try so hard. Es ist alles bereits vorhanden. Lass die Idee los, dass du dir dabei schwertust. Akzeptiere, dass es dir leicht fällt. Es liegt in deiner Natur. Du kannst es nicht verlieren. Atme! Flieg! Lande auf den Beinen. Schau dich um.

Nicht alles muss für immer so bleiben, wie es jetzt ist. Keiner verändert sich, weil er muss. Man verändert sich, weil man es kann. Weil man es wählt. Du kannst alles sein. Die Menschheit bestimmt nicht, wer du bist, außer du lässt sie. Keine Beschränkung. Dir gehört alles, was du zu dir rufst. Du brauchst es nicht festzuhalten. Du brauchst nicht darauf zu sitzen und es neidig zu bewachen. Spüre, dass alles, was du willst, dir bereits gehört. Du brauchst es nur hereinzubitten.

Wenn es zu dir kommt, muss es einen Eingang finden. Also mach das Bett, die Kammer, das Lager. Vertraue. Vertraue dir. Schaffe ein Lager aus Vertrauen, ein weiches, kuscheliges, weites Lager, einen Raum, einen Ort. If you hurry too much, it will be gone. Du wirst vorbeilaufen. Keep your pace slow and your eyes open. Your feelings open. Es gibt nichts zu erreichen. Alles ist bereits vorhanden. Es gibt also auch keinen Grund, sich zu beeilen, sich zu treten, sich anzustrengen.

Let it come easy. Relax. Enjoy the ride.

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Ergebnisse der Probenentnahme

Ich sags ja nur ungern, aber: Ich hatte recht!

In diesem Eintrag vom letzten Jahr berichtete ich über die Verunreinigung der Flüsschen hier in der Gegend – Schaumbildung, Seifengeruch, etc – kein massiver Geruch, aber einer, den ich regelmäßig wahrnahm und auch wiedererkannte, selbst wenn andere Nasen den Kopf schüttelten. (Hochsensibel eben.)

Diesen Umstand hatte ich letztes Jahr schließlich dem Gewässerschutz zur Kenntnis gebracht und um Untersuchung gebeten. Wir fuhren gemeinsam an verschiedene Stellen, es wurden Proben entnommen und analysiert, doch danach hörte ich sehr lange nichts mehr von vom Gewässerschutz NÖ. (Sehr nette Menschen dort übrigens!)

Soeben erhielt ich dieses Schreiben per E-Mail:

Sehr geehrte Frau Pfanne!

Ich kann Ihnen erfreulicherweise mitteilen, dass sich die vermutete Gewässerverunreinigung im Neubach bestätigt hat. Nach langen Suchen haben wir nunmehr auch einen Verursacher gefunden. Gut Ding braucht Weile, hi, hi.

Genauere Informationen erhielt ich zwar nicht, aber ich bin gespannt, wie sich die Wasserqualität in der nächsten Zeit entwickeln wird.

YESSSS!

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Annäherung, ein Versuch

Dieser Artikel könnte sich für hetero-männliche Leser lohnen und zu mehr Mitgefühl und damit zu einer echten Annäherung an das weibliche Geschlecht führen – metaphorisch, und womöglich sogar buchstäblich. Doch ich sag’s vorweg: Der Text ist recht lang, und ich verlange euch an der einen oder anderen Stelle einen gewissen Schattensprung ab. Behaltet das im Hinterkopf und hört bitte nicht gleich zu lesen auf, wenn’s irgendwie unbequem wird.

Weibliche Leser finden sich vielleicht in Teilen darin wieder, womöglich gibt es Parallelen im Empfinden. Oder sogar Aha-Erlebnisse! All das würde mich sehr freuen, und ich würde gerne in den Kommentaren davon hören.

Diese eine Frau, über die ich am besten bescheidweiß, hat das Nachfolgende so erlebt, in verschiedenen Beziehungen mit verschiedenen Männern. Das heißt nicht, dass jede Frau es so empfindet, oder auch nur irgendeine andere Frau.

Ich erhebe damit keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit, Vollständigkeit, Perfektion oder gar wissenschaftliche Haltbarkeit.

Ich erhebe aber sehr wohl Anspruch auf eine konstruktive und respektvolle Diskussion. Ich habe mich – stellenweise ironisch, aber nie bösartig – um eine bedachte Formulierung bemüht, und erwarte dasselbe von euch. Versöhnlich, nicht polarisierend. Das hier ist ein privates Blog. Kommentare von ChauvinistInnen und anderen Deppen mit polemischen Scheinargumenten werden von mir gnadenlos ignoriert oder gelöscht, genau wie „Wer ist schuld und wer hat angefangen?“-Kommentare.

Ich hatte Abschnitte dieses Textes nun jahrelang in diversen Schubladen. Nach drölfzig Überarbeitungen wird er auch nicht mehr besser, daher nun raus damit!

Wer hier nichts über Beziehungen und Sex lesen möchte oder sich dafür nicht alt genug fühlt, muss diesen Tab jetzt leider schließen. Alle anderen können hier weiterlesen.

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Dein

dein möcht ich nicht sein
lieber mein eigenes mein
mit recht, fug und gefühl
bestimmen was ich will

nach langem, bangem zwang
ganz dein zu sein im sinn
kein drang von mir verlang
verlör sonst, wer ich bin

möchte mich gern behalten,
will lieber von mir geben
als genommen in gewalten
unbehagen überleben

deine seite, augenhöhe,
einfach, ganz und offen sein
tausche ferne gegen nähe
mein wird dann von selber dein

keine rechte, nur erlauben,
keine pflichten, sein lassen,
nur empfangen, nicht errauben,
vertrauen zu gezeiten fassen

ich bleibe lieber mein
und was du bist ist dein
im brennpunkt sammelt sich
das teilen zutraulich

#dein
Projekt *.txt
Was ist das?

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Bistro Poetry von damals – Neue Übersetzung

Ihr erinnert euch sicher nicht, dass ich anno 2006 ein formschönes und stabiles Mundart-Gedicht veröffentlichte, das ich für einen Wettbewerb namens „Bistro Poetry Contest“ geschrieben hatte.
Ich hatte es im Dialekt verfasst und dann auch noch nach Außerösisch übersetzt. Auch einen Podcast gab es dazu, man nötigte mich geradezu zur Klarstellung der korrekten Betonung und Aussprache des eigenwilligen Ösitanischen. Und das alles findet ihr in diesem alten Eintrag.

Nun gibt es dazu auch eine englische Übersetzung – und wieder habe ich eigens für einen Twitter-Freund geschrieben, nämlich den schrägen Vogel @dephunkt. Der wollte eine Demonstration meiner Mundart, und da fiel mir nur dieses Gedicht ein.

In den jeweils ersten beiden Zeilen wehrt das Gedicht sich hartnäckig gegen jeglichen Reim, wir haben aber ausgemacht, dass es zum Ende der Strophe hin jeweils klein beigeben muss:

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Vom Wünschen

Wünschen darfst du dir, was du willst!
Ich wünsch mir auch einen Mercedes.
Zwei Sätze, ein Urheber: mein Papa, wortwörtliche Begleitung durch meine Kindheit.

Seit meinem Schlüpftag hab ich mir schon so einiges gewünscht. Vieles war aus finanziellen Gründen früher nicht machbar, heute aber schon. Ich hab mich daher ein wenig zum Jäger und Sammler zurückentwickelt.

Natürlich erschaffe ich auch wirklich zuweilen kleine Kunst, aber in erster Linie bin ich wohl ein Kunstmaterialsammler. In meinem Werkzimmer türmen sich die Farben, Stifte und Bastelmaterialien. Doch ich kaufe nicht nur, ich hebe auch vieles auf, was gratis daherkommt. Mein Mann schüttelt darüber oft den Kopf. Er freut sich aber, wenn er etwa Bedarf anmeldet nach einem „länglichen Schaumgummi-Eumel mit ungefähr so einem Durchmesser“ (hier Zweifinger-Geste imaginieren) – und ich aus meinem Fundus tatsächlich so einen hervorzaubern kann.

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Vom reflexiven Schleichen

Auf meinen letzten schriftlichen Schnappschuss der konjunktivischen Sprachgepflogenheiten dieses Landes hat Kollege nömix wieder einen gar hübsch amtsdeutschen Folgeeintrag gedichtet. Er spricht dort von iterativen Appendices und allerlei anderen unanständigen Termini, wo es doch nur um den Fortsatz „-ad“ oder „-adad“ geht, der den Konjunktiv II hierzulande kennzeichnet. Die ösitanische Sprache ruft, und wir beide folgen, das ist so smooth wie Pingpong zu dritt.

Schön sind dabei auch immer die Kommentare, wo man sich im diesmaligen nömixschen Folgeeintrag im Zusammenhang mit diesem schönen Satz etwas wunderte:
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Gratwanderung

Hier erzählen die letzten lebenden Zeitzeugen vom Holocaust und dem Horror, den sie erlebt haben, während dort schon die Nächsten aufmarschieren und nach Säuberung rufen von den Feindbildern, denen sie hinterherjagen. Wahllos und mannigfach wirkt die Wahl der Feindbilder, aber irgendjemand wird schon schuld sein an ihrer Misere.

Hat man ein bisschen Bildung genossen, so ist einem zumindest ansatzweise klar, was diese Zeit für die Menschen bedeutet hat, und dass immer die Gefahr besteht, plötzlich selbst als Untermensch zu gelten – je nachdem, wie das Fähnlein sich gerade bewegt im Wind der Sündenbockhatz.

Das Paradoxe an der Bildung: Nur sie schafft ein Bewusstsein für die gedanklichen und emotionalen Fallen, in die man tappen kann, wenn man sie nicht hat. Und nur Bewusstsein kann zuwege bringen, dass die Vergangenheit sich nicht wiederholt.

So wandern wir auf dem Grat zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Man muss wissen, was passieren kann. Insoferne glaube ich, dass diese Nächsten, die da marschieren, Ahnungslose sind.

Doch gestern habe ich den ersten „Freund“ auf Facebook entfernt, der ein Bild mit Mottosprüchen dieser Gruppierung geteilt hat, ohne kritisch darauf einzugehen. Das war jemand, der ein Leben in Saus und Braus lebt und sich überhaupt nicht nach Feindbildern umsehen müsste. Dieser eine macht mir viel größere Angst als die Tausend da drüben.

#Gratwanderung
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