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Madeira 4

Früh morgens parken wir unser rotes Tschihuu in Teixeira auf einem ebenso roten Parkplatz aus vulkanischer Erde und besteigen von dort aus den Pico Ruivo (“rothaariger Kamm”). Hier, in der Mitte der Insel, liegt der Geburtsort der Wolken. An diesem frühen Morgen beginnen die sie gerade erst, in Form von luftigen Nebelgespinsten aus den Tiefen der Inselschluchten aufzusteigen.

Es ist kalt auf dem Berg, eine Kälte, die sich auch mit Bewegung kaum vertreiben lässt und in alle rheumatischen Glieder dringt. Es liegt noch etwas Schnee.
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Zarte Eisgebilde auf dem Boden zittern vor dem Tritt des frühen Wanderers.

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Von hier oben kann man gut die tiefen Schneisen erkennen, die das Wasser im Laufe der Zeit in die Berge der Insel gewaschen hat. Die Ribeiras, also die Bäche und Flüsse, fließen heute tiefe Täler entlang, sie gestalten die Insel, geben ihr ein Gesicht, das faltig und zerfurcht wirkt, sie beherrschen die Straßenführung und die Struktur der Besiedelung.

Das Wort Madeira bedeutet ja Holz, die Insel war vor ihrer Erschließung von Lorbeerwäldern bedeckt gewesen, aus deren Holz später unzählige Schiffe gebaut wurden. Wenn es darum geht, den Charakter der Insel, ihr Element zu definieren, sollte sie aber eigentlich Agua heißen.

Der Gipfel ist fest von Nebel umschlossen, als wir vor der letzten Etappe des Bergwanderweges stehen. Nach einer kurzen Diskussion über Sinn und Unsinn des Wanderns auf neblige Gipfel (Gipfel-Erfolgserlebnis versus Aussicht) gebe ich mir einen Ruck, auch noch die letzten 500 Meter trotz vermuteter Fotountauglichkeit des Gipfels hinter mich zu bringen. Es springt sich nicht gazellenartig mit zwei Objektiven in der Fotojacke, die man bei jedem Schritt mitheben muss.

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Aber es lohnt sich, oben anzukommen – erstens gibt es endlich was zu essen, und zwotens lichtet der Nebel sich da und dort und gibt tatsächlich Blicke auf die Berge und die weit entfernt wirkende Küste frei. Auch die Wolken zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Der Gipfel ist von verschiedenen Holzkonstruktionen überzogen, die auf ihre eigene Art für Stimmung sorgen.

Nach dem Abstieg genießen wir ein ebenso feudales wie dringend nötiges Mittagsmahl beim Kirchenwirt in Canico und trinken anschließend Kaffee in Heiligenkreuz. Also eigentlich alles wie daheim.
In Santa Cruz geht ein kräftiger Regenschauer nieder, was uns zwingt, uns in der überdachten Café-Terrasse einen anderen Sitzplatz zu suchen, auf den es nicht durchs Dach tropft. Bei Einsetzen des Regens reißen sich ein paar Jugendliche wie auf ein Stichwort die Kleidung vom Leib und springen vom Steg aus zum Baden ins Meer. Ich kriege eine teilnahmsvolle Gänsehaut.

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Nach dem Regen kommt die Sonne von rechts, also schauen wir nach links.

Santa Cruz ist für uns eines der sympatischsten Städtchen, die wir auf Madeira besuchen. Obwohl es nahe am Flughafen liegt, hat es einen ganz eigenen Charme. Die hübschen Muster aus Basalt und Kalkstein am Boden der Uferpromenade zeigen Szenen aus dem Inselleben, Schiffe und Fische.
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Außerdem begegnet uns ein Basaltbild, das wir, kulturell gewohnt zielsicher, als bis über beide Ohren grinsendes Gesicht identifizieren. Wie wir später anhand der Insignien auf dem Rathaus erkennen können, dürfte es sich allerdings eher um das Heiligenkreuzer Stadtwappen handeln.

Gegenüber des Rathauses begeistert uns ein verwunschen wirkendes altes Häuschen. Es ist offensichtlich unbewohnt. Durch das schmiedeeiserne Gartentor, das bereits reichlich Rost angesetzt hat und mit violett blühenden, wuchernden Glyzinien überzogen ist, kann man einen verwilderten Garten und die Loggia des Hauses erkennen. Alte Blumentöpfe warten auf den Treppen zum Eingang auf neues Leben. Ich würde am liebsten sofort mit dem Renovieren beginnen.

Immobilienmakler auf Madeira. Das wär ein Job! Man pflegt ja dort durchaus seltsam zu wohnen. Die ganze Insel ist untertunnelt, ein Unterfangen, das mir persönlich bei einer vulkanischen Insel recht unerschrocken erscheint – aber ich bin ja auch nicht gerade ein Ausbund an Mut und Tapferkeit.
Vermutlich ist es also relativ schwierig, ein Haus zu finden, das nicht auf die eine oder andere Art über einem Tunnel steht.

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Aber so manche Immobilie ist von ihrer Lage her schon durchaus bemerkenswert.

Ich sah weitere Häuser, die noch viel unmittelbarer über einer Tunneleinfahrt standen, nur durch einen kleinen, steilen Vorgarten vom Betonbogen der Einfahrt getrennt. Aber nicht immer hatte ich beim Fahren die Kamera auf dem Schoß.

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Ein Häuschen direkt am Ufer der Ribeira de Sao Jorge hätt ich anzubieten, ganz unten im Tal und daher garantiert untertunnelungsfrei.

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Oder wäre eher ein Häuschen direkt am Meer genehm?

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Eines der bezauberndsten Häuser sehen wir aber regelmäßig auf unseren Heimfahrten nach Sao Jorge. Es steht völlig frei von Nachbarschaft (und Tunnels) am Straßenrand, vor einer der unzähligen Kurven der nördlichen Küstenstraße.

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Auch die Tunnelfahrten selbst sind zuweilen ein Erlebnis. Unser Lieblingstunnel befindet sich auf der alten Küstenstraße irgendwo zwischen Sao Jorge und Ponta Delgada. Er ist unbeleuchtet, rohe Felsen bilden sein Inneres, und an etlichen Stellen läuft das Wasser in Sturzbächen auf die Straße und in den Tunnel herab. Eine Autowäsche ist also inkludiert. Kommst du aus östlicher Richtung, siehst du zwar nicht in den weiteren Verlauf des Tunnels und kannst daher auch eventuellen Gegenverkehr nicht erkennen, du bist aber derjenige mit der einzigen Ausweichmöglichkeit vor dem Tunnel. Du musst also auf gut Glück hineinfahren – und bei Gegenverkehr wieder zurücksetzen. Nach einem dieser Reversiermanöver macht der offensichtlich einheimische Fahrer im entgegenkommenden Auto die beiläufige Geste eines Dankes, sieht mich beim Näherkommen aber überrascht an und hebt dann begeistert die Daumen. Piri übersetzt: “Gut hast du das gemacht – …für eine Frau.”

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Eine gefälligere Belohnung als diese bietet die Aussicht an der Tunnelausfahrt.

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Ein weiteres seiner vielen Gesichter zeigt Madeira auf Sao Lourenco, dem östlichsten Zipfel der Insel. In diesem Fall hat dieses Gesicht eindeutig schottische Züge – ich fühle mich an Arthur’s Seat erinnert, den Hügel bei Edinburgh. Nur dass in Edinburgh nicht unmittelbar unter mir das Meer toste, schäumte und an Felsen krachte.

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Ein grandioser Ort, und, wie so oft auf Madeira, ohne übertriebene Sorge um den Tourist – das beinah völlige Fehlen von Absperrungen oder Geländern beweist das. Freie Sicht trotz beachtlicher Höhe. Wer zu weit rausgeht, ist selber schuld – und gewinnt einen Freiflug.

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Man kann sich dort auch eine Wanderung antun, über die Hügel hinweg bis hinaus zur äußersten Spitze. An diesem Tag scheint das so gut wie unbewältigbar. Es ist schon spät, die Berge sind groß und die Menschen klein.

Also begnüge ich mich mit Fotos vom Aussichtspunkt aus. (Piri bezwang den Wanderweg in ihrer zweiten Urlaubswoche ohne mich.) Die wenigen Insekten, die ich auf Madeira zu Gesicht bekomme, begegnen mir allesamt auf Sao Lourenco. Dieses hier…
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… und Schwärme winziger Mücken, die uns dort (und nur dort) auf Schritt und Tritt verfolgen. Sie sind furchtbar anhänglich und schwirren uns vor der Nase rum, verstellen uns den Blick, dann kleben ihre winzigen, schwarzen Körper zu Dutzenden auf uns, auf den Jacken, den Haaren, im Gesicht, die Schwärme werden aber zu unserer Verblüffung trotzdem nicht kleiner. Nur Spiegel und Chip der Kamera bleiben erstaunlicher- und glücklicherweise mückenleichenfrei, obwohl ich mehrmals das Objektiv wechsle.

Die Aussicht zu genießen gestaltet sich daher etwas schwierig, aber wozu hat man schließlich Fotos?

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Das einzige weitere Insekt war bereits tot, als ich es traf; es war eine zertretene Küchenschabe von beachtlicher Größe auf einer Treppe des Forte de Sao Tiago in Funchal.

Zurück in der Quinta amüsieren wir uns ein weiteres Mal über die schriftlichen Hotelinformationen, die in ihrer sprachlichen Natur mit zunehmender Absatzzahl skurriler werden, als hätte der Übersetzer eine ungewöhnlich rasant fortschreitende Krankheit gehabt, die Zug um Zug das Sprachzentrum lahmlegt. Den letzten Absatz rezitieren wir mehrmals und titulieren ihn schließlich als ‘alte madeirensische Weisheit’.

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Madeira 3

So, ihr ein, zwei Hartnäckigen, die ihr hier immer wieder reinschaut und die Hoffnung nicht aufgebt, dass da irgendwann doch noch mehr Madeira kommen wird, eure Geduld wird nun belohnt. Nachdem mich – zusätzlich zu dieser meiner Phantasie – mathilda gerade via Skype mit virtuellen Pom-Poms bewedelt hat, hält mich nichts mehr von einer flammend motivierten Fortsetzung der Fotoshow ab!

Wir erinnern uns dunkel, dass den weiblichen Reisenden am Abend der letzten Folge dann doch noch ein wunderhübsch prasselndes Feuerchen gelingt. Daraufhin verwandelt sich die klamme Hütte übergangslos in eine indianische Schwitzhütte, und die beiden Heldinnen und Meisterinnen des Feuers machen einen Abendspaziergang.

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Obwohl an der Nordküste angeblich immer schlechtes Wetter herrscht, werden wir mit einer prächtigen Blue Hour gesegnet.

Drei Schritte von der Veranda weg, und der Weg teilt sich. So, Etosha, nun musst du dich entscheiden: Kandidat A, der aufgrund der Dauerfeuchte zuverlässig rutschigen Untergrund bietet und dabei auch noch leicht bergab läuft, dafür jedoch am Zitronenbaum vorbeiführt, dessen Blüten so herrlich duften; oder Kandidat B, der Endliche, dessen Verlauf dich geradewegs auf die Terrasse der Nachbarin führt (welche ebendort offenbar tagein tagaus im Morgenmantel herumzufläzen pflegt und angesichts eines ungebetenen Gastes mit verblüffend ratlosen Blicken um sich wirft), dafür aber einen kleinen Ausblick aufs Meer bietet.

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Links ein Blick über die Quinta Richtung Meer, rechts unser Häuschen im Abendkleid.

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Danach spielen wir Billard in der ebenso hübschen wie ständig gähnend leeren Selbstbedienungs-Bibliothek und -Bar der Quinta und trinken dazu Wodka-Lemon. Wir stellen dabei fest, dass Menschen, die beim Billard ganz entschieden auf die Einhaltung der Regeln pochen, den großen Vorteil haben, am Himmelstor beteuern zu können, dass sie sich auf der Erde ganz bestimmt nicht zu stark amüsiert haben. Im Laufe des Spiels schleicht sich die Gewohnheit ein, miteinander in ungarischem Akzent zu sprechen, und wir lachen uns dabei Richtung Bauchkrampf, bis schließlich die liebe K. zur Piri mutiert, und ich zu Andi, was für den Rest des Urlaubs nicht mehr loszuwerden ist.

Hierhin würde nun sehr vortrefflich ein Satz passen, der ebenso eloquent wie witzig in den nächsten Tag überleitet. Er beginnt in Machico. Naja, eigentlich beginnt er beim Frühstück mit viel zu dickem Speck unterm Spiegelei, und beim gemeinsamen Faktor-40-Auftrag vor dem Spiegel, sonst wirstu kriegän Braand von Sonnä, Piri!

Machico ist ein hübsches kleines Küstenstädtchen im Osten Madeiras, wo man noch beschaulichen Tätigkeiten nachgeht, zum Beispiel dem Fischen…

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…oder auch dem Fischen.

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Fast obligat ist schon, dass ich ein Beweisfoto veröffentliche, das zeigt, wie falsch jene Leute ticken, die fest der Überzeugung anhängen, es würden mit höchster Zuverlässigkeit stets scharfe, gute Bilder aus meiner Kamera kommen.

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Hier ist das diesmalige.

Nach dem Strandspaziergang widmen wir uns dem kleinen Garten vor dem schmutziggelben Forte de nostra Senhora do Amparo, das heute die Touristeninformation beherbergt (die Fotos davon haben irgendwie alle den gleichen Gähnfaktor, drum erspar ich euch die hier).

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Genauer gesagt, widmet Piri sich breit lachend der Schaukel, die dort auf der Wiese steht, und ich mich dem Pflanzenreich.

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Links vom Forte liegt die schöne Rua do Mercado, gesäumt von mächtigen Bäumen, in deren Schatten alte Männer einander alte Geschichten erzählen; der Boden besteht aus dem hübschen Schotterpflaster, auf dem beim Lustwandeln die Fußreflexzonenmassage inkludiert ist.

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Auch verlassene und verfallene Häuser bekommt man immer wieder zu sehen, zu meiner Freude, ich mag Ruinen! Und natürlich die obligaten Bodenmuster aus Basalt und Kalkstein.

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Auch das Rathaus in Machico ist prächtig, die Computer-Arbeitstische mitsamt den emsigen Angestellten wirken etwas fehl am Platz, es riecht nach staubigen Teppichen und irgendwie nach offiziellen Anlässen und Hochzeit.

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Das Schaufenster des kleinen Blumenladens in einer Seitengasse wird von lebender Osterdeko aufgepeppt.

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Hatte ich übrigens erwähnt, dass die Bäume wirklich mächtig sind?

Nach einem feudalen Mahl mit Espada vom Grill (Genaueres dazu vielleicht in einer weiteren Folge) begeben wir uns nach Agua da Pena. In diesem Dörflein waren die touristischen Pläne hochfliegend, jetzt sind das nur noch die Flugzeuge, die vom dort erbauten Flughafen Santa Catarina aus abheben.

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Man kann aber vom Berg aus wunderbar auf die Landebahn und das Flechtwerk der Schnellstraßen runterschauen, sofern man es übers Herz bringt, das Tschihuu bei schreienden 8000 Touren ebendiesen hochzutreten.

Unterhalb der Landebahn, wo man den Ansatz der Säulenkonstruktion sieht, ist nicht etwa der Berg schon zu Ende, wie man aufgrund des obigen Fotos vermuten könnte. Der Fels fällt an dieser Stelle steil in mehreren Stufen Richtung Meer ab, und wo hierzulande ein bedrohlicher Schilderwald “restricted area” krähen würde (und “Ätsch! Airport! Nur für Privilegierte!”), stellt man auf Madeira welche auf, die Richtung Parque Desportivo (Sportplatz) leiten, und nach einem kurzen Stück steiler Straße…

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…findet man sich in einer grandiosen Säulenhalle wieder, in der das Tschihuu noch winziger wirkt, als es ohnehin schon ist. Und man selbst natürlich auch.

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Eine ganze Reihe verschiedener Sportplätze trennt die Säulenhalle vom dahinter liegenden Felsstrand.
Wer die drei schwarzen Pixel findet, die die Größenvergleichs-Piri auf dem folgenden Foto wiedergeben, gewinnt den Titel ‘Holzauge des Monats’.

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Ist noch jemand waaahach? Das war erst Tag 3! Soll ich noch mehr Material herankarren?

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Madeira 2

Gibt es auf Atlantikinseln sibirische Winde?

Um das herauszufinden, lege man sich in ein madeirensisches Bett, dessen Matratze im Laufe des Tages ausreichend Gelegenheit hatte, sich mit klammer Feuchtigkeit vollzusaugen. Schon streicht dir ein zarter Gruß aus Sibirien über den Rücken. Eine zusätzliche Weste bringt keinen Erfolg. Schließlich platziere ich meine erstaunlicherweise noch warmen Handflächen unter meiner Nierengegend. Zwei eingeschlafene Arme später gebe ich verdrossen auf und beziehe die Wohnzimmercouch. Die ist wenigstens den ganzen Abend lang mit warmem Rauch beheizt worden.

Sehr früh am nächsten Morgen ist es aber auch da schweinekalt. Ich ziehe mir ein paar Schichten an und gehe raus, stöbere das hoteleigene Holzlager auf, denn unser Holzkorb erfreut sich gähnender Leere. Im Holzlager siehts ähnlich aus, aber am feuchten Fliesenboden des Lagers liegen noch einige Holzscheite rum. Ich packe ein paar kleine ein, die auch sicher in unseren winzigen Ofen passen.
Wenn jemand “schdirdln auf da Gstettn” nach bundesdeutsch übersetzen könnte, wäre ich dankbar – denn das hab ich in meiner Kindheit gemeinsam mit Papa und Bruder oftmals und voller Freude betrieben. Und so werde ich auch dort im Halbdunkel des Holzlagers innerhalb kürzester Zeit weiterer Dinge habhaft – ein großer Blecheimer dort ist mit Holzresten und Rindenstücken gefüllt. Davon nehme ich einen Sack voll mit, außerdem einen leeren Eierkarton und weitere Kartonteile aus dem Papiermüll. Denn ich habe einen Plan für das perfekte Feuer am Abend. Warm soll es sein.

Aber fürs erste nix wie raus hier.

Wir fahren über die Boca Encumeada, von der aus man sowohl Richtung Norden als auch Richtung Süden bis zum Meer sehen kann, durch nebelverhangene Berge in die Paúl da Serra, eine sumpfige Hochebene, deren flache Landschaft und schnurgerade Straßen(!) sich von der restlichen Insel deutlich unterscheiden.

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Wären da nicht die Erikabüsche, man könnte glauben, man wäre durch ein Wurmfarnloch versehentlich irgendwo im Marchfeld gelandet. (Schau genau, auf diesem Foto ist auch das kleine rote Tschihuu versteckt.)

Danach latschen wir schnell mal zwei Kilometer auf einer Serpentinenstraße bergab Richtung Rabacal, in erster Linie, um die Levada do Risco zu erreichen, aber natürlich auch, um am nächsten Tag nicht womöglich ohne Muskelkater dazustehen.

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Levadas heißen die künstlichen Bewässerungsgräben auf Madeira, die in Zeiten der Sklaverei von eher unfreiwilligen Arbeitern angelegt wurden, und an deren Verläufen sich gut wandern lässt.

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Wir werden mit offenen Armen empfangen.

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Ein Wasserfall ist des Latschens Lohn.

Das schwarze Gestein in holder Eintracht mit dem hellen Himmel bildet prächtige Kontraste, bringt aber das Fotohirn regelmäßig zur Verzweiflung. Die Anzeige am Display der Alpha 300 ist unzureichend, die Histogramme sind zwar ausführlich, aber die zugehörige Anzeige des Bildes, auf dem unter- oder überbelichtete Bereiche gekennzeichnet werden, ist viel zu klein und am hellichten Tag kaum zu erkennen. Auch daher kam die schier unbewältigbare Menge an Fotos, die ich mitgebracht hab, nicht nur aus übersprudelnder Inspiration.

Zum Glück für unsere Beinchen bringt uns ein Bus die zwei Kilometer zurück nach oben zum Parkplatz.

Als nächstes landen wir an der Flussmündung der Ribeira da Janela, steigen durch die fensterförmige Öffnung im Fels…

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…und landen an einem prächtigen Strand.
Ich hab mich für die farbverzerrte Variante entschieden. Denn wie kraftvoll die Brandung dort ist, wie herrlich grün der Felsen leuchtet, wenn die Sonne durchkommt, wie herrlich einsam es da ist…

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…und wie wundersam die Pflanzenwelt, lässt sich weder mit Worten noch mit Bildern treffend beschreiben.

Auf dem Rückweg trinken wir Kaffee in der Bucht von Seixal in einem “männerdominierten Café” (O-Ton K.).

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Mir gefällt der grün bemooste, rundgewaschene Fels in der Bucht so gut.

Bei Sao Vicente versuche ich ein paar Langzeitbelichtungen der Brandung. Von einigem gewohnt undamenhaften Gefluche begleitet, denn durch den ND-1000-Filter kann weder Mensch noch Autofokus das geringste erkennen, weder ob der Horizont gerade, noch ob die Felsen scharf sind. Ersteres lässt sich leichter bewerkstelligen (Stativ-Ersatz Hotelmauer, vor der Filtermontage Kamera mit untergelegten Farnwedeln geraderichten), zweiteres ist schon etwas schwieriger, weil der Fokus sich nicht fixieren lässt – und es sich beim ND-Filter um einen Schraubfilter handelt. Eine verwunschene Kombination.

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Trotzdem gibt es eine kleine Belohnung für meine Geduld.

Am Abend, zurück in der Quinta, empfängt uns der warme Schein unserer indischen Hanflampe.
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Das ist aber auch das einzig Warme in der Hütte.

Sofort holen wir unsere Sportzeitung aus dem Toppits, die da drin zum Zwecke der Trockenhaltung gelagert war. Feuermachen mit Grillanzündern ist zwar unsportlich, ohne allerdings ist es unmöglich – auf Madeira. Da schon das Verheizen einer Sportzeitung offenkundig von unserer Unsportlichkeit zeugt, werden auch drei Grillanzünder an strategisch günstigen Stellen platziert. Darauf Stückchen von Fitzelchen von Eierkarton, darüber ein Haufen Kleinholz sowie ein schönes Pyramidchen aus dünnem Gehölz, und schließlich drei richtige Scheite. Es soll vermieden werden, dass die Tür geöffnet werden muss, bevor die Sache richtig heiß geworden ist. Ungeduldig darf man dabei natürlich nicht werden.

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Und siehe da – ein Feuerchen knistert im Ofen! Na geht doch!

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Madeira

So, meine Lieben. Eine Sichtung aller Fotos und eine Auswahl daraus schaff ich in so kurzer Zeit nicht, was in erster Linie daran liegt, dass ich eine Woche lang völlig ungehemmt geknipst hab, an manchen Tagen so viel, dass ich abends meinen Arm nicht mehr heben konnte. Trotz aller Vorsätze, die Kamera doch endlich am Objektiv festzuhalten, tat mir zuverlässig die rechte Schulter weh, woran man, wenn man mit der Anatomie von Kameras vertraut ist, leicht erkennen kann, dass ich das Befolgen von Vorsätzen lieber anderen überlasse. Ich kann aber echt gute Ratschläge geben. ;D

Aber ein paar erste Bilder hab ich ausgewählt. Und schon gehts los!

Die Wunder beginnen bereits in der Luft.

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Es zeigt sich mir dieses wundersame Lichtphänomen samt Flugzeugschatten.

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Auch klar: Je näher die Wolke, desto größer der Schatten.

EDIT: Der Schatten heißt Brockengespenst oder (englisch) Brocken spectre. Der bunte Lichtschein heißt Glorie (solar glory) – und nicht Halo.

Ich weiß, die endlosen und überaus spannenden Fotovorträge von Bekannten, die gerade im Urlaub waren, beginnen auch immer mit Wolkenfotos aus dem Flugzeug. Gähn-gähn, zu welchem frühesten Zeitpunkt können wir uns nach Hause verdrücken, ohne uns den Unmut unserer offenbar fotografiebesessenen Gastgeber zuzuziehen? Aber das Fliegen ist für einen Wolkenfreak wie mich einfach paradiesisch…

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…drum gibts hier, verzeiht, noch ein letztes davon, dann hör ich aber eh schon auf:

Nach viereinhalb Stunden Flugzeit kommt endlich die Insel in Sicht.

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Das auf Säulen erbaute Konstrukt an der Küste links im Bild ist übrigens die Landebahn. Hui, sonderlich lang sieht die ja nicht aus. Auch unter dieser Landebahn tut übrigens sich einiges – darauf komme ich in einem späteren Eintrag sicher nochmal zurück.

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Und schon sind meine Freundin K. und ich mit unserem knallroten und überraschend spritzigen Nissan Micra auf der Straße und genießen erste Ausblicke auf die phantastische Küste.

Ich bin am Steuer und bleibe da für den Rest der Woche, K. möchte lieber navigieren. Es ist, insbesondere im Norden der Insel, so wenig Verkehr, dass ich oft einfach mitten auf der Straße stehenbleibe, um ein Foto zu machen. Hubbies Warnungen vor dem risikofreudigen Fahrstil der Madeirenser (und die gleichlautenden im Reiseführer) kann ich nicht bestätigen. Ich bin offenbar konkurrenzfähig.

Hier aber nun die Aussicht von einem der unzähligen “Miradouros” aus (Aussichtspunkte mit Park- und Postkartenkitschfotomöglichkeit).

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In diesem Fall jenem Miradouro bei Agostino, dem einnehmenden Obstverkäufer mit dem wohl grandiosesten Arbeitsplatz der Welt.

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Eine typische Ortsstraße, die infolge ihres halsbrecherischen Gefälles im Nirvana (oder dessen Entsprechung im Element Wasser) zu verschwinden scheint. Freundin K., die rechts von mir den Navigatorposten besetzt, fühlt sich an diesen Stellen merklich unwohl, wobei zwischen Abwärts- und Aufwärtsfahren in ihrem Unbehagen kein eklatanter Unterschied festzustellen ist.

Manchmal geht es so unglaublich bergauf, dass sich leise die Erwartung einschleicht, das Tschihuu (=Hupferl=Nissan) könnte jeden Moment nach hinten umkippen und dann eine für ein Auto eher untypische und daher aufsehenerregende, weil saltoschlagende Talfahrt hinlegen.
Diese gestalten sich aber auch ohne Rückwärtssaltos aufsehen- bzw. hörenerregend, weil so ein Benziner im zweiten Gang einen steilen Berg hinab sehr stark zum Heulen und Schreien neigt – und trotzdem immer schneller wird. Manchmal gibt das Tschihuu nach großen Anstrengungen auch die eine oder andere Fehlzündung von sich. Bitte nicht schießen, schon gut, wir fahren ab jetzt langsamer!

Bei einer unserer Fahrten macht K. mir gegenüber eine Bemerkung über meinen Fahrstil, etwa “Sehr souverän machst du das, beeindruckend!”; ich freue mich und erwidere “Schön, wenn du dich wohlfühlst”. Sie überrascht mich mit einer Antwort, die man geradezu als typisch für sie bezeichnen könnte: “DAS hab ich nicht gesagt”.

Später kreuzt im großen Garten eines Restaurants unerschrocken der erste Farn meinen Weg.

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Ich denke an mkh und mache ein Foto. Es ist nur ein gaaanz kleiner Farn.

Wir beziehen unser Häuschen in der Quinta do Arco, an der Nordküste gelegen, im Dörfchen Arco de Sao Jorge. So sieht unsere bescheidene Hütte von außen aus:

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Das linke der beiden Häuser ist unseres, es trägt die Nummer 16 und den klingenden Namen “Varanda”. Bitte eintreten:

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Rechts gehts noch weiter in ein Schlafzimmer und in ein Bad mit Wanne und großem Spiegel.

Der erste optische Eindruck ist umwerfend, der olfaktorische allerdings auch, er lässt sofort Schimmelbildung befürchten – wir finden die entsprechenden Gewächse dann später auch, an der Wand des Schlafzimmers und des Bades. Grund: Die Hütten werden, wenn sie nicht bewohnt sind, auch nicht geheizt. Und auf der Insel ist es saumäßig feucht. Im Bad nebenbei bemerkt auch, insbesondere, wenn man versehentlich den montierten Duschkopfhalter auch tatsächlich bestimmungsgemäß zu benutzen wagt. Ich sage euch, die wahren Wasserfälle auf Madeira spielen sich in den Badezimmern der Quintas ab.

Zwar gibt es zum Zwecke der Hüttenwärmung in unserem Schlafzimmer einen kleinen elektrischen Heizkörper, der aber verursacht maximal einen gewissen Placeboeffekt. K. tauft ihn später liebevoll “Kleidertoaster”, weil wir auf ihm morgens regelmäßig unsere Kleidungsstücke aufwärmen und entfeuchten, weil die aus dem Schrank doch eher feucht und klamm daherkommen. Auch die Handtücher trocknen so gut wie nie.

Aber – es gibt auch einen Kamin im Wohnzimmmer. Hahaa! Bin ich doch eine alte Feuerkundige, in meiner Kindheit wurde oft Kaminfeuer gemacht, man hat mir beigebracht, wie das geht.

Man hat mir allerdings nicht beigebracht, wie das mit durch und durch feuchten Holzscheiten und ohne jegliches Unterzündmaterial geht. Das einzige, was wir in unserem Holzkorb vorfinden, sind feuchte Riesenscheite und Grillanzünder. Ich sag mal so: Wenn man aus der einschlägigen Literatur (=Reiseführer) erfährt, dass Zarco, der Pionier der madeirensischen Besiedelung, erstmal einen kleinen Teil der Insel durch Brandrodung vom Lorbeerwald befreien und damit bewohn- und bewirtschaftbar machen wollte, und dass selbiger Wald nach diesem Versuch quasi versehentlich zwölf Jahre lang brannte, fragt man sich: Wie zum Geier hat der das angezündet?

Der erste Versuch einer pyromanischen Raumbeheizung fällt auch entsprechend kläglich aus: Die Grillanzünder brennen heftig und lang, sie brennen schließlich ab, das Holz nicht an. Der Kamin ist winzig, aber drei Stück Grillanzünder sind für zwei Scheite eindeutig zu wenig. Zwangsläufig muss ich die Kamintür öffnen, um neue Anzünder zuzuführen; beißend kalter Rauch steigt daraus empor und verwandelt unser Wohnzimmer im Handumdrehen in eine gigantische Räucherkammer.

Das Foto oben zeigt, der Dachstuhl ist in den Raum integriert, da oben gibt es aber keine Fenster. Die Menge an Rauch, die sich durch das Öffnen der beiden Flügeltüren aus dem Wohnzimmer befördern lässt, ist äußerst kärglich. Auf eine Bewachelung in der Tradition der Saunagänger verzichte ich aus Müdigkeitsgründen.

Erste Maßnahmen werden alsbald ergriffen: In unserem Haus wandert kein noch so kleines Stück Papier in den Müll. Eine Zeitung, die wir tags darauf erstehen (“Welche?” – “Die größte bitte!”), soll uns Unterzündmaterial und einen Wetterbericht liefern. Letzteren finden wir leider nicht, denn es ist, wie wir später ernüchtert feststellen, eine Sportzeitung. Umso besser, damit ist sie recht und billig zum Anheizen. Wir verstauen sie in weiser Voraussicht in einem mitgebrachten Toppits-Sackerl mit Zipp, damit sie am Abend nicht genauso feucht ist wie unsere Handtücher.

(Fortsetzung folgt)

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Wieder zuhaus, wieder zuhaus!

Diesen Singsang gebe ich immer von mir, wenn ich hier nach längerer Zeit wieder reinstolpere – Zitat eines der seltsamen Haustier-Replikanten im Film Blade Runner.

Kinder, anstrengend wars! Schööön wars! Und zu kurz! Von Erholung kann keine Rede sein, zu viel gab es zu tun, zu sehen, zu erwandern und zu bestaunen. Üppige Natur vor schroffen Felsen, Bergkämmen und Wasserfällen, wuchtige Meeresbrandung, abenteuerliche Fahrten auf schmalen Küstenstraßen, Feuermachen mit feuchtem Holz, unbekannte Früchte probieren und viel lachen.

Ich hab Unmengen Fotos mitgebracht, zu mehr als einer ersten Sichtung hats gestern jedoch nicht mehr gereicht. Sobald sich aber ein paar Favoriten herauskristallisiert haben, kriegt ihr sie zu sehen. (Auch ein paar Farnkringel-Bilder für mkh sind dabei.)

Wieder zuhaus, wieder zuhaus!

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Urlaub!

Nachdem ihr mich in letzter Zeit schon ziemlich viel entbehren musstet, wirds hier jetzt eine Woche lang noch stiller. Ihr dürft euch natürlich weiterhin nach Herzenslust hier austoben, aber auf meine Schirmherrschaft müsst ihr vorübergehend verzichten.

Das Haus ist gebürstet, der Hund geswiffert – oder war’s umgekehrt? – und beide werden bestens gehütet; der Koffer ist gepackt, und morgen in aller unchristlichen Herrgottsfrüh gehts los. Madeira wartet schon ganz ungeduldig.

Bald bin ich wieder zurück, hoffentlich ein bisschen erholt und mit viel frischer Fotoware. Dann gibts hier auch wieder mehr zu lesen und zu sehen.

Eine schöne Woche, Ihr Lieben!

BisBald
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Kompliment des Tages

Heute früh voller Selbstvertrauen zu Servicecenter gefahren, nach zweifacher Abklapperung der Straße Gebäude immer noch nicht gefunden, bis mir einfiel, dass ich die falsche Straße absuche. Einen Kilometer weiter östlich dann mehr Glück gehabt. Im Büro angekommen, Wisch von Servicecenter nicht gefunden, der vor meiner Nase lag. Straßenverwirrung erzählt und Frau vom Chef ob meines offensichtlich heute verwirrten Geistes vorgewarnt mit den Worten “Ihr solltet mich heut keine Buchhaltung machen lassen”.
Antwort: “Aber du bist dann auf Urlaub, und wir haben kan andern Trottel, der des macht.”

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Mein Körper

weiß schon, warum er Kopfweh generiert. Während alle auf den Frühling warten, bricht hier der Winter ein weiteres Mal über uns herein. Süffisant glotzen mich die Schneeglöckchen an, die finden das wohl sehr stimmig. Aber nur noch fünf Tage, dann bin ich hinfort und fliege dem Frühling entgegen. Ha! Ätsch!