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Mir ist eine ganz tolle Deppensatzzeichen-Austauschmöglichkeit eingefallen! Überall dort, wo aus Gründen der anglizistischen Anlehnung, der schriftlichen Nachahmung verblödet langsamen Sprechens oder schlicht aus dummdreister Ignoranz der Bindestrich fehlt, also in Worten wie Griess Pudding, Grimme Preis oder Birnen 1 kg Schale, könnte man doch das Deppenleerzeichen durch ein Deppenapostroph ersetzen! Schließlich hat man ein Zeichen ausgelassen!

13 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das ist ein kluger Plan… und wie willst du das denn nennen? Deppensatzzeichen-Austauschmöglichkeit ist selbst unter Freunden der mehrsilbigen Worte ein verdammt langes Wort.
    Andererseit.
    Wenn man ein Leerzeichen weg lässt- hat man dann wirklich weniger als vorher?
    Im Vergleich zum Bindestrich schon- aber ein Leerzeichen ist ein Platzhalter für ein Nichts. Oder?
    Bin verwirrt.

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  2. Es muss selbstverständlich “einen Deppenapostroph” heissen, Akkusativ, Frollein Susi. Es sei denn, der Apostroph erführe im Österreichischen einen Geschlechterwechsel, wie etwa der mir erst neuerdings bekannte und irgendwie ans Herz gewachsene Schranken. Im Übrigen plädiere ich konsequent für Deppen leer Zeichen, so viel Zeit muss sein.

    P.S.: Hier™ nimmt man es mit allem ja nicht so hure genau. Um die Ecke steht darum ein Schild, das das Anstellen von Fahrrädern an die Hauswand verbietet. Um diesem Schild die ihm gebührende Bedeutung zukommen zu lassen, steht darunter der höchst offizielle Satz “Bei nicht Beachtung erfolgt wegschliessen.”, und zwar genau in dieser Schreibweise. Man sieht eine Art Hausmeister-Individuum bereits bildlich vor sich … und da geht einem doch irgendwie das Herz auf.

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  3. Ganz klar, da es sich bei diesem Phänomen um einen Auswuchs der Anbiederung (ob bewusst oder unbewusst) an die englische Sprache handelt, bedarf es zunächst einmal eines teutonenenglischen Begriffs für Deppenleerzeichen, wofür sich “sap gap” geradezu anbietet. Und da der Apostroph diese Lücke wieder schließt, oder besser überbrückt, finde ich “sap gap cap” anstatt “Deppensatzzeichen-Austauschmöglichkeit” sowohl einprägsamer als auch prägnanter (und vor allem kürzer).

    Ansonsten fände ich die Idee gar nicht mal schlecht. Denn die weit verbreitete Schreibfaulheit wird irgendwann dazu führen, dass das Apostroph unter den Tisch fällt und die Wörter wieder zusammengeschrieben werden, wie es sich gehört.

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  4. Lily, baumgarfs Ausführungen sind da ganz in meinem Sinne. Anglophil wiedermal, aber was will man machen? Ist im Vergleich zum Deutschen einfach die schlankere und prägnantere Sprache.
    >>Wenn man ein Leerzeichen weg lässt- hat man dann wirklich weniger als vorher?
    Wenn man einen Buchstaben weglässt und diesen Vorgang durch ein Auslassungszeichen anzeigt, hat man dann wirklich weniger als vorher? Die Geschichte der Apostrophen ist eine Geschichte voller Missverständnisse.

    Das Konzept des Akkusativs ist mir bekannt, TM (die Formulierung “hure genau” hingegen weniger).
    Ich sag das Apostroph als Karma-Ausgleich für all jene Menschen, die der Blog sagen. (baumgarf betreibt diesen Ausgleich auch, der aber tut das nur inkonsequent, in etwa zu 50%.)
    Ad Herz aufgehen: Aber nur irgendwie, oder? ;)

    baumgarf, du Retter in der Not, danke für diese Spende der prägnanten Worte! Ich bin hin, weg und begeistert!

    Ceh, frag mal TM, den armen Kerl halten sie in der Schweiz von den scharfen esßen weg wie das Kleinkind vom Chili.
    Ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Der Müller war’s. Der andere Müller.

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  5. ich kann das bestätigen von den ß-losen Engadinern, die waren sich auch nicht zu blöd, mich anno 1977 wegen einer innerorts Überschreitung von 1 kmh mit 40 Fränkli zu “bussen”

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  6. “hure” ist eine Steigerungsform, die den Superlativ … ähm … superlativiert. “Das isch hure guet.” oder gegenteilig “Hureschiessdräckgottvrdamminoämol.”, z.B. bei diesen beiden entzyckenden Damen hier einmal bei 0:12 (im Wallis sagt man “hüre”) oder hier in Bündnerdütsch ungefähr bei 0:58, “ohure”.

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  7. Busserln wär dir lieber gwesen, hubbie, gell? :) Aber dein Erinnerungsvermögen ist beeindruckend. Geradezu elefantös!

    Hihi, nömix, s’timmt. Allerding’s würd’s dauernd ‘s’chiffen, und bei Regen mu’s’s ma’ ja er’st wied’r we’sentlich mehr Abs’tand halten.

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  8. der Elefant vergisst deswegen nicht, weil er als Einziger aus einer Kolonne von zehn Fahrzeugen herausgeholt wurde, die alle mit gleichem Tempo in dem Kaff unterwegs waren….und ja,(Kokos)Busserl wären mir lieber

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  9. TM, hihi :) Und was meint man? Hure? Oder ur? Ur gibts ja bei uns auch. Ur leiwand, ur super, ur dreckig, der ur Scheißdreck.

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  10. Zu meiner Ehrenrettung möchte ich anmerken, dass ich den Apostroph zu Karma-Zwecken tatsächlich einmal entmannt und zur Sache degradiert habe, danach jedoch mein Sinn nach korrekter Schreibweise durchgebrochen ist. *hust*

    Bei näherer Betrachtung übrigens finde ich mein selbst in den Ring geworfenes “sap gap cap” dann doch noch ein wenig zu sperrig, als dass man es mehr als dreimal schnell gesprochen fehlerlos über die Lippen bekommt. Deswegen neuer Vorschlag: “dork cork”, zumal der Apostroph auch mehr das Aussehen eines Stopfens hat.

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