Madeira 6

El Hase war im Urlaub auch mit dabei. El Reisehase, eigentlich. El Hase, mein guter, alter, bunter Begleiter, wäre mir zu groß gewesen, um ihn mitzuschleppen, immerhin misst er stolze 37 cm von der Pfotenspitze bis zur Ohrenkante. El Reisehase hingegen, der mir bei einem Einkaufsbummel vor dem Urlaub begegnete, ist um einiges kleiner, sodass er gut in meinen Fotorucksack passt, und er bettelte darum, mitkommen zu dürfen.

Und so geschah’s.

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In Machico, vor dem Forte de Nostra Senhora do Amparo. Endlich eine Rast! Die Sonne scheint, und vom nahen Restaurant weht uns schon der erste Duft von gegrilltem Fisch entgegen.

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Das ist gut so, denn wir sind schon hungrig und freuen uns aufs Essen. Das beste Bolo do Caco des ganzen Urlaubs bekommen wir im Restaurant Velho Mercado in Machico. Knusprig, knoblauchig, kräuterig, herrlig!

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El Hase erwanderte auch mit uns den Gipfel des Pico Ruivo. Die Luft ist für Plüschhasen dort schon sehr dünn, drum wirkt er auch ein wenig unscharf.

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In Santa Cruz auf einer Fensterbank wird El Hase zum Senhor Flores 2009 gewählt.

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El Hase, der sich mit Sprachen auskennt, staunt darüber, dass der Cafe Latte in Portugal Galao heißt. Was hat die griechische Milch mit madeirensischer Kaffekultur zu tun? Aber naja, bei uns daheim heißt mancher Kaffee auch Cappuccino und nicht Schlogowasgschloda.
Schön geschichtet ist er jedenfalls, der Milchkaffee!

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Am besten gefällt’s El Hase aber im botanischen Garten in Funchal.

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Dort steht sogar sein Traumhaus! So eins hätt El Hase auch gern. Am liebsten würde er gleich einziehen.

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Auch die schiere Größe der Botanik ist nicht zu verachten.

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Am tollsten aber ist die Rutschpartie am Ende des Besuches! Und er hat den Vergnügungspark ganz für sich allein! Die anderen Besucher sind einfach zu groß. Ihre verständnislosen Blicke gehen ihm am Arsch vorbei. Hurraaaaa!

Gegen Ende der Urlaubswoche fahren wir noch schnell ans ‘Ende der Welt’ – so schnell, wie’s eben geht auf den kurvigen Straßen. Der westliche Teil der Insel ist waldiger, rauher und weniger frequentiert als der Rest. Am Rande von Ponto do Pargo schließlich findet sich das Hotel und Restaurant Farol – wie der Name schon vermuten lässt, in der Nähe des Leuchtturms. Die Gegend dort wirkt auf uns wie schottisches Hochland, grüne, hügelige Wiesen und rundherum nur Natur, keine weiteren Häuser, keine Nachbarn, kein Garnix. Wenn El Hase mal in aller Ruhe ein Buch schreiben möchte, dann wird er sich dort hinbegeben und sich in diesem Hotel, mitten in der Stille und Weite dieser Landschaft, in Klausur begeben.

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Unterhalb des Leuchtturms befindet sich ein Parkplatz, der von einer Steinmauer begrenzt ist, und schräg dahinter ein kleines Stück Wiese, rundum begrenzt von zweihundert Meter tiefem Abgrund – und dann das Meer bis zum Horizont. Man kann sich dort sehr lebhaft vorstellen, dass die Menschen früher dachten, die Welt wäre eine Scheibe, und nach dem Horizont käme nichts mehr. Dort in Farol ist die Welt definitiv zu Ende.

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Und zum krönenden Abschluss dieser Madeira-Fotoreise gibts noch ein Bild zum Beweis, dass ich auch dortgewesen bin, aufgenommen am Strand bei der Flussmündung der Ribeira da Janela.

Ich danke für Eure Aufmerksamkeit!

23 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Was hubbie Fakir nennt, hat bei mir spontan das Label “Masochist” bekommen. Aber Fakir ist kulturverbindender und gefällt mir drum auch besser.

    Alles in allem eine tolle Idee und sehr liebevoll umgesetzt :) Ich hoffe nur, dass der große Hase dem kleinen das Abenteuer nicht neidet ;)

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  2. Aber nein! Die beiden sind ein Herz und eine Seele! :)
    Und von wegen Fakir – dem Plüschhintern tut das überhaupt nicht weh!

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  3. Dank El Hase weiß ich nun, dass Madeira ja gar nicht spanisch ist. Wieso ich das nur immer gedacht hab…
    Dann muss ich da ja auch hin, denn portugiesisch hab ich sogar lieber! Muito obrigado, El Hase!

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  4. Das letzte Bild hat natürlich Hase geschossen!

    Nice to meet you again – und Danke euch für die Hasenreisenbeschreibung!

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  5. Also ich mag ja El Hase sehr. Und jetzt gibt’s also zwei. Was ich noch nicht kapiert hab, woher kommt die eigentymliche Farbgebung bei beiden Individuen? Ist die original oder passiert das jeweils erst postkommerziell?

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  6. Portugieschisch, iwi. Dort spricht man alles mit sch aus. Einem weichen sch. Begegnet dir in einem portugiesischen Wort ein Buchstabe, den du aussprachetechnisch nicht eindeutig zuordnen kannst? Ein weiches sch ist immer ein guter Tip. Als spanisch geschulter Mensch würde man zetbeh, sieht man ‘Sao Jorge’ geschrieben, “Sao Chorche” sagen. Mit ch wie Achat. Aber es heißt natürlich “Sao Schorsche”!

    Nein, mkh – Piri. El Hase ist zu weich zum Auslöserdrücken! ;) (so weich, dass er eigentlich ‘El Hasche’ heißen müsste!)

    Die ist original, TM! Hier gibts die zu Ostern Lkw-Ladungs-weise zu kaufen, und immer sind sie irgendwie bunt. Man hat offenbar das Gefühl, zu Ostern sind die Eier bunt, also müssen die von bunten Hasen gelegt worden sein. Völlig logisch.

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  7. Gesucht ist der Buchstabe ж (“zhe”), kennt man z.B. aus dem Wort “Garaжe”.

    P.S.: Das mit der Farbe … ich war mir nicht ganz sicher. Beispielsweise auf Damentoiletten passiert ja, was Farbe angeht, einiges …

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  8. TM, Farbe auf Damentoiletten? Wird bei euch grad neu ausgemalt? :)
    Nö, hast schon recht, ich neige durchaus zum Färben von Dingen. Vor allem wenn ich mir was Weißes kaufe, da kann man eigentlich beinah fix damit rechnen, dass das nicht so bleiben wird. Aber in dem Fall bin ich unschuldig – in beiden!

    Nö, Ceh, noch nicht! Was sollte er auch tun? Autogramme geben kann er nicht, singen will er nicht, und er spricht auch sehr wenig. Aber im Gegensatz zu so manch anderem Superstar lässt er sich ohne weiteres knuddeln. ;)
    Wieso, willst einen gründen?

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  9. ja. reisehasefanclub. mit wöchentlichen meetings, einer eigenen zeitschrift sowie den üblichen marketingartikeln. und das mit den interviews müssen wir halt noch klären.

    ]:D

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  10. hubbie, ist doch völlig klar, dass es wesentlich interessanter ist, mit zwei jungen Hüpfern eine Insel zu erkunden, als im Supermarkt mit der Nase nach unten in einem Regal zu versauern!

    Ceh, ich bin ein Reisehasezuhause. Mich wundert ja, dass du nicht hinterher noch gefragt hast, “Und wie fühlt sich das an?” *naserümpf* (Nein, das ist kein Zeichen von Herablassung, das MACHEN Hasen so.)

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  11. Jetzt bin ich endlich auch mal dazu gekommen, deine letzten Wochen nachzuholen (.oO ;)) und will sowasvon dringend nach Madeira, du machst dir keine Vorstellung. So! Schön!

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  12. Oooh, das kann ich nur empfehlen. Ist nicht der billigste Urlaub, aber es lohnt sich wirklich sehr! (Ich sollt Reisebüro-Provisionen verlangen.)
    Freut mich, dass du wieder an Bord bist. Oder an Pfanne. Oder so. ;)

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  13. Solltest du! Selbst der Mann zeigt sich überzeugt, dass Madeira ein lohnendes Reiseziel ist, und zwar nur anhand deiner Bilder – und das will was heißen, sachich dir! :))

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  14. Das ist in der Tat erstaunlich! Mein Mann zeigte sich nicht überzeugt, drum blieb er auch daheim. ;) Ob meine Fotos daran was geändert haben, weiß ich eigentlich gar nicht.
    Badeurlaub isses halt keiner. Drum streikt der Mann auch. Aber es ist wirklich sehr schön. Und romantisch!

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  15. Ach, bestimmt, das ist bestimmt so ein Stolz-Ding, die Überzeugung nicht zu kommunizieren ;)

    Das mit der Romantik sage ich ihm besser nicht, nicht dass es ihn doch noch verschreckt!

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  16. nächstens plane für den Mann den Hüpfer nach Porto Santo mit ein, da findet er nicht nur den acht Kilometer langen Sandstrand, den die Hauptinsel nicht hat, es wartet auch der ovovivipare Dasyatis pastinaca…..oba Obacht, der is ka Ruam

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