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Erb-Sterz

Habe in der letzten Woche im Schweiße meines Angesichtes an einem Artikel für den nächsten Sterz gearbeitet. Der Sterz schickt mir schon so lange seine Themen-Ankündigungsmails, aber irgendwie hat’s nie gepasst, obwohl sehr schöne Themen dabei waren. Diesmal gehts um das Thema Erben im weitesten Sinn, und da ritt mich plötzlich die Muse. Dann aber auch wieder nicht so heftig, dass ich den Artikel nicht fünfmal umbauen und umschreiben musste. Oft hoppelts mir nur so aus den Fingern, und es ist lebendig, leicht, unterhaltsam und entspannt. Dann wiederum brauchts ein bisschen Nachschliff, um zu meinem Stil zu finden. Und auf Befehl gehts dann plötzlich gar nicht mehr.

Vielleicht ist es auch, weil mich wiedermal irgendwas Rheumatisch-Entzündliches in meinen Rippen piesackt und ich mich nur unter Schmerzen bewegen kann, aber auch das Stillsitzen schmerzhaft ist. Wird Zeit für Frühling.

Es ist genauso wie mit den Fotos, die ich an langen Abenden für den Palau-Fotoabend aussuchte: Wenn man zu lange draufschaut, kommt einem irgendwann alles trivial und uninteressant vor. Das entspricht aber nicht unbedingt der Realität, sondern mehr der Hirnreaktion aufs Zu-Nah-Dran-Sein.

Der liebe Ceh war so gut und hat über den Artikel drübergeschaut, ein paar Anregungen gegeben und es für gut befunden, das hat mich beruhigt und mir sehr geholfen, gestern abend schließlich den Senden-Knopf zu drücken. Was es jetzt noch zu drücken gilt, sind die Däumchen! Wenn alles klappt, ist mein Artikel im nächsten Sterz, Erscheinungstermin ca. Mai 2015.

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Vom Wünschen

Wünschen darfst du dir, was du willst!
Ich wünsch mir auch einen Mercedes.
Zwei Sätze, ein Urheber: mein Papa, wortwörtliche Begleitung durch meine Kindheit.

Seit meinem Schlüpftag hab ich mir schon so einiges gewünscht. Vieles war aus finanziellen Gründen früher nicht machbar, heute aber schon. Ich hab mich daher ein wenig zum Jäger und Sammler zurückentwickelt.

Natürlich erschaffe ich auch wirklich zuweilen kleine Kunst, aber in erster Linie bin ich wohl ein Kunstmaterialsammler. In meinem Werkzimmer türmen sich die Farben, Stifte und Bastelmaterialien. Doch ich kaufe nicht nur, ich hebe auch vieles auf, was gratis daherkommt. Mein Mann schüttelt darüber oft den Kopf. Er freut sich aber, wenn er etwa Bedarf anmeldet nach einem „länglichen Schaumgummi-Eumel mit ungefähr so einem Durchmesser“ (hier Zweifinger-Geste imaginieren) – und ich aus meinem Fundus tatsächlich so einen hervorzaubern kann.

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Gratwanderung

Hier erzählen die letzten lebenden Zeitzeugen vom Holocaust und dem Horror, den sie erlebt haben, während dort schon die Nächsten aufmarschieren und nach Säuberung rufen von den Feindbildern, denen sie hinterherjagen. Wahllos und mannigfach wirkt die Wahl der Feindbilder, aber irgendjemand wird schon schuld sein an ihrer Misere.

Hat man ein bisschen Bildung genossen, so ist einem zumindest ansatzweise klar, was diese Zeit für die Menschen bedeutet hat, und dass immer die Gefahr besteht, plötzlich selbst als Untermensch zu gelten – je nachdem, wie das Fähnlein sich gerade bewegt im Wind der Sündenbockhatz.

Das Paradoxe an der Bildung: Nur sie schafft ein Bewusstsein für die gedanklichen und emotionalen Fallen, in die man tappen kann, wenn man sie nicht hat. Und nur Bewusstsein kann zuwege bringen, dass die Vergangenheit sich nicht wiederholt.

So wandern wir auf dem Grat zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Man muss wissen, was passieren kann. Insoferne glaube ich, dass diese Nächsten, die da marschieren, Ahnungslose sind.

Doch gestern habe ich den ersten „Freund“ auf Facebook entfernt, der ein Bild mit Mottosprüchen dieser Gruppierung geteilt hat, ohne kritisch darauf einzugehen. Das war jemand, der ein Leben in Saus und Braus lebt und sich überhaupt nicht nach Feindbildern umsehen müsste. Dieser eine macht mir viel größere Angst als die Tausend da drüben.

#Gratwanderung
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Jetzt noch einfacher!


„Betrifft: Antrag auf Vergütung der Vorsteuer AT201409xxx
von: vatrefund-de@bzst.bund.de

[…]
Für eine ordnungsgemäße Antragstellung muss der Antrag der Richtlinie 2008/9/EG entsprechen, vollständig sein und fristgerecht einschließlich der vorlagepflichtigen Belege eingereicht werden.

Sofern Sie über das Portal Ihres Ansässigkeitsstaates dem Antrag nicht alle gemäß Artikel 10 der Richtlinie 2008/9/EG vorzulegenden eingescannten Originalbelege beifügen konnten, reichen Sie die fehlenden Belege bitte unverzüglich per E-Mail, auf CD oder USB-Stick nach.
[…]
Bitte beachten Sie, dass Antworten auf diese E-Mail bzw. Nachrichten an die Absenderadresse nicht verarbeitet werden können.“

Es wär ja schon fast lustig, wenn’s nicht so traurig wär. Müßig zu erwähnen, dass in diesem Mail nicht womöglich eine andere, empfangsbereitere E-Mail-Adresse oder gar eine Telefonnummer erwähnt wird.
Die wesentlichen Teile wurden von mir im Fettdruck formatiert, nicht etwa vom Absender.

Die angesprochenen Belege muss man übrigens im Antrag beinahe 1:1 abtippen: Rechnungsaussteller, Adresse, UID-Nummer, Rechnungsnummer, Nettobetrag, Vorsteuerbetrag… Wozu man dann noch Belege einreichen soll, ist mir schleierhaft. Vielleicht um das Papieraufkommen nicht zu gefährden?

Antworten auf solche Rückvergütungsanträge an andere Länder, etwa Tschechien, erhält man übrigens freilich in der Sprache des jeweiligen Landes. Nichts Geringeres erwarte ich von einem Amt, das sich mit internationalen Anträgen befasst. Ist ja nicht so, dass die wüssten, aus welchem Land der Antrag kommt, gell?

Ich hoffe, die Tschechen wollten nicht auch noch Belege per Unerreichbarkeits-E-Mail. Mein Amtstschechisch ist nämlich leider ein bisschen eingerostet.

Alles happy in der EU.

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Bubi

Ja, ich weiß, dass täglich schlimme Dinge passieren auf dieser Welt, in dieser Stadt. Und ich weiß auch: schlimmer geht immer.
Manche davon treffen aber mitten ins Herz – gewisse Nachrichten lassen mich lange nicht los, sind mir beim Einschlafen genauso präsent wie beim Aufwachen, und entlocken mir die eine oder andere Träne. Jeder hat eben seine besonders weiche Stelle im Bauchfell. Hier ist ein Treffer:

Heute vor einer Woche hat ein Unbekannter in der Wiener U6-Station Jägerstraße grundlos einen Hund totgetreten. Der Hund hieß Bubi. Sein Frauchen war dabei. Der Hund des Täters ebenso. Und eine Begleiterin.

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Hier, bei der Arbeit!

Ja, ich bin noch da, aber ich bin aus naheliegenden Gründen viel mit meiner Vorbereitung für Twittkultur beschäftigt!

Meine Texte hab ich vorbereitet und so zurechtgestutzt, dass sie in mein 12-Minuten-Zeitfenster passen. Und ich übe das Vorlesen, damit noch schnell ein wenig motorisches Gedächtnis angelegt wird, sodass ich auch im lampenfiebrigen Zustand meinen Text noch rausbringe, wenn die letzten zwei Hirnzellen sich panisch kreischend vertschüsst haben.

Diesen Freitag, 21.11., 19:30h, Wien! Nicht verpassen!

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TwittKULTur2!

Jetzt ist es passiert! Jetzt hat man mich doch noch gutmütigerweise in das bereits randvolle Line-Up bei TwittKULTur2 gestopft. Oh, nicht man hat – der Herr @tschahnschpange hat. Das bedeutet, ich darf bei dieser illustren Kulturveranstaltung aus meinem Blog lesen! Nicht lang, aber ich darf!

Falls ihr also hier in dieser bescheidenen Pfanne irgendwelche Immerschon-Lieblingseinträge habt, verratet mir bitte die p-Nummer oder den Link! In welche Richtung solls gehen? Ich brauch Hilfe!

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Update

Vom Gewässerschutz hab ich bis dato keine Ergebnisse erfahren. Man hat mir aber angekündigt, mir neue Proberöhrchen vorbeibringen zu wollen. Was das nun genau heißt, weiß man nicht, man kann sich nur etwas zusammenreimen. Und ich bin gerade nicht in Dichterlaune.

Ich bin jetzt stolze Einloggerin in einen Netflix-Account und habe mich in diesem Zusammenhang in allerlei Neuland herumgetrieben – nicht nur filmguckerisch, sondern auch technisch. Weil aber der von mir neu entdeckte Raphael Schön das alles schon so umfassend erklärt hat, hab ich mir wieder was erspart. Sonst hätte ich vielleicht demnächst mit einem ähnlichen, aber wahrscheinlich weit subjektiveren Bericht aufgewartet.

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Probenentnahme ganz ohne Außerirdische

Im Juni hatte ich an die zuständige Wasserbehörde gemailt, weil sich in der Schwechat (dem Fluss) regelmäßig Schaum bildet. Diese Schaumbildung ist an manchen Stellen richtig massiv, und das seit Jahren. An den Flüsschen hier in der Gegend bin ich regelmäßig mit dem Hund unterwegs, der Hund trinkt und badet, ich stapfe barfuß da durch – da wüsst ich schon gern, was da zu meinen Füßen schäumt.

Ich wurde im Juni auch schnell zurückgerufen – es dauerte allerdings ein Weilchen, bis wir einen passenden Termin für drei Leute finden konnten (Mitarbeiter von der Gewässeraufsicht, Chemikerin sowie meine Wenigkeit zum gezielten Auffinden einer schäumenden Stelle).

Heute früh fand aber hochoffiziell und in meinem Beisein eine Wasserprobenentnahme aus der Schwechat und dem Neubach in Pellendorf statt. Die beiden sehr netten Herrschaften sind auch jetzt noch an den Flüssen unterwegs, um weitere Proben zu entnehmen.

Der ge- und befürchtete Demonstrationseffekt trat zum Glück nicht ein – ich konnte den Experten gleich an der ersten aufgesuchten Stelle auf Anhieb den Schaum zeigen, demzufolge stand ich freundlicherweise nicht da wie eine hysterische, übersensible Dramaqueen. Dem Gewässerschutzbeauftragten zufolge bin ich die einzige, die das jemals gemeldet hat, obwohl viele Leute hier in der Gegend den Fluss nutzen – zum Fischen, als Badegelegenheit für sich, ihre Kinder, ihre Hunde…

Bin schon sehr gespannt auf die Analyseergebnisse!