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Die Bonusspur

Um zu unserem Guten-Morgen-Faktotum zu gelangen, müssen wir auf Korors Hauptstraße. Auf dieser Hauptstraße gibt es drei Spuren. Erstmal außen eine Spur für jede Fahrtrichtung, klar. Und dann gibt es die Mittelspur. Diese steht den Linksabbiegern zur Verfügung, und zwar jenen aus beiden Richtungen. Aber die Mittelspur kann noch mehr! Wenn es sich morgens staut (und das tut es zuverlässig, weil es eben nur diese eine Hauptstraße gibt und kaum Schleichwege rundherum), dann wird die Spur ab halb acht zur Bonusspur für die Fahrtrichtung Malakal. Das ist auch die Richtung, in die wir morgens fahren. Die „Vorzugsrichtung“ darf also zwei Spuren benutzen, die andere Richtung nur noch eine. Weiterlesen

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Web mir einen Vogel!

I MADE this one with MY OWN hands, folks! (plus 15 more!) #soproud #palau

Tweet von @Et0sha

ICH habe diesen Vogel EIGENHÄNDIG gemacht! Und noch 15 weitere, zum Üben. Und ich habe es drei weiteren Menschen beigebracht. Und das war nur der Nachmittag!

Morgen (Samstagabend) ist hier im PICRC großes Jubiläums-Galadiner (13.Jahrestag), und alle sind heute damit beschäftigt, Deko herzustellen und Tische hin- und herzutragen. Morgen wirds vermutlich noch einen Tick hektischer.

Und am Samstag früh fahren wir mit unseren Nachbarn und deren Freunden für drei Tage auf die Insel Peleliu, WWII-Plätze fotografieren, Insel erkunden, tauchen. Hier in der Pfanne wirds also kurzzeitig still, aber keine Sorge, am Mittwoch bin ich dann wieder da. Hoffentlich nicht mit allzuvielen Fotos im Gepäck – mein Computer meldete bereits gestern „Festplatte voll, bitte löschen Sie Daten“. Hab ein bissl zu viel fotografiert in letzter Zeit. Und zu wenig alte Fotos nach Extern verschoben, weil zu wenig Kategorisierungsarbeit erledigt.
Außerdem muss ich heut noch Wäsche waschen und alles mögliche Zeugs fürs lange Wochenende packen, wobei ich aber morgen zum Diner meine Kamera noch brauche. Wenn mir also noch schnell ein paar Arme wachsen könnten, wär’s gar nicht unpraktisch.

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Kayak Day

Am Sonntag war ich auf einem Kajak-Ausflug, während Martin seinen dritten Tauchtag hier genießen durfte. Obwohl ich nicht ganz fit war wegen Schulterschmerzen und meines Ellbogens, hielt ich es für eine gute Idee, den Rest des langen Wochenendes sinnvoll zu nutzen – am Samstag war ja sowieso nur Wäsche und Schreiben angesagt.

Die Kajaktour wird von einem Guide von Sam’s Tours namens Jayden geleitet, gemeinsam mit einem Bootsmann und vier polnischen Engländern, die hier auf Urlaub sind, gehts Richtung Rock Islands. Einer der Engländerpolen heißt Albert und wird vom Guide abwechselnd mit Talbot, Alfred oder Malfoy angesprochen. Es sind grün-gelbe und gelb-rote Kajaks an Bord, und dann noch ein violettes. Dreimal dürft ihr raten, für wen das ist! Von den Männern wollte es jedenfalls keiner, El Reisehase und ich haben uns hingegen gefreut. So unterschiedlich sind die Menschen (und die Hasen!)

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Thanksgiving-WE-Bericht

Am Donnerstag war Thanksgiving, das ist hier ein Feiertag, weil die Insel organisatorisch zu den USA gehört, und am Freitag hatten wir frei, also genießen wir derzeit ein langes Wochenende. Martin darf heute endlich wieder tauchen gehen, erst zum zweiten Mal, seit wir hier sind. Er ist mit Sam’s Tours unterwegs, zum ersten Mal. Der Laden ist sehr beliebt bei den „Zuagrasten“, den „Foreigners“, also den ausländischen Dauergästen auf der Insel. Unsere sehr nette Nachbarin Roni aus Israel arbeitet da, und sie hat Martin auf die Schnelle heute früh auf ein Boot mit drei Tauchgängen gebucht. Es ist wie daheim – wenn man wen kennt, gehts leichter. Ich glaube, heute geht’s für Martin endlich zum Blue Hole, dem wohl berühmtesten Divespot Palaus.

Man könnte auf den Tauchbooten prinzipiell auch als Nichttaucher mitfahren, aber es gilt noch zu klären, was das kosten darf/soll/kann. Bei Neco Marine sagten sie, Nichttaucher können mitfahren und auch schnorcheln gehen, wenn am Boot noch Platz ist; bei Sam’s meinten sie heute, schnorcheln wär nicht möglich, Mitfahren aber schon, das koste 75$ für „Locals“, also Nicht-Touristen. Das ist ein bisschen happig angesichts der 70$, die Martin für seine zwei regulären Tauchgänge als Local zahlt.

Aber ich hätte das heute sowieso nicht geschafft – die SMS, dass er mitfahren kann, kam um zehn vor acht, da waren wir noch reichlich verknittert und frei von Frühstück, und um 8:30 musste er spätestens dort sein; ein bisschen Fahrt dorthin muss man auch einplanen. (Sam’s ist auf Melekeok, einer Insel am anderen Ende der Stadt Koror, 15 Minuten fährt man da hin schon, wenn’s sich nicht staut. Ja, Stau! Das gibts hier, und zwar mitunter heftig, weil es nur eine Hauptstraße gibt – an Wochentagen, morgens um halb acht, ist es mehr Stop als Go, während einem die Sonne selbst frühmorgens gnadenlos ihre volle Power auf den Pelz brennt.)

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Völlig fertig

Heute waren wir zu einer „Ngasech“ eingeladen, das ist eine Mutterschaftsfeier für eine Frau, die ihr erstes Kind geboren hat. Ich sollte dort nicht nur erscheinen, sondern auch fotografieren.
Einen ausführlichen Bericht dazu schreib ich später, morgen, irgendwann – ich sag nur eins: Es war outdoor, es war unfassbar heiß und noch unfassbarer laut. Die Boxen, aus denen die Live-Musik kam, waren strategisch unentrinnbar platziert. Wir maßen mit dem Eierfon 117 dB. Ich wusste nicht, ob mich erst der Hitzschlag oder der Gehörsturz ereilen wird.

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Neue Lage

Meine Füße sind meine Körperklima-Regulatoren. Wenn mir kalt ist, hilft es dem ganzen Körper, meine Füße zu wärmen. Wenn mir heiß ist, etwa nachts im Bett, strecke ich die Füße unter der Decke hervor; manchmal auch nur einen oder einen halben nackten Fuß, während der andere Fuß unter der Decke bleibt und oft sogar noch zur Hälfte in einem Socken steckt. Die Hüfte und das freiliegende Ohr hingegen müssen selbst bei größter Hitze zugedeckt sein.

Hier auf der Insel sind nicht nur die Sterne in einer anderen Position. Ich selbst verbringe einige Phasen jedes Tages auf dem Rücken mit den Füßen an der Wand, neuerdings in nassen Socken. Und das, obwohl es meinen Kopf und Hals furchtbar zum Pochen bringt. Seit der ersten Minute auf der Insel sind nämlich meine Füße geschwollen. Und das schon in der „guten“ Zyklusphase!

Meine Vorfreude auf eifrige prämenstruelle Wasserretention hält sich daher noch stärker in Grenzen als sonst. Ich fürchte, ich werde aussehen wie ein Barbapapa – nur mit deutlich weniger Gestaltungsspielraum.

Unser Auto versucht mir ja nach Kräften bei der Fußkühlung behilflich zu sein – in jeder Rechtskurve tropft mir eiskaltes Wasser aus der Klimaanlage auf den Gasfuß – was, wenn man sich nicht so absolut unter Kontrolle hätte, tatsächlich für eine sehr spontane Entwässerung sorgen würde.

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Alles noch dran

Der Taifun ist vorbei, wir leben noch. Ein paar Bäume sind umgefallen, ein Vordach ist davongeflogen, viele Palmwedel und -nüsse liegen herum, aber sonst sind hier im Institut nur kleinere Schäden entstanden. Viele Mitarbeiter sind aber heute nicht da, meine Kollegin Ines etwa sucht noch ihr Dach, und auch die Häuser einiger anderer Mitarbeiter hat es schwer getroffen. Es kommt nur darauf an, auf der richtigen Seite zu wohnen. Die heftigste Phase des Taifuns war in der Nacht auf Donnerstag, da gings ordentlich zur Sache; fotografieren war aber naturgemäß schwierig. *)

Ein Stromkabel hat’s auch zerfetzt, daher hatten wir auch ziemlich lange keinen Strom und damit auch kein WLAN. Der Generator für das Aquarium lief aber, und dank Security-Benson/Morton waren wir via Verlängerung daran angeschlossen, also hatten wir zumindest Licht und einen Ventilator.

Mein Original-Bio-Franzi-Digital-Reisewecker/Thermometer/Stoppuhr/Uhr ist leider draufgegangen, den hat der Regen voll erwischt.

*) Selbst wenn ich ein Foto davon hätte – das WLAN ist dermaßen lahm, dass ich es ohnehin nicht hochladen kann. Ich wollte zwei Bilder der Schäden hier dazupinnen, aber der Upload funktioniert leider nicht.

EDIT Stunden später: Die Foto-Uploads sind geglückt – mit viel Geduld, und, damit das WLAN auch reicht, mit Notebook hin- und hertragen wie man es mit einem Baby macht, das nicht einschlafen kann.

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