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Web mir einen Vogel!

I MADE this one with MY OWN hands, folks! (plus 15 more!) #soproud #palau

Tweet von @Et0sha

ICH habe diesen Vogel EIGENHÄNDIG gemacht! Und noch 15 weitere, zum Üben. Und ich habe es drei weiteren Menschen beigebracht. Und das war nur der Nachmittag!

Morgen (Samstagabend) ist hier im PICRC großes Jubiläums-Galadiner (13.Jahrestag), und alle sind heute damit beschäftigt, Deko herzustellen und Tische hin- und herzutragen. Morgen wirds vermutlich noch einen Tick hektischer.

Und am Samstag früh fahren wir mit unseren Nachbarn und deren Freunden für drei Tage auf die Insel Peleliu, WWII-Plätze fotografieren, Insel erkunden, tauchen. Hier in der Pfanne wirds also kurzzeitig still, aber keine Sorge, am Mittwoch bin ich dann wieder da. Hoffentlich nicht mit allzuvielen Fotos im Gepäck – mein Computer meldete bereits gestern „Festplatte voll, bitte löschen Sie Daten“. Hab ein bissl zu viel fotografiert in letzter Zeit. Und zu wenig alte Fotos nach Extern verschoben, weil zu wenig Kategorisierungsarbeit erledigt.
Außerdem muss ich heut noch Wäsche waschen und alles mögliche Zeugs fürs lange Wochenende packen, wobei ich aber morgen zum Diner meine Kamera noch brauche. Wenn mir also noch schnell ein paar Arme wachsen könnten, wär’s gar nicht unpraktisch.

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Kayak Day

Am Sonntag war ich auf einem Kajak-Ausflug, während Martin seinen dritten Tauchtag hier genießen durfte. Obwohl ich nicht ganz fit war wegen Schulterschmerzen und meines Ellbogens, hielt ich es für eine gute Idee, den Rest des langen Wochenendes sinnvoll zu nutzen – am Samstag war ja sowieso nur Wäsche und Schreiben angesagt.

Die Kajaktour wird von einem Guide von Sam’s Tours namens Jayden geleitet, gemeinsam mit einem Bootsmann und vier polnischen Engländern, die hier auf Urlaub sind, gehts Richtung Rock Islands. Einer der Engländerpolen heißt Albert und wird vom Guide abwechselnd mit Talbot, Alfred oder Malfoy angesprochen. Es sind grün-gelbe und gelb-rote Kajaks an Bord, und dann noch ein violettes. Dreimal dürft ihr raten, für wen das ist! Von den Männern wollte es jedenfalls keiner, El Reisehase und ich haben uns hingegen gefreut. So unterschiedlich sind die Menschen (und die Hasen!)

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Thanksgiving-WE-Bericht

Am Donnerstag war Thanksgiving, das ist hier ein Feiertag, weil die Insel organisatorisch zu den USA gehört, und am Freitag hatten wir frei, also genießen wir derzeit ein langes Wochenende. Martin darf heute endlich wieder tauchen gehen, erst zum zweiten Mal, seit wir hier sind. Er ist mit Sam’s Tours unterwegs, zum ersten Mal. Der Laden ist sehr beliebt bei den „Zuagrasten“, den „Foreigners“, also den ausländischen Dauergästen auf der Insel. Unsere sehr nette Nachbarin Roni aus Israel arbeitet da, und sie hat Martin auf die Schnelle heute früh auf ein Boot mit drei Tauchgängen gebucht. Es ist wie daheim – wenn man wen kennt, gehts leichter. Ich glaube, heute geht’s für Martin endlich zum Blue Hole, dem wohl berühmtesten Divespot Palaus.

Man könnte auf den Tauchbooten prinzipiell auch als Nichttaucher mitfahren, aber es gilt noch zu klären, was das kosten darf/soll/kann. Bei Neco Marine sagten sie, Nichttaucher können mitfahren und auch schnorcheln gehen, wenn am Boot noch Platz ist; bei Sam’s meinten sie heute, schnorcheln wär nicht möglich, Mitfahren aber schon, das koste 75$ für „Locals“, also Nicht-Touristen. Das ist ein bisschen happig angesichts der 70$, die Martin für seine zwei regulären Tauchgänge als Local zahlt.

Aber ich hätte das heute sowieso nicht geschafft – die SMS, dass er mitfahren kann, kam um zehn vor acht, da waren wir noch reichlich verknittert und frei von Frühstück, und um 8:30 musste er spätestens dort sein; ein bisschen Fahrt dorthin muss man auch einplanen. (Sam’s ist auf Melekeok, einer Insel am anderen Ende der Stadt Koror, 15 Minuten fährt man da hin schon, wenn’s sich nicht staut. Ja, Stau! Das gibts hier, und zwar mitunter heftig, weil es nur eine Hauptstraße gibt – an Wochentagen, morgens um halb acht, ist es mehr Stop als Go, während einem die Sonne selbst frühmorgens gnadenlos ihre volle Power auf den Pelz brennt.)

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Völlig fertig

Heute waren wir zu einer „Ngasech“ eingeladen, das ist eine Mutterschaftsfeier für eine Frau, die ihr erstes Kind geboren hat. Ich sollte dort nicht nur erscheinen, sondern auch fotografieren.
Einen ausführlichen Bericht dazu schreib ich später, morgen, irgendwann – ich sag nur eins: Es war outdoor, es war unfassbar heiß und noch unfassbarer laut. Die Boxen, aus denen die Live-Musik kam, waren strategisch unentrinnbar platziert. Wir maßen mit dem Eierfon 117 dB. Ich wusste nicht, ob mich erst der Hitzschlag oder der Gehörsturz ereilen wird.

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Neue Lage

Meine Füße sind meine Körperklima-Regulatoren. Wenn mir kalt ist, hilft es dem ganzen Körper, meine Füße zu wärmen. Wenn mir heiß ist, etwa nachts im Bett, strecke ich die Füße unter der Decke hervor; manchmal auch nur einen oder einen halben nackten Fuß, während der andere Fuß unter der Decke bleibt und oft sogar noch zur Hälfte in einem Socken steckt. Die Hüfte und das freiliegende Ohr hingegen müssen selbst bei größter Hitze zugedeckt sein.

Hier auf der Insel sind nicht nur die Sterne in einer anderen Position. Ich selbst verbringe einige Phasen jedes Tages auf dem Rücken mit den Füßen an der Wand, neuerdings in nassen Socken. Und das, obwohl es meinen Kopf und Hals furchtbar zum Pochen bringt. Seit der ersten Minute auf der Insel sind nämlich meine Füße geschwollen. Und das schon in der „guten“ Zyklusphase!

Meine Vorfreude auf eifrige prämenstruelle Wasserretention hält sich daher noch stärker in Grenzen als sonst. Ich fürchte, ich werde aussehen wie ein Barbapapa – nur mit deutlich weniger Gestaltungsspielraum.

Unser Auto versucht mir ja nach Kräften bei der Fußkühlung behilflich zu sein – in jeder Rechtskurve tropft mir eiskaltes Wasser aus der Klimaanlage auf den Gasfuß – was, wenn man sich nicht so absolut unter Kontrolle hätte, tatsächlich für eine sehr spontane Entwässerung sorgen würde.

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Alles noch dran

Der Taifun ist vorbei, wir leben noch. Ein paar Bäume sind umgefallen, ein Vordach ist davongeflogen, viele Palmwedel und -nüsse liegen herum, aber sonst sind hier im Institut nur kleinere Schäden entstanden. Viele Mitarbeiter sind aber heute nicht da, meine Kollegin Ines etwa sucht noch ihr Dach, und auch die Häuser einiger anderer Mitarbeiter hat es schwer getroffen. Es kommt nur darauf an, auf der richtigen Seite zu wohnen. Die heftigste Phase des Taifuns war in der Nacht auf Donnerstag, da gings ordentlich zur Sache; fotografieren war aber naturgemäß schwierig. *)

Ein Stromkabel hat’s auch zerfetzt, daher hatten wir auch ziemlich lange keinen Strom und damit auch kein WLAN. Der Generator für das Aquarium lief aber, und dank Security-Benson/Morton waren wir via Verlängerung daran angeschlossen, also hatten wir zumindest Licht und einen Ventilator.

Mein Original-Bio-Franzi-Digital-Reisewecker/Thermometer/Stoppuhr/Uhr ist leider draufgegangen, den hat der Regen voll erwischt.

*) Selbst wenn ich ein Foto davon hätte – das WLAN ist dermaßen lahm, dass ich es ohnehin nicht hochladen kann. Ich wollte zwei Bilder der Schäden hier dazupinnen, aber der Upload funktioniert leider nicht.

EDIT Stunden später: Die Foto-Uploads sind geglückt – mit viel Geduld, und, damit das WLAN auch reicht, mit Notebook hin- und hertragen wie man es mit einem Baby macht, das nicht einschlafen kann.

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Es war einmal ein Vormittag

Was ich heute vormittag eigentlich wollte: Sonne für Gartenarbeit nutzen, Wäsche aus dem Trockner holen, äußeren Eingangsbereich mittels Staubsauger von Laub und Ahornsamen befreien, mein Auto, vulgo „Dosenfriedhof“, innen staubsaugen. Daher war ich schon früh auf.

Während ich noch beim Frühstück bin, klingelt es. Der Hund bellt so unbremsbar, dass ich an der Gegensprechanlage kaum was verstehe, also öffne ich dem Herrn mal das obere Tor. Als ich runterkomme vor meine Eingangstür, beginnt der Mensch gerade, mit Mutter L zu sprechen, die alte Frau mit dem Wohnrecht in unserem Haus, von der ich gerne behaupte, dass wir sie mit dem Haus mitgekauft haben. Er sucht den Wasserzähler. Ich nicke ihr zu, dass sie wieder reingehen kann. Gemeinsam finden der Wassermann und ich den Schacht oben, jenseits der Abfahrt, am Eingangstor, und er bewirft mich mit Zählernummern und -ständen. Beim Hinunterschauen lese ich „kobeeR“ auf meinem Schlafshirt. Er hat seines richtigrum an, es steht „EVN“ drauf.

Als wir wieder vom Zählerschacht hinunterkommen zu meinem Eingangsbereich, schwimmen hier gelbliche Flüssigkeiten auf den Fliesen rum, die da gerade eben noch nicht rumschwammen. Fragende Blicke tauschen den Besitzer, dann ist der Wassermann auch schon weg. Hat etwa Mutter L hier vorhin etwas verloren?

Egal, der Schlauch muss her. Ich befreie den Schlauchwagen von Blättern, ziehe den Schlauch aus und schlauche alles fort Richtung Abfluss; dabei achte ich darauf, dass das Laub und die Ahornsamen nicht feucht werden, sonst muss ich später kehren statt staubsaugen. Und nasses Laub von Fliesen kehren gehört bei mir nicht zu den Siegesanwärtern für die perfekte Beschäftigung im Leben.

Jetzt muss ich meine Socken wechseln. Crocs und Gartenschläuche sind zwar aus demselben Material, aber davon abgesehen haben sie nicht viel Kompatibilität. Zumindest dann nicht, wenn man Socken anhat.

Die Betreuerin der Frau L guckt aus der Tür und fragt nach Kohle. Äh, die Heizung geht doch, oder? Nein, Kohletabletten will sie, die Frau L hat nämlich Durchfall.
Ich versuche, mir nicht zu überlegen, was ich da gerade von den Fliesen geschlaucht habe, und lenke mich ab mit dem Suchen, Finden und Runterbringen von Carbo Medicinalis. Hernach muss ich die Betreuerin wortreich davon überzeugen, dass sie mir nicht für einen Streifen Kohle eine ganze Packung zurückkaufen muss.

Aber jetzt wechsle ich meine So-… Das Telefon klingelt. Es liegt noch oben im Wohnzimmer, bei meinem verlassenen Frühstück. Ich hechte hinauf, komme aber die berühmte Sekunde zu spät. Also Rückruf, falscher Abheber – der richtige telefoniert vermutlich gerade mit meiner Mobilbox – und Warteschleife, damit die Firma WWLA mich schließlich wissen lässt, dass die bestellten Thermostatköpfe da sind. Danke. Wiederhören.

Ich wechsle endlich meine Socken. Der Rest vom Frühstück ist mittlerweile nur noch kalt zu genießen. Es ist gerade noch Zeit, den Teller in den Geschirrspüler zu lassen und den Hund in den Garten zu räumen, und ich will mein T-Shirt umdrehen, da klingelt es schon wieder. Über die eher hoch angebrachte Kamera an der Gegensprechanlage hält mir eine eher kleine Frau ihre Nasenlöcher entgegen. „Wir besuchen Menschen, um über die Bibel zu sprechen und was sie uns geben kann!“ Gut, dass der Hund diesmal schon draußen im Garten bellt und nicht mehr neben mir, sodass ich vernehmbar antworten kann: „Wir können über Zeit sprechen und wer sie uns geben kann. Wenn ich mal Zeit hab.“

Ich will das alles sofort bloggen. Aber mein Browser reagiert auf keinerlei Adresseingabe. Überhaupt ist mein Windows insofern recht geistesabwesend, als es mich nichtmal einen Task-Manager starten lässt. Auch der Neustart zieht sich dahin wie heißer Klebepistolenkleber.

Mittlerweile ist es 11:20. Ich habe alle Jalousien geschlossen und die Gegensprechanlage ausgeschaltet. Als nächstes versuche ich jetzt, den Wäschetrockner auszuräumen.