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Von Trauer und Traurigkeit

So viel los, so viel Arbeit, so viel junger Hund, so wenig Zeit. Immer wieder plötzlich ein wenig Blut an den Fingern, Fräulein Hund verliert ihre Milchzähne. Sie hat allerlei Ideen, was man zum Spielen benutzen könnte. Gestern hat sie einen Teppichrest auf tausend kleine Wuzerln zerlegt. In diesem Moment fischt sie ein Pflanzsubstrat-Steinchen aus einem meiner Blumentöpfe und kaut krachend darauf herum. Einer der unteren Reißzähne ist schon ganz locker, sitzt aber an der Basis noch fest im Zahnfleisch. Sie würde alles probieren. Den anderen unteren Reißzahn hat sie vorgestern ausgespuckt.

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Sonst wird’s der Teufel holen!

Werbung mit Angstmache, sogar im Folder des Bestatters des Österreichischen Tierschutzvereins. Kotzen möcht ich!

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Diesen Folder bekommt man vom Tierarzt in die Hand gedrückt, nachdem der Hund eingeschläfert wurde. Da ist man als Tierbesitzer genau in der richtigen Stimmung, so einen Absatz zu lesen.

Was nun dem TSV wichtiger ist – Feingefühl zeigen oder Umsatz generieren – das ist hier augenscheinlich nicht die Frage. „Eine Horrorvorstellung für alle Tierfreunde“ – nein, wirklich!? Bewusstsein dürfte also vorhanden sein. Wäre die Wahl auf Feingefühl gefallen, hätt’s eine weniger detailreiche Schilderung wohl auch getan.

Widerlich!

Das habe ich auch auf Twitter gepostet:

[Eintrag vorübergehend nach vorne geholt]

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Viel Spaß beim Suchen!

Sehr geehrter Herr 88.6 der Musiksender!

Gestern vormittag werde ich von einem eurer Mitarbeiter angerufen (Tom?), der behauptet, ich hätte mir bei euch einen bestimmten Song gewünscht (Mike & The Mechanics – All I need is a miracle). Ich teile ihm wahrheitsgemäß mit, das sei mir neu, und dass ich lediglich vor ein paar Wochen auf eurer Website das Ranking der besten 80er-Songs ausgefüllt habe. Das irritiert den Anrufer nicht im geringsten, stattdessen will er wissen, ob ich was dagegen hätte, wenn ihr ihn mir trotzdem spielt, diesen Song. Der ist nun aber wirklich nicht so selten im Radio zu hören, dass man verzweifelt, eigens und telefonisch jemanden überrumpeln müsste, der sich den dann wünscht. Weswegen ich ihm einen anderen 80er-Song vorschlage, der tatsächlich nie im Radio gespielt wird (Mike Oldfield – Pictures in the Dark).

Doch euer Redaktions-Tom beharrt darauf, dass ich mir den ungewünschten Song wünschen soll, und bittet mich obendrein freilich, für eine Aufzeichnung ein paar Worte über meinen vermeintlichen Wunsch zu sagen, der dann am Samstag erfüllt werde. Der Tom ist nett und jovial, und ich bin erst vor 10 Minuten aufgestanden und etwas wirr im Kopf, was ich ihm nicht verschweige – und was außerdem dazu führt, dass ich tatsächlich wie jeder beliebige Trottel das geforderte Sprücherl aufsage. Und auch noch weitere Fragen zu den 80ern im Allgemeinen und meiner – übrigens eher kargen – Erinnerung daran im Speziellen beantworte. Dass das gar nicht mein Wunsch ist und auch nie war, kommt dabei offenbar nur mir grotesk vor. Wenn ihr keine andere Musik spielen wollt als die, die ihr ohnehin bereits ausgesucht habt, und dann noch jemandem aufschwatzt, dass er sich die jetzt wünschen soll, dann hat sich die Bedeutung des Wortes „Hörerwunsch“ seit meinem letzten Hinschauen aber erstaunlich stark verändert.

Den restlichen Tag lang ärgere ich mich darüber, dass ich nicht ausgeschlafen genug war, euch die Meinung zu geigen. Die fehlende Irritation eures Tom lässt die Deutung zu, dass das nicht sein erster Überrumpelungsanruf in dieser Woche war. Die Methode mag euch ja ungemein pfiffig vorkommen, aber es ist nicht sonderlich redlich, die die Auskunftswilligkeit bei Online-Umfragen zu benutzen, um arglosen, unausgeschlafenen Hörern eine Stimmaufnahme für Un-Wünsche aus den Rippen zu leiern, nur um zu ein paar Einspielern zu kommen.

(Die, nebenbei bemerkt, sowieso kein Mensch im Radio hören will. „Ich bin die Nina, und ich höre Dingsbumsradio“? Man will ja auch nicht wissen, was fremde Leute sonst so tun, hören, kaufen. Oder essen. „I bin da Pepi aus Hernois, und ich tunk jedes einzelne Würschtel nur in Original Mautner Markhof Estragon-Senf aus der Silbertube!“ Will man das wissen? Nein. Allen Instagram-Essenspostings und TV-Werbespots zum Trotze, man will es eben nicht wissen! Auf einem Radiosender, den man sowieso schon hört, mit Werbung für ebenjenen Radiosender bestrahlt zu werden, kommt der Peinigung gleich, sich beim kika, wo man sich bereits höchstpersönlich und kaufwillig eingefunden hat, aus den Lautsprechern mit kika-Werbung beschallen lassen zu müssen. „Zefix, i bin ja eh scho da“, will man euch da zurufen, „oiso spüts wos Gscheits und lassts mi in Ruah.“)

Allzu scharfsinnig waren meine Statements zu den 80ern ohnehin nicht (siehe unter „noch nicht richtig wach“), da habt ihr bestimmt schon geistreichere eingesammelt – aber um die gehts mir gar nicht. Ich möchte jedoch nicht als methodisch erschlichener Hörerwunsch in eurer Sendung herhalten und widerrufe daher hiermit meine Zustimmung, dieses mein Un-Wunsch-Gsatzl auszustrahlen.

Beste Grüße,
Susanne Gritsch • https://etosha.weblog.co.at

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Aber aber… Wie gehts denn dem Hunzi?

Viele haben mir erzählt, dass sie hier mit mir geweint haben, als es Cindy so schlecht ging und ich zu weit weg war, um etwas unternehmen zu können. Danke dafür. Nicht dass Tränen an sich etwas an der Welt ändern würden, aber sie zeigen, dass wir Menschen nicht nur diese rohe, zerstörerische Spezies sind, die ein Leben mehr oder weniger so oft nicht zu kümmern scheint.

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Wieder zuhaus, wieder zuhaus

… und schwer beschäftigt. Das Hundi ist wohlauf, kann aber noch schlecht aufstehen und muss in jedem zweiten Moment mit einem anderen Medikament versorgt und über Stufen getragen werden. Tausend Dank an meine liebe Mama, die, nachdem sie dem Lumpi sowieso drei Monate und drei Wochen Kost und Logis gegeben hatte, sich ganze Nächte und wohl auch Tage damit um die Ohren geschlagen hat, Cindy zum Arzt zu bringen, sie zu verbinden, zu versorgen, zu füttern, zu hätscheln, sich um sie zu kümmern. Und das rührend, nicht nur irgendwie, schnell-schnell und so halbwegs.

Wir wurden am Flughafen von einem achtköpfigen Empfangskommittee erwartet, das mit einem superbunten Willkommenstransparent und einem minderjährigen Neffen ausgerüstet war, außerdem wartete im Auto meiner Freundin ein Geschenkkorb mit herrlich frischem Obst und Gemüse – Mango, Erdbeeren, Paprika, verpasste Silvester-Fischerln, ein Glücksschweindi, ein Wochenplaner. Wunderschön war das!

Es war gar nicht so schlimm kalt, zum Glück hatte es +10°, aber davor, in diversen Flugzeugen, haben wir mitunter ziemlich gefroren. Dafür hatten wir auf den zwei langen Flügen von Koror nach Seoul (5h) und von Seoul nach Frankfurt (11h) eine Dreier-Sitzreihe zu zweit zur Verfügung, sodass wir unsere knick- und beugfreudigen Gliedmaßen in mehr als nur eine Richtung strecken konnten und uns mit drei Polstern und drei Decken der Marke Asiana bequemisieren konnten. Wir hatten auch nicht viel Wartezeit zwischen den Flügen. Das machte die Heimreise so angenehm wie es ging.

Der Jetlag ist da (offensichtlich, sonst wäre ich um 1:45 längst im Bett), ich bin unkonzentriert und kann mit meinem Bewusstsein kaum einen Gedanken bis zu seinem Ende begleiten, meine Hungeranfälle sind unberechenbar – aber es wird sich schon einpendeln. Gebt mir noch ein bisschen Zeit, um alle Anrufe zu beantworten und meine Arbeit wieder aufzunehmen.

Wir kämpfen gerade mit dem Chaos, die Auspackerei und Wegräumerei ist mühsam und recht endlos. Gestern und heute waren auch noch allerlei Eltern bzw. ein Geschwist zu Gast, denen wir wohl eher schlechte als rechte Gastgeber waren. Meine Schwiegermutter hat vorgekocht und vorgebacken, sodass wir uns ums Essen nicht kümmern mussten, und sie hat auch den Kühlschrank gefüllt. Auch dafür herzlichen Dank!

Ein weiterer Grund, warum ich noch auf bin, ist der Genuss, den schnelles Internet darstellen kann, wenn man vier Monate lang das Internet mit einem Flashdrive in der Hand zu Fuß überholt hat. Es ist einfach herrlich – man klickt, und es passiert tatsächlich was! Bilder erscheinen! Funktionen werden ausgeführt! Und es werden Mails gecheckt – gleichzeitig! Es ist wie in einem Science-Fiction-Film, der die Zukunft in schillernden Farben malt. Man kann gar nicht aufhören.

Ähnlich schillernd war das Einkaufserlebnis heute am Nachmittag. Gemüse! Obst! Laktosefreie Produkte! Palau ist ein Paradies, in gewisser Weise. Das stellte ich fest, nachdem ich über all das hinweggekommen war, was man dort nicht oder nur in unzureichender Qualität kaufen kann. Unser Zuhause ist auch ein Paradies. Keine türkisen Buchten, die Luftfeuchtigkeit lässt meine Nasenlöcher vertrocknen, aber es ist ein Paradies, ganz eindeutig.

Weitere Gschichtln und Fotos folgen!

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Weit weg von Cindy

Meine Augen sind heute sehr verquollen. Ich meine sehr, sehr, mit Tränensäcken und allem. Dabei sind da gar keine Tränen mehr drin. Alles gestern ausgeweint. Mein Hund! Meine Mama schickt mir am Freitagmorgen dieses E-Mail, in dem steht, dass es Cindy in den letzten Tagen nicht mehr so gut ging. Ging! Sie schreibt „ging“, und ich glaube, jetzt ist alles vorbei, sie haben sie einschläfern lassen, und sie schreibt mir das Geschehene erst in der letzten Palau-Woche, auf Raten, damit ich nicht die ganze Zeit über traurig sein muss. Oder Cindy lebt noch, aber es geht sich nimmer aus, ich seh meinen Hund nicht mehr, wenn ich heimkomme. Wegen einer einzigen Woche! Ein paar beschissenen Tagen!

Das Geschwür, das Cindy am Bauch hat, ist viel größer geworden und schließlich durch die Haut gebrochen. Es blutet. Die Tierärztin, meine Tierärztin, die Cindy und mich seit Ewigkeiten kennt, die ich sehr mag und schätze, gibt nur Silberspray und Käspappeltee. Meine Mama bindet eine Windel um Cindys Bauch. Cindy will nicht aufstehen, nicht trinken. Und ich sitze hier und kann absolut nichts tun als eben das: hier sitzen.

Daheim könnte ich vielleicht auch nicht mehr tun. Doch mein Hund hat meine Anwesenheit seit Monaten nicht gespürt. Sie muss glauben, ich wollte sie nicht mehr und hab sie verlassen. Sie muss glauben, ich liebe sie nicht mehr. Sie muss glauben, wenn selbst jetzt, wo es ihr so schlecht geht, keiner von uns beiden kommt, dann wird nie wieder jemand kommen. Was für ein Alptraum. Ich liege heulend in meinem Bett und ziehe die Decke an mich, stelle mir vor, sie läge bei mir, ich könnte sie festhalten und meine Nase in dem weichen Fell an ihrem Kopf vergraben.

Als es mir schlecht ging, vor Jahren, als ich über Monate, Jahre, solche Schmerzen hatte, ohne Diagnose und ohne Hoffnung auf diese besondere Heilungsfähigkeit des Menschen, wo man einfach schlafen geht, und am nächsten Morgen ist alles wieder gut – da war sie da. Sie war meine Therapie. Ich wachte eines Morgens auf und wusste, ich will einen Hund. Martin hielt das für verrückt, ich konnte kaum aufstehen oder rausgehen, war depressiv und insgesamt einfach „nicht in der Verfassung“. Trotzdem wollte ich es, ich wusste, das tut mir gut, wir hatten immer Hunde, als ich ein Kind war.

Ich sah mir einige Welpen an, bevor ich sie fand. Sie raste auf mich zu in der kleinen Korneuburger Wohnung, in der ich sie zum ersten Mal sah, ein schwarzes Energiebündel, das mir sein rotes Quietschtier vor die Füße warf und gleich in die andere Richtung losstartete, noch bevor ich es aufheben und werfen konnte. Ich wusste es sofort.

Wir hatten es nicht leicht mit dem Sauberwerden in der kleinen Wohnung im dritten Altbaustockwerk, es ist dort schwieriger, einem Hund beizubringen, wo er darf – vor der Wohnungstür? Auf den Stufen? Aber sie checkte es so schnell. Und dann nahm ich sie mit nach Mauerbach, zum Hundeverein, wir machten den Welpenkurs und Begleithunde I, bei Regen und Sonnenschein und Schnee stapften wir durch den Wald zu der kleinen Lichtung, von der das Gebell kam. Es half mir. Ich ging wieder raus, unter Leute, und ich hatte Gesellschaft, wenn Martin arbeiten ging. Ich war nicht mehr allein.

Sie ist jetzt natürlich nicht allein. Aber ich bin nicht bei ihr. Jetzt, wo sie mich braucht, bin ich am anderen Ende der Welt, mit einem Flugticket für nächsten Freitag, das nicht umbuchbar ist.

Ich heule andauernd, ich will mit Mama telefonieren, ich will meinen Flug umbuchen, aber daheim ist jetzt Nacht. Wir sollen Roni und Naor und Yeong Shyan zum Mittagessen im „Taj“ treffen, als kleine Abschiedsfeier für uns. Martin findet, ich sollte mitgehen, mich ablenken. Ich will nicht, aber ich gehe, mit Sonnenbrille, obwohl es regnet. Als wir weggehen, sitzt draußen vor unserem Apartment an der Wand ein grimmiges, riesiges Insekt, schwarz, mit langen Fühlern.

Sie trösten mich und umarmen mich. Wir bekommen zwei Foto-Postkarten von Yeong Shyan, eine für jeden von uns, süße selbstgemachte Karten mit einem wunderschönen Dankeschöntext hinten drauf, der von Freundschaft spricht, von Dankbarkeit für Ermutigung und fürs Zuhören. Und später sagt sie, wenn es dir so viel bedeutet, dann buch doch einen früheren Flug. „There are some things money can’t buy.“

Daheim ist jetzt früher Morgen, hier ist es Nachmittag. Das Kreditkartentelefon im Eingang des Instituts funktioniert nicht, und bis das Internet für Skype halbwegs brauchbar ist, sind es noch zwei lange Stunden. Ich wandere im PICRC hin und her, rede mit ein paar Leuten, warte, warte, warte. Ich schicke meiner Mama eine Nachricht auf WhatsApp, aber keine Antwort. Sie schläft sicher noch. Martin erreicht seine Mutter auf Skype und bittet sie, meine Mutter anzurufen und zu bitten, ihr Skype einzuschalten.

Endlich können wir mit Mama reden, sie erzählt nochmal alles und wirkt recht hoffnungslos. Dann weinen wir beide. Martin ermutigt sie, noch einen anderen Tierarzt nach Einschätzung und Möglichkeiten zu befragen, Mama sagt, ich dachte, du vertraust deiner Tierärztin, drum vertraute ich ihr auch. Dann fahren wir einkaufen, ich frage Martin nach einem neuen Flugticket, er sagt, dazu müssten wir jetzt nochmal zurück zu PICRCs Internet. Es ist spät. Er fährt in die andere Richtung, zu unserer Wohnung.

Ich will ein neues Flugticket. Martin sagt, diese Tausender stecken wir doch lieber in die Behandlungskosten, wenn wir wieder zurück sind. Ich sage, was ist, wenn sie tot ist, wenn wir zurück sind? Wieviel wäre so ein Flugticket dann wert gewesen? Wieviel würdest du dann bezahlen, um sie nochmal zu sehen? Selbst wenn du dann zehn Tausender auf den Tisch blätterst, das macht sie nicht mehr lebendig. Das ganze Geld ist dann einen Dreck wert.

Die Sache mit der Tierärztin meines Vertrauens bringt mich aber zum Nachdenken. Sie weiß genau, dass ich im Ausland bin und meinen Hund lebend vorfinden will, wenn ich zurückkomme. Und es stimmt, ich vertraue ihr. Also ist sie entweder total verrückt geworden mit dem Silberspray und ihrem Scheiß Käspappeltee – oder es ist nicht ganz so schlimm wie wir befürchten. Ich will ein Mail an meine Tierärztin schicken, sie fragen, wie es steht, irgendwie war keine richtige Prognose dabei bei dem, was Mama erzählt hat.

Aber das sowieso schon karge Internet über den Hotspot in der Nähe unserer Wohnung funktioniert jetzt gar nicht, „Unidentifiziertes Netzwerk“, die Login-Seite des Hotspotbetreibers lässt sich nicht laden, es regnet immer noch, das ist keine gute Voraussetzung für die Hotspots hier. Das macht mich noch verzweifelter, ich würde am liebsten meinen Computer mit einem Urschrei über den Zaun werfen und mich gleich hinterher – und dann hole ich tief Luft, will nicht mehr das Opfer all dieser beschissenen Umstände sein.

Wir fahren nochmal zurück zu PICRCs Internet, ich schicke das Mail an die Tierärztin und bitte um schnelle Antwort. Dann bitte ich Martin nochmal, sich beim Reisebüro nach Flug-Umbuchungen mit Aufzahlung zu erkundigen. Es gibt tatsächlich einen früheren Flug, am Montag, und umbuchen kann man gegen 75$ Gebühr und den jeweiligen Aufpreis auf das Ticket. Die Kommunikation mit dem Reisebüro ist zäh, sie schreiben immer nur „vorbehaltlich Verfügbarkeit zum Buchungszeitpunkt“, aber wie ebendiese Verfügbarkeit aussieht, das sagen sie nicht. Nur dass sie in wenigen Stunden fürs Wochenende schließen, wir aber am Wochenende über die Hotline in Amsterdam umbuchen könnten. Gut zu wissen, aber blöd, so ohne funktionierendes Telefon. Es ist halb zehn abends.

Wir wissen nichts und wollen schon heimfahren, meine verheulten Augen wollen Schlaf, aber schließlich kommt doch noch Antwort von der Tierärztin. Sie schreibt, ich solle mich beruhigen, der Tumor sei durch die Haut gebrochen, aber davon stirbt Cindy nicht. Das Silberspray soll eine Infektion verhindern, aber diese eine Woche sei für Cindy gar kein Problem.

Wir fahren nach Hause. Dort wo das grimmige Insekt saß, sitzt jetzt ein Schmetterling. Ein dunkler Falter, dem vom linken Flügel ein Stück fehlt. Ich fliege also nicht am Montag allein nach Hause. Ich warte auf den Heimflug am Freitag wie geplant. „Leg dich unter eine Palme und genieß den Sonnenschein“, schrieb mir eine Freundin auf Facebook. Die Sonne scheint nicht, aber ich versuche jetzt, mich zu entspannen. Meine Augen sind heute sehr verquollen. Ich meine sehr, sehr.

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Die Bonusspur

Um zu unserem Guten-Morgen-Faktotum zu gelangen, müssen wir auf Korors Hauptstraße. Auf dieser Hauptstraße gibt es drei Spuren. Erstmal außen eine Spur für jede Fahrtrichtung, klar. Und dann gibt es die Mittelspur. Diese steht den Linksabbiegern zur Verfügung, und zwar jenen aus beiden Richtungen. Aber die Mittelspur kann noch mehr! Wenn es sich morgens staut (und das tut es zuverlässig, weil es eben nur diese eine Hauptstraße gibt und kaum Schleichwege rundherum), dann wird die Spur ab halb acht zur Bonusspur für die Fahrtrichtung Malakal. Das ist auch die Richtung, in die wir morgens fahren. Die „Vorzugsrichtung“ darf also zwei Spuren benutzen, die andere Richtung nur noch eine. Weiterlesen

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Web mir einen Vogel!

I MADE this one with MY OWN hands, folks! (plus 15 more!) #soproud #palau

Tweet von @Et0sha

ICH habe diesen Vogel EIGENHÄNDIG gemacht! Und noch 15 weitere, zum Üben. Und ich habe es drei weiteren Menschen beigebracht. Und das war nur der Nachmittag!

Morgen (Samstagabend) ist hier im PICRC großes Jubiläums-Galadiner (13.Jahrestag), und alle sind heute damit beschäftigt, Deko herzustellen und Tische hin- und herzutragen. Morgen wirds vermutlich noch einen Tick hektischer.

Und am Samstag früh fahren wir mit unseren Nachbarn und deren Freunden für drei Tage auf die Insel Peleliu, WWII-Plätze fotografieren, Insel erkunden, tauchen. Hier in der Pfanne wirds also kurzzeitig still, aber keine Sorge, am Mittwoch bin ich dann wieder da. Hoffentlich nicht mit allzuvielen Fotos im Gepäck – mein Computer meldete bereits gestern „Festplatte voll, bitte löschen Sie Daten“. Hab ein bissl zu viel fotografiert in letzter Zeit. Und zu wenig alte Fotos nach Extern verschoben, weil zu wenig Kategorisierungsarbeit erledigt.
Außerdem muss ich heut noch Wäsche waschen und alles mögliche Zeugs fürs lange Wochenende packen, wobei ich aber morgen zum Diner meine Kamera noch brauche. Wenn mir also noch schnell ein paar Arme wachsen könnten, wär’s gar nicht unpraktisch.

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Kayak Day

Am Sonntag war ich auf einem Kajak-Ausflug, während Martin seinen dritten Tauchtag hier genießen durfte. Obwohl ich nicht ganz fit war wegen Schulterschmerzen und meines Ellbogens, hielt ich es für eine gute Idee, den Rest des langen Wochenendes sinnvoll zu nutzen – am Samstag war ja sowieso nur Wäsche und Schreiben angesagt.

Die Kajaktour wird von einem Guide von Sam’s Tours namens Jayden geleitet, gemeinsam mit einem Bootsmann und vier polnischen Engländern, die hier auf Urlaub sind, gehts Richtung Rock Islands. Einer der Engländerpolen heißt Albert und wird vom Guide abwechselnd mit Talbot, Alfred oder Malfoy angesprochen. Es sind grün-gelbe und gelb-rote Kajaks an Bord, und dann noch ein violettes. Dreimal dürft ihr raten, für wen das ist! Von den Männern wollte es jedenfalls keiner, El Reisehase und ich haben uns hingegen gefreut. So unterschiedlich sind die Menschen (und die Hasen!)

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