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Warnhinweis

Die EG-Gesundheitsminister warnen vor dem Vorstellungsgespräch in der Firma D.:
Der Chef hier fügt Ihnen und den Menschen
in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.
Er verursacht Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Zudem lässt er mit seinen dummdreisten Äußerungen Ihre Haut altern.
Fangen Sie gar nicht erst an!

Wie so oft fällt mir die passende Antwort erst Tage später ein. In diesem Fall sind es eher Wochen. Monate! Aber erst Tage, seit wir wieder mal darüber gesprochen haben.

Wenn einen Mitarbeiter, zufällig Raucher, in einem Alter von 32 Jahren in einer Firma mit extrem menschenfeindlichem Klima der Herzinfarkt(!) ereilt hat, seine Frau später seine Sachen aus ebendieser Firma holt, und jener Chef, der dort täglich bei allen Mitarbeitern für heftige Blutdruck- und Aggressionsschübe sorgt, dieser Frau wie einer kranken Kuh vorliest, was auf der Zigarettenpackung steht, dann kann man das trotzdem nicht unwidersprochen stehenlassen.

(Keine Sorge – der betroffene Mitarbeiter lebt noch. Aber er arbeitet jetzt woanders.)

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Und dein Tag?

Wind Kopfweh Kopfweh Kopfweh Kopfweh Wind Kopfweh Ziffern so winzig Kopfweh Wind Kopfweh Konzentrier dich Kopfweh Telefon Kopfweh Mail beantworten Kopfweh Wind Display so hell Kopfweh Wind Kopfweh Kopfweh Wind Hunger Wind Grant Wind Kopfweh Kopfweh Kopfweh Wind Kopfweh Licht so hell Kopfweh Kopfweh Kopfweh Schläfchen Kopfweh Telefon Wind Kopfweh Kopfweh Kopfweh ——-sleep mode———

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Mitternachtsimbiss

Unlängst, kurz vor dem Einschlafen, fühlt meine Nase sich plötzlich seltsam undurchlässig für Luft an, und in meinem Hals kratzt es. Also beschließe ich, nochmal aufzustehen und Spülflüssigkeit für eine einzuwerfende Vitamin-C-Tablette herbeizuholen, damit das Vitamin über Nacht seine bewährte Wirkung entfalten kann.
Wieder im Bett, der Angetraute schlummert offensichtlich schon selig, klemme ich in gewohnter Manier die Kapsel zwischen meine Vorderzähne, während ich den Flaschenverschluss aufschraube. Kurz darauf ersticke ich fast an diesem Maulvoll Tablettenwasser, weil aus der Dunkelheit plötzlich von rechts eine bekannte Stimme fragt:
‘Na? Noch Hunger?’

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Mein Mann sagt…

Am Feiertag bin ich ein Weilchen mit meinem Notebook im Werkzimmer verschwunden, um eine ältere Komposition, auch ‘Nummer‘ genannt, neu aufzunehmen und einzusingen; eine, die wir zwar mit der Band gespielt haben, an der aber immer neu rumgefeilt wurde, ohne dass sie mich in irgendeiner Version je zufriedengestellt hätte. Auch diesmal nicht.

Später finde ich mich im Wintergarten zu einer Art ‘finaler Rauchpause’ ein, ebenso wie der Angetraute, der auch gerade irgendetwas finalisiert hat. Dabei entspinnt sich ein kurzer Dialog:

M: Na?
E: Pfff… manche Nummern san afoch a Drama.
M: Mhm. Zum Beischbü Siemadreißg.
E: Oda Ochtafuchzg.
M: Kennt scho waana, waunn i’s nua hea.

Fazit: Verständnis für die Sorgen des anderen sind in einer langjährigen Beziehung das Um und Auf.

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Plagegeister

Mich hats ja diebisch gefreut, dass v!agra-pills.dia.blogspot.com nicht mehr online war, und das bereits einen Tag, nachdem ich Meldung gemacht hatte. Spam ist in seiner Fülle und Menge schon so eine Zumutung, da braucht’s ganz bestimmt keine Spam-Blogs.

Zuletzt stand da: ‘Dieses Blog verstößt gegen die Nutzungsbedingungen von Blogger und ist nur für Autoren zugänglich. Wenn Sie ein Autor dieses Blogs sind, teilen Sie uns mit, mit wem wir das Vergnügen haben. Anmelden:…’
Danke für die prompte Reaktion, blogger.com.

Doch was muss ich heute sehen? Das Ding ist schon wieder online! Und bewirft meine Pfanne mit eingehenden Links. *soifz*

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Machen Sie eine typische Handbewegung

Ich arbeite viel zu oft an meinem privaten Notebook. Wie sonst ließe es sich erklären, dass ich an mindestens einem von zwei Wochentagen, die ich extern im Büro verbringe, nach getaner Arbeit und Shutdown des Rechners die rechte Hand anhebe, um den auf dem Schreibtisch stehenden Flachbildschirm nach vorne zu klappen?

Irgendwann fällt’s mir nicht mehr rechtzeitig auf, das seh ich schon kommen.

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Vorsichtige Freude

Es wirkt – und ich schreibe das ganz leise und behutsam – als würde die Pfanne wieder funktionieren. Ein paar Dinge sind zwar recht merkwürdig, vor allem im Innenleben von WordPress, aber ich vermute, da hat jemand ein Update gemacht.
Es darf also wieder, bitte ebenso vorsichtig, versucht werden, Kommentare zu posten. Und ich entschuldige mich bei allen für die bestimmt bemerkten Aus- und eventuell aufgetretenen Tobsuchtsanfälle. Ich konnte euch die Malfunction leider nicht so recht kundtun, weil ich wegen der Serverprobleme selbst nur in Ausnahmefällen irgendetwas posten konnte.

Ist noch jemand hi-hier?

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Inkonsequenz und rechtliche Konsequenzen

Gerade setze ich geistig zu einem wohlformulierten Schreiben an den Fertiglaberllieferanten Nr. 1 im Ösiland an, weil ich mich zum x-ten Mal ärgere über

  • a-tens: Die ebenso gedankenlose wie beharrliche Angewohnheit des Drive-In-Schalters, mir in meinen papierenen Junkfood-Sack genau eine Serviette zu geben, nämlich jene, mit der die Pommes eingewickelt sind. Diese Serviette ist einer späteren bestimmungsgemäßen Verwendung von Natur aus abhold. Nicht dass ich die perfekt wasser- und saucenabweisenden Servietten dieses Restaurants zu meiner Nummer Eins in Sachen Mäulchen- und Pfotenreinigung erklärt hätte, aber sie sind immer noch besser als gar keine.
  • b-tens: Die schon sprichwörtliche Diskrepanz zwischen dem anschmachtungswürdigen Sollzustand des Produktes (as seen there) und dem jämmerlichen Istzustand, as seen here:
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Über diese Diskrepanz wundert sich wohl kein Mensch mehr wirklich, aber ich persönlich möchte bei aller Bescheidenheit bitte Tomate und Salat in meinem Laberl haben, wo doch Tomate und Salat sogar Namensbestandteil des Produktes sind, wenn auch in verschleiernder Initialform (“TS”).
Was ich nicht möchte, ist Stückchen von Fitzelchen von der Tomatenoberseite mit der Stielvertiefung, und ich möchte auch nicht elf Stück durchscheinende, labbrige Salatstreifen, deren Identität ich nur daran erkenne, dass sie weder Zwiebelstücke noch Tomaten sind. Das wäre dann nämlich ein Burger namens ‘SVFVTOS(mdSV)&11DLS’. Und den hab ich, trotz gelegentlicher geistiger Verwirrung, sicher nicht bestellt.

Im Begriff, meinem Ärger Luft zu machen, durchforste ich die entsprechende Website und finde in den dortigen Website-Bedingungen natürlich in erster Linie Copyright-Hinweise in nicht unerheblicher Anzahl sowie die vollmundige Ankündigung von einschränkungslosem Durchsetzen des Schutzes der eigenen Schutzrechte.

Darüber hinaus jedoch steht im Punkt III./4. ein Absatz, den hier exakt wiederzugeben mir laut diesen Bedingungen ebenfalls nicht gestattet ist, der aber im Großen und Ganzen besagt, dass erstens alles, was ich an den Schachtelwirt leichten Sinnes maile oder ihm gutmütigerweise sonstwie mitteile, nicht vertraulich behandelt wird; so weit, so unspektaktulär.
Bemerkenswerterweise steht da aber auch, dass biddezwotens der Inhalt solcher Mitteilungen ratzfatz zum geistigen Eigentum des Empfängers wird. Das betrifft auch Ideen, Konzepte, etc., die mit diesen Nachrichten daherkommen. Der Empfänger darf sich sodann in uneingeschränkter Weise an meiner spontanen Weisheitseruption ergötzen, indem er sie vervielfältigt, veröffentlicht, wiedergibt oder bereitstellt, oder auf ihrer Basis Produkte entwickelt, herstellt oder vertreibt, oder was ihm sonst noch dazu einfällt.

Das erregt mein missfälliges Erstaunen samt entsprechender augenbraueninvolvierender Mimik. Dagegen waren die Alchimisten oder gar der alte Zeus himself hinsichtlich ihrer Transmutations- respektive Verwandlungskünste wohl jeweils so verschwindend klein wie eine Blähung extra corporis in einem baumbestandenen Landstriche.

Da überleg ich mir das mit dem Absetzen eines wohlformulierten Schreibens doch nochmal. Call me old-fashioned, aber ich bevorzuge, mein geistiges Eigentum generell und soweit möglich eher in meinem Besitz und Eigentum zu bewahren, wenn es auch nur um einen mehr oder weniger geschliffenen Text geht.

Wenn es allerdings per se eine Idee oder ein Konzept darstellt, den Gast etwas in seiner Futterschachtel vorfinden zu lassen, das in Form und Gestalt völlig überraschend eine entfernte bis verblüffende Ähnlichkeit hat mit jenem Abbild, das dem Gast zuvor von 1a-Foodstylisten, Fotografen und Werbegenies zum Zwecke der Schmackhaftmachung präsentiert wurde, und wenn ich weiters diese meine Idee ihm (dem Restaurant zum goldenen Bogen) jetzt absichtlich nicht übermittle, kann ich dann im (zugegebenermaßen unwahrscheinlichen) Fall, dass sie sie (die Idee) in ferner Zukunft tatsächlich umsetzen, ein (saftiges) Konzepthonorar einklagen?

Vermutlich kennen die bekannt emsigen Werbefritzen dieses Konzept zwar ohnehin bereits, wenn auch nur in der Theorie. Trotzdem werde ich mich hüten, an die angegebene InfoÄT-Adresse auch nur ein Satzzeichen meiner epochalen Schreibkreativität zu schicken.

Rechtlich ist man dort offenbar ganz auf der sicheren Seite, steht doch im Absatz 1 des gleichen Punktes, der Websitebetreiber könne nicht zusichern, dass das auf seiner Website angezeigte Material nicht die Rechte Dritter verletze.

Schon klar, wer sich den lieben langen Tag um seine eigenen Rechte kümmern und Konzepte, Ideen, Verfahren und Know-how Dritter einsacken muss, kann nicht auch noch die Wahrung der Rechte anderer zusichern. Wäre ja auch wirklich ein bisschen viel verlangt.

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Rain

Ich habe einen Schub. Heißt, meinem Körper geht’s überwiegend beschissen. Dabei sah alles so gut aus. Die höchst private Physiotherapie mit meiner lieben Freundin K. schien die erste wirkliche Erleichterung seit langem zu bringen. Eines Morgens taten mir sogar beide Schultern nicht weh, einfach so! Zumindest in der entspannten Ruhestellung – was viel bedeutsamer ist, als du vermuten würdest, waren zuvor doch die misslichen Empfindungen in meinen Schultern nur in einer unentspannten Schonhaltung halbwegs kontrollierbar gewesen.

Es war jedoch so trügerisch wie eh und je – mein Zustand war einfach über den Sommer besser geworden. Nicht, dass die Schmerzen je völlig aufgehört hätten in den letzten neun Jahren. Aber sie waren doch diesen ganzen Sommer lang recht schläfrig. Ließen sich auch durch Schlaf wieder beruhigen, waren sie doch einmal aufgerüttelt worden. Auch das war nicht immer selbstverständlich, und jetzt ist es das auch nicht mehr. Nach ausreichend Schlaf völlig gerädert aufzuwachen ist für dich vielleicht ein gelegentliches Ärgernis oder gar ein Ausnahmefall – für mich ist es eine tägliche Erfahrung.

Zuerst kam der Ausschlag an den Händen und Füßen. Ich schob es auf die Chemikalien im Pool.
Dann kamen die Schmerzen. Zaghaft erst, kniffen sie mal hier und stachen mal dort zu. Nicht, dass ich an irgendeinem Tag in den letzten Wochen sagen hätte können, Scheiße, heute gehts mir aber echt wesentlich dreckiger als gestern. Aber solche perfiden Tage, die sich ein paar Wochen lang, einer nach dem anderen, mit einer beinah unmerklichen Verschlechterung heranstehlen, die reichen völlig aus, um einen Zustand herzustellen, der mit Lebensqualität nur noch ganz entfernt zu tun hat.

Im Sommer konnte ich ohne für meine Verhältnisse nennenswerte Schmerzen meine Kamera durch die Stadt tragen. Jetzt kann ich nichtmal einen Teller aus dem Schrank nehmen, ohne dabei vor Schmerz zu fluchen. Meine Arme lassen sich kaum heben, beim naiven Versuch schießen Dolche jäh durch meine Schultern. An meinem Brustbein sind unsichtbare Krabben am Werk, die meine Knorpel anzwacken und immer wieder ihre spitzen Waffen in meine Knochen bohren, bis nach hinten zu einem meiner Brustwirbel, auf den ständig mit einem Baseballschläger eingedroschen wird. In meinen Handgelenken und Knien werden Sehnen und Nerven ausgewunden, das Toben darin kann einen wahnsinnig machen. Mein Herz stolpert ständig – vielleicht über Krabbenbeine?
Meine Füße sind morgens oder nach längerem Sitzen so schwach und steif, dass ich kaum darauf stehen kann. Stehe oder gehe ich dann endlich, dann knirscht Sand im Getriebe der linken Hüfte. Tage mit Kopfschmerzen sind mittlerweile häufiger als solche ohne. Jedes Drehen des Kopfes ist begleitet von einem ziehenden Schmerz vom Nacken bis zwischen die Schulterblätter.

Ich kann mich kaum konzentrieren, und das nicht mal vor Schmerzen – denn es ist in der Tat unfassbar, woran man sich alles gewöhnen kann – sondern aus einem undefinierbaren Krankheits-Zusatzbonus heraus, der die Welt hinter diffusen Nebeln verbirgt und sie zum Schwanken bringt. Selbst meine eigenen Gedankengänge verbergen sich vor mir, und sogar wenn ich sie aufschreibe, weiß ich im nächsten Moment einfach nicht mehr, was ich gerade noch gedacht habe. Ich finde die Worte nicht, egal ob ich gerade schreibe oder spreche, und wenn, gehen sie frustrierend knapp oder sogar erschreckend weit am Wesentlichen vorbei. Ordentlich statt akribisch. Oder aber Kindergarten statt Wintergarten.
Ich will mir die Zähne putzen und lande in der Küche. Ich unterbreche mein Tun irgendwo und starre einfach ins Leere.

Ich bin maßlos genervt, jedes Geräusch, jeder Lichtschein ist mir zu viel, jede Antwort oder Erklärung zu mühsam, jeglicher Handgriff oder Anruf, jedes einzelne Lächeln, erfordert mein erneutes Aufraffen mit aller Kraft.
Es entsteht eine gewaltige innere Leere, in der ich mich selbst kaum wiederzufinden vermag.

Einschlafen dauert seine Zeit. Nicht nur die Schmerzkaskaden, auch jene der Gedanken plätschern dann lauter – und beide drehen sich im Kreis. Da capo al fine.
Die verzweifelte Suche nach einem Ausweg hat sich schon lange verselbständigt und stand auf Abruf bereit, sich wieder vor jener undurchdringlichen Wand weiter und weiter zu tasten mit rastlosen, zerschundenen Händen. Die Zweifel am eigenen Durchhaltevermögen, die Angst, dass jenes meines Mannes schwinden könnte; sie kommen gemeinsam mit einer dunklen, erdrückenden Gewissheit, dass ich wohl nie wieder in meinem Leben einen völlig schmerzfreien Tag erleben werde. Und aus Erfahrung schwebt ein Bewusstsein über allem: Es geht noch schlimmer, als es jetzt ist. Sollte ich nicht froh sein?

Es ist wieder kalt geworden, und es regnet.
To you it’s just summer’s ending. To me it’s rain in the cup of my life.

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Die Freiheit nehm ich mir

Geht soeben über das Kontaktformular an die Betreiber der Freenet-Community:

Ich selbst bin kein Mitglied der Freenet-Community. Über Counterfunktionen habe ich aber festgestellt, dass der Benutzer tontechniker67 in seinem Profil unter ‘Homepage’ die URL meines Weblogs verwendet. Da man dort mit ein bisschen Grips relativ schnell feststellt, dass es sich um eine Frau handelt, die auf dieser Adresse bloggt, hätte mich nur interessiert, wie er sich das so vorgestellt hat mit der falschen Identität – so schmeichelhaft das auch für mich sein mag.

Lieben Gruß aus NÖ,
Etosha