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Wichtige Information für Smartphone-Benutzer

Auf der Rückseite eurer smarten Handys steht etwas geschrieben. Ihr selbst könnt es höchstens auf den Handyrücken anderer erkennen.
Für euer Gegenüber, den Mensch also, der sich gerade noch mitten im persönlichen Gespräch mit euch wähnte, ist es überaus leicht zu entziffern.
Da steht in fetten Lettern:
„ICH SCHEISS AUF DICH UND DEINE GESELLSCHAFT.“

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Kicher kicher lach lach

Gestern eine Wuchtel aus dem Wuchtelarchiv (die mit dem ‚Cnouch kotzen‘) meiner Mutter erzählt, worauf sie sich veranlasst sah, einer spontanen Laune folgend ihren Apfelsaft quer über den Tisch zu prusten. Im Restaurant.

Überhaupt waren es ein paar lustige Stunden, die wir gemeinsam verbrachten. Wir haben Tränen gelacht, unter anderem wieder mal über die Radiopannen – und über das da:

Und über dieses hier:

Und das da von Erhardt, „frei nach Johann Sebastian Goethe“, gnihi. (Siehe zweiter Abschnitt!)

Und über alles andere lachten wir eigentlich auch. Das war viel besser als arbeiten. Ich brauchte diese Pause dringend. Der Entspannungswert eines solchen verlachten Nachmittags ist ungemein hoch!

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Lehrreich

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich;
So hab ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

(Wilhelm Busch)

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Heul!!

Die Website der ifta, der Internationalen Tierregistrierung, ist eine Frechheit. Ja, das Tier mit dieser Transpondernummer ist registriert. Für die Weitermeldung an die Ösi-Behörden gibts ein Webformular, dieses sagt aber nach Eingabe aller Daten (Führerscheinnummer, Geburtsdaten, etc pp), das Tier sei bereits registriert (i.e. ‚weitergemeldet‘, würd ich da annehmen, befinde ich mich doch in einem Weitermeldungsformular).

Um die zugehörige Adresse zu sehen, vielleicht haben die ja noch die alte, und deswegen findet die Gemeinde uns nicht in der Datenbank, müsste man sich als Benutzer registrieren (Vermutung meinerseits, dass man sich dann die registrierte Adresse anschauen könnte). Man landet aber bei der Benutzeranmeldung sogleich in einer Sackgasse aus unleserlichen Captchas ohne Ersatz-Captcha, und ohne Reload-Möglichkeit des Formulars, die Sackgasse endet bei den Mülltonnen und Graffitis: „Keine Berechtigung – haben Sie den Back-Button Ihres Browsers benutzt?“ JAAA, war ja die einzige Möglichkeit, ihr Vögel.

Also werd ich dann doch morgen den Gang auf die Gemeinde antreten, die in einem freundlichen Schreiben samt Strafandrohung behauptet, mein Tier wäre nicht registriert. *seufz* Hab ja eh sonst nix zu tun.

(Gerade hab ich ein Deja-vu. Ich hab das nämlich vor zwei Jahren schonmal probiert, gute Bürgerin, die ich bin; mit ähnlichem Erfolg. Dann die Tierärztin befragt, die abgewunken hat und meinte, ich solle warten, ob die Gemeinde was will.)

EDIT: Ich muss der Fairness halber allerdings einräumen, dass die Mitarbeiter der ifta überaus firm sind. Eine Nachricht über das dortige Kontaktformular, und zwei Antworten später war die Weitermeldung erledigt, und das an einem Sonntag – und kostenlos. Die Unklarheiten in diesem Zusammenhang konnte man mir zwar nicht so ganz erhellen, und zu Beginn klang alles ein bisschen nach ‚Dialog mit kranker Kuh‘, aber man bemüht sich augenscheinlich um pragmatische Problemlösung und nimmt Service am Kunden ernst. Find ich gut.

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Mal politisch, ausnahmsweise

Wenn man sich mit Politik beschäftigt, der Politik, die nach außen hin, dem Bürger ins Gesicht, gemacht wird, stellt man bald ein paar Dinge fest, die sich immer wiederholen. Vor den Wahlen schreiben sich die Parteien allerlei Errungenschaften auf die Fahnen, die sich mit ihren tatsächlichen Leistungen nicht so recht decken oder gar welche, gegen die sie noch vor ein paar Monaten im Parlament gestimmt haben. Es gilt das Motto: Schuld sind immer die anderen, und das waren sie auch in dieser Angelegenheit. Das tun sie völlig ungeniert, als hielten sie uns für blöd und unsere Gedächtnisleistung für eine, die jener einer gewöhnlichen Stubenfliege nicht unähnlich ist.

Nach den Wahlen sind sie wieder genauso kleingeistig, konservativ und verhandlungsunwillig wie vorher, und besonders erlahmt wirkt jener, der den begehrtesten aller Sitzplätze erjagt hat: Den Kanzlersessel. Das Möbel muss ja so unfassbar bequem sein. Nicht, dass man darin eine Macht besäße, die man tatsächlich zu nutzen plant. Es ist offenbar mehr das Sitzen an sich.

Dann kommt eine Steuerreform. Es werden Steuern abgeschafft, dass man denken könnte, wir würden im Geld schwimmen, und Absetzbeträge und Freibeträge aus dem Hut gezaubert, die jede Steuererklärung noch ein bisschen aufregender machen – anstatt frühere Beschränkungen in Absetzbarkeiten mal wieder aufzuheben und das zu vereinfachen, was schon vor Jahrzehnten zu kompliziert war und seither nicht eben besser wurde. Es sollen ja die Formulare nicht leerer werden und die Steuerberater sich nicht langweilen. Außerdem will die Wirtschaft zur Investition stimuliert und die Kinderkrieger belohnt werden.

Und dann passiert es, plötzlich und zur kolossalen Verblüffung aller: Es geht am Arsch die Haut net zsamm, und zwar hinten und vorne gleichermaßen, und das meine ich rein finanziell. Seit Neuerem wird diese Tatsache hilfsbereiterweise auch von außen in Form von diversen AA-Kriterien taxiert. Unglücklicherweise wird ein Sparpaket nötig. Nicht das erste in der Republik, und ganz bestimmt auch nicht das letzte. Wir wollen uns die nächste Reform ja auch noch leisten können.

Daher werden die zuvor abgeschafften Steuern wieder eingeführt, oder es wird lange darüber diskutiert, ob und wie man das könnte, Dinge, die schon tausendmal diskutiert wurden, für unser Geld Verhandlungsstundensätzen, wohlgemerkt. Oder noch besser, man denkt sich einfach ein paar neue Manöver aus, die den Menschen genau das aus der rechten Hosentasche ziehen, was man ihnen gerade erst in die linke gesteckt hat. Dazu behauptet man, Xy käme ganz bestimmt nicht, sodass das ahnungslose Bürgerohr sich schonmal an den Begriff Xy gewöhnen kann.

(Und nebenbei, um es hier mal ganz klar zu sagen, bei allem Verständnis für den Neid auf die „Besserverdiener“: Vermögensteuern besteuern Geld, das bereits versteuert ist. Wenn man gegen Schwarzgeldverdiener vorgehen will, muss man das anders anpacken: Erleichtern, wo Gewerbe-, Sozialversicherungs- und Steuerrecht einem Selbständigkeitswilligen die Zukunft verbauen, nicht hinterher Dinge besteuern, die man sich von bereits verdientem und (allenfalls) versteuertem Geld leisten konnte.)

Wird einem Politiker im TV eine Frage gestellt, dann antwortet er stets recht ausweichend und lenkt das Thema gar nicht unauffällig auf etwas völlig anderes, am liebsten auf das, was die gegnerische Partei sich an Unterlassungen geleistet hat und… siehe oben. Sieht man allzu oft bei solcherlei Befragung zu, führt das zu Aggressionsschüben oder Traurigkeit, und zum Gefühl, dass man als Bürger für die Wahrheit nicht für wertvoll genug gehalten wird. Vulgo: „Verarscht doch wen anderen, ihr Deppen, ich dreh jetzt ab.“

Für all diese Leistungen wird der Politiker fürstlich entlohnt und sieht daher keinen Grund, sich anständig zu benehmen in seinen Äußerungen und Behauptungen, oder gar selbst mal ein wenig zurückzustecken, was seine Bezüge oder Sonderleistungen betrifft. Oder sich einfach mal verständlich zu äußern und eine Frage direkt zu beantworten.

Sparen heißt in der Politik, mehr Geld hereinzuholen als vorher, das ist mit der überaus schwierigen Entscheidung verbunden, an welcher Stelle man sich am meisten unbeliebt machen möchte. Das ist nicht die wörtliche Bedeutung von Sparen, die uns beigebracht wurde. Für den Bürger heißt es vor allem, den Gürtel enger zu schnallen. Sparen ist, liebe Politiker, wenn ich weniger ausgebe und mir daraufhin Geld übrig bleibt, das ich in mannigfachen Sparformen oder kunterbunten Kopfkissenbezügen anlegen kann.

Nach einigen Jahren gibts dann – Achtung, völlig neue Strategie! – eine neue Steuerreform. Für alle Steuerzahler, die nicht gerade erst aus dem Ei geschlüpft sind, haben die angebotenen Zuckerln einen ungemein bitteren Nachgeschmack. Sich solchermaßen verarscht zu fühlen führt dann ganz natürlich dazu, dass man sich nicht mehr mit Politik beschäftigt. Ich persönlich bin nicht politikmüde. Ich bin tot.

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Freiheits-Fragen

Ich habe soeben eine Umfrage zum Thema Freiheit ins Netz gestellt. Das schließt an meinen Eintrag zum Thema Freiheit an. Die Antworten sollen auszugsweise in die dort erwähnte Ausstellung einfließen.

Bitte keine testweisen Aufrufe ohne ernsthafte Absichten, ich hab nur 25 freie Teilnehmer, danach wirds kostenpflichtig.
Wenn Ihr also gern ein paar Fragen frei beantwortet, bitte hier lang!

Bin schon sehr gespannt! Vielen Dank fürs Mitmachen!

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Weihnachtsschnorcheln in Ägypten (2)

Ich sah nachts die Sterne der südlicheren Gefilde, den Phoenix mit seinem Hauptstern Ankaa, und wie der Nachthimmel ohne Ursa major, die große Bärin, aussieht, die ja bei uns immer zu sehen ist, stattdessen mit einem kompletten großen Hund bestückt, der bei uns im Winter tief im Süden nur zum Teil auftaucht. Ich sah die Milchstraße so hell und schön wie schon lange nicht mehr. Und ich sah an zwei Abenden noch vor Einbruch der Dunkelheit Sternschnuppen über den blassblauen Himmel zischen.

Einen großen Raubvogel sah ich, einen, der am Meer lebt und jagt, weiß mit schwarzen Flügeln, großen Klauen und elegantem Flug. Einmal schaute ich ihm zu, als er lautlos über den Strand segelte. Ein andermal sah ich ihn ganz aus der Nähe, und er fühlte sich von mir zu Recht überhaupt nicht bedroht, wie er da auf einem ausgedienten Laternenmast saß und mit hellen, stechenden Augen den Strand und das Riff überblickte. Zu zweit nisten sie in einer dieser künstlichen Palmen, die, vom pfeifenden Wind über den Hotelmauern völlig ungebeugt, mit roten Lichtern von ihren Spitzen eine Warnung vor ihrer eigenen Höhe in die Gegend blinken.

Beim Rückflug sah ich, wie die Sichel des zunehmenden Mondes Venus den Rücken zukehrte, in einem Meer aus rotem Licht, das der verschwundenen Sonne nacheilte, so prächtig und leuchtend, wie nur echte Augen es wahrnehmen können. In der Dunkelheit sah ich Kairo und Alexandria friedfertig zu mir heraufleuchten. Ich sah viele kleine, kompakte Spinnweben aus Licht, die einzelne kleine Lichter über einen ihrer Stränge in ihre Eingeweide saugen und sie an anderen Ausläufern wieder in die Zwischenräume aus Nacht hinausspucken.

Ich sah vorm Wegfahren ein aufgeräumtes Haus. Viel Wäsche war noch gewaschen worden. Das Geschirr war gespült und weggeräumt. Der Kühlschrank war ausgemistet, damit da nichts wächst, wo nichts wachsen soll, und der Müll wurde selbstverständlich noch rausgebracht.
Angesichts des Obstmangels beim Urlaubsfrühstück wollte ich mir heute früh zum ersten Frühstück nach der Heimkehr ein Stück kühlschrankkalte Mango in der Mikrowelle ein bisschen anwärmen, zehn Sekunden, damit mir nicht die Zähne ausfallen. Hinter der Tür des Gerätes traf ich ein Schüsselchen mit einem Deckelchen an, das genauso überrascht war wie ich. Ich guckte hinein und sah wundersame Schimmelgewächse. Es handelte sich um ein Restchen vormaliger Baked Beans, das ich am Abreisetag zum Frühstück essen wollte, damit auch wirklich nichts übrig bleibt.
Das unbestimmte Gefühl, irgendwas Wichtiges vergessen zu haben, hatte ich beim Wegfahren übrigens nicht.

Inhaltsverzeichnis Ägypten 2011

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Weihnachtsschnorcheln in Ägypten (1)

„Ich habe gesehen – etwas.“ Ein Zitat aus dem PC-Spiel „Dark Project“, das mein Mann und ich seinerzeit gemeinsam zu spielen pflegten. Er lief, duckte sich, drückte sich im Schatten rum, und ich bediente die Waffen. Das war gute Arbeitsteilung, machte Spaß und war überaus sozial, gemessen am allgemeinen Sozialfaktor der Tätigkeit Gambling, der ja sonst eher ärmlich ausfällt, weil die Tätigkeit generell eher still und einsam vor sich geht, während der geliebte Partner, mit dem man ab und zu etwas Zeit verbringen sollte, ebenso still und einsam einfach irgendwas anderes macht.
Manchmal kommt mir dieser Satz in den Sinn. Eine der metallenen Wachen, die es im Spiel zu umgehen galt, ohne aufzufallen, sagte das oft, wenn man sich beziehungsweise den Helden zu sehr exponierte, auf sehr metallene, steife Art und Weise, wie Roboter eben so sind. „Ich habe gesehen – etwas.“

Ich habe auch etwas gesehen in der letzten Woche. Beim Hinflug sah ich den ehrwürdigen Nil und das Einzugsgebiet seiner Fruchtbarkeit, ich sah eine Wüste mit endlos leeren, gelben Händen nach dem grünen Luxor greifen. Die Häuser an der Flugbahn haben keine Dächer, nur Dachböden mit Tieren oder Un- und Hausrat. Davor finden sich allerlei Rechtecke im Sand, Lehmziegel werden dort getrocknet. Ich sah die ausladenden Hotelstrände von Hurghada, an denen man sicherlich, wenn man nur mal schnell zur Strandbar wollte, hinterher ein Weilchen suchen muss, um unter den hunderten Windschutzkojen jene wiederzufinden, in der sich der eigene Partner in der Sonne räkelt und nicht irgendein fremder sonnenmilchglänzender Mensch.

Ich sah Wasser bis zum Horizont, ägyptisches Wasser. Ich habe Fische gesehen, und zwar unglaublich viele. Schnorcheln im Roten Meer ist ja wie in einem Aquarium herumzuschwimmen. Da sieht man die exotischsten Fische, prächtig bunte Exemplare, von denen einer sogar nach Picasso benannt ist, und das völlig zu Recht; wild gemusterte oder zart gescheckte Fische, Fische in schreienden Signalfarben oder in Pastelltönen, mit senkrechten oder waagrechten Streifen, vielen farbigen wie auf einem Pyjama oder nur einem einzigen breiten Streifen in Kontrastfarbe, Fische mit wundersamen Funkeleffekten an den Flossen, Fische mit langen Nasen und kleinen Augen, Fische mit flachem Kopf und Glupschaugen, Fische mit Stirnfortsätzen, die sie wie Einhörner wirken lassen, gut getarnte Fische, die wie Steine aussehen, zutrauliche Fische und vorsichtige, große, friedliche und kleine, die finster entschlossen sind, ihre Koralle unter Einsatz ihres Lebens durch blitzartige Angriffe zu verteidigen.
Kürzer gesagt, ich habe Doktorfische gesehen, Drückerfische, Falterfische, Kaiserfische, Schnapper, Barsche, Feuerfische, einen Steinfisch und einen Drachenkopf, einen Barrakuda, einen rotierenden Schwarm Makrelen mit weit geöffneten Mäulern, die in der Sonne wild aufblitzten, Kalmare mit großen Augen (sie; ich aber auch), tausende junge Quallen und wohl ebensoviele Korallen und einen Oktopus in voller Aktion. Ich habe einen Putzerfisch beobachtet, wie er kurzzeitig zur Gänze in der Kieme eines Kugelfisches verschwand. Ich habe Krebse beobachtet und Schlangenseesterne und blaue, gelbe und grüne gewellte Muscheln, die sich schließen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Allein der Teil des Urlaubs, der unter Wasser stattfand, füllt schon eine halbe Seite, selbst wenn ich einfach nur aufzähle.

Ich habe aber auch anderes gesehen. Ich sah Mülldünen an Stränden, Plastikflaschen und -becher, Marmeladegläser und deren verrostende Deckel, Glasscherben, alte Taue, dick und dünn, Transportkisten und Elektrokästchen, Kabel und Drähte, Blechbüchsen, Schuhe, ja, sogar eine halbe Flasche Motoröl fischte ich aus dem seichten Wasser, um sie in einem Mülleimer zu versenken, dessen Inhalt vermutlich irgendwann erneut an einem anderen Strand landen wird.

Ich sah ein ganzes Hotel, das nur erbaut wurde, um es dem Verfall zu überlassen. Fehlgegangen im Plan, es ist ja gar kein Strand vorhanden, der Besitzer des Nachbarhotels will seinen Strand auch nicht teilen, wie sich zeigt, diese ohnehin schon sehr kleine Ecke zwischen den geschützten Riffen; daher kein Betrieb möglich. Ich sah ein gefliestes Badezimmer, dessen Kopie und deren Kopien in x-facher Ausfertigung, die allesamt nie benutzt wurden, Badewannen voller Sandstaub, immergleiche Balustradenbalkone an spiegelgleichen Zimmern, eines glatt, eines verkehrt – aneinandergereihte Gefüge von schlichter Leere, mit denen man zwei dreistöckige Blocks zu füllen vermochte. Zwischen ihnen, wo der Pool hinsollte, gähnt gelangweilt ein Loch im Sand, dahinter verwesen Sonnenschirmgerippe in Reih und Glied, ausladend wie Antennen zu nie eingetroffenen Touristenscharen. Laternen umrahmen weite Terrassen, die unbeleuchtet bleiben. Ich sah geschreinerte Schrankecken, Hammam-Nischen, gemauerte Bars mit eingebauter Spüle in einer Diskothek in Blau-Gelb-Rot. Ich sah eine Hotellobby mit einem Boden aus Sand, übersät mit tausenden Fußspuren, die hauptsächlich von Vogelfüßen stammen. Gut und ungestört kann man dort wohnen, als Taube. Niemand sonst wohnt dort. Auch die Meeresschildkröten müssen ihre Eier jetzt woanders legen. Das völlig unnötige Vorhandensein von Struktur. Ich habe gesehen – etwas.

(Fortsetzung folgt)

Inhaltsverzeichnis Ägypten 2011

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Wunschkonzert

Meine lieben Leser, die ihr doch immer mehr seid, als ich glaube!

Ich wünsche Euch von Herzen schöne Feiertage, lasst es Euch gutgehen, esst auf keinen Fall zu wenige Kekse, und lasst Euch nicht von familiären oder anderen Sonderbarkeiten ins Bockshorn jagen. Mögen die Tage langsam vergehen, wenns grad nett ist, und sich sputen, wenns grad nervt. Vor allem aber denkt daran, dass ihr es immer selbst in der Hand habt. Alles andere ist soo yesterday. ;) Atmet tief, seid einfach ihr selbst, und alles wird gut.

Ich freu mich auf ein neues Jahr mit Euch, mal fleißig, mal auf Sendepause, aber stets die Eure!

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