Friedhöfe

In letzter Zeit befasse ich mich viel mit Gräbern. Mit Grabsteinen vor allem. Nennt mich schräg, aber ich bin ja auch ein Stammbaumfreak – so kam ich auf der Suche nach Informationen über meinen Urgroßvater auf findagrave.com. Ja, was es alles gibt – das ist ein virtueller Ort, der reale Grabstellen widerspiegelt. Dort wiederum fragen Menschen nach Fotos von Gräbern (“photo request”), die für sie zu weit weg sind, als dass sie sie besuchen könnten. Also geht jemand hin, der näher dran ist – ein “photo volunteer”, zB ich. Findet die Anfrage, sucht das Grab und macht ein Foto, das er dann an der virtuellen Grabstelle online stellt. Die Leute dort freuen sich unheimlich, wenn jemand ihre Fotoanfrage erfüllt, und innerhalb kürzester Zeit hat man Antwort, Feedback, Nachfragen, Kontakt. Schön ist das.

Ich habe aber auch schon davor viel auf Friedhöfen fotografiert, einfach weil ich sie schön finde, beruhigend, kraftvoll. Mit Freunden oder alleine. Auf den verwilderten Friedhöfen, wie etwa in der Alten Israelitischen Abteilung beim Tor I des Zentralfriedhofes Wien, leben sogar Rehe und viele andere wilde Tiere. Vor allem die Rehe finde ich immer sehr tröstlich. Auch beim Tor IV in der Neuen Israelitischen Abteilung gibt es Rehe. Die schauen einen mit großen Rehaugen an, wenn man dort ästeknackend herumstapft, und die Kamera schaut zurück.

Daher gibt es hier heute eine Diashow mit einer Auswahl meiner Friedhofsfotos. Man muss ja nicht draufklicken. Man kann aber.

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. In Deiner Aufzählung findet sich gar nicht mein “Lieblingsfriedhof”? Der St. Marxer nämlich. Eigentlich ein Park, weil schon lange kein Friedhof mehr, aber seine Grabsteine bzw. das, was noch von ihnen übrig ist, sind schon beeindruckend – vor allem die Geschichten, die auf vielen von ihnen geschrieben stehen. Im 18. und 19. Jahrhundert war es offenbar üblich, alles zum Titel zu erheben. Wer schon keinen Adelstitel hatte, kein k.u.k-Hoflieferant oder zumindest irgendein Fabrikant war, sich nicht Realitätenbesitzer oder Hausinhaber nennen konnte, ließ zumindest seine Mitgliedschaft zu honoren Vereinen auf seinem Grabstein verewigen.

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  2. Ich hab zwar schon oft davon gehört, aber ich war da noch nie! Werde das heuer endlich mal nachholen. Danke für die Erinnerung!

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  3. mein “schönster” Friedhof ist ein Antipode: Atuona auf Hiva Oa (Marquesas), da ruhen Brel und Gauguin in einfachsten Gräbern…..etwas näher ist Pere Lachaise

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  4. der friedhof in hadersdorf ist zwar nix sensationelles, aber er hat eine schöne kleine jugendstil-kirche und bietet durch die hanglage einen hübschen blick aufs wiental.

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  5. Danke für die Erwähnungen und Empfehlungen, Ihr Lieben! Es freut mich, dass auch ihr die Ruhe und natürliche Schönheit zu schätzen wisst, und ich doch nicht so schräg bin.

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  6. … und ich empfehle den alten Friedhof in Cambridge! Generell is England supa, weil da kann man mitten in Friedhöfen einfach Picknick machen und in der Sonne liegen. Man kann über sie schimpfen, was man will, aber die Engländer wissen, wo man stimmungsvoll beinandsitzen kann :D.

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  7. GC wird geholt, sehr wohl, Martin.

    Hehe, Ceherl! Ich fand den in Edinburgh auch sehr schön. Picknick war da aber keine Option, im Dezember. ;)

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