Artikel

Feste feiern

Ach, was für ein wunderbar rauschendes Fest gestern! Viele liebe Freunde sind zu mir gekommen, obwohls geschneit hat wie aus Frau Holles Bettzeug. Ich hatte das Fest als „Resteaustrinkparty“ deklariert, weil von der Pyjamaparty vor einigen Wochen so viel Trinkbares übrig geblieben war. So mancher reagierte übertrieben, weil er nicht realisiert hatte, dass ich auch Geburtstag hab, und betrachtete es als besonderen Frevel, ohne Geschenk angetanzt zu sein. Aber ich hab die meiste und größte Freude an der simplen Anwesenheit meiner Lieben. Klar mag ich Geschenke, aber das Geschenke kriegen an sich ist mir an sich eh immer ein bisschen peinlich.
Es gab meine ziemlich berühmte Lasagne, die ich in mühevoller Kleinarbeit tags zuvor hergestellt hatte, und es wurde wie immer sehr brav gegessen. Mehr zur gar nicht so einfachen Prozedur des Aufwärmens gibts weiter unten.

Wir haben sehr viel gelernt. Zum Beispiel dass „Geh du amoll!“ einen auf der Gitarre spielbaren Imperativ darstellt, dass das wunderbare Wort EH durch nichts zu ersetzen ist (eh net!), dass Absagen per SMS eine echte Frechheit sind, dass Bügelhilfen auch als Sängerhochsitz zu gebrauchen sind, und dass manchmal doch genug Tequila da ist.

tequila PICT3043

Dass gemeinsames Musikmachen einfach leiwand ist, haben wir nicht gelernt – das wussten wir vorher schon!
Und schließlich wissen wir jetzt dank der zuverlässigen Stimme aus dem Hintergrund: Eierstockentzündung ist der Vorläufer von Vogelgrippe.
Darüber hinaus hatte ich doch immer schon Probleme mit Abschieden, so auch bei Festen. Wenn die Leute heimgehen, fällt das in meiner Welt unter ‚ganz falsch‘. Meine messerscharfe Analyse von ca. 5:15h lautet: Das Fest dauert deswegen so kurz, weil zur „Kernzeit“ nur zählt, was zwischen dem Eintrudeln des letzten Gastes und dem Nachhausegehen des ersten Gastes liegt. Nur in dieser Zeit dazwischen sind alle da. Nicht, dass die Zeit davor und danach nicht zählen würde, im Gegenteil, meistens ist das der Teil mit den intensivsten Gesprächen, oder dem intensivsten Flieger, oder beidem. So sind Übernachter die Rettung aus meiner Heimgehenistganzfalschnot!

Wenn auch einiges an Bewegung in so einer Party ist, jeder Gast hat so seinen wahrscheinlichen Aufenthaltsort und ist daher relativ leicht aufzufinden:

PICT3039

Heute mittag haben wir das Gelernte von gestern noch dadurch ergänzt, dass Formulierungen wie „das einzigste“ und „bestaussehendst“ der Steigerungsgruppe Hyperlativ zuzurechnen sind, und dass die Schneeverschiebungen auf unserem Wintergartendach optisch etwas von Schwangerschaftsstreifen haben.

Ich bedanke mich nochmal bei allen für ihr Erscheinen, ihre lieben Worte, fürs Musikmachen, für die – wie immer – wunderbare Torte, fürs Übernachten und gemeinsame Frühstücken, und für die ausgesprochen disziplinierte Mithilfe. Es blieb uns kaum Aufräumarbeit übrig… also jederzeit wieder! Es wären noch Reste da… :)

Wie’s mir heute geht?

DSC06304

Nachsatz: Mein mir rechtmäßig Zugemuteter hat meine Anweisung, für die Partygäste eine Aufwärm-Anleitung in der Küche zu drapieren, in der ihm eigenen Liebe zum Detail ausgeführt:

Weiterlesen

Artikel

Nehme alles zurück

Es ist mein Geburtstag, es ist noch nichtmal Mittag, und ich hatte bis jetzt fünf Anrufe, fünfzehn Geburtstagsmails, eine persönliche Gratulantin und eine SMS. In den letzten Tagen hatte ich aus weiß der Geier welchem Grund ein zwar nicht durchgehendes, aber wiederkehrendes Tief unter dem Titel ‚Keiner liebt mich’… woher sowas kommt, weiß ja niemand – mit der Realität hat es aber jedenfalls nichts zu tun, das weiß ich jetzt. Ich nehme also alles zurück und behaupte das Gegenteil!
Und ich hab mich beim Einkaufen vorhin selbst beschenkt, hab mir einen neuen Begleiter angeschafft, der ab sofort mein Leben (noch) etwas bunter machen wird:

Darf ich vorstellen: El Hase

DSC01784

Noch während ich telefonierte, brachte der Postbote mir zwei Pakete, eines aus Deutschland von einem sehr lieben Freund, eines aus Schottland von meiner (ebenso sehr lieben) Schwägerin.
Schon als ich die Überverpackung des Schottlandpäckchens gelöst hatte und ich die Aufschrift auf dem Geschenkpapier sah, wusste ich, was da nur drin sein kann! *straaahl* Wir hatten Neujahr in Edinburgh bei meiner Schwägerin verbracht, und ich wollte mir so gerne eine solche ‚echt keltische‘ Kette kaufen, die mit den schönen Anhängern, die ich da gesehen hatte. Aber irgendwie kam es einfach nicht dazu, ich fand den Laden nicht mehr, in dem ich sie gesehen hatte, und wir hatten am letzten Tag einfach kein Glück, ich hatte wilde Zahnschmerzen, und ‚tosha kriegte ihre Kette nicht. :B Aber thanks to the Aufmerksamkeit, die nicht ausschließlich, aber insbesondere Frauen häufig an den day legen, wenns um wishes geht, hab ich soeben dieses hier ausgepackt, juchuuu!

PICT2804

Aus Deutschland kam ein süßer Brief mit ebensolcher Karte sowie eine CD, alles in gewohnt professionell-liebevollem Design. Die CD trifft haargenau meinen Geschmack – ich steh seit dem ersten Ton im Genuss! :)

PICT2805

Die Frau auf der CD heißt Nerina Pallot und ist irgendwo angesiedelt zwischen Natalie Imbruglia, Fiona Apple, auch ein bisschen Avril Lavigne hör ich manchmal… tolle Songs, ob langsam oder schnell, wunderschön gesungen und bestimmt wieder eine neue Herausforderung für meine Stimmbänder. Die CD hat auch schon das Auspacken des Schottlandpäckchens begleitet, jedoch musste aus dramaturgischen Gründen die Erwähnung erst hier stattfinden, denn: Auch der Hase findet die Musik echt klasse, schon bei der ersten Nummer hat er begonnen, die Löffel zu schwingen:

KA_tanz

BIG THANKS TO EVERYONE!

Artikel

Mi grande amiguita

This morning I got an email from my friend Laura who lives in Monterrey, Mexico, and I found out she has a fotoblog online, in which she dedicated a site to me in January. She’s been a friend for years. Though we never met, we kept writing drawn-out mails to each other, her mails always being filled with positive thoughts and wonderful sentences in spanish. It all began at a time when I was on health 0 and pain 100. She started writing to me because of the simple fact that I mentioned Carlos Castaneda as a favourite author on my former band’s website.
It’s a loving connection, a strong connection we’re having. We even sang the exact same song one evening at the karaoke, not knowing the other one was out, too.
She dedicated me a prayer on her site. I’m not too religious, still I appreciate her thoughts and prayers very much. If prayers do help, then I’m sure Laurita did a lot for my health in the past few years.
Laurita, TQM! Thank you!

Artikel

Traumhafte Monologe

kryptik kurz nach sechs erinnerte mich daran, dass gar eigentümliche Sätze an das geistige Traumohr dringen können. Am sonderbarsten ist sowas, wenn man nach dem Erwachen das Gefühl hat, man hätte soeben die Weltformel so gut erklärt bekommen, dass man fortan nur noch erhobenen Hauptes und entspannter Miene durch die Straßen wandeln werde, weil völlig frei von jeglichem Unsicherheitsgefühl bezüglich des Lebenssinnes. Bei genauerem Besehen des Gehörten (?) stellt man aber leider fest, dass jemand gesagt hat: ‚Der Schalter ist geschlossen, kommen sie genau um 14 Uhr 28 wieder.‘ Oder eben, dass ‚das Negerfieber eingefroren wird‘.
Mir gegenüber erwähnte eine junge Frau unlängst die Tatsache, dass ‚der Typ gesagt hat, da sind Splinten drin, die man nur rausziehen braucht, dann kann man die Regale einzeln abmontieren.‘

Artikel

Danke für die Blumen!

Gestern, als ich ins Büro komme, steht auf meinem Tisch ein bombastischer Blumenstrauß! Man kanns eigentlich kaum ‚Strauß‘ nennen, es ist wie das Ding aus einer anderen Welt. Meine Chefin liebe Kollegin (Frau vom Chef ;) weiß, dass ich an meinem Geburtstag nicht zu arbeiten pflege… und diesmal auch am Tag davor nicht. Also hat sie mir schon gestern dieses tolle Gewächs hingestellt, weiters einen Geburtstagskuchen mit selbstgespratzter Aufschrift und mit im wahrsten Sinne des Wortes zuckersüßen Elfen obendrauf, und mit Mini-Milkyways rundherum. (Die tägliche Nervennahrung der Kundenabwehr. ;)
Natürlich musste die Blume heute gleich in die Sonne getragen und von allen Seiten fotografiert werden. Ein tolles Ding! Vielen Dank nochmal an S. und den beteiligten Rest der Truppe! :)

PICT2773 PICT2766 PICT2767 PICT2772

PICT2769 PICT2770 PICT2771 PICT2768

Artikel

Schuldgefühlrecycling

Ich habe ein Problem: die Sache mit dem Essen-Wegwerfen. Also Feldforschung – ich fragte erstmal meine Mutter, ob sie uns Kindern eingeimpft hätte, dass man keine Lebensmittel wegwirft. Sie glaubt nein. Aber ich weiß noch, dass sie uns zur Schnecke gemacht hat, wenn sie entdeckte, dass wir unser ungeliebtes Jausenbrot zu Hause in den Müll geworfen hatten. So kam es, dass wir es fortan am Heimweg von der Bushaltestelle entsorgten – in das Kornfeld am oberen Ende der Gasse, samt Alufolie. Guter Wurf!
Also muss ja doch was dran sein an der Impfung.
Heute lasse ich immer alles so lange im Kühlschrank, bis es ungenießbar ist. Danach ist wegwerfen legitim: kaputt. Etwas vorher schon wegzuwerfen, weil ich bereits weiß, dass ich es nicht essen werde – das kann ich nicht. Die armen äthiopischen Kinder, oder was weiß ich. Ich denke dann immer: Warum hast du das unbedingt kaufen müssen, wenn du es jetzt nicht isst? Zum Beispiel hat das arme Hühnchen sein Leben dafür gegeben, einen Menschen zu ernähren, und was machst du? Schmeißt es einfach in den Müll. Aber das Hühnchen ist bereits tot. Es war bereits tot, als ich es im Supermarkt vorfand. Hat sich nicht für mich schlachten lassen. Der Hühnerbauer hat sein Geld bekommen.
Als militanter Vegetarier könnte man doch auch Fleisch aufkaufen und dann wegwerfen. Damit niemand es isst.
Aber wie befreit man sich von solch geistigem Unrat? Er ändert ja nichts, außer die Schuldgefühlbilanz in meinem Kopf! Mein neuer Glaubenssatz lautet daher: „Ich habe dafür bezahlt, mit diesem Stück Fleisch zu machen, was immer mir gefällt.“

Artikel

Traumfänger

Viel Getextetes hat sich auf meiner Platte angesammelt, das ich jetzt kleinweise hier posten werde. Los gehts!

Ein Traumfänger kann jeder sein, der sich morgens im Bett von da nach dort wälzt, um doch noch einen Schnipsel dessen zu erhaschen, was sich eben noch in der ausklingenden REM-Phase in seinem Hirn ereignet hat. Darum geht es aber hier nicht.

Es geht um den Gegenstand Traumfänger, diese Dinger, kreisrund, aus Metall oder Holz, meist umwickelt mit Leder. In des Kreises Mitte befindet sich ein Webwerk, oft mit Perlen oder Edelsteinen verziert. Verschönerungshalber hängen auch oft noch Federn unten dran, das baumelt lustig, muss aber nicht sein.

Die Legende über die Entstehung des Traumfängers erzählt, eine Indianerin hatte ein Kind, das Nacht für Nacht von Alpträumen gequält wurde. Die Weisen im Dorf wussten keinen Rat mehr, außer den, die Indianerin zur Spinnenfrau zu schicken. Ob sie lange auf den Termin gewartet hat, und ob sie dafür eine Überweisung vom Hausarzt gebraucht hat, ist nicht überliefert, dafür aber der Rat, den die Indianerin von der Spinnenfrau erhalten hat: Sie solle einen dünnen Ast nehmen, diesen zum Kreis binden, und in seine Mitte ein kunstvolles Netz weben, eines, das jede Spinne stolz machen würde. In der Mitte des Netzes aber solle ein kleines Loch bleiben. Die guten Träume nämlich bewegen sich auf geraden Bahnen, und können so direkt durch das Loch im Netz hindurch, während schlechte Träume sich hastig spiralisierend durch die Gegend bewegen und sich so im Netz des Traumfängers verheddern. Es half, das Kind war wieder um sieben im Bett, und alle waren glücklich.

Traditionellerweise hängt man daher einen solchen Traumfänger, wenn man einen hat, über dem Bett auf.

Neuerdings sieht man Traumfänger auch an Rückspiegeln baumeln, große, oft sogar mehrteilige vorzugsweise in Trucks, angesichts derer ich mich schon oft gefragt habe, wieviel Sicht auf die Straße da noch übrig bleiben kann. Aber auch in einem Otto-Superverbraucher-Pkw hab ich einen im Kleinformat soeben gesichtet. Ich vermute, die Traumfänger hängen da, damit der Fahrer auch beim Sekundenschlaf vor Alpträumen geschützt ist.

Seite 24 von 24« Erste...10...2021222324