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Annäherung, ein Versuch

Dieser Artikel könnte sich für hetero-männliche Leser lohnen und zu mehr Mitgefühl und damit zu einer echten Annäherung an das weibliche Geschlecht führen – metaphorisch, und womöglich sogar buchstäblich. Doch ich sag’s vorweg: Der Text ist recht lang, und ich verlange euch an der einen oder anderen Stelle einen gewissen Schattensprung ab. Behaltet das im Hinterkopf und hört bitte nicht gleich zu lesen auf, wenn’s irgendwie unbequem wird.

Weibliche Leser finden sich vielleicht in Teilen darin wieder, womöglich gibt es Parallelen im Empfinden. Oder sogar Aha-Erlebnisse! All das würde mich sehr freuen, und ich würde gerne in den Kommentaren davon hören.

Diese eine Frau, über die ich am besten bescheidweiß, hat das Nachfolgende so erlebt, in verschiedenen Beziehungen mit verschiedenen Männern. Das heißt nicht, dass jede Frau es so empfindet, oder auch nur irgendeine andere Frau.

Ich erhebe damit keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit, Vollständigkeit, Perfektion oder gar wissenschaftliche Haltbarkeit.

Ich erhebe aber sehr wohl Anspruch auf eine konstruktive und respektvolle Diskussion. Ich habe mich – stellenweise ironisch, aber nie bösartig – um eine bedachte Formulierung bemüht, und erwarte dasselbe von euch. Versöhnlich, nicht polarisierend. Das hier ist ein privates Blog. Kommentare von ChauvinistInnen und anderen Deppen mit polemischen Scheinargumenten werden von mir gnadenlos ignoriert oder gelöscht, genau wie „Wer ist schuld und wer hat angefangen?“-Kommentare.

Ich hatte Abschnitte dieses Textes nun jahrelang in diversen Schubladen. Nach drölfzig Überarbeitungen wird er auch nicht mehr besser, daher nun raus damit!

Wer hier nichts über Beziehungen und Sex lesen möchte oder sich dafür nicht alt genug fühlt, muss diesen Tab jetzt leider schließen. Alle anderen können hier weiterlesen.

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Dein

dein möcht ich nicht sein
lieber mein eigenes mein
mit recht, fug und gefühl
bestimmen was ich will

nach langem, bangem zwang
ganz dein zu sein im sinn
kein drang von mir verlang
verlör sonst, wer ich bin

möchte mich gern behalten,
will lieber von mir geben
als genommen in gewalten
unbehagen überleben

deine seite, augenhöhe,
einfach, ganz und offen sein
tausche ferne gegen nähe
mein wird dann von selber dein

keine rechte, nur erlauben,
keine pflichten, sein lassen,
nur empfangen, nicht errauben,
vertrauen zu gezeiten fassen

ich bleibe lieber mein
und was du bist ist dein
im brennpunkt sammelt sich
das teilen zutraulich

#dein
Projekt *.txt
Was ist das?

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Bistro Poetry von damals – Neue Übersetzung

Ihr erinnert euch sicher nicht, dass ich anno 2006 ein formschönes und stabiles Mundart-Gedicht veröffentlichte, das ich für einen Wettbewerb namens „Bistro Poetry Contest“ geschrieben hatte.
Ich hatte es im Dialekt verfasst und dann auch noch nach Außerösisch übersetzt. Auch einen Podcast gab es dazu, man nötigte mich geradezu zur Klarstellung der korrekten Betonung und Aussprache des eigenwilligen Ösitanischen. Und das alles findet ihr in diesem alten Eintrag.

Nun gibt es dazu auch eine englische Übersetzung – und wieder habe ich eigens für einen Twitter-Freund geschrieben, nämlich den schrägen Vogel @dephunkt. Der wollte eine Demonstration meiner Mundart, und da fiel mir nur dieses Gedicht ein.

In den jeweils ersten beiden Zeilen wehrt das Gedicht sich hartnäckig gegen jeglichen Reim, wir haben aber ausgemacht, dass es zum Ende der Strophe hin jeweils klein beigeben muss:

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Bistro Poetry

EDITED – Audio und Übersetzungen – siehe weiter unten!


Amtlich is, dass Frauen si
mit Körperwärme schwera tan
Weu’s net so muskulös owara nie
vü klana wia die Männer san.

Wos dabei auf da Streckn bleibt?
Kakaosprudler sagn’s bei uns daham,
des san die Fiaß, wann’s net beleibt,
sondern gaunz dünne Haxn san.

So koide Frauenfiaß, de wandern
gern untern Schwarm sei Deckn.
Des soit an echten Mann auf der andern
Bettseitn owa net schrecken.

Damit’s nämlich die Liab ihrem Schwarm
net ungwollt on the rocks serviert,
schaut die Frau, dass’s Herzerl warm
bleibt, wanns aa sunst überoi friert.

Ermuntert von Merlix, hier also mein überaus österreichischer Beitrag für Sebas‘ Bistro Poetry Contest. Mal schaun, obs auch mim Ping klappt.


EDIT:
Jetzt auch als Audio online. :) Meine persönlichen Kistenmusiker spielen passend zur Wiener Mundart einen Walzer dazu.
(Sorry für die Rauschentfernungs-Artefakte auf der Stimme, war nicht zu vermeiden, ich hab hier dermaßen viel Rauschen, das ist nicht auszuhalten. Ich will mein Notebook zurück! *snüff*)

      Etoshas Gedicht in Mundart


EDIT2:
Hier die versprochene hochdeutsche Entsprechung, spaßeshalber:

Es hat die Wissenschaft fundiert,
dass Frauen mehr als Männer friert.
Denn ihnen fehlts an Muskelmasse,
die in den Körper Wärme lasse.

Drum finden wenig Wärmesegen
die Gliedmaßen, die weit entlegen,
eben weil sie von des Körpers Kerne
geschieden sind durch große Ferne.

Der durchgefrorene Frauenfuß,
der sich ja auch mal wärmen muß,
schlüpft dazu oft und gerne mal
ein wenig unter beim Gemahl.

Dies sollte der durchaus begrüßen,
denn dass ihr kalt ist in den Füßen
beweist – ihr Körper sorgt dafür:
es ist im Herzen warm bei ihr.


Aber der Fairness halber versuche ich auch noch, einzelne Worte aus dem Original zu übersetzen:

owara = aber auch
vü klana = viel kleiner
Haxn = Beine
aa= auch
Kakaosprudler = sagt man tatsächlich hierzulande, wenn jemand richtig dürre Beine hat, vielleicht, weil man damit tatsächlich den Kakao in einem Häferl (=große Tasse) durchsprudeln könnte.

Ansonsten sollte anhand der geschriebenen Version eigentlich alles verständlich sein.

EDIT3 (3/2015):
Ich habe jetzt auch eine englische Version gemacht, die findet ihr

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