Bistro Poetry

EDITED – Audio und Übersetzungen – siehe weiter unten!


Amtlich is, dass Frauen si
mit Körperwärme schwera tan
Weu’s net so muskulös owara nie
vü klana wia die Männer san.

Wos dabei auf da Streckn bleibt?
Kakaosprudler sagn’s bei uns daham,
des san die Fiaß, wann’s net beleibt,
sondern gaunz dünne Haxn san.

So koide Frauenfiaß, de wandern
gern untern Schwarm sei Deckn.
Des soit an echten Mann auf der andern
Bettseitn owa net schrecken.

Damit’s nämlich die Liab ihrem Schwarm
net ungwollt on the rocks serviert,
schaut die Frau, dass’s Herzerl warm
bleibt, wanns aa sunst überoi friert.

Ermuntert von Merlix, hier also mein überaus österreichischer Beitrag für Sebas‘ Bistro Poetry Contest. Mal schaun, obs auch mim Ping klappt.


EDIT:
Jetzt auch als Audio online. :) Meine persönlichen Kistenmusiker spielen passend zur Wiener Mundart einen Walzer dazu.
(Sorry für die Rauschentfernungs-Artefakte auf der Stimme, war nicht zu vermeiden, ich hab hier dermaßen viel Rauschen, das ist nicht auszuhalten. Ich will mein Notebook zurück! *snüff*)

      Etoshas Gedicht in Mundart


EDIT2:
Hier die versprochene hochdeutsche Entsprechung, spaßeshalber:

Es hat die Wissenschaft fundiert,
dass Frauen mehr als Männer friert.
Denn ihnen fehlts an Muskelmasse,
die in den Körper Wärme lasse.

Drum finden wenig Wärmesegen
die Gliedmaßen, die weit entlegen,
eben weil sie von des Körpers Kerne
geschieden sind durch große Ferne.

Der durchgefrorene Frauenfuß,
der sich ja auch mal wärmen muß,
schlüpft dazu oft und gerne mal
ein wenig unter beim Gemahl.

Dies sollte der durchaus begrüßen,
denn dass ihr kalt ist in den Füßen
beweist – ihr Körper sorgt dafür:
es ist im Herzen warm bei ihr.


Aber der Fairness halber versuche ich auch noch, einzelne Worte aus dem Original zu übersetzen:

owara = aber auch
vü klana = viel kleiner
Haxn = Beine
aa= auch
Kakaosprudler = sagt man tatsächlich hierzulande, wenn jemand richtig dürre Beine hat, vielleicht, weil man damit tatsächlich den Kakao in einem Häferl (=große Tasse) durchsprudeln könnte.

Ansonsten sollte anhand der geschriebenen Version eigentlich alles verständlich sein.

EDIT3 (3/2015):
Ich habe jetzt auch eine englische Version gemacht, die findet ihr

28 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich schließ mich an! Ich will auch hören!!!
    Es is halt orch schee, wemma an blog – odda wos a immer – mit so vill Sinne wohrnemma ko, wies ner geht! Drum her damit! ;-)

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  2. Jaaaha, ich bin schon dabei. Dauert noch ein bissl, ich kämpf gegen meinen PC. Der is auf mich bös, weil ich ihn so lang vernachlässigt hab. Aber Audio kommt, versprochen.

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  3. nachdem ich gerade auf ARTE eine Marley-Doku genossen habe, wuensche ich mir zum kuehlen Libretto ein paar heisse Reggaerhythmen…

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  4. Wal-zer! Marley kann ich seit Karibik nimma hören. Außerdem – zu einem Mundartgedicht? Die Schrammeln wärn da besser ;)

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  5. das klingt in meinen Ohren wie Urlaub. ;) Ich liebe diesen Dialekt. Einfach herzallerliebst. Bitte bitte mehr Input bei Gelegenheit, ja?

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  6. Ich begrüßte (Konjunktiv, nicht Präteritum!) eine hochdeutsche Version, vor allem natürlich gesprochener Weise, wobei ich mir sicher bin, die österreische mehr zu lieben!

    Iwi, jetlagged…

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  7. Oooh, mein Bauchi tut schon weh vom Pinseln ;) *freu*
    Deutsche Version wird eventuell nachgereicht. Muss mich hier erst um ein ‚bisschen‘ Arbeit kümmern.
    Willkommen in der Pfanne, Roberto, und knickserl!

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  8. Pingback: Bistro Poetry von damals – Neue Übersetzung | Etoshas Pfanne

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