Weich

Ein Vogel begleitet mich, so träumte ich heute. Dieses kleine, zarte Geschöpf, weich, warm, so winzig, so verletzlich, versucht erst, auf meiner rechten Schulter Fuß zu fassen, aber wegen meiner schnellen Bewegungen muss ich es immer festhalten. Dabei weiß ich noch gar nicht, ob es überhaupt freiwillig bei mir bleiben will. Abwechselnd drücke ich das Vögelchen mit gerundeter Hand behutsam an meinen Hals, damit es nicht verlorengeht, und lasse es wieder los, damit es wegfliegen kann, wenn es das möchte.
Es bleibt. Und schlüpft dann kurzerhand mit dem Bürzel voran in meine rechte Westentasche.

You’re just an empty cage, girl, if you kill the bird.

Tori Amos – ‘Cruzify’

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