Vom inneren Kind

Der einjährige Burzltag von Winders Wörterbuch zur Gegenwart wird gefeiert, und auch ich gratuliere sehr herzlich. Ich hab immer Riesenspaß an der Kolumne und den darauf folgenden Posts.
Im Burzltags-Beitrag wundert sich Christoph Winder über das Verwenden des Wortes ‘Burzltag’, insbesondere darüber, dass es wider Winders Erwarten auch jenseits der 10jährigen seine Ausbreitung hat.
Darauf sag ich ganz infantil: ‘Na und?’ und befinde, es sollte ein jeder so oft wie möglich kindisch sein, denn das ist gesund und beruhigt die Nerven. Gestern kriege ich ein Mail von meiner lieben Freundin B., in dem die Verabschiedungsformel lautete: *jeah… jupti-dupti-du*. So macht man das!

Das Freuen an sich ist ja überhaupt sehr selten geworden. Wann freut sich schon einer so richtig schön? So, dass man sich ohne nachzudenken einfach mitfreuen kann? Selten, aber umso schöner sind die Gelegenheiten, zu denen sich ein Mensch so freut, dass ich mich mitfreue, diese Freude wiederum weiter- oder zurückgebe, und eine wahre Freudenkaskade daraus entsteht. Dabei muss es nichtmal um große Dinge gehen – es müssen nur die richtigen Leute zusammentreffen: solche, die noch das Gefühl haben, dass sie ein Recht auf lautstarkes Freuen haben!

Es spricht überhaupt einiges dafür, das innere Kind raushängen zu lassen und sich nicht so viel um die Vorgaben der Welt da draußen zu scheren; in erster Linie das Gefühl der persönlichen Freiheit, das sich daraus entwickelt. Und an den dummen Gesichtern, die ein Großteil der Menschheit macht, wenn ich mich daneben benehme, kann ich persönlich mich auch sehr gut freuen. Ich glaube, dass ich als ihr Leben revuepassierenlassende 80jährige mit einem “Hätte ich doch nicht…!” wesentlich besser umgehen können werde als mit einem “Hätte ich doch…!”. Vorausgesetzt, ich kann mich dann noch erinnern. :))

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Thundercat sagt:

    will NIE erwachsen werden – weil eh viel zu oft erwartet wird erwachsen zu sein.
    Weil KIND sein tut gut ;-)

    wünsch Euch ein fröhliches
    “Jeah…… Jupti-dupti-du”

  2. Etosha sagt:

    Danke :)
    Ich für meinen Teil hab auch erwartet, wenn ich mal erwachsen bin, dann werd ich die Welt verstehen, die mir als Kind ein Rätsel war. Da dem nicht so ist, folgere ich daraus, dass eine Erwachsenheit bei mir nicht der Fall ist.

    Zum Thema Freude ist mir gerade beim Duschen wieder ein- und aufgefallen, wie sehr ich mich an kleinen Dingen freuen kann: Dass zB bei mir im Badezimmer aus der Wand warmes Wasser kommt. Wasser, das man sogar trinken kann! Was für ein Luxus!! Welch Geschenk! Wie viele Leute überlegen sich sowas, wenn sie unter der Dusche stehen?

    Ich freu mich auch oft ganz wild über meine gelungene Arbeitseinteilung, wenn ich mit meinem Hund mitten am Tag am Feld spazieren gehe.

    Mir kann sowas den Tag retten! :)

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