Getroffen


Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?
Nicht nur lässt du einfach zu, dass eine Dahergelaufene den besten Freund abdrängt, den du jemals hattest, ihn ausbootet; dass sie an deiner Seite keinerlei Platz lässt, wo sie selbst nur zufällig landete, sich aber sogleich häuslich einrichtete – du honorierst es noch mit lobender Erwähnung?

Allen, die dir Hilfe anbieten – genau jene, weißt du noch, die du in der Vergangenheit allzu oft in Anspruch genommen hast – verschweigst du ihre Anwesenheit. Du speist sie mit knappen Sätzen ab, es wäre alles erledigt und kein Beistand nötig, um sie dann in diesem kleinen Moment deiner zweischneidigen Dankbarkeit vor den Kopf zu stoßen, ihnen diese verbale Ohrfeige zu verpassen? Du hattest wirklich keine Ahnung, dass du sie damit verletzen würdest. Denn wie könntest du sie für Versäumnisse bestrafen wollen, wo du ihnen doch gar keine Chance gegeben hast?

Natürlich genießt du es, wie sie um deine Zuneigung buhlt. Hoffentlich aber ist ihr Interesse nicht so geheuchelt, wie ihr eisiges Lächeln es befürchten lässt, hoffentlich reißt sie sich auch jetzt noch um dich, wo wir anderen die geschönte Kulisse ernüchtert als Arena begreifen; jetzt, wo das Licht um dich nicht mehr so hell ist, dass sie sich darin mitsonnen könnte.
Sonst hast du vielleicht ganz plötzlich niemanden mehr.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ja, ich bin damit einverstanden, dass meine Daten gespeichert und mein Kommentar mit Name veröffentlicht wird. Die Datenschutzerklärung nehme ich zur Kenntnis.