Sputum est omen?

Was macht ihr eigentlich mit euren Körpersäften? Also, ich meine, von denen in einschlägig intimen Situationen einmal abgesehen?

Vielleicht findet ihr das jetzt ja ungeheuerlich, aber meinen Speichel, den schlucke ich für gewöhnlich, wenn er mir zu viel wird. Echt jetzt. Schleimige Überschüsse in der Nase befördere ich in ein Taschentuch. Zugegeben, in unbeobachteten Momenten kann ich auch schonmal nachbohren.

Ich schau mir ja kein Fußballmatch vorsätzlich an, aber wenn ich im TV manchmal zufällig über eines stolpere, finde ich es gar nicht hübsch anzusehen, wie da der Rasen mit allerlei Auswürfen benetzt wird – aber gut, der Kicker an sich kann nicht gut eine Auszeit verlangen, weil er sich ein Taschentuch holen will. Ist in den Regeln so nicht vorgesehen. Dass dafür aber selbst bei trockenem Wetter viel ausgerutscht wird, ist nachvollziehbar.

Was aber ist aus diesen Kickerangewohnheiten eigentlich für eine unappetitliche Tradition geworden? Als ich noch in Wien wohnte, hat mir nicht nur einmal irgendein Jugendlicher beinah auf die Schuhe gespuckt, weil die es sich zum Sport machen, den Gehsteig sehr knapp vor dem nächsten Entgegenkommenden zu treffen. Natürlich sah sich derjenige danach begleitet von allerlei Flüchen meinerseits, das scheint aber seine Befriedigung zumindest nicht geschmälert zu haben.

Und warum müssen Teenager eigentlich gemeinschaftlich auf den Bürgersteig rotzen? Sind das alles Fußballfans?

Call me oldfashioned, aber ich möchte in der Öffentlichkeit eigentlich lieber keine Körperflüssigkeiten präsentiert bekommen. Weder möchte ich zwischen knutschenden Pärchen sich ziehende Spuckefäden verfolgen, bis sie abreißen, noch die unterschiedlich dickflüssigen Absonderungen beaugapfeln müssen, deren man sich heutzutage offensichtlich am besten auf öffentlichen Asphaltflächen entledigt. Genausowenig will ich das Unwort ‘Ekelfaktor’ bemühen müssen. Oder das bestimmt ekelhafteste Wort für spucken, das es im deutschen Sprachraum gibt: schlatzen.
[Im Link siehe Kommentar von Ute.]

Bei CSI kämpfen sie um jede DNS-Probe, wenden Tricks an, müssen eigens wegen jedes Mundhöhlengeschabes Anträge stellen. Bei uns hätten sie’s leichter. Einfach mit Spachteln und Säckchen bewaffnen, und los gehts.

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht zu vergessen die Einstellung “der Planet ist mein Klo”, die man bei vielen Männern beobachten kann. Straßenecke oder Park beträufeln, lässig abschütteln und ungewaschen weiter.

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  2. In meiner Mittelstufe waren die Jungs ganz widerlich und haben an den überdachten Gängen quer durch das Schulgelände ihre “Markierungen” an der Decke hinterlassen (einfach hochgespuckt). Die Rotztropfen gefroren dann im Winter…bäh, absolut eklig!

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  3. Melody, es wird nicht lange dauern, bis der erste hier auftaucht, an den Mast pinkelt und dir bequemerweise Penisneid unterstellt.

    Rotfell, grauenhaft.

    Ich stelle mir gerne vor, dass diesen Leuten so sehr vor der eigenen Spucke graut, dass sie sie lieber loswerden als schlucken.

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  4. …*g* soll man das irgendwie deuten, dass hier bisher noch kein männliches Weltmitglieg kommentiert hat?? *fragundnichtmommentier*

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  5. Mir ist noch was eingefallen: Leider sehr sehr viele Männer meinen, dass sie es unbedingt mitteilen müssten, wenn sie eine Erektion haben. Es gibt da eigentlich nur einen, bei dem ich das zu schätzen weiß, die anderen scheinen sich für so wichtig für die Abläufe im Universum zu halten, dass sie zumindest auf Andeutungen nicht verzichten können.

    Beispiel: Man ist in gemütlicher Runde unterwegs, und der Besuchsproll meint verkünden zu müssen, dass er an der Dame am Nebentisch harte Nippel gesehen hat. Schön für ihn, aber wen interessiert’s? Wenn sie ein Gramm Verstand hat, interessiert sie sich sowieso nicht für einen, der so primitiv ist … usw.

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  6. Der war ja nur ein Gast :-) ich hab nur einmal in Hundescheisse gegriffen im Bekanntenkreis, und daraus für immer gelernt. Pack ist Pack und bleibt Pack, keiner kann lange eine Show aufrecht erhalten, irgendwann kommt das wahre Naturell durch.

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  7. Spucken ist schon ekelig, aber seid ihr auch schon mal so einem wiederlichen Straßenschnäutzer begegnet, der nicht in der Lage ist ein Taschentuch zu nehmen sich dann ein Nasenloch zuhält und mit viel Schwung aus dem anderen raus … bähhhhh!!! Ich habe das im wunderschönen Städtchen Wien einmal im Prater (eine relativ bekannte Touristen Fangmeile) erlebt. Leider hatte der Betreffende nicht damit gerechnet, dass mich davor so dermaßen geekelt hat, dass ich im vor die Füße gekotzt habe. War keine Absicht und es war mit ganz fürchterlich peinlich, aber trotzdem bin ich am nächsten Tag noch mit einer dicken fetten Ekelblase aufgewacht. Nettes Thema übrigens!

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