Abhängen

… das klingt für mich vor allem nach einem Stück toten Fleisches, das vor dem Verzehr, um größere Zartheit und Weichheit zu erlangen, noch ein Weilchen in vertikaler Position die Schwerkraft auf sich wirken lässt. Auf manche ungepflegten vulgo grindigen Zeitgenossen ist das Wort vielleicht durchaus anwendbar, da Ähnlichkeit gegeben; in der Mehrheit der Fälle ist es aber für meinen Geschmack überaus verzichtbar, mindestens genausosehr wie ‚abtanzen‘, was mich wiederum eher an einen Imperativ erinnert, Bedeutungsklasse ‚Verschwinde!‘, österr.: ‚Schleich di!‘.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich meinte natürlich das Abhängen mit Freunden. Wer früher noch rumhing, hat mittlerweile auf Abhängen umgesattelt.
    Abhängen wirkt gegenüber Rumhängen etwas produktiver, quasi zielloses Nichtstun gegen beabsichtigt zielloses Nichtstun.

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  2. „Chillen“ ist nur die konsequente Fortführung von „Abhängen“ resp. das angelsächsische Äquivalent, immerhin hängt zum Verzehr vorgesehenes Fleisch in Kühlkammern, -räumen und -schränken ab.
    „Abtanzen“ dagegen hat für mich etwas von Abnutzung, so wie man eine Schuhsohle mit der Zeit abläuft kann man sie genauso gut abtanzen. Außerdem wäre es sicherlich schön anzusehen und würde allgemein die Stimmung heben, würden mehr Menschen abtanzend z.B. einkaufen gehen: ein Cha Cha Cha durch die Gemüseabteilung, ein Tango an der Fleischtheke entlang, ein Discofox mit der Gefrierkombination, und störende Mitmenschen werden aus dem Weg gewalzt.

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  3. Um Himmels Willen, ja, Abnutzung schwingt da natürlich auch mit. Also, ich persönlich möchte mich nicht tanzend abnutzen. Der Rest der Welt kann das ja halten, wie er will.
    Statt abtanzend einkaufen zu gehen, könnten sie es also auch einfach tanzend tun, deine mehr Menschen. Da fehlt mir kein ab-. Und sie freuen sich bestimmt auch, wenn ihre Schuhe nach dem Einkaufen eine ähnliche Sohlendicke aufweisen wie davor.

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