Vom Grausen und Recken

…und zwar im wörtlichen Sinn!

Mir fiel nämlich auf: Uns (Ost-)Österreichern graust’s im Dativ. Der Satz ‘Ich grause mich’, den ich schon häufiger staunend auf deutschen Blogs entdeckte, käme hier niemandem über die Lippen. Und auch das Schwer- oder Leichttun kommt bei uns im dritten aller Fälle daher. Deutsche Angewohnheit: “Ich tu mich leicht.” Seltsam klingt das fürs Ösi-Ohr. Vielleicht ist’s, weil ja alles andere, was man sich tut, auch im Dativ am besten klingt, ich tu mir weh, dir unrecht und ihm was an. Und wir habens gerne einfach.
Dass man sich leichttut, beweist ja falltechnisch noch gar nichts, wie man weiß, weil das Wort sir noch nicht erfunden wurde. Blöd eigentlich. Dem schönen Dativ kein sir zu schenken!

Und obwohl im Grausen und übrigens auch im Recken eine Passivform mitschwingt, weil es einem ja sprachlich irgendwie angetan wird (mir graust es, mich reckt es – wer zum Geier ist eigentlich dieses Es, was graust mir und reckt mich hier dauernd? Ist es gar das Leben selbst?) – obwohl es also so nach Passiv klingt, kann man nicht gegraust werden. Oder erzählen, dass man gereckt wurde. Naja, schon, aber glauben würd’s niemand. Nein, das böse Es war’s, und das glaubt einem dann jeder. Seltsam, oder?

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