Sprücheklopfer

Allen Menschen recht getan ist halbes Leid.
Aller Anfang ist teuer.
Aller guten Dinge sind tief.
Alles Gute kommt beim Essen.
Alte Liebe heiligt die Mittel.

Andre Mütter soll man nicht wecken.
Aus den Augen, in Gottes Ohr.
Bescheidenheit ist die Wurzel allen Übels.
Das letzte Hemd gesellt sich gern.
Der Appetit kommt von oben.

Der erste Eindruck ist die wichtigste Mahlzeit am Tage.
Der frühe Vogel fällt nicht weit vom Stamm.
Der Spatz in der Hand ist besser als heilen.
Der Spatz in der Hand ist nur so stark wie das schwächste Glied.
Der Zweck heilt alle Wunden.

Die dümmsten Bauern haben kurze Beine.
Die Katze lässt Eulen nach Athen tragen.
Die Zeit hält Leib und Seele zusammen.
Eigener Herd ist die Höflichkeit der Könige.
Ein blindes Huhn studiert nicht gern.

Ein Küsschen in Ehren, das verschiebe nicht auf morgen.
Ein leerer Sack schützt vor Torheit nicht.
Ein reines Gewissen ist der erste Schritt zur Besserung.
Ein Unglück kommt vor dem Fall.
Ein voller Bauch ist ein sanftes Ruhekissen.

Eine Axt im Haus wäscht die andere.
Eine Hand wäscht dem Fass den Boden aus.
Eine Schwalbe macht mich nicht heiß.
Einem geschenkten Gaul gibts der Herr im Schlaf.
Erfroren ist noch keiner.

Erst die Arbeit, dann Pech in der Liebe.
Es ist nicht alles Gold im Mund.
Es ist nicht alles Gold was ein Meister werden will.
Essen und Trinken lernt Hans nimmermehr.
Früh übt sich, wer zuerst kommt.

Gebranntes Kind rostet nicht.
Geteiltes Leid geht durch den Magen.
Gleich und gleich hat keine Taschen.
Glück im Spiel, dann das Vergnügen.
Guter Rat ist schwer.

Hochmut kommt selten allein.
Hunde, die bellen, erhalten die Freundschaft.
In der Not frisst man eine Mucke.
Irren ist die beste Medizin.
Jede Kette ist nur so stark wie die Mutter der Porzellankiste.

Kleider bringen Glück.
Kleine Geschenke erhalten den Zimmermann.
Kleine Sünden haben auch schöne Töchter.
Liebe macht noch keinen Sommer.
Lügen haben die größten Kartoffeln.

Man soll das Eisen nicht vor dem Abend loben.
Man soll den Tag schmieden solange er heiß ist.
Mit Geduld und Spucke fängt der Teufel Fliegen.
Morgenstund’ hat auch viel Schatten.
Neue Besen kehren gut vor der eigenen Tür.
Noch ist nicht aller guten Dinge.

Not macht blind.
Pünktlichkeit ist eine Kunst die niemand kann.
Reden ist schweigen, Silber ist Gold.
Scherben machen Leute.
Schlafende Hunde straft Gott sofort.

Sich regen braucht Weile.
Steter Tropfen währt am längsten.
Stille Wasser verderben den Brei.
Viele Köche führen nach Rom.
Von Luft und Liebe wird man klug.
Vorbeugen ist besser als die Taube auf dem Dach.

Was Hänschen nicht lernt, das neckt sich.
Was ich nicht weiß, macht erfinderisch.
Was sich liebt, das fängt den Wurm.
Wer anderen eine Grube gräbt, ist den Schilling nicht wert.
(Wer anderen eine Grube gräbt, fällt nicht weit vom Stamm.)
Wer den Groschen nicht ehrt, ist seines Glückes Schmied.

Wer den Schaden hat, der nicht gewinnt.
Wer die Wahl hat, hat auch Likör.
Wer die Wahl hat, reinigt die Luft.
Wer einmal lügt, fällt selbst hinein.
Wer im Glashaus sitzt, der werfe den ersten Stein.

Wer lauschet an der Wand, soll nicht mit Steinen werfen.
Wer nicht wagt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch scheut das Feuer.
Wer Wind sät, braucht für den Sturm nicht zu sorgen.
Wer zuerst kommt, lacht am besten.
Wer zuletzt lacht, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Wie man in den Wald hinein ruft, so liegt man.

31 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. anatomia sagt:

    Also da is ja einiges durcheinandergekommen. hehe. find ich aber witzig. am besten gefällt mir: der frühe vogel fällt nicht weit vom stamm. echt originell.

  2. T.M. sagt:

    Die sich aus meinem Kühlschrank ernährende Person sagt immer erleichtert “Da rutscht mir jetzt aber ein Stein in die Hose.”

  3. Ole sagt:

    Der frühe Vogel fällt nicht weit vom Stamm.
    Wer Wind sät, sollte nicht mit Steinen werfen…

  4. baumgarf sagt:

    Das wunderbare an diesen verschwurbelten Sinnsprüchen ist ja, dass sie auch so (meistens) noch einen Sinn ergeben, wenn man es bei rechtem Licht betrachtet.

  5. Ole sagt:

    Achherrje… jetzt erst gemerkt, dass Du den frühen Vogel ja selbst hattest. Peinlich. Ist das Auge so drüberweggeflutscht. Und ich dachte schon, ich hätte ne gute Idee gehabt. Aber nee… zu spät. :)

  6. Hier werfe ich die Waffen und strecke das Handtuch.

  7. Etosha sagt:

    Anatomia, das ist Zucker in meiner Kehle, nein, Öl auf meine Wunden. Schön dass du hier vorbeischaust!

    TM, und er fällt ihr/ihm nicht direkt auf die Füße?

    Ole, wer zu spät kommt, sieht eben den Wald vor lauter Bäumen nicht :)

    Baumgarf, diesmal aber: Sehr aufmerksam! Den Hammer auf den Kopf getroffen :) Genau darauf legte ich das linke Augenmaß.
    Mein sinnergebender Favourite ist
    ‘Was ich nicht weiß, macht erfinderisch.’

    Nachtschwester
    , solange du nicht die weiße Flagge an den Nagel hängst…

  8. Rotfell sagt:

    “Erst die Arbeit, dann Pech in der Liebe” klingt wie ein Bestsellertitel( der Nachfolger von “Gute Mädchen kommen in den Himmel, Böse überall hin”)

    Sehr kreativ und witzig, Frau Etosha (ich ziehe ehrfurchtsvoll vor so viel bekannten Sprichwörtern den Hut)

  9. Etosha sagt:

    Muss ich jetzt Bücher suchen, statt den Eichen zu weichen?
    Oh, danke für den Hut, die Ehre ist aber ganz auf meiner Linie!

  10. blue sky sagt:

    Müßiggang ist der beste Koch, sag ich da mal.

  11. Etosha sagt:

    Nanü? Dann ist ja Hunger aller Laster Anfang!

  12. boomerang sagt:

    hui, steckt da viel wahres drinnen.
    ich hab mal mit einem kollegen ebenfalls
    sprichwörter durcheinander geschwurbelt.
    á la “wer anderen eine grube gräbt,
    soll nicht mit steinen werfen.”
    aber die geballte ladung da,
    die muss ich mir in ruhe näher zu gemüte fühten.
    ein sprichwort wär da noch, das nur als halbes
    existiert:
    dem geschenkten barsch…

  13. Etosha sagt:

    … gehört die Welt. :)

  14. nömix sagt:

    Die Stoßstange ist aller Laster Anfang.

  15. Etosha sagt:

    … und ihr Ende.

  16. nömix sagt:

    Lieber den Pudding an die Wand nageln als den Spatz an die Hand.

  17. nömix sagt:

    Der Apfel fällt nicht weit vom hohen Ross.

  18. Etosha sagt:

    Hihi, wie wahr :) Machst du jetzt täglich eine Sprüchemeditation?
    Ich mach das ja nicht. Eher geht eine Kuhhaut so lange durchs Nadelöhr, bis sie bricht.

  19. cappuccina sagt:

    “Alles was ein Mann schöner ist wie ein Luchs, ist affig.”
    …..meinte Tante Jolesch, oder nicht? :-)

  20. Eugene Faust sagt:

    “Ein blindes Huhn studiert nicht gern” und “Jede Kette ist nur so stark wie die Mutter der Porzellankiste” sind meine Favoriten. Vielen Dank für so viel Amüsement, Frau Etosha.

  21. Etosha sagt:

    Ist doch nicht der langen Rede kurzer Wert! :)

  22. nömix sagt:

    (vor dem nächsten Herzinfarkt:)
    “Tritt kürzer, er ist näher als du denkst.”

    “Die Faust aufs Aug sagt mehr als tausend Worte.”

    (alter Tread, schon klar – bin zufällig über Google hier reingestolpert und wollte bei der Gelegenheit meinen Kyselak hinterlassen ;)

  23. Etosha sagt:

    Alter Hut schützt vor Torheit nicht! :) Im Herzen Dank ist der Welten Lohn!

  24. Siggi sagt:

    Hey,
    super Sammlung.
    Da kann ich noch was Beitragen:

    das Leben ist kein Ponyschlecken
    Es ist alles nur einen Katzenwurf entfernt

    Und: Mann muss das alles Posimistisch sehen

  25. mkh sagt:

    Und wer zu spät kommt, den beißt die Morgenstund´! –

    Klasse, diese – bislang ungelesene – 2006er Ansammlung reviewter Lebensweisheiten war´s fraglos wert, erneut ans Tageslicht gezupft zu werden.

    [So wie es gefühlte 99 % aller etoshianischen Beiträge selbstredend ebenfalls wert wären.]

    [1 % musste ich strategisch abziehen. Will ja nicht als Schleimer gelten.]

  26. Etosha sagt:

    *lach* Danke, Siggi – Ponyschlecken ist genial! :DD

    Und danke, mkh, seehr, sehr charmant! :) *geht.errötend.ab*

  27. Etosha sagt:

    Pünktlichkeit ist eine Zier, doch später kommt man ohne ihr.

    Schlafende Hunde soll man nicht vor dem Abend loben.

  28. mkh sagt:

    Genau, den Letzten beißen die schlafenden Hunde.

  29. Etosha sagt:

    Gut gebrüllt in die Höhle des Löwen!

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