Neurotische Extrateller

Die Nachtschwester meint, beim milchproduktefreien Bestellen im Restaurant klinge ‘Laktose-Intoleranz’ seriöser, und nicht so mäkelig-neurotisch. Pfeif auf die mäkelig-neurotische Wirkung. Leider hat so manche Restaurantbedienung eine Sonderwünsche-Intoleranz, dazu oft in der fatalen Kombination mit einem unzureichenden Kurzzeitgedächtnis. Aber im Restaurant bezahlst du schließlich für das Essen, ist ja nicht so, dass sie dich gratis durchfüttern.

Also, ich kenn da nix. Ich hab manchmal Ähnlichkeit mit Sally (die von Harry). Das Salatdressing hätt ich gerne extra. Nichts schlimmer, als wenn grüner Salat, bevor er auf meinem Tisch landet, schon zehn Minuten lang in Dressing eingeweicht war.

Ganz so kompliziert wie Sally mach ich’s zwar nicht, ich hab aber oft – auch bei speisekartenkonformen Bestellungen – Pech im Restaurant. Das, was ich bestellt habe, ist prinzipiell ‘aus’. Macht sich einen schönen Abend, quasi. Was immer ich mir in weiser Voraussicht als Alternativbestellung ausgesucht habe, ist ebenfalls aus, oder es dauert unerwartet zweimal so lange wie alles, was die übrige Tischgesellschaft bestellt hat. Dabei esse ich ohnehin nur halb so schnell wie alle anderen. Macht summa summarum viermal so lange Essenszeit.

Und ich hasse Fertigsahne aus der Sprühdose. Zu warmen Gerichten serviert, ist sie, bevor du überhaupt das Besteck in der Hand hast, dahingeschmolzen. Einfach weg.

Den kindlichen Ekel vor Lebensmitteln hat die Nachtschwester sehr treffend beschrieben: Würgereiz, Herzklopfen und Todessehnsucht. Und was es dafür bei mir alles für Auslöser gab! Käse, Pilze, Zwiebeln, Knoblauch, Oregano, Kohlsprossen, Kohlgemüse (bei uns auch ‘Kööch’ genannt ;), Broccoli, Karfiol/Blumenkohl, Fisolen/grüne Bohnen (wegen dem Dill, der da immer drauf war! Dauerte Jahre, das herauszufinden!), Senf, Fisch und sämtliche Sorten von Innereien, die fielen samt und sonders unter *reck!*. War mir viel zu intensiv.
Einiges davon kann ich heute noch nicht essen, aber das meiste ist genießbar geworden; ich vermute, durch die sukzessive Abtötung meiner Geschmacksknospen mit Nikotin. Ich bin sogar zu einem ausgesprochenen Fischliebhaber avanciert.

Was Milchprodukte betrifft, hab ich gute und schlechte Tage. Die sauren Milchprodukte sind meistens okay; bei allem anderen horche ich vor dem drohenden Verzehr in meinen Magen hinein. Dreht er sich um, lass ich es sein.

Bei der Gelegenheit – und weil unbegreiflicherweise in beinah allen Texten zum Thema ‘Was ist ein Blog?’ Kochrezepte erwähnt werden, obwohl ich so gut wie nie ein Blog mit Rezepten gesichtet habe – ein geniales Rezept für ein herrliches Salatdressing Marke ‘honey mustard’: Etwas Honig in ein wenig warmem Wasser auflösen, ein bisschen Senf dazu, außerdem Olivenöl, Salz, wenig Pfeffer und Zitronensaft. Je nach Geschmack (*g*) ein oder zwei Löffel Sauerrahm oder Yoghurt dazu. Am besten im Shaker zubereiten. Mengenangaben kann ich keine machen, man entscheide das nach Gefühl.
Schmeckt herrlich auf grünem Salat, Eisberg- oder Vogerlsalat (Pflücksalat). Ganz genial: Ein paar Stücke Wassermelone in den Salat! Und: Das Dressing natürlich erst unmittelbar vor dem Verzehr über den Salat gießen! :)

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