Missverständnisse, so alt wie die Menschheit

Ich habe das große Glück, einige Freunde männlichen Geschlechts zu haben, mit denen ich die drängendsten Probleme der Menschheit oder des Zusammenlebens von Mann und Frau beleuchten kann – letzteres angenehmerweise mit minimaler Emotionsladung, weil außerhalb der eigenen Partnerbeziehung.

So führte ich einst ein überaus erhellendes Gespräch mit dem Lieblingsschlagzeuger über eines jener weltbewegenden Themen: die Klodeckelfrage.
Dabei formulierte er, was vermutlich viele Männer denken: „Warum zum Geier muss ich die Klobrille nach Benutzung wieder herunterklappen? Woher hätten Frauen ein Anrecht darauf, das Häusl in jener Position vorzufinden, in der sie es benützen wollen?“
Das öffnete mir die Augen – daher also der Widerstand!

Natürlich ging es nicht um einen Vorrang der uns Frauen vermeintlich zustehenden Startposition. Eine solche Forderung wäre ja auch völlig haltlos. Ich versuchte, Licht ins Dunkel zu bringen: „So borniert sind wir auch nicht! Es geht um die Hygiene… Da sind doch jede Menge Tröpfchen auf der Unterseite der Klobrille. Also will ich die als Frau eben nicht unbedingt berühren müssen. Reicht doch, dass ich oft die Landschaft rund um das Klo reinigen muss, obwohl ich dort nachweislich keinerlei Tröpferln hinterlasse!“

„Achsoooo!“, rief er, „deswegen! Das konnte mir noch keine erklären! Ich dachte immer, das wäre reine Faulheit von euch.“

„Du findest ja auch nicht jede Klobrille schon hochgeklappt vor, wenn du im Stehen pinkeln willst“, meinte ich. „Ekelst du dich nicht, wenn du sie dann zum Hochklappen anfassen sollst?“
Darauf er, etwas betreten: „Öhm… ich mach das eigentlich immer mit dem Fuß.“

21 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. also am haeuslichen Haeusel nehme ich freiwillig den Putzjob auf mich, da ich die Bequemlichkeit des Pinkelns im Stehen nicht missen moechte, ich empfinde auch die Blasenleerung so gruendlicher als auf dem Thron hockend, sekundiert mir da jemand mit Gemaecht?

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  2. Öh, ich will ungern in Details gehen, aber den DECKEL muss ich (weiblich) auch hochklappen, wenn ich im Sitzen pinkeln will.
    Irgendwo hab ich da einen Knoten in der Logik.

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  3. MCH, jemand muss sich ja der wirklich wichtigen Themen annehmen.

    hubbie, du brauchst hier keine gemächtete Unterstützung, wirst auch so nicht gefressen. ;) Jedem seine bevorzugte Pinkelposition.

    percanta, hast recht; find ‚Klodeckel‘, replace with ‚Klobrille‘. (Zu meiner Verteidigung: Ich hab Zahnschmerzen.)

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  4. hubbie, ja ich! Nicht erst einmal bin ich (bislang nur verbal) dafür geprügelt worden, aber ja, auch ich bin ein Stehpinkler – aus Überzeugung…!

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  5. Wenn man so wohnt wie ich, kann man zum Stehpinkeln auch unter den freien Himmel gehen, zusammen mit dem Hund. Ansonsten habe ich mich schon vor Jahren mit der sitzenden Pinkelei arrangiert, tröpfchenweise echt von Vorteil. Und Klodeckel müssen runtergeklappt sein, das ist einfach rundum besser fürs Wohn- und Lebensgefühl! Was ich meiner weiblichen Mitpinklerin auch schon oft angetragen habe, wenn sie´s vergessen hat. – Wow, und so investigativ wie heute war ich hier in der Blogosphäre ja noch nie! Etosha macht´s möglich. Ist ja auch kein Wunder, wenn der Blog „Pfanne“ heißt.

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  6. Bist du auch so einer, der fengshuimäßig der Überzeugung ist, dass das Chi durch das offene Klo entweicht? :)
    Es heißt aber nicht Etoshas Bettpfanne. (Wobei da überhaupt nur mehr im Liegen gepinkelt würde.)

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  7. Im Liegen hat sicher auch wieder seine Vorteile, aber da sind wir zum Glück noch weit von entfernt. – Fengshuimäßig habe ich keine Überzeugungen, das ist bei mir mehr individuelle Gefühlssache, was sich aber möglicherweise nah am Fengshui bewegt. Ansonsten würde ein kräftiger Schuss Fengshui meinem leider häufig anzutreffenden Haushaltschaos sicher gut tun! – Was den Pfannenbegriff betrifft, hast du natürlich recht, und wenn schon andere Assoziationen dazu aufkommen, dann sollte es sich bei diesen allenfalls um geographische handeln: denn es könnte durchaus auch um eine „Salzpfanne“ gehen, wie die südafrikanische Bedeutung des Namens „Etosha“ nahelegt.

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  8. Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen! ;)

    Es handelt sich zwar um eine Salzpfanne, aber die Bedeutung des Namens geht eher Richtung ‚Großer weißer Platz‘, siehe auch Titelleiste.

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  9. Umgangssprachlich! Bei uns mögen die ´davons´ das, bringt vielleicht frischen Wind in die Sache, da wurde jedenfalls noch keinem meiner ´davons´ von schlecht! Ach ja, und ich finde übrigens nicht, dass ´davon´ ein ´Armen-Wort´ wäre!

    Auch ;)))

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  10. /Salzpfanne = Sabhka: „Weißer Platz“ wegen der weitflächigen weißen Salzkruste, nehme ich an. Arides Klima. Die Verdunstung zieht salines Grundwasser aus dem Erdreich, und wenn der Wasserdampf weiterverdunstet, bleibt eine Salzkruste zurück. Geographenlatein.

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  11. Okay, überzeugt. Ich werde versuchen, da – wenn ich es denn schaffe – von abzulassen!

    Ähm, waren wir gerade off topic?

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  12. Ich bin bekennender Sitzpinkler.
    Nur auf fremden WCs verwende ich den Fuß zum Anheben des Wc-Deckels oder der WC-Brille.

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  13. Liebe Etosha: Warum trauten sich die davon nicht? Haben die sich nicht lieb? Trauen sie sich nicht sich zu trauen? In der Kirche mit Pfarrer?

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  14. Wenn sie ihm mit der Trauung dräut ist´s wohl schlecht zu vertrauen. Aber davon weiß ich ein anderes Liedchen zu singen.

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  15. Do Re Mi Fa So La Ti Do

    Nun die Frau unseres Dirigenten schafft es ihrem Gatten unmittelbar vor einem Konzert, dass er zu dirigieren hat noch eine Szene hin zu legen.

    Schlag mich jetzt bitte nicht, wenn ich es immer noch nicht weiß wann das mit ss oder s geschrieben wird. Ich habe auch keine Ahnung ob weiß die Farbe ist oder weis? Ich weiß nur das ich davon blaue Flecken bekomme, wenn du mich schlägst

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