Erste spontane Denkversuche

In Merlix‘ Herzdamengeschichten hat mich der Beitrag ‚Fast in letzter Sekunde‘ daran erinnert, mit welch seltsamen Gedanken das Gehirn oft spontan auf manche Situation reagiert. Hätte ich nur alles aufgeschrieben, was mir diesbezüglich schon an cerebralen erklärenden Erstversuchen durch den Kopf geschossen ist! Dafür hats leider selten, für ein paar gute Lacher allerdings immer gereicht.

Ein Beispiel von vor einigen Jahren fällt mir aber ein: Etosha fährt mit ihrem Auto, Etoshas Mama sitzt am Beifahrersitz. Aus familienorganisatorischen Gründen nämlich ist Etoshas Bruder mit Mamas Auto unterwegs. Auf der Hauptstraße in dem kleinen Nest, wo Etosha aufgewachsen ist und in dem Mama immer noch wohnt, kommt uns doch plötzlich Mamas Auto entgegen! Ich erkenne erst Marke und Farbe, dann mit einem gewohnheitsmäßigen Blick aufs Kennzeichen, dass es sich wirklich um Mamas Auto handelt. Und wie lautet logischerweise meines Gehirnes erste Reaktion? „Hey, da kommt die Mama!“ – der offensichtlichen Tatsache zum Trotze, dass sie doch neben mir am Beifahrersitz sitzt. Ich berichte lachend meiner Mutter, daraufhin meint sie: „Das is ja noch gar nix – ich hab gedacht: Hey, da komm ich!“

Um Frustrationen zu vermeiden, sollte man nicht den Fehler machen, seine geistigen Fähigkeiten generell an solch spontanen Hirnausgaben messen zu wollen, denn nicht die intelligenteste, sondern die naheliegendste Schlussfolgerung ist die erste, die das Hirn ausspuckt. Frei nach dem Motto ‚Richtig muass net sei, oba schnöö soits geh‘.

(‚Erste Gedanken vor dem Hinzuziehen der Ratio‘)
(siehe auch hier)

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. …und so sagte mir mein Gehirn jetz beim Lesen der letzten Zeile direkt: etosha hat sich vertippt. ;-)
    …fei a schees gschichtla!

    Antworten

  2. Moin, beim lesen deiner zeilen kommt meinem gehirn der gedanke
    „Tempobolzer mähte Wartehäuschen nieder“

    *brüll*

    was sogesehen für die morgentliche stunde ein griff ganz weit nach unten in die Vergangenheitslade im Hirn ist
    :-)

    Antworten

  3. „Das is ja noch gar nix – ich hab gedacht: Hey, da komm ich!“ – Starke Story!

    Und kenne ich auch irgendwie: Der Anblick meines Autos (wahlweise xy einsetzen) heißt selbstverständlich so ganz spontan: „hoppla, ich!“

    Die fiktive Begegnung mit sich selber kann wiederum zu wundersamen Betrachtungen über das Leben, das Universum und … so weiter … führen. Und manchmal spiele ich gerne mal mit-mir-selbst-erzählen – das macht Spaß! :-)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ja, ich bin damit einverstanden, dass meine Daten gespeichert und mein Kommentar mit Name veröffentlicht wird. Die Datenschutzerklärung nehme ich zur Kenntnis.