Deutsche Sprache – schwere Sprache

Der Verein deutsche Sprache verkauft jetzt Wortpatenschaften, bezeichnet dies als geistigen Umweltschutz und will gegen damit das Aussterben deutscher Worte ankämpfen. Man kann sich aus etwa 350.000 Begriffen einen aussuchen, die Patenschaft um 5 Euro erwerben und verpflichtet sich damit, das Wort so oft wie möglich zu benutzen, um es am Leben zu erhalten. Jedes Wort wird nur einmal vergeben.
Von hinten aufgerollt wäre es da für mich am bequemsten, das Wörtchen ‘genau!’ zu erwerben. Dann müsste ich mich beim gewünschten häufigen Verwenden des Wortes nicht allzusehr zusätzlich anstregen. Die Kombinationen ‘Geh bitte!’ oder auch ‘Heast Oida, foigendes…’ werden ja wahrscheinlich eher nicht zur Verfügung stehen.
Einige Highlights der zufälligen Vorschläge, die ich mir auf der Wortpatenschaft-Website erstellen habe lassen:

  • Bocksauge: Bocks-Auge? Oder Bock-Sauge? Vielleicht meinen sie auch Box-Auge, ihr wisst schon: blau.
  • Glühendrot: Jojo, wann ich telefonieren mit main Fraindin, dann auch immer glühen Drot!
  • Greuelhaus: DAS kenn ich! Gibts hinter der Tür mit der irreführenden Aufschrift ‘Damen’ in manchen Abendlokalen.
  • Heiternessel: Drogen? Der Frühling kommt bald! Notiz an mich: Heiternesseln suchen gehen!
  • Pfriemensetzer: Wenn der Pfriem mal gesetzt ist, kann man ihn nur unter größter Anstrengung wieder herauspfriemeln!
  • Minentrichter: Das ist ein Steuerzahler im Altertum; der Steuergroschen im alten Indien, der sogenannte ‘Min’, musste von jedem Einwohner entrichtet werden.
  • Sinnglied: Dazu enthalte ich mich – unter größter Anstrengung – einer Meinung und hoffe auf Eure Hilfe.

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