Sprachliche Zuckerln

Die Zusammenwürfelung diverser Nationalitäten bringt so manches Zuckerl für den sprachlich interessierten Menschen mit sich. So gibt es zum Beispiel ein Tier aus der Gruppe der Seesterne, das sich mit seinen ebenso bestachelten wie vielzähligen Armen auf Korallen stürzt (das ist übertrieben, eher kriecht es, aber das klingt nicht so überzeugend dramatisch) und diese Korallen einfach auffrisst. Sind zu viele davon an einer Stelle, kann das eine ernste Bedrohung für ein Korallenriff sein. Diese Tiere heißen „Crown of Thorns“, also „Dornenkrone“. Abgekürzt sagt man auch COTs, aber nicht Ceh Oh Teh, sondern so, dass es wie das Wort für Rückwärtsfrühstücken im Imperativ klingt. Als unser Kollege Julien diese Abkürzung letztens benutzte, sagte Roni aus Israel sinngemäß: „Cots? Wirklich? Das heißt „Dorne“ auf Hebräisch!“

Auch im Palauanischen gibt es offenbar recht lustige Wörter. Viel haben wir ja bisher nicht gelernt, wie ich zu unserer Schande gestehen muss. Wir können gerade mal Guten Morgen (tu tao), Danke (sulang) und Ja (ochoi) sagen, und wir wissen ein paar Tiernamen (Demul ist der Delfin, Mesekui das Dugong, Maml der Napoleonfisch). Es ist einfach zu schnell, zu schwierig; nicht nur die Aussprache, auch das Einholen der Information selbst. Schließlich will der Palauaner sich auch weiterhin von Ausländern unverstanden mit seinen Landsleuten unterhalten können. Und wie will man sich als Ausländer einen Satz merken, der haargenau so klingt wie der vorige? Dazu kommt, dass etwa ein stummes „ch“ auch nicht gerade für die Einfachheit einer Sprache spricht.

Mir schlug auch immer ein gewisser Widerstand entgegen, wenn es darum ging, auf Identifikationsschildern für das Aquarium die Tiernamen auf Englisch, Japanisch, Deutsch und Palauanisch anzugeben. Letztens beim Herumblödeln mit Ikert, einer der Damen, die am Front Desk arbeiten, erhellte sich mir dieser Widerstand: Die Unterwasserschnecken, Sea Slugs, haben einen Namen in Palau, der wie „gigilathaleeb“ klingt. Das heißt wortwörtlich „Ghost Pussy“.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Im Italienischen heissen ja diese kleinen Muscheln (so 2cm Gehäuselänge) schlicht „cozze“ (Plural). Das find ich immer sehr passend.

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