Pasta al tonno

Aus aktuellem Anlass hier mein Rezept. Das geht ganz leicht:

Grundidee: Zwiebel anbraten, mit Wein löschen, Thunfisch rein, Gewürze dazu, rühren, gewürfelte Tomaten und Tomatensaft dazu, schon wieder rühren, zum Schluss salzen. Die Nudeln könnten jetzt schon fertig sein, wenn wir vorher daran gedacht hätten, sie zu erwähnen oder gar zu kochen.

Im Detail sieht das natürlich ein bisschen gefinkelter aus:

Gewürfelte Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl anbraten (oder auch gleich im Thunfischöl, falls in der Dose vorhanden; Achtung beim Kauf, “Thunfisch naturelle” ist in Wasser, nicht in Öl eingelegt). Geschnibbeltes Suppengemüse dazuwerfen (Sellerie, Peterswurzel, Petersilienstengel, Karotten uä, auch Stücke von Pfefferoni oder Chilis sind denkbar) und ein wenig mitbraten, würzen (Thymian, Rosmarin, Kümmel, Liebstöckel) und mit Wein ablöschen – weiß oder rot, wen kümmerts?

Bisschen reduzieren lassen, Hitze zurücknehmen. Nun die zweite Würzung: gepresster Knoblauch, etwas geriebener Ingwer (wenn man den mag), Senf. Dann den Thunfisch darin zum Schwimmen schicken, rühren, erwärmen lassen.
JETZT würd ich das Wasser für die Nudeln aufsetzen, welche immer euch belieben.
Gewürfelte Tomaten (ich nehm die aus dem Tetrapack, die sind hautfrei) und passierte Tomaten zum Thunfisch rühren, eine Weile schwach kochen lassen.
Insgesamt sollte das Ganze schon so 20-30 Minuten auf dem Herd stehen, damit das Gemüse auch weich wird. Erst gegen Ende der Kochzeit gehackte Petersilie einrühren.
Man kann die Sauce zum Schluss noch salzen oder auch mit ein wenig Suppenpulver würzen und auch ein bisschen binden. Gegebenenfalls mit Sambal scharf und schärfer machen.
Ganz fein ist ein Finish aus frischem Basilikum, geriebener Limettenschale und etwas Limettensaft. Finish nicht mitkochen.

Bong appetieh!

Man nagle mich bitte nicht auf Mengenangaben fest. Für zwei Esser genügt im Prinzip eine Dose Thunfisch, aber dann hat man zu viel Tomate. Also kocht man am besten gleich für vier Esser und isst einfach zweimal: Mit zwei Dosen Thunfisch, einer Packung gewürfelten Tomaten und einer Packung passierten Tomaten (je 500g), ca. einer Zwiebel, zwei Karotten, einer gelben Möhre und etwas Sellerie und Peterswurzel. (Den Lauch in den Suppengemüse-Mischungen werf ich immer weg, macht alles kaputt, nicht nur das Essen, auch die Nase, den Magen, den neutralen Kühlschrankgeruch und überhaupt.)

Mit ganzen Tomaten aus der Dose gehts natürlich auch, die kann man übrigens ganz leicht mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern. Vorsichtig! Sofern ihr auch lieber kocht als putzt. Vor allem sollten die Tomaten sich dazu bereits im Topf befinden, nicht in der Dose.
Frische Tomaten sind dabei geschmacklich meist unbefriedigend, besonders im Winter; mit saftigen Sommertomaten schmeckts aber toll, wenn man die Muße zum Häuten und Entkernen hat. Ich würde trotzdem zusätzlich passierte Tomaten oder -mark dazutun – es wird dann einfach röter, mir gefällt das.

Thunfisch gibts mittlerweile auch schon aus nachhaltigem Fischfang (“Fangmethode: Angel”). Allen Delphin-Liebhabern empfehle ich diesen – Beifang ist in diesen Dosen nicht enthalten.

Ja, ich weiß, dass die neue Rechthschreibung den Thunfisch nicht mehr so bethont siehth, mich kümmerth das aber nichth. Genau wie rauh ohne h ja auch gar nicht mehr rauh, sondern geradezu aalglatt ist. Ob Aale glatter sind als Thunfische, entzieht sich meiner Kenntnis. Zweifellos sind Tunfische aber geschäftiger als Aale. Oder als reine Seinfische. Auch mit den Stengeln kenne ich mich aus, widersetze mich jedoch. Nennth mich ruhig althmodisch. Stengel gabs schon, da waren Stangen noch Pfähle.

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. *sterb*

    Weißt eh … ich und Thunfisch … ^^

    Klingt aber selbst für jemanden, der Thunfisch nicht mag, unheimlich appetitanregend!

    Und dann auch noch die Kartoffel/Tomaten/Möhren-betont un-österreichische Formulierung – vermutlich zwecks kulinarischer Verständnis-Expansion über die deutsch-deutschen Grenzen hinaus?

    Sagenhaft! ]=)

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  2. Nein, zur besseren Auffindbarkeit im Supermarkt. ;) Such dort mal ein Tetrapack mit der Aufschrift “Paradeiser in Stücken”. Es kommen allerdings auch Karotten im Text vor, wie ich betonen möchte; ich mag aber auch das Wort Möhrchen. Möhrchen sind süß. Und gelbe welche sind auch in meinem echten Sprachgebrauch Möhren, keine Karotten.
    Ich wollt ja morgen was mitbringen, aber beim Öffnen der zweiten Thunfischdose fiel es mir wie Schuppen von den Haaren. :D

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  3. Hier übrigens “Thon”, auch geschrieben (kommt wahrscheinlich vom italienischen “tonno”). Man bestellt hier im Restaurant ganz officiell einen “Salat mit Thon”. Als ich das zum ersten Mal hörte, war ich sehr gespannt auf das zu erwartende Klangereignis …

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  4. que raffinement – comme ca erfahre ich wie du Wein zu dir nimmst…

    btw: falls du eine Dose “ventresca”, also das Bauchfleisch des Viechs findest, so muss ein T(h)un schmecken

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  5. hm – also den besten thunfisch gibts bei wein&co (bonito del norte) im glasl. kostet aber ziemlich…. aber man gönnt sich ja sonst nix.
    und vorsicht: wer ihn einmal genossen hat, ist für den dosenfisch verloren.

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  6. lieber R-O, gerade das ventresca wird hauptsächlich in Dosenform angeboten, weil dadurch die Lamellen des Fisches erhalten bleiben, 9€ für ein Glas bei Wein&Co sind sicher prohibitiv, wenn man aber in Spanien lebt, findet man schon welches um 3€

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  7. Sind da auch Bohnen in so einem Salat, TM? Dann gäbs wenigstens eine kleine Chance.

    Gern geschahs, Vasili. Danke fürs Anfragen, hab eh schon viel zu lang kein Rezept mehr gepostet. Derzeit hab ich wieder Spaß am Kochen, und ich genieße das. Eine ganze Weile hat’s mich jetzt nicht so gefreut.

    Ich möchte nicht aus Gründen des Anspruchs vor vollen Thunfischdosen verhungern, glaub ich. Aber danke für die Tipps, hubbie & rudolfottokar! Vielleicht trau ich mich ja doch mal.

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  8. Möhrchen klingt süß, das stimmt. (Im Gegensatz zu Kartoffel oder Tomate.)

    Aber dass das, was wir Österreicher eigentlich als “Gelbe Rüben” bezeichnen, Möhren heißen soll, ist mir neu O.O.

    Hm. Vielleicht ja Südwest-Niederösterreichisch ^^.

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  9. Es gibt sogar schwarze Karotten, das ist was für dich!
    Rübe ist halt die generelle Bezeichnung für den Wurzelspeicher, eine normale Karotte ist also eine orange Rübe. :)

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  10. Das weiß ich sogar ^^.

    Mir war nur die Bezeichnung “Möhre” als auch in Österreich gebräuchlich neu …

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  11. Liebe Etosha, also Geelriibe oder Karodde, das geht auch hier in unserem Südwesten eures Nordens, aber Möhren? Nein. Das kommt irgendwie nicht so richtig aus dem Herzen; Möhrchen ist immerhin ein Versuch. Kartoffeln klingen übrigens süßer als Grumbeere. Süßkartoffeln sind in dieser Hinsicht unschlagbar. Eure Erdäpfel, das Pendant zu unseren “Krum”-Früchten, sind mir spätestens seit Joe Zawinul ebenfalls geläufig. Aber das war jetzt ein Exkurs. Mit Thunfischen geht bei mir einfach gar nix, ob Treibnetzfischerei oder nicht, wobei die Anglerei alleine ja noch keine nachhaltigen Fischbestände garantiert, mehr dazu eventuell hier http://www.wwf.de/themen/meere-kuesten/fischerei-und-fischzucht/jeder-kann-handeln/neu-fischratgeber/thunfisch/ – Angemerkt sei auch noch: Wenn sich Tunfische erst einmal in der Sonne aalen, dann stellt das die ganze neue deutschsprachige Rechtschreibrumregelei aber dermaßen auf den Kopf! Naja, thut ja nichts zur Sache, und sollte mein aktueller Kommentar deren Ernst nicht gebührlich reflektieren, entschudlige ich mich schon mal im voraus; in diesem Fall hätte mich wieder mal eine gewisse humoreske Grundtendenz deines geschätzten Weblogs mitgerissen. Am Rande bemrekt: Ich kann mich manchmal gar nicht so entscheiden, ob ich lieber mit ernstem Tiefgang oder mit schrägem Humor schreibe. Wie hättest du es tendenziell lieber? Und jetzt aber guten Appetit!

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  12. s€rry wegen schreybweyse – aber tasta kaputt…
    wegen möhren: meyne schwyegermutter (€bersteyermark)sagte MEEAAN…
    > möhren.das waren gelbe rüben…
    mörchen yst aber eher pyfkynesysch…
    ;-)

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  13. mkh, wenn man es nur ein wenig näher betrachtet, darf man gar kein Fleisch essen und auch keinen Fisch. Das muss jeder für sich entscheiden. Ich weiß zwar auch nicht, ob Süßkartoffeln glücklich sterben, aber ich hoffe es.
    Ad Tiefgang vs Humor: Ich überlasse dir die Entscheidung. Du räumst mir ja auch die Freiheit ein, mal ganz ordinär und unreflektiert beleidigt sein zu dürfen. Ohne süffisanten Unterton.

    Auch rudolfottokar darf mit Ypsilonen um sich werfen. Zur Sprachschubladisierung mag ich mich nicht mehr äußern.

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  14. Also, ich denke, das war weitaus mehr kommunikativ als süffisant.

    Was die Nutzung von Ressourcen betrifft, halte ich gar nichts von einer letztlich unpraktikablen alles-oder-nichts-Position. Beim Fleischessen oder Nichtfleischessen geht das noch recht leicht. Darüber hinaus ist man gefordert, sich Gedanken über nachhaltiges Wirtschaften und ebensolches Konsumieren zu machen und kommt mit entweder-oder nicht allzu weit. Aber darum gehts in diesem Artikel ja gar nicht und ich will das auch nur to complete niederschreiben und sag Tschüss und schönen Abend.

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  15. Entschuldige, ich hab einfach zu viel zu tun zur Zeit. Hierbei tatsächlich alles oder nichts: Arbeiten oder kommunizieren. Nachhaltig, das klingt immer so schön geschmeidig, aber tatsächlich hören gerade bei solchen Themen die Erkenntnisse nie auf, und nachhaltig heißt dann wohl vor allem “ständig neuen Wissensständen hinterherhechelnd”.

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