Nur zum Spaß

Heute früh in der Apotheke: Ich will mir eine neue Schachtel meiner Schmerzmedikamente holen (ja genau jene, die die Kasse nicht mehr zahlt; übrigens konnte auch die Patientenanwaltschaft sie nicht vom Gegenteil überzeugen).
Ich sage dem Apotheker, was ich möchte, worauf er mich fragt: „Wozu brauchen Sie die denn? Sie sind doch noch viel zu jung für sowas!“
Ich kam mir vor wie eine Fünfjährige, die Zigaretten kaufen will.
Gerächt hab ich mich dafür an ihm mit einer 15minütigen krankengeschichtlichen Abhandlung im Staccato-Stil, und setzte noch zweimal nach, als er sich schon räumlich von mir entfernte, um mir einen zarten Wink zu geben. War anstrengend, aber ich gehe davon aus, dass er mich das nie wieder fragt.

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lustig! Quasi: richtig so! Ich finde es auch lästig, wenn man für seine nicht ganz alltäglichen Anforderungen immer zur Rechtfertigung aufgefordert wird.

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  2. Hab keinen Grund, mich schäbig zu fühlen, oder? ;) Vielleicht dachte er dann sogar, dass ich noch schlimmer bin als die alten Damen.

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  3. du hast einen großen Dienst für die anderen Kunden gemacht. Denn sicher wird er sie nicht mehr fragen, nachdem er nun weiß, daß schlimmes Aua nichts mit hohen Alter zu tun haben muß.

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  4. Übrigens, Herr Waschsalon, hat es mich sehr erheitert, den Herrn Mag. Apotheker im Nachhinein als ‚Verkäufer‘ bezeichnet zu sehen.

    Was mich daran ja so geärgert hat, Rotfell, – abgesehen von der Dreistigkeit an sich – ist der Umkehrschluss dieses Apothekers, der doch tatsächlich glaubt, dass dieses Medikament, weil die Kasse es nur noch für Patienten bezahlt, die über 65 sind und ein Magengeschwür haben, bei jüngeren Menschen weder nötig noch sinnvoll wäre.
    (Dabei war der Kassenentscheid mit Sicherheit eine reine Geldfrage, weil das Päckchen mit 30 Stück eben stolze 30 Euro kostet.)

    Es steht im Beipacktext bei den Indikationen übrigens ‚Menstruationsschmerzen‘ – die bei Patienten über 65 ja doch eher unwahrscheinlich sind.

    Wenn man mal zuviel Zeit hat, überprüfe man den Satz „Dieses Medikament wirkt bei jungen Menschen nicht, weil es zu teuer ist“ auf seinen Sinngehalt.

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  5. Mich hat es darüber hinaus auch sehr erheitert, dass Herr Waschsalon aus dem Herrn Apotheker nicht nur einen Verkäufer, sondern eine Verkäuferin gemacht hat!

    Mit der Begründung zu zarten Alters wurde mir von der Kasse auch seiner Zeit eine Verlängerung der Reha, die von Ärzten dringend angeraten wurde, abgelehnt. Ein so junger Mensch könne mehr Eigeninitiative zeigen, als ein älterer, so die Begründung. Dass ein jüngerer Mensch eventuell aber noch länger lebt und schlimmsten Falls für hohe Folgekosten sorgen kann, wenn nicht richtig wieder ‚repariert‘ (auch mal rein wirtschaftlich gedacht), dies war auch kein Gedanke der Kasse.

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  6. .. wieder ein Grund mehr – neben dem finanziellen – auf eine der vielen Internet-Apotheken zurückzugreifen.
    Zum Preisvergleich im Vorfeld einfach wwww.medizinfuchs.de eingeben. Viel Erfolg :)!

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  7. iwi, Sauerei. Dieses kurzfristige wirtschaftliche Denken erstaunt mich bei vom Charakter her so langfristig angelegten Institutionen sowieso immer wieder. *seufz*

    Follein Müller-EL., willkommen in der Pfanne, und danke für Tip Link, das werd ich in Erwägung ziehen.

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  8. ….. wenn´s die Kasse eh nicht zahlt und Du das aus dem eigenen Börsel berappst, geht´s den akademischen Verkäufer doch original nichts an, oder?!

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