Hungertücher

Während mein Mann sich bei seinen beruflichen Auslandsreisen im Hotel das Frühstück kredenzen lässt und im Restaurant das Abendessen, ernähre ich mich daheim – so der Running Gag – ausschließlich von Hungertüchern.

Das gestrige Hungertuch bestand in einem Restlessen aus der Pfanne, nämlich in Scheiben geschnittene Überbleibsel aus den letzten Tagen: Fleischlaberl¹ und Grammelknödel².
Schon gerösteter Kartoffelknödel ist ein Luxus für sich, umso mehr, wenn man ihm in der Pfanne von Zwiebelscheibchen, etwas Speck, ein paar Paprikastücken, geriebenem Grana und einem geschlagenen Ei Gesellschaft leisten lässt.
Aber der gescheibte, geröstete Grammelknödel schlägt ihn noch um Längen. Was für ein Genuss! Das Badewasser vom Freitag, typische Ingredienz für Restlessen, war zwar nicht dabei, dafür gabs dazu Chinakohlsalat. Was brauch i a Hotel?

Apropos Diät: Der letzte Schrei aus Paris dem Wiener Umland ist übrigens die sogenannte Berry-Tomate©:

Berrytomate

¹ Frikadelle
² Griebenklöße? *rofl*

Wikipedia-Artikel Österreichische Küche

20 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. “Restl”, das ist interesting. In CH sagt man ja “Resten”, “Es gibt heute Resten.” (sowas doofes).

    Ich hab keine Ahnung, was ein Grammelknödel ist. Und wenn wir gerade mal dabei sind: was ist eigentlich Geselchtes? (Ich könnt jetzt nachgucken, aber ich hab ja hier ne Frachfrau.)

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  2. Nö, Baumgarf – für den Winter kommt natürlich die Stachelbeertomate! :))

    TM, es lebe dem Schweizen Dativ. ;)
    Grammelknödel sind Kartoffelklöße, gefüllt mit Grieben (sagt ihr das so? Das Zeug, das entsteht, wenn man fetten Speck in die Pfanne wirft und ‘auslässt’). Schmeckt subba und hat ca. 5 Mio. Kalorien. Der Normalverbraucher isst dazu Sauerkraut, Etosha aber RoteRübenSalat mit Sauerrahm.

    Geselchtes (‘Gsööchts’!), das ist gesalzenes, früher geräuchertes, jetzt nur noch gepökeltes Schweinefleisch von der Schulter oder vom Schlögel oder so; das kommt meistens in so einem Haarnetz daher. ;) Wird gekocht verzehrt, sehr gerne mit Kartoffelpüree, oder auch mit Saft und Knödel.

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  3. Aha. Was gelernt. Merci.

    Grieben und Fett sind nicht so mein Fall. Klösse mit Sauer- oder Rotkraut allerdings schon. Leider kennt der Schweizer Klösse oder Knödel generell nicht. Er kennt ja nicht einmal Kartoffeln (nur als Pommes oder Rösti, wobei Rösti wiederum was Feines sind) und outet sich damit als völlig kulturloser Banause … Rote Beete sind prima.

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  4. ja die hungertücher in spanien sind ganz geniessbar… für morgen wurde mir bereits stolz paella valenciana als mittagsmenü angekündigt, heute gab’s so einen eintopf (spanische variante von gulasch?), das bisher beste war gegrilltes fischsteak, auch die kalte vorspeise aus tuna&tomates&aceitunas war nicht zu verachten, und was natürlich nicht fehlen darf ist zum abschluss flan y un cafe solo. weil fruta gibts schon zum desayuno.

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  5. Todo bien, aber den Flan hättest du nicht erwähnen sollen. Ahora bin ich bös. ;p
    Der wär jetzt ein guter Trost für meine Zahnschmerzen.

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  6. ¡baeh, Flan, favorece crema catalan!

    P.S. derzeit vor Ort an der Costa Blanca, donde esta Martin?

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  7. Claro, wenn er einmal bis Torrevieja kommt kriegt er Carabiñeiros oder Lenguado mit Ingwer Salsa und Basmati, dazu einen Cava von Juve y Camps, ¡salud!

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  8. TM, soll ich dir Knödel per Post schicken? Vielleicht bleibt morgen beim Martinigansl Knödel&Kraut übrig.. Musst aber dann die Tupperware retournieren. ;))
    Und whytheheck heißen Rüben eigentlich ‘Beete’??

    hubbie, du wohnst in Altturmstetten? *g*
    Carabiñeiros klingt irgendwie nach panierten Gesetzeshütern. ;)

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  9. eigentlich bin ich Prellenkirchner, mein Winterquartier liegt suedlich vom alten Turm; also, die Panierten gibt es in Italien oder Portugal, die besten und groessten Gambas aber sind rot und heissen hier so…

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  10. Madame e., mit Knödeln bin ich eingedeckt, deutschen allerdings. Ich weiss nicht, ob österreichische grundsätzlich anders sind. Aber merci für das Angebot. Ich speiste einst in Steinbach am Attersee (aus gewissen Gründen) Topfenknödel, welche mir seitdem in allerbester usw.

    “Beete” ist ein Wort lateinischen Ursprungs für “Rüben”, die sog. Rote Rübe heisst gar beta vulgaris. Vergl. auch “Ludwig van Beethoven” (“Ludwig von den Rübenhöfen”). In CH heissen Rüben allerdings Randen.

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  11. Randen… Net verwirren. Immer schön eins nach dem anderen.
    Ha! Du bist ja so ein gscheiter Mensch! :) Das Beeterätsel ist gelöst, wie wundervoll! Danke, das wusst ich nicht.

    Ich kenne keine deutschen Knödel nicht, drum kann ich die Frage nach der eventuellen Andersartigkeit auch nicht beantworten. Aber wenn du eingedeckt bist, ists ja gut. Nur, dass du da zwischen den hohen Bergen nicht knödellos vor dich hin darben musst.

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  12. Knödellos, das ginge ja noch. Aber eben, simple Salzkartoffeln, richtiges Brot, Gemüse (Möhren, Erbsen, grüne Bohnen), Sauerkraut, eine gescheite Bratwurst, Kassler, eine ordentliche Suppe, Vielfalt im Bier, Obstkuchen vom Blech – nix!!! Kulinarische Tiefflieger und Bodenroller.

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  13. Hab soeben beim Lesen die Ränder eines Apfel-Rhabarber-Blechkuchens von meiner Mami verzehrt und dabei mitfühlend an dich gedacht.

    Bis auf das Bier könnt ich auch schwer auf das Aufgezählte verzichten.
    Naja, es muss eben einer damit anfangen! ;) Brings ihnen bei!

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  14. hubbie, danke für das angebot aber die ca 220km bis torrevieja sind mir dann für ein abendessen doch zu viel :)

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