Geträumte Metaphern

Mit dem Start in dein Leben, der Auswahl des Umfeldes und der beruflichen und persönlichen Voraussetzungen, ist es wie mit einer Autofahrt zu einem Konzert: Nimmst du den erstbesten Parkplatz, der sich dir bei der Anfahrt bietet, dann musst du den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen, und zwar ohne Kenntnis des Untergrundes, auf dem du dann laufen musst, aber nicht nur das: auch ohne noch zu wissen, ob du überhaupt Beine hast!

Wenn du spät dran bist, vertrödelst du kostbare Zeit und Energien auf dem Weg zum eigentlichen Startpunkt, du irrst nach dem Startschuss immer noch untätig weit hinter der Startlinie umher. Womöglich vergisst du sogar, wo du eigentlich hinwolltest. Dabei hast du im Bauch immer einen kleinen Rest Erwartung, eine Stimme, die dir sagt, wie sich das, was du tust, eigentlich anfühlen müsste. Nicht diese Müsste-Stimme, die aus deiner Erziehung übrig geblieben ist, oder aus dem religiösen Unterricht; die Stimme deines tiefsten Wesens. Mit diesem winzigen Navigator suchst du es hier und da, aber diese gewisse Unzufriedenheit bleibt, und das Gefühl des Getriebenseins, der Rastlosigkeit – bis dir durch einen Zufall oder die gezielte Suche wieder einfällt, was der ursprüngliche Plan war.

Das wäre halb so schlimm, wenn du beim Konzert nur Zuhörer wärst. Aber du sollst mitwirken, bist gar Solokünstler – nicht nur du selbst fühlst dich dann hohl, auch die Bühne wird ohne dich recht leer wirken.

15 Kommentare Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Ja, ich bin damit einverstanden, dass meine Daten gespeichert und mein Kommentar mit Name veröffentlicht wird. Die Datenschutzerklärung nehme ich zur Kenntnis.