Geheime Zeichen

Interessant, wie so manches unnütze Wissen schon jahre- oder jahrzehntelang vom eigenen Neuronenfeuer beleuchtet wird, während anderes im Dunkel des Nichtwissens versteckt blieb.

Im Zuge des Hype um die Verfilmung des Dan Brown Bestsellers ‘The Da Vinci Code’ höre ich in einer TV-Doku zum ersten Mal von Gaunerzinken. Nein, das ist keine unschmeichelhafte Bezeichnung für ein zu groß geratenes Riechorgan. Es handelt sich dabei um mehr oder weniger geheime Zeichen, die von Zigeunern, Hausierern, Bettlern oder eben ganz normalen Gaunern auf Gebäuden und Hauseingängen angebracht werden.

Anhand dieser Zeichen können Mitglieder der zinkenverstehenden Gruppe etwas über das Haus und dessen Bewohner erfahren: Ob es sich dort zu betteln lohnt, ob es etwas bringt, nach Arbeit zu fragen, oder ob man eher mit zähnefletschenden Wachhunden rechnen muss. Auch geben die Gaunerzinken Auskunft, wenn ein Polizist in dem betreffenden Hause wohnt, oder eine alleinstehende Frau.

Aber auch über geplante kriminelle Akte informieren die Zinken, beispielsweise Einbrüche in Häuser, oder auch anstehende Diebstähle von fahrendem Gut.

Eine Übersicht über die gängigen Zinken gibt es hier in der Wikipedia und auf dieser Seite eines deutschen Codelexikons. Umfangreiche Informationen über Gaunerzinken, auch alte Symbole und andere Zinken, gibts auch dort.

Sogar offene WLANs werden mit Kreide markiert, diese Zeichen nennt man WarChalking.

Wusste ich bisher alles nicht. Ich bin aber sicher, es ist wie bei so vielen neuen Kenntnissen: Wenn erst das Bewusstsein auf eine Sache eingestellt ist, sieht man plötzlich überall, was einem bisher niemals auffiel.

Gute Sache, dass man Blogs nicht mit Kreide bekritzeln kann. Sonst hätte so mancher schonmal sowas hier abgekriegt:

Zinken

Nein, keine Erklärung, hier muss man sich immer noch selbst ein Bild machen, nach dem Motto: Selber lesen macht schlau.

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