Erwiderungen, verloren in Perplexität

Ich bin hier Kunde, und es ist Ihr verdammter Job, mir Briefmarken zu verkaufen. Wenn Sie dafür zu wenig Zeit zu haben glauben, dann reduzieren Sie gefälligst das Geschwätz mit Kunden, die Sie zufällig persönlich kennen, während andere Kunden warten. Oder sollte ich das besser mit Ihrer Chefin diskutieren?

(Heute auf meinem Lieblings-Postamt, von mir auch “PMS-Geschwader” genannt.)

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hab ständig PMS. Also chronisch. Ich bin bestimmt nicht nur der führende Intellektuelle meines Häuserblocks, sondern auch der fieseste Kunde in ganz Europa, ziellos durch die Plunderhöllen der Innenstadt streifend wie einst der Minotauros durch sein Labyrinth und darin hilflose Verkaufsmäuse dahinmeuchelnd, daß es nur so eine Freude ist …

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  2. Wogen des Mitgefühls branden Dir entgegen…

    Meine spärlichen, aber manchmal doch notwendigen Besuche auf den diversen Postämtern dieses Landes sowie auch nur einfachen Kontakt mit den diversen “Dienstleistungen” (welch Euphemismus)dieser Brutstätte des Sadismus lassen mich Seiten an mir entdecken, die mir gar nicht gefallen.
    Habe ich denn einen so verwerflichen Charakter, dass ich…
    …mich tatsächlich freue, wenn Postämter geschlossen und Postler in schwere Existenzkrisen geworfen werden?
    …auf beliebige Gegenstände in Postgelb mit heftigen Tourette-Ausbrüchen reagiere?
    …auch lieben Freunden, die mich bitten, etwas per Post zu schicken, geneigt bin, meine Freundschaft zu entziehen?
    …mich dabei ertappe, im Vorbeigehen meinen Postkasten anzuknurren?
    Verzweifelt, Dein Chief

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  3. Lieber TM, vielleicht wirst du in deinem nächsten Leben eine Frau, das wäre eine Erklärung für dein chronisches PMS. Leider hilft dagegen so gut wie nix, aber zumindest kannst du damit vor Gericht mildernde Umstände erreichen, wobei die Tatsache, dass du ein Mann bist, meiner Einschätzung nach angesichts des Gleichbehandlungsgrundsatzes keine Rolle spielen dürfte.

    Die drei Tussen in diesem Postamt treiben mich in den Wahnsinn. Die sind manchmal so schasfreundlich, dass ihnen der Schleim von den Gesichtern trieft, und dann wieder kann man sich unvermutet von einer der sogenannten Damen eine redensartliche Goschn anhängen lassen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Und weder auf das eine noch auf das andere bin ich jemals wirklich vorbereitet.

    Lieber Chief, sorge dich nicht. Der Mensch ist oft nicht mehr als die Summe seiner Erlebnisse, und es fällt vielen schwer, ihre Überzeugungen aus eigenem Antrieb zu hinterfragen und schließlich zu ändern. Versuch es für den Anfang mit sympathischen gelben Gegenständen wie Zitronen oder Quietscheentchen. Wenn es dir gelingt, dass die nicht mehr rot werden, kannst du zur nächsten Stufe übergehen: Bananen, Schönbrunn. Mit dem Betreten eines Postamtes solltest du aber noch warten, bis du nachweislich einen völlig stabilen Geisteszustand erreicht hast. Ich hoffe, dass du dann bald auch wieder Freunde hast, und würde mich freuen, wenn du uns über deine Erfolge auf dem laufenden hieltest.
    Aufmunternd, deine Etosha

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  4. Ich muss leider firmenbedingt zweimal die Woche dorthin, da werd ich nicht für eine private Briefmarke extra woanders hinfahren.

    Privat würd ich mir das aber niemals antun!

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  5. Hmmm … von mir aus darfst du gerne im Postamt meines Vertrauens fremdgehen. Hier ums Eck auf der Schönbrunner Straße sind sie sehr freundlich und zuvorkommend; und sogar die Schastrommel-Dichte hält sich in erfreulichen Grenzen. (Wir sind ja hier schließlich in Bobo-Central ^^)

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  6. während meine Wiener Hauspostille 1214 noch von einem echten, muffligen Pragmatisierten geleitet wird, der seine asvg-vertraglich dienende Unterläuflerin unbeeindruckt von den bis an die Strasse anstehenden Kunden allein die Arbeit machen lässt, sind “meine” Spanier zwar südländisch locker und freundlich, allerdings bei einer Zustellungsquote, die direkt proportional zu landesweiten Feiertagen – und deren gibt es zahllose mit bis zu einer Woche verlängerten puentes – abnimmt, wobei ich selbst schon einen Correos-Behelmten auf einem knallgelben Moped beobachtet habe, wie er in Zeitungszustellermanier paketweise Sendungen einfach auf die Strasse vor Wohnhäusern geschmissen hat, weil er es offenbar eilig hatte, in sein Kostüm für die Feria “Mauros y Christianos” zu kommen…

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  7. “So, Mädels, das ist diesmal ein Überfall! Sämtliche Flossen hoch! Smalltalk abbrechen. Hey, du an Schalter drei auch – Schnauze! Und jetzt: Ob mit oder ohne PMS – Briefmarken! Alle! Her damit! Oder … ehm, ja: ich schieße!”

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  8. Ceh, danke, das ist immens großzügig von dir, aber dorthin ist es mir vom 23. aus zu weit. Vielleicht kannst ja einfach die begrenzte Schastrommeldichte nach Süden weiterleiten?

    hubbie, schlimmer geht immer, das weiß man. Aber wenn’s in so wohlgefeilten Worten daherkommt, ist’s trotzdem ein Genuss.

    Naaa, mkh, da ziehe ich meine Art der Aggressionsbewältigung vor. Bloggen und gut iss.

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  9. Danke, Axel, sehr passend! Und so geduldig erzählt! :D
    (Ich musste dich erst aus dem Spam fischen und ein bisschen abklopfen. Erstkommentar und dann noch mit Link – meine Schergen sind da sehr genau! ;)

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