Der Zoo in Zlin

Bergauf und bergab, durch weitläufige Laubwälder, vorbei an kleinen Schlösschen und an großen Tieren, die in ihren Gehegen reichlich Platz und Auslauf finden – so präsentiert sich der Zoo Zlín. Nichtmal dichter Nebel an einem Herbsttag vermag das Erlebnis zu trüben. Die Blätter leuchten golden und rot von den alten, hohen Bäumen. Stundenlang kann man hier wandern und die Ruhe genießen, nur manchmal durchdringt ein mysteriöses Grollen oder ein Vogelruf die Stille.

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Die Gehege sind nicht dicht an dicht gebaut wie in Schönbrunn. Und sie sind recht weitläufig. Manche darf man sogar betreten und mittendurch wandern, wie beispielsweise jenes der Känguruhs. Boxhandschuhe werden vor dem Gatter allerdings nicht ausgehändigt.
Ein wunderschönes Tropenhaus gilt es zu erkunden, und hier und da bietet ein frei gelegenes Biotop neben dem Weg exotischen Seevögeln eine Heimat. Aufgrund der Höhenunterschiede gibt der Wald erst nach und nach den nächsten reizvollen Anblick nach unten oder oben frei, auf ein weiteres Gebiet des Zoos, in dem man schon voller Vorfreude die nächsten Tiere wähnen darf.

Im Elefantenhaus sind die Tiere während der Fütterung in mattgelbes Licht getaucht. Der Pavillon ist wunderbar fototauglich, es gibt kaum störende Hintergründe, Gitter, Stangen oder Glaswände, die in Schönbrunn den Fotografen regelmäßig in die Verzweiflung treiben. Man betritt den Pavillon von oben über eine Galerie mit freier Aussicht auf die Elefanten, und über eine Treppe ist der ebenerdige Bereich zu erreichen, wo mich dann nur noch ein niedriges Geländer und ein abschüssiger Graben von den schönen Tieren trennt. Ich kann mich gar nicht losreißen.

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Der Löwe mit der dunklen Mähne durchstreift unablässig sein Revier. An der Oberseite des Geheges hält er jedesmal inne und brüllt genussvoll, wohl weil dort eine hohe künstliche Felswand seine Stimme verdoppelt zurückwirft und durch weite Teile des Parks dröhnen lässt. Er scheint dabei stets ein bisschen an Schulterhöhe zu gewinnen. Die Löwin jedoch bleibt davon völlig unbeeindruckt und gönnt sich einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Und auf dem Waldweg, der hierher führt, horcht der nächste Besucher und fragt sich, wessen Grollen das wohl sein mag.

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Insgesamt war es eine eher anspruchsvolle Wanderung für die couchaffine, aber durchaus auch fotoausflugsgewöhnte Menschin, besonders, wenn sie eben auch ihre Ausrüstung mitschleppt. Es hat sich aber sehr gelohnt – für die stillen Glücksgefühle beim Anblick der Tiere und des wunderschönen Herbstwaldes in familiärer Eintracht.

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hör ich da eine beinah unmerkliche Ironie heraus, TM?

    Thx, Martin.

    Lily, ich weiß, da hab ich schon sehr tief ins Kitschkisterl gegriffen – aber die Natur ist per se kitschig! Hab am 1. November einen Sonnenuntergang fotografiert, den glaubt mir keiner. Guckstu hier.

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