Achtens

Es war im Juli, da warf Frau Jekylla ein Stöckerl in meine Richtung, das mich allerdings in einer unsozialen Phase erwischte, in der mich nichts dazu trieb, mir selbiges unter den Nagel zu reißen. Dann kam die Pfannendysfunktionsphase, und jetzt bin ich richtig stolz, dass ich es wiedergefunden habe, obwohl sie mich im entsprechenden Eintrag nicht verlinkt hat (was, nebenbei bemerkt, liebe Stöckerlwerfer, die Sache durchaus erschwert und bestimmt die Aufheb-Quote entsprechend senkt).

Jeder beschreibt acht Dinge von sich. Wer das Stöckchen zugeworfen kriegt, schreibt das alles in sein Blog rein, mitsamt den Regeln. Nun überlegt man sich, an welche acht Personen/Blogs man das Stöckchen weiterreicht. Schlussendlich schreibt man bei den Betreffenden einen entsprechenden Kommentar in das Blog.

  1. Ich bin nur eineinhalb Meter groß. Trotzdem trage ich nur ganz selten hohe Schuhe – ist mir zu viel Quälerei.
  2. Dass Mittagsschläfchen immer noch so verpönt sind, halte ich für überkommenen, leistungsgesellschaftlichen Standesdünkel – oder den Neid der Besitzlosen. Meine Lieblingszeit für ein Schläfchen ist während meines Leistungstiefs nachmittags zwischen vier und fünf, und ich schäme mich überhaupt nicht.
  3. Zu meiner größten Freude sinkt meine emotionale Erpressbarkeit täglich, bei gleichzeitigem Ansteigen meiner Ursprünglichkeit.
  4. Ich sehe nachts gar seltsame Dinge, die sich jeder Beschreibung hartnäckig widersetzen. Den Erklärungsansatz einer Schlafparalyse hab ich mittlerweile ausgeschlossen.
  5. Ich glaube nicht an Gott, jedenfalls nicht an einen externen in einem herkömmlich-religiösen Sinne. Mitglied der evangelischen Kirche bin ich aus rein menschlichen Gründen.
  6. Die Beziehungen zu anderen Menschen, jene zu mir selbst und den Humor halte ich für die wichtigsten und interessantesten Aspekte des Lebens.
  7. Auf die erst kürzlich erfolgte Diagnose einer schubhaft entzündlichen rheumatischen Erkrankung musste ich neun Jahre lang warten.
  8. Bei uns darf der Hund ins Bett.

Acht Menschen, die sich auch mal völlig vorgabenlos den Kopf über sich selbst zerbrechen dürfen? Vielleicht jene, die sich auf ‘Noch jemand hi-hier?‘ so nett gemeldet haben, abzüglich T.M., der ist ja ein Steckerlfischverweigerer.

baumgarfErnstjanocjapundieJuliaMerlixmkhdie NachtschwesterRotfell

Viel Spaß!

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Entschuldige, ich zähle mich mittlerweile auch zu den Stöckchenverweigerern. Hm, die Steckerl bringen mich irgendwie aus dem Rhythmus… – das war jetzt so eine spontane Aussage, die sicher schwer zu verstehen ist. – Deine Acht gefällt mir nichtsdestotrotz sehr gut. Ja, gefällt mir, was ich hier in deiner Pfanne bisher so vorfinde!

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  2. Kein Grund für Entschuldigungen. Jeder wie er mag. Dabei habe ich das Gefühl, gerade die Sache mit dem Rhythmus eigentlich recht gut nachvollziehen zu können. Manchmal habe ich auch diesen Eindruck. Dann wieder kommt’s mir gerade recht. Ist ein bisschen wie mit Smalltalk.
    Und vielen Dank, es freut mich, wenn’s gefällt.

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  3. Man muss auch mal ein Stoeckchen ne Weile liegen lassen koennen, das ist wie mit gut abgehangenem Fleisch :-)

    Bis auf 7 (Gottseidank) und 8 (schade, weil kein Hund und Pferd doch zu gross) kann ich fast alles unterschreiben. Und ich bin nur knapp vertikal im Vorteil.

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  4. Merkwürdige Wahrnehmungen bei Nacht? Sowas wie: Jemand, der im Schlafzimmer vorsichtig die Tür mit dem Spazierstock-Knauf aufschiebt?
    Eine sich ablösende Zimmerdecke, die sicher aufs Bett gefallen wäre, hätte mich Percanto nicht weinend am Fußende sitzend vorgefunden und angesprochen?
    Runde schwarze Dinger über dem Kopfende?
    Sowas in der Art? Oder ganz anders?

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  5. Hm. Ich sagte ja schon, dass die Merkwürdigkeiten sich schwer beschreiben lassen. Runde schwarze Dinger sinds zwar nicht direkt, aber ‘über’ ist gut. Dinge in der Luft, die da normalerweise nicht sind. Manchmal direkt vor meinen Augen schwebend, wenn ich sie in der Nacht kontrollhalber öffne, manchmal auf mich zustürzend. Pflanzenartiges Gewirr. Dunkle Energielinien. Wesen, die ich durch einen Sprung an die gegenüberliegende Zimmerwand (über einen Stuhl) verscheuche (was eindeutig gegen die Paralyse spricht).
    Alles über die wahre Umgebung gelegt wie eine weitere Dimension.
    Sowas in der Art. (Wobei die sich ablösende Zimmerdecke in mir so etwas wie ein Wiedererkennensgefühl weckt.)

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  6. Ja, dunkel und Wesen und Formen und über und “alles über die wahre Umgebung gelegt”, genau.
    So detalliert wie der Spazierstock ist es selten, meist ist es auch noch ein gutes Stück vom Gesicht weg, wenn ich es sehe, hat aber die Tendenz, herunterzukommen. Ich wollte schon alles entfernen, was im Schlafzimmer über Betthöhe ist – Deckenlampe, Kleiderhaken…, damit es nachts nicht in Bewegung gerät über mir.
    Es hat erst in der jetzigen Wohnung angefangen. Und dass es momentan weniger ist, führe ich auf die Ohrenstöpsel zurück. Zwar hilft Ohren-Zuhalten gemeinhin nicht gegen Sehen, aber seit ich die Ohren gegen das Geschnurchel des Nebenmirliegenden und lärmende Passanten und Tauben auf dem Dach verschließe, schlafe ich mehr/fester/überhaupt mal – und sehe weniger.
    Wäre vielleicht einen Versuch wert. Oder eine Langzeitstudie.

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  7. So, zur Abwechslung mal nicht ganz so verstockt (haha), sondern eine relativ spontane Beantwortung. Könnte aber auch daran liegen, dass besagtes Stöckchen ebenfalls schon seit Juli bei mir auf vollständige Bearbeitung geharrt hat. :o)

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  8. Rotfell, nö.

    Yo, Julia, das Sommerloch ist vorbei. ;)

    Sehr anständig und äußerst ungewöhnlich, baumgarf. Ich werde ab jetzt immer jemanden engagieren, der das Steckerl zwei, drei Monate vor mir wirft. *g*

    percanta, hihihiiii, “Zwar hilft Ohren-Zuhalten gemeinhin nicht gegen Sehen” :))
    Aber danke für den Tip!
    Ich glaube sowieso nicht, dass es reelle Gegenstände sind, die sich da bewegen. Das Abmontieren von Kleiderhaken halte ich daher für sinnlos.
    Klingt schon auch alles sehr nach Schlafparalyse bei dir. ‘Leider’ bin ich nicht paralysiert. Hast du darauf schon geachtet? Kannst du dich währenddessen bewegen? (Also, über das Öffnen der Augen und den Atem hinausgehend?)
    Die Langzeitstudie bleibt mir sowieso nicht erspart. ;) Aber was genau meinst du damit?

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  9. Im Schmerzmittelrausch ‘mal schnell beantwortet – sonst wäre das ja nie was geworden. Mit der regelkonformen Weiterleitung hapert’s allerdings.

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