Blumige Sprache

Längere Autofahrten oder Flugreisen eignen sich hervorragend für lockere Sprachspiele, wenn einem kein anderer Unsinn mehr einfällt, den man in saloppe Worte gießen und hernach zum Amüsement der von vorbeieilenden Luft- oder Landschaften zu Tode gelangweilten Mitfahrerschaft von sich geben könnte.

Ein solches Spiel ist “xy von A bis Z”, das ich eigens für solche Gelegenheiten erdacht habe. Es ist sowas wie Stadt/Land für Mittel- oder Papierlose – man einigt sich auf eine oder auch zwei Kategorien, wie etwa Städte oder Tiere, dann sagen alle Mitreisenden abwechselnd so viele Kategorien-Vertreter mit dem Anfangsbuchstaben A – Amsterdam, Affe, Adaxl -, bis es allen Spielern vom Nachdenken böenweise aus den Ohren staubt. Dann geht man zu B über, und so weiter. Ja, die Spielidee ist nicht gerade aufsehenerregend kreativ, aber durchaus unterhaltsam.

Kreative Neuschöpfungen bzw. -züchtungen sind in diesem Spiel nicht selten – das ist auch viel einfacher, als das Gedächtnis nach tatsächlich Existentem zu durchforsten. Gestern spielten wir die Kategorie Blumen, mit großmütiger Toleranz für überhängende Zimmerpflanzen. Da ersann meine Mutter wunderschöne Blumen mit wohlklingendem Namen: Strontien. “So heißen doch die mit den drei schwarzen und drei gelben Blütenblättern, oder…? Ach nein, die heißen Cäsien!”

Leicht daneben ist auch ok, so zitterte das Wort Espenlaub durch den Raum, und es erschienen sowohl Dornröschen als auch Gürtelrosen. Das Hirn spuckt dabei aber auch verblüffend unpassende Begriffe aus, und zwar ohne den zeitraubenden Umweg über eine etwaige Hirn/Mund-Schranke. Nach Margerite, Moosröschen und Mohnblume warf ich ganz unverkrampft eine Muldenzentrale in die Runde. Gelächter, freundlicherweise kein Stop beim nächstgelegenen Gugelhupf, sondern nur die Frage, wie die denn blühe. Na, natürlich in orange – mit schwarzer Aufschrift!

Bei Z waren wir dann schon merklich ausgelaugt. Um noch einen allerletzten Punkt zu landen, sagte ich “Zitzerlweis – das ist das kleine Edelweiß”, worauf meine Mutter konterte: “Zypresse – das ist das Große für die Zitronen”.

14 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ich weiß, das ist jetzt langweilig, aber….
    Zimmerlinde!
    (hab grad ein paar samenkörnderln davon im topf zum wachsen)
    ;-)

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  2. mkh, sehr universell, die passt nämlich auch zu Strontien ganz gut.

    Oh, rudolfottokar, dann toi-toi-toi! Ich zücht mir auch immer was, zuletzt einen Annona-Baum aus Madeira-Samen, der ist schon 30 cm hoch! :)

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  3. Ich lernte gerade im Mutterland desselben, es heißt “Kougelhupf”.

    Wir bilden immer neue Worte durch Buchstabendreher o.ä. “Brühwein”, “Wonnepfropfen”, “Gerichtsbeschuss”, “Abwatschmittel” waren meine letzten Schöpfungen.

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  4. Ja, die Franzosen. Alles beanspruchen sie für sich. Klingt ja auch so waaahnsinnig französisch, das Wort. ;P
    Abwatschmittel find ich gut. :)) Wir (die wir uns immerhin beim Chatten kennenlernten) bilden neue Wörter auch durch Tastatur-Vertupper, wie beispielsweise die (bei uns klassische) Finsternus.

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  5. mkh: o.ä.! Wie nennt man das, wenn man einen Buchstaben durch einen anderen ersetzt oder einen einzelnen hinzufügt, so daß sich der Sinn ändert? Mein Favorit ist ja immernoch “Schwiergemutter”.

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  6. “Schwiergemutter” ist latürnich eine leer gesungene und gefickt eingeschädelte prautslachliche Wertschöpfung. [Jettz hör ich besser auf!] – Mein Favorit bleibt das das “Abwatschmittel”.

    So, bis bald und heute schon mal: Postit Neujahr!

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