Sonntag

Vor einer Sonntags-Grillerei mit Familie muss man:

Früh aufstehen
Frühstück für Mann, von Samstags-Grillerei übernachtete Mutter und einen selbst kredenzen
Frühstückstisch abräumen
Geschirrspüler einschalten
Küche aufräumen

Mutters Hund für ein paar Stunden beaufsichtigen
Den Garten von Hunde-Hinterlassenschaften befreien
Hände waschen
Besteck, Servietten, Teller, Salatschüsseln und Platzdecken zusammentragen
Den Tisch decken
Viele Kräuter aus dem Garten holen
Viele Kräuter schnibbeln, viele Limetten und Zitronen und Knoblauchzehen pressen
Fisch-Marinade vorbereiten
Tomatensalat-Marinade (Spezialrezept) vorbereiten
Marinade für grünen Salat vorbereiten
Merkwürdige Musik in den CD-Player drücken
Kaffee vorkochen und in die Thermoskanne füllen
Kaffeetassen und Teller herrichten
Salat waschen, zerzupfen und in einem feuchten Tuch zwischenlagern
Tomaten und Paprika waschen, schnibbeln und zwischenlagern
Kartoffeln schneiden und in einem Topf zum Kochen vorbereiten
Knoblauchsauce (Spezialrezept) machen
Des Mannes Lieblings-Marinade für gekochte Kartoffeln machen
Tablett mit Folie überziehen zum späteren Marinieren der Fische

Nach dem Eintreffen der ersten Gäste muss man:

Mitbringsel übernehmen
Mutters Hund am Bellen hindern
Viele Blumen auf viele Vasen verteilen
Mutters Hund am Bellen hindern
Mutters Hund am Bellen hindern
Mutters Hund am Bellen hindern

Nach dem Eintreffen der nächsten Gäste muss man:

Mitbringsel übernehmen
Viele Blumen auf viele Vasen verteilen
Mutters Hund am Bellen hindern
Sechs Forellen übernehmen, waschen, trocknen und marinieren
Siebenten Fisch (von gestern übrig) auch marinieren
Mutters Hund am Bellen hindern
Getränke holen
Kartoffeln kochen
Salate fertigstellen
Brot abschneiden
Alles runtertragen

Zwischendurch muss man:

Sich Gehör verschaffen um des Mannes Lieblings-Marinade für gekochte Kartoffeln zu präsentieren
Fisch essen (vom Mann gegrillt)
Salate nachfüllen
Weiteressen
Mann hindern, mehr Brot abzuschneiden, weil ohnehin welches am Tisch steht
Salate nachfüllen
Fertigessen, während der Tisch von den anderen bereits abgeräumt wird
Freundlich gucken
Zwei Hunde mit Fischköpfen füttern

Keine Zigarette rauchen
Stattdessen den Geschirrspüler einräumen und Reste entsorgen oder verstauen
Drei ausgeborgte, jetzt schmutzige Fischgitter mit in den Geschirrspüler packen
Restliches Geschirr spülen
Konversation machen
Fotos machen
Eines Kleinkindes Begeisterung für Kamera schüren und es Knöpfe drücken lassen
Hausführung mit ortsunkundigem Gast machen

Nicht mehr benutzte Gläser abservieren
Geschirrspüler ausräumen
Drei ausgeborgte, jetzt saubere Fischgitter dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben
Weintrauben auf Tellern verteilen und den Gästen kredenzen
Wespen verscheuchen
Freundlich gucken
Kaffeetablett und Milch runtertragen
Kaffee einschenken
Kuchen essen
Kaffeegeschirr abräumen
Geschirrspüler einräumen

Vorbereitet mitgebrachte Bowle mit Sekt finalisieren, einschenken und servieren
Bowle essen
Bowlegläser abräumen
Geschirr spülen
Sich vom Mann küssen lassen und das Wort ‘Organisationsgenie’ vernehmen
Erste Gäste verabschieden
Kerzengläser für den Tisch holen und anzünden
Freundlich gucken
Konversation machen
Schnell alles ins Haus bringen, weil es plötzlich zu regnen beginnt

Weingläser spülen
Sich dafür rügen lassen, wie man Weingläser spült
Ein Weinglas beim Abschwemmen zerdeppern
Fotos anschauen
Bei nachlassendem Regen letzte Gäste verabschieden
Bei leichtem Regen den Pool abdecken
Zähne putzen
Ins Bett fallen
Nochmal aufs Klo müssen
Nochmal ins Bett fallen
Nicht einschlafen können
Schnarchenden Mann anrempeln

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ach ja, ist so ein Grillfest nicht was Schönes? ;o)
    Aber auch wenn es viel Arbeit ist, macht es dennoch viel Spaß und Freude (sonst würde man es ja auch nicht machen).

    Und ganz ehrlich, bei den Fischen hatte ich zuerst “waschen, trocknen und bügeln” gelesen. Kam mir dann doch etwas suspekt vor, es sei denn, man steht auf Flundern (jaja, so werden die gemacht, da schau her).

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  2. Man kann das so sehen, liebes Rotfell. Es heißt aber vielleicht auch ‘Nächstes Mal bitte wieder!’ Ohne Lob freilich wär’s gar nicht schön, darüber lässt sich nicht streiten.

    Klar, baumgarf, es macht mir ja auch Spaß. Es liegt mir, vorauszudenken und vorauszuplanen, rationell zu arbeiten und die Saat aufgehen zu sehen. Aber die Durchführung ist eben ausgesprochen ermüdend.
    Der Flunderfisch an sich braucht ja ein eigenes Fischgitter. Darum sehe ich generell vom Bügeln des Fisches nach dem Trocknen ab.

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  3. (heute als Hund antwortend..)

    da versteh einer meinen Menschen. Jetzt kommen doch tatsächlich jede Menge Fremde und immer wenn ich “Alarm” schlagen will -was ja mein Job als guter Hund ist-, werde ich darin gehindert.

    naja, dann bell ich halt beim nächsten (Einbrecher) auch nicht mehr….

    wuff, wuff (aber zum letzten Mal)

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  4. Als ich noch lebte, teilte man sich ein wenig von all dem unter den Ehegatten. Die Zeiten scheinen sich also seither geändert zu haben. Andererseits finde ich ja auch die Erwähnung »Feuer entzünden« nirgends.
    Sagenhafte Gedächtnisleistung übrigens, solltest du den Listenpunkt »ständig alles mitprotokollieren« nicht vergessen haben.

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  5. EdgarB, Platz! Ich verrat dir jetzt ein groooßes Hundegeheimnis: Einbrecher pflegen nicht an der Tür zu läuten! Und sie werden von deinen Alphatieren auch nicht mit Küsschen begrüßt.

    Jetzt posten schon Kommentatoren aus dem Jenseits bei mir! Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, Uli.
    Feuer entzünden ist traditionell Männersache. Huga-huga! Überhaupt hat alles andere, was für eine Fischgrillerei wichtig und hier nicht aufgeführt ist, ganz sicher Martin gemacht.
    Ich hab die Aktion ja perfide geplant, also weiß ich auch jetzt noch, was ich geplant habe. Ganz spät hab ich übrigens noch das Klo geputzt, das hab ich auf der Liste vergessen.

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