Kroatien 6

• Es macht mir Spaß, unversperrte Schränke nach Brauchbarem zu durchwühlen.

Das ist nicht meine Schuld! Er hat mich animiert. Zu meinem Appartment und jenem nebenan gibt es einen gemeinsamen Vorraum, darin befindet sich ein großer Schrank, auf dem im Leuchtschrift steht: “Durchwühl mich!” Die Gastgeberin sammelt dort offenbar alles, was die Gäste so liegengelassen haben. Beute: 2 Rollen Klopapier, 1 Flasche Shampoo, Flüssigseife und Spüli. Die Waage zwischen Zugeteilt und Erhalten schlägt sozusagen zu meinen Gunsten aus, und das gefällt mir.
Ich staune, wie stark ich mich bremsen muss, um den Schrank nicht aufzuräumen. Der auf allerlei hinterbliebenen Dingen in recht schräger Lage abgestellte Teller mit Kristallzucker bereitet mir dabei besondere Probleme.

• Ich hasse Becherovka immer noch. Selbst wenn er nach dem Essen aufs Haus daherkommt.

• Zauber der Technik: Nicht jedem, der versehentlich eine Taschenlampe zerlegt, erschließt sich die Funktionsweise des Schalters derselben auf Anhieb.

Und auch nicht auf den zweiten Blick. Manche Dinge bleiben einfach kaputt, auch wenn’s den technisch nicht ganz unbegabten Menschen schmerzt. Dabei war gerade diese Taschenlampe aufgrund ihrer farblichen Abstimmung auf das Auto (vulgo: “blau iss hoid”) besonders heilig.

• Das Sackerl fürs Gackerl eignet sich für die Hinterlassenschaften eines meerwasserdurchspülten Hundes nur bedingt.

• Der Kauf eines neuen Autoradios vor dem Urlaub ist kein Garant für Sound im Auto.

Irgendein elektronisches Ungleichgewicht, wie etwa ein Warnblinken der Innenraumbeleuchtung wegen offener Heckklappe (mein Auto ist recht mitteilsam) – und der Radio spielt nicht mehr. Also, genaugenommen spielt er schon, er tut zumindest so, auf allen Quellen sieht man ihn munter Sekunden runterzählen oder Frequenzen anzeigen – nur hört man leider nix. Und das am Tag 5 des Urlaubs.

• In Kroatien gibts echt oage Viecher.

Tarnen und Täuschen

Kreative Tarnung im Gräserwald. Aber auch der Schilderwald ist kreativ.

Servierkörper ahead!

Fotografieren ist am schönsten, wenn man dafür viel Zeit hat… und der Magen mit einem schönen, gebratenen Fisch beschäftigt ist. Manchmal will der irrtümliche Becherovka sich zwar einmischen, aber ich lasse es einfach nicht zu.

Zeit haben

Geistesgegenwart gehört allerdings trotzdem dazu. Bei einer Wanderung zur Inselspitze verlässt sie mich nach einem Selbstauslöserbild kurz – man ist ja manchmal einfach irgendwo da draußen mit seinen Gedanken – schon entfleucht die Kamera meinen Händen, und ein kroatischer Fels schlägt mir ein kleines Cut in das Display meiner G11. Aua. Kurz vorher sehe ich noch ein wenig fröhlicher aus.

An der Inselspitze

Auf der Terrasse gefällt es uns, und wie ich Freundin A. schon per SMS mitteilte, ist es nicht sonderlich furchtbar, für sie hier einen Artikel über Halloween zu schreiben.

Nicht der schlechteste Arbeitsplatz Terrassegucken

Das Knipsen von der Terrasse aus wird langsam zur lieben Gewohnheit. Urlaubende Menschen haben ja Zeit für sowas, während unten ein anderer Zeithaber dankenswerterweise ein ganzes Weilchen sehr ruhig sitzenbleibt.

Langzeit mit Zeithaber

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. ich bin ja grundsätzlich dafür, wenn ich in fremden ländern weile, die getränke der eingeborenen zu konsumieren. das macht meistens sinn. (de wern scho wissen, warum). nur – becherovka (was für ein herrlicher name) in kroatien?? der ghört doch nach böhmen. in kroatien hätt’ ich eher Travarica oder Šljivovica erwartet. seis drum. und was soll uns eigentlich das (untere) verkehrszeichen sagen? tät mich interessieren…

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  2. Blöd, wenn die Eingeborenen sich selbst nicht an die Getränkeregeln halten, rudolfottokar. Nach dem Essen wurde mir Schnaps angetragen, ich wurde nur gefragt “Süß oder scharf?” Und dann: Becherovka. Brrr.
    Ich geb dir einen Tipp zum Verkehrsschild: Rechts ist ein Lokaleingang, links (nicht im Bild) ein Gastgarten. Dazwischen verläuft die Straße.

    Das Mauerwerk wird ja liebevoll von den Besuchern wiederaufgebaut, mkh, Stein für Stein. Insofern steht’s wahrscheinlich noch weitere 100 Jahre.

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  3. Bisher kannte ich nur Steintürme als outdoor social network. Dass sogar historische Bausubstanz kollegial wieder aufgebaut wird, war mir unbekannt. Gewisse Bedenken, die Statik betreffend, hätte ich zwar noch. Auch der Baustil sollte hinsichtlich tradierter Architekturelemente noch einmal überprüft werden. Aber ansonsten würde ich das Projekt durchaus mal bei den europäischen Förderstellen für ländliche Entwicklung anmelden. Übernehme gerne das Antragsmanagement. Brauche dann nur ein paar Fotos zur Doku.

    (Und sag deiner Hund bittschön, dass sie da nicht dran hochspringt!!) (Obwohl, würde sie darauf hören?) (Mein Frollein Hund jedenfalls nur so lange, bis ich mich einen Augenblick von ihr wegdrehe.) (Egal, das Ding muss das eigentlich aushalten!)

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  4. Du glaubst, ich kann mir für meinen Beitrag (1 Stein) meine Ausgaben zu Anreise und Aufenthalt fördern lassen? Toll!
    Bedenken bestehen mE nicht: Hinsichtlich des Baustils sind die Sorgen unbegründet – es bleibt sehr nahe an den tradierten Architekturelementen dieser Gegend: Stein auf Stein, Stein auf Stein, etc. Die pluralisierten Baumeister sollten da also nicht weiter auffallen. Was die Statik betrifft, ist es ein darwinistisches System: Survival of the most fitting.

    (Meine Hund springt nicht an Steinmauern hoch, ich denke, die Aussichtslosigkeit des Unterfangens ist ihr bewusst.) (Aber generell kann ich bestätigen, dass die Hund an sich eher nur dann brav ist, wenn man ihr zugewandt steht.)

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  5. Die am besten angepasste Trockenmauer wird also überleben? Das lässt aber jede Menge Spielraum für leichtfertige Versuche und mitunter schwerwiegende Fehlerquoten! Dennoch, ja, du kannst dir grundsätzlich solche Einsätze mit vermutlich um die 55 % fördern lassen, über LEADER beispielsweise. Die vorangehende Konzeption wird wohl leider nicht förderfähig sein. Und die Projektträger müssen mindestens siebenundzwanzig Vergleichsangebote anderer Kroatienreisender zur Dokumentation des Vergabeprozesses vorlegen. Außerdem musst halt selber erst mal kofinanzieren, weißt ja. Dein Stein-auf-Stein-Dings geht nicht.

    (Hunde, die nicht brav sind, gehen gar nicht! Womöglich hat die sogar einen eigenen Willen? Unglaublich.) (Man sollte ohnehin auf maschinelle Vierbeiner umsteigen. Die haben dann sogar einen Baggermodus und können spielend Kalksteine aufeinander schichten statt nicht an ihnen hochzuspringen.) Sind aber teuer im Unterhalt und dürfen nicht in Salzwasser kommen.) (Sonst kommen sie nämlich nicht, wenn man sie vom Strand runter ruft.) (Was aber belustigend für die Zuschauer ist.) (Und somit wiederum ein attraktiver kultureller Beitrag für die ländliche Entwicklung.) (Mal drüber nachdenken.)

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