Kolibri-Käfer? Nein, Wollschweber!

Ich hatte heute Gelegenheit, ein Insekt aus der Nähe zu betrachten, das ich bisher immer nur in zackigem, kolibriartigem Flug von Blüte zu Blüte gesehen habe. Hat sich in meinen Wintergarten verirrt und war ziemlich geschwächt, sodass ich ihn fotografieren konnte. Danach habe ich ihn selbstverständlich in die Freiheit entlassen und auf einer Blüte abgesetzt.

Kolibri-Käfer, irgendwie. Aber auch bienenartig. Mit Schmetterlingsrüssel. (Eigentlich nicht, da offenbar nicht einkringelbar.) Hab ich früher in dieser Gegend hier nie gesehen, erst seit einigen Jahren.

Das Tier heißt Großer Wollschweber (Bombylius major).

Ich hab hier ein neueres Foto (mit Größenvergleich):

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Doch: Was zum Geier ist das für eine schwarze Halbkugel in seinem Nacken? Das dritte Auge? Ist das die Vortäuschung „Ich bin ein Riesenvieh“?

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34 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Amis testen gerade solche Dinger, das sind unauffällige Aufklärungsflugzeuge. In der Halbkugel ist eine Kamera eingebaut – sieh mal genau hin, aber schau vorher vielleicht nochmal in den Spiegel. Und mach keine Grimassen. Vorne, das lange, spitze Ding ist die Antenne.

    P.S.: Seit langem dieses Jahr zum ersten Mal wieder Maikäfer gesehen. Im April. Ja, ich weiss, die sind ganz böse und so. Aber ich hab die gern.

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  2. Das Geräusch, das dieses Insekt macht, wenn es fliegt, würde zur elektronischen Theorie passen. Durch die hohe Flügelschlagfrequenz ist es unverkennbar.
    Dann wird er wohl mittlerweile berichtet haben, dass ich ihn zu Spionagezwecken auf liniertem Papier abfotografiert habe.

    Leider sind Maikäfer selten dämlich. Verfliegen sich dauernd, und checken nicht, wenn man sie wieder an die Luft gesetzt hat. In langen Haaren sind die Viecher überhaupt ganz fies.
    Aber ich mag sie auch.

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  3. mir hat man bei einem ähnlich sich verhaltendem falter erklärt, es würde sich um ein taubenschwänzchen handeln.. allerdings sah das eher so aus..

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  4. Werd ich eventuell vielleicht mal wagen, Janocjapun, obwohl ja Entomologie eher nach Geflügel klingt. – Aber nur, wenn Herr Schmerles sich nicht wissend einmischt; danke für den Tip, Kristof! (Gibts eigentlich irgendwas, das es bei Antville nicht gibt?)
    Hab das Bild gleich mal dort gepostet.

    Huhu Van! Willkommen, falls es das erste Mal ist :) Öhm, falls nicht – willkommen zurück! ;)) (Mein Gedächtnis für Nicknames war noch nie das beste lässt allmählich nach.)
    Hast leider den Link vergessen! Ich weiß aber, was du meinst – so ein nachtfalterartiges Zeug!? Macroglossum stellatarum? Die sind allerdings wesentlich größer. Der Flugfips auf meinem Bild ist eher so daumennagelgroß. Unterdurchschnittlicher Daumen.

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  5. auch mein theresianischer Hausbiologe hat den Wollschweber bestaetigt…ein schlauer Geselle uebrigens, der seine Larven in Bienenstoecken „heranreifen“ laesst

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  6. So ein hübsches Tier, und so ein hübscher Name. Wie schade dass wir jetzt erfahren müssen, dass es sich tatsächlich um eine behaarte FLIEGE handelt, die unschuldige Bienenbabys killt ..

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  7. Hallo zusammen,
    bin erst heute auf die Seite gekommen über das Thema Wellen.
    Eindeutig ist das „fliegende Monster“ ein Taubenschwänzchen!
    Wenn Ihr in einer Suchmaschine „wie ein Kolibri“ eingebt, finden sich viele Einträge mit Bildern.
    Habe dieses Insekt seit 4 Jahren im Garten und bewundere diese Energie des Kleinen.
    Entfernungen bis 3000 km legt er zurück! Fressen ist nicht kanibalisch, sondern hauptsächlich Nektar von Kreuzblütlern.

    Gruß Ulli

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  8. also – ich wohn jetzt seit 30 jahren in hadersdorf. und diese putzigen viecherln, die ich immer kolibris nenne, gibts seit immer. also keine angst vor mutanten oder aliens.

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  9. Hallo Ulli und herzlich willkommen in meiner Pfanne!

    Das ist kein Taubenschwänzchen, auch wenn’s so ähnlich aussehen mag – Taubenschwänzchen sind um einiges größer und auch viel „nachtfalterartiger“. Der Wollschweber dagegen hat wesentlich kürzere Fühler, keinen Schwanz, facettige Fliegenaugen, manchmal einen verkümmerten Rüssel – und dann hat er diese auffällige „Halbkugel“ auf dem Rücken, von der ich immer noch nicht weiß, wozu sie gut ist. Vielleicht ein mimikry-Auge?
    Ein neueres Foto (mit Größenvergleich, da auf meiner Hand sitzend) gibts hier.

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  10. Hallöchen,

    Ich habe diese Insekten im Urlaub gesehen und bei wikipedia nachgeschaut, was die sind. Sie heissen Hummelschwärmer und sind eine Art Schmetterling.

    LG

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  11. Ich freu mich ja generell über Kommentare, aber langsam… Auch dieser Kandidat hat null Punkte. Ich weiß, es ist etwas viel verlangt, sich auch die Kommentare anzusehen, aber das Tier ist bereits bestimmt. Und es ist kein Hummelschwärmer. Habe den Originaleintrag jetzt editiert und hoffe, dass Google das auch bald bemerkt.

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  12. Er könnte natürlich auch von einem minimierten Zeitreisenden namens Weyprecht mit einer Speziallanze angegriffen worden sein. Du erinnerst dich vielleicht? (Ob man sich eigentlich an eine Zeitreise, die man verlebt hat oder die man haben wird, erinnern kann?)

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  13. Klar kann man sich erinnern, aber nur vorher.

    Apropos Weyprecht, da hab ich ein Foto für dich. Wird hier auch auftauchen, aber ich schick dir mal Mail.

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  14. Wollte das thema nomma hochholen.Erst vor 3 Tagen im Garten gehabt.Wusste garnicht,das die hier Heimisch sind.Schönes Tier,weil wie ein Insekt sieht es wirklich nicht aus.Grüsse

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  15. Hallo Freunde,
    ich wollte nur etwas einstreuen, nämlich eine kleine Entdeckung, die ich genau bei diesem Insekt gemacht habe. Es kann sich nämlich unglaublich schnell um seine Hochachse drehen. Klingt kompliziert – und ist es auch. Es ist so, als wenn das Insekt aufgespiesst wäre, mit einer Nadel, und dann dreht es sich um die Nadel.
    Nur das Ganze in der Luft und ohne Nadel – und das kleine Ding lebt.
    Wen das interessiert – und wenn es freigeschalten wird – kann man das auf einer Webseite ansehen, die ich zu diesem Thema mit kleinen Filmchen erstellt habe.
    Wenn man noch eine nette Nachricht im Gästebuch zurücklässt und evt. in Zukunft die kleinen Tiere besonders aufmerksam beobachtet und mir berichtet – dann freut es mich noch viel mehr.
    Liebe Grüsse
    Stefan

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  16. Danke fürs Verlinken, lieber Stefan! Das ist supercool und eine sehr spannende Entdeckung. Man fragt sich, wozu das gut ist, wenn man bedenkt, dass die Tierwelt sehr auf Energieeffizienz achtet. Vielleicht aber macht er es einfach nur, weil er es kann. :)

    Es erklärt jedenfalls, warum der „Blütenwechsel“ so eigenartig wirkt. Die Drehung ist zwar mit freiem Auge tatsächlich kaum zu erkennen, doch ich fand beim Beobachten immer, dass er seltsam zackig aussieht.

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  17. Liebe Etosha,
    (was für ein schöner Name!)

    vielen Dank für deine Rückmeldung und dass dir die Webseite gefällt.
    Wo hast Du den deinen Wollschweber aufgenommen? Das war schon in Deutschland, oder? Und dieses glänzende Teil auf dem Rücken – das sieht schon aus wie der Kopf einer Stecknadel. Oder was ist das?
    Zur Flugweise: Ich habe ziemlich viele Aufnahmen vom Flug des Wollschwebers gemacht – in Zeitlupe – so gut es eben ging. Diese Drehungen sind nicht so häufig. Nicht jedes eckige „Rumgezucke“ ist so eine Drehung dann in Zeitlupe.
    Die fliegen auch einfach so brutal gut.
    Schon verrückt, oder. Solche „Winzigen Luftbären“ und solche Fähigkeiten.
    Vor ein paar Tagen hab ich mit der Kamera aufgenommen, wie sie mit dem Rüssel vorne Pollen fressen. Das ist genauso verrückt. Ich muss das nur noch irgendwie in die Webseite einbauen. Die haben vorne so eine Art „Rüsselschnabel“ mit Zunge, damit können sie den Pollen zusammenschaufeln. Geht aber alles auch in Sekundenschnelle…
    LG, Stefan
    (ich hoffe, ich nerv nicht)

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  18. Danke, Stefan :) Nein, du nervst überhaupt nicht! Im Gegentum, ich freu mich über deine Entdeckung und die Videos. Ich mag Insekten, das wird dir aufgefallen sein, wenn du hier ein bisschen rumgeklickt hast.

    Ich nehme meine Wollschweber in Niederösterreich auf, da wohn ich nämlich. Das schwarze Ding auf dem Rücken – keine Ahnung, ehrlich. Vielleicht isses ne Glatze? :)

    Ich hatte haufenweise Wollschweber-Begegnungen heute. Wir haben unseren Pool frisch eingelassen, und die cyanblaue Farbe oder die Wasseroberfläche scheint sie magisch anzuziehen. Ich errette sie immer wieder, wenn sie reinplumpsen – einer ist sogar richtig kopfüber im Wasser gesteckt, was für ein Spinner! – dann puste ich sie an und seh ihnen beim Flügeltrocknen zu. Dann machen sie ihre rasanten Flügelbewegungen im Sitzen, das surrt und sieht super aus. Hab auch ein paar Fotos gemacht, aber bis die’s ins Web schaffen, dauerts wohl noch ein bisschen, ich hab so viel anderes zu tun derzeit.

    Auf den Rüsselschnabel bin ich sehr gespannt. Wir lesen einander bald wieder!

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