Artikel

Der Hunde-Flap

Kinder, so ein Haus ist was Schönes, macht aber viel Arbeit. Abgesehen von der großen Fläche, die es sauberzuhalten gilt, ist man ständig kreativ gefordert, wenn es darum geht, die idealste Lösung für Klein- und Kleinstbaustellen zu finden und Probleme zeit-, kosten- und nervenschonend zu lösen.

Ein solches Problemkind ist unser Wintergarten (ihr ahntet es schon). Er ist nicht wirklich Outdoorbereich, aber für einen Indoorbereich ist er zu sehr Schmutzmagnet, zu warm oder zu kalt, irgendwas ist immer. Gleichzeitig liebe ich diesen Wintergarten und halte mich hier am allerliebsten auf. Es ist freundlich und man sieht was von der Welt – Vögel, einen Ahornbaum, den Garten, meine Blumen direkt vor der Fensterreihe. Außerdem rauchen wir nur hier und im übrigen Haus nicht. Ich arbeite daheim, und bilanzieren ohne dabei zu rauchen ist mir bisher nicht gelungen.

Nun ist es aber auch so, dass für Insekten das Konzept „Innenraum“ keine rechte Bedeutung hat. Sie orientieren sich an Gott-weiß-was, vielleicht am Sonnenstand, und sobald die Terrassentür offensteht – und das tut sie im Sommer natürlich ständig – kommen sie hereingeschwirrt, machen hier drin je nach Art entweder einen Wahnsinnskrach, wenn sie immer wieder gegen die Jalousien an der Decke prallen auf der Suche nach dem Ausgang – und der muss ja oben sein, wo die Sonne ist, nicht wahr? – , oder sie tun mir leid, weil sie zB zufällig gerade ein schöner Schmetterling sind.

Eines ist aber allen gemeinsam: Die Türöffnung, durch die sie hereingekommen sind, finden sie nie mehr wieder. Dann kann man die Etosha beobachten, wie sie mit einem Schmetterlingsnetz bewaffnet durch den Wintergarten hopst, auf Stühle klettert, die Treppe rauf und runter hechtet, streck!, hepp!, schwupp!, wachl!, alles nur, um das doofe/arme/schöne Insekt einzufangen und wieder hinauszubefördern. Das gelingt manchmal. Mit der Übung wird man besser. Viel häufiger ist es jedoch, dass das Insekt versucht, noch ein wenig weiter Richtung Sonne zu kommen, indem es in den schmalen Spalt zwischen Holzträger und Jalousien klettert – und dann ist es zu spät für jedes Insekt, egal ob doof, arm oder schön, denn von dort gibt es kaum ein Entrinnen und keine Rettung, dort verenden sie dann.

Nun ist das unangenehm für das Insekt, aber – und das sage ich nur ungern, weils so herzlos klingt – auch für die schnöde optische Harmonie. Denn die Jalousien sind weiß, und dahinter lagern haufen- oder besser gesagt häufchenweise schwarze Etwasse in ungaußscher Unnormalverteilung, mit oder ohne Riesenflügel – verendete Schicksalspünktchen in einer weißen Jalousienlandschaft. Das wiederum wirft das nächste Problem auf: Diese Jalousien sind sehr weit oben. Man kann sie nicht einfach aushängen, um dahinter staubzusaugen. Man kann sie prinzipiell schon aushängen, aber dann segeln tausende Insektenleichen zu Boden/Tisch/Schrank/Stuhl. Dasselbe geschieht übrigens, wenn auch in geringerem Ausmaß, wenn alle Fenster offen sind und der Wind beschließt, eine spontane Böe hereinzupusten.

Der langen Einleitung kurzer Sinn: Eine Fliegengittertür musste her. Das wiederum ist, und ich mach’s diesmal kurz, versprochen, ein Problem, weil unsere Terrassentür nach außen aufgeht, und zwar deshalb, weil nach innen nicht genug Platz ist für eine normale, in Angeln hängende und hereinschwingende Tür – also auch nicht für eine Insektenschutztür. Daher gebar ich die Idee, eine Insektenschutzrollo anzuschaffen, sowas gibts nämlich auch für Türen. Wir begannen bei der Erwägung der Variante mit einer ungemein dreisten Preisgestaltung, landeten dann jedoch aufgrund eines wie vom Himmel geschickten Angebots bei der billigsten Variante, der von Hofer.

Die Montage war schon ziemlich viel Aufwand (oder „a Tschooch“, wie man hierzulande sagt), mussten doch erst rundherum die Holzleisten angepasst werden, die unseren Türrahmen bilden, sodass der Rahmen der Rollotür überhaupt vernünftig angeschraubt werden konnte. Mein Mann nahm sich dieser Anpassungen liebevoll an und stellte einen ganz neuen Türrahmen her, damit der Insektenschutz auch ordentlich im Rahmen bleibt.

Was ich aber nicht bedacht hatte und sich uns in unfreiwillig komischer Manier ziemlich schnell nach Montage der Rollo demonstrierte, ist folgendes: Frau Hund ist es gewöhnt, ein- und ausgehen zu können, wenn ihr frische Luft um die Schnauze weht, die Terrassentür also offensteht. Die Fliegengitterrollo ist relativ unauffällig, aus dem richtigen Winkel betrachtet sogar geradezu unsichtbar. Was dann kam, könnt ihr euch jetzt sicher denken und mit eurer Phantasiebegabung bestimmt auch bildlich ausmalen. Eine recht verstörte Frau Hund war das Resultat. Sie traute sich danach eine gewisse Zeit lang selbst durch die unvernetzte Türöffnung nicht mehr nach draußen oder drinnen.

Auch unsere Gäste mussten sich erst an die Rollo gewöhnen, Kollisionen blieben bei ihnen ebenfalls nicht aus, und ich selbst bin auch schon zweidreimal unsanft daran erinnert worden, dass sich hier jetzt ein unsichtbares Hindernis befindet, das da vorher nicht war.

Die nächste kreative Idee war also dringend nötig. Wir brauchten einen „Hunde-Flap“ – also eine Stelle in der Rollo, an der der Hund ein- und ausgehen kann. Nein, es wäre keine Option gewesen, dem Hund bei Bedarf die Rollo zu öffnen. Erstens ist die Bedienung nicht ganz so intuitiv und leichtgängig, wie man sich das wünschen möchte (siehe oben unter Preisgestaltung), und zwotens ist das bei einem Hund, dem man Frolic in der Wiese verstreuen muss, damit er seinen Spaß am Fressen hat, und der hernach jedes dieser Ringerl einzeln aus dem Garten hereinholt, um es ebenso einzeln drinnen zu verspeisen, nicht wirklich eine Option. Ich sitze ja auch mal ganz gern länger als 25 Sekunden am Stück.

Weil ich bei der Konstruktion viel Versuch und Irrtum hinter mir lassen musste, um zu einem praktikablen Ergebnis zu kommen, blogge ich die Lösung hier. Denn ich habe natürlich vorher gegoogelt, nach „Hundedurchgang in Fliegengitterrollo / Insektenschutzgitterrollo“, nach „Hundetür Insektenschutz“, nach „Katzentür“, nach allem möglichen, was mir einfiel, aber leider gab es nur die ordinären Tiertüren für Insektenschutztüren. Was mich zu diesem Eintrag treibt, ist also der schiere Servicegedanke! Ich bitte das wohlwollend zu berücksichtigen, während ihr beobachtet, wie ich durch diesen Eintrag stolpere.

Mutmaßlich funktioniert der Flap nur für kleinere Hunde. Mein Hund hat eine Schulterhöhe von 40 cm, der Flap ist 42x35cm (HxB). Für größere Hunde müsste man wohl eine allzu große Öffnung in die Rollo machen, wodurch die Spannung sicherlich wesentlich stärker leiden würde.

Sowas ist nicht leicht zu beschreiben, daher stelle ich einige Fotos ein und hänge meinen Versuch einer Beschreibung untendran.

Hundeflap geschlossen

Hundeflap offen

Hundeflap - Es funktioniert!

Das geht so:

Am besten funktioniert es, wenn man die Rollo aushängt und die Federspannung aufhebt – Vorsicht, dabei kann man sich sehr wehtun, wenn die Feder plötzlich nachgibt und einem die dazu nötige Kurbel um die Ohren bzw. Finger fliegt. Ein freundlicher Hinweis von meinem blauen Zeigefinger.

Dann kann man die Rollo ohne Gegenzug herausziehen, am besten auf einem großen Tisch, und halbwegs gut damit hantieren. (Und sogar in eine Nähmaschine einlegen, siehe weiter unten.)

Ich hab es so gemacht, dass ich den Hundeflap ganz außen an der Rollo hergestellt habe, also an dem Ende, an dem man sie herauszieht und dann gegenüber der Rollokassette in die Verankerung hängt – am „losen Ende“ quasi. Unten in der Horizontalen läuft das Netz normalerweise in einer Führungsschiene, wo es zwar nicht fix befestigt ist, aber sich doch tunlichst aufhalten sollte. Ich habe also ein L in dieses Ende der Rollo geschnitten – drei Zentimeter vom linken Rahmen und(!) drei vom unteren entfernt. Es bleibt also von unten weg auf einer geringen Höhe des Netzes (Höhe der Führungsschiene plus zwei Zentimeter) die gesamte Breite des Netzes samt Spannung erhalten, wenn ihr versteht.

Höhe 42 cm, Breite 35 cm. Natürlich muss man den Hund ausmessen, so gut es geht, denn diese beiden Schnitte bleiben die einzigen. Es ergibt sich daraus ein dreieckiger Flap, und der Hund checkt recht schnell, dass er dort mit dem Kopf anstupsen kann und seinen Körper hinterherschieben. Selbst ein zuvor verstörter Hund checkt das, wenn man dem Lernwillen mit einem Stück Wurst auf die Sprünge hilft.

Der untere, horizontale Teil, der jetzt auf einer Breite von 35 cm nur noch drei Zentimeter hoch ist, muss vor dem Ausfransen geschützt werden, wenn der Hund bald ständig seine Krallen drüberzieht, daher habe ich ihn mit einem Stück Velours verstärkt – einfach ein Stück möglichst dünnen Stoff ausschneiden und mit Holzleim ankleben. (Nähen funktioniert auch, siehe weiter unten.) Innen und außen zu verstärken ist aber eventuell schon zu dick – man bedenke, dass sich an dieser untersten Kante dann all der waagrechte Verstärkungsstoff addiert und mit in die Kassette eingezogen werden muss!

Genauso habe ich den vertikalen Schlitz verstärkt, nur mit einem etwas schmäleren Stück Velours, das ich dafür vorher in der Mitte gebügelt und dann über die Schnittkante gestülpt habe (ebenfalls geklebt. Die Dicke spielt hier nicht so viel Rolle, weil hier nicht der ganze Stoff auf einer Höhe liegt und eingezogen werden muss.) Das obere Ende des Schlitzes hab ich zusätzlich mit zwei dreieckigen Stoffstücken innen und außen verstärkt.

Weil der Schlitz sich dann beim Herausziehen der Rollo so aufspreizte und ich dabei kein gutes Gefühl hatte, hab ich nach wiederum einigem trial and error (Versuche mit Spangen, Klammern, Ösen, Häkchen zur temporären Verschließung des Flaps vor dem Schließen und Öffnen der Rollo) kurzerhand einen Reißverschluss eingenäht. Oben und unten ließ ich ein Stück vom Reißverschluss unvernäht, sodass die Enden „abstehen“, wie am Reißverschluss eines Zelteingangs, damit man ihn von innen auch anfassen und beim Öffnen und Schließen den jeweiligen Gegenzug ausüben kann.
Meine vorher nur angeklebten Stoffverstärkungen nähte ich bei der Gelegenheit auch gleich fest.

Ganz zu Beginn, bei meinem ersten Versuch, hatte ich den Flap zu weit in der Mitte des Gitters angebracht, etwa auf zwei Dritteln der ausgezogenen Breite. Das brachte Zugprobleme mit sich, aber vor allem war das Problem, dass die vertikalen verstärkten Teile nicht mehr in die Rollokassette eingezogen wurden – es war da drin schlicht zu wenig Platz, die Stoffstücke leisteten zu viel Widerstand. Also war die Rollo zu zwei Dritteln eingezogen, doch der Rest hing draußen so rum. Selbst wenn dann kein Zug mehr auf diesem Rest des Netzes ist, man kann es nicht einfach zur Seite schieben, weil es sich aus den Führungsschienen verabschiedet und verheddert.
Dann entdeckte ich aber: Wenn ich aber die Rollo so weit ausziehe, wie es bei uns nötig ist, damit ich sie auf der anderen Seite einhängen kann, ist in der Kassette noch unnötiges Netzmaterial übrig. Diesen Überschuss ermittelte ich durch Ausmessen vor und nach dem Aushängen der Rollo und entfernte diese Breite des Netzes auf der „losen“ Seite. Dazu muss man natürlich in das Innerste der Rollo eindringen, also die Leistenkonstruktion, in der das Netz festgeklemmt ist, aus der Führungsschiene holen, sie öffnen, und sie an der neuen Stelle wieder anbringen. Ist zu schaffen, aber zu empfehlen ist, den Flap gleich fast ganz außen an der „losen“ Seite anzubringen. Wenn diese fünf Zentimeter nicht eingezogen werden, die der Reißverschluss dann Platz braucht, ist das echt kein Drama.

Eine U-förmige Öffnung kam übrigens nicht in Frage, weil ein solcher Netz-Rest sich einfach von unten oder von der Seite her einrollt, wenn man es durch zwei senkrechte Schnitte von seiner Umgebung trennt – und ich wollte natürlich, dass der Insektenschutz weitgehend erhalten bleibt. Die Spalten im Insektenschutzgitter bei meiner Variante sind sehr schmal.

Falls jemand sowas wirklich nachmachen möchte – ich weiß, dass es schwer ist, sich das aufgrund einer Beschreibung vorzustellen. Ihr könnt euch aber bei Unklarheiten gern bei mir melden.

Artikel

Two for the Gartenschirm

Es folgt eine chronologische Darstellung von Begebenheiten, die wegen allerlei Kopfschüttelns ein massives Peitschenschlagsyndrom auslösen können – schon wieder inspiriert von Frau Serotonic. Ich hoffe, du verzeihst, dass ich deine Form klaue und mein eigenes Küchlein backe.

Ende März:
Ich bestelle überaus frühzeitig einen Schirm, den man an die Wand stellen kann (halbrund), samt dazupassendem Schirmständer (halbrund), um den Eingang unseres Wintergartens von außen ein bisschen zu beschatten und so die Temperatur darin an den erhofften Sommernachmittagen eventuell von 39,3 auf 36,8 Grad zu senken.

Mitte April:
Der Schirmständer trudelt per Post ein. Der Paketbote trägt ihn fröhlich in einer Hand. Für einen Briefbeschwerer wäre er ziemlich schwer. Für einen Schirmständer, der in dieser flachen und windigen Gegend einen Schirm festhalten soll – wenn auch nur einen halben – ist er ziemlich leicht. Dafür ist er schwarz, und recht hübsch.

Anfang Mai:
Ich erhalte einen Brief per Schneckenpost, in dem mir das Versandhaus mitteilt, die Nachfrage nach den Schirmen sei unerwartet groß und das Kontingent unerwartet klein (oder so ähnlich). Ich möchte doch noch bis Anfang Juni „ein wenig Geduld“ aufbringen.

Mitte Mai:
Der Schirmständer ist schon ziemlich dreckig vom wochenlangen, unbeschirmten Draußenstehen.

Ende Mai:
Die Zahlung für den Schirmständer wäre jetzt fällig. Die Sonne glüht ungebremst durch meine Wintergartentür. Der Schirmständer ist schön warm.

11. Juni:
Ich frage telefonisch nach, ob mit der Lieferung des Schirms noch in diesem Sommer zu rechnen sei, und falls nicht, ob der Schirm denn wenigstens schneefest sei. Frau Versandhaus tippselt und stellt fest, dass die Lieferung verlorengegangen sein dürfte. Keine Nachfrage, kein Zweifel, keine Unterschriftenprobe. Aber sie lasse mir sofort noch einen Schirm „auf Vorzug“ schicken, das ginge ganz schnell und der sei dann auch schon Ende Juni bei mir. Entschuldigung? Heute bestellt, schon Ende Juni geliefert? Nicht, dass das Wetter sich gerade an Sommerlichkeit selbst überbieten würde, aber wenn „auf Vorzug“ 19 Tage dauert, wie lange dauert dann „für Normalsterbliche“? Leider, die Lieferung ginge ja direkt vom Lieferanten weg, und das dauere eben.
Gut, ich bezahle jetzt aber sicher keinen Schirmständer, der nicht mit seinem Angetrauten vereint sein kann. Aber ja, gerne würde sie mir das Zahlungsziel für den Schirmständer bis Ende Juli verlängern.

17. Juni: Im Wintergarten hat es 39,3 Grad.

18. Juni:
Vormittags. Ein Schirm wird geliefert! Ich bin begeistert! Noch dazu ist es windstill. Und sonnig! Ja, man kann ihn wirklich gut gegen die Wand stellen. Nein, die Kurbel ist nicht so angebracht, dass man sie einfach drehen könnte und damit den Schirm direkt dort, an der Wand, öffnen, weil sie, die Kurbel, dann an ebendieser Wand ansteht und sich nicht weiterdrehen lässt. Sie ist nämlich seitlich befestigt, nicht vorne. Man muss den Schirm also von der Wand wegkippen, um sie drehen zu können. Ups! Der Schirmständer verliert dann aber schnell das Gleichgewicht. Huiii, ich auch!

19. Juni:
Es ist nicht mehr ganz windstill. Aber immer noch sonnig. Der geöffnete Schirm flattert in einem unbeobachteten Moment samt Schirmständer jäh zur Seite, ergibt sich samt Ständer der Gravitation und landet im Blumentrog. Zwei Opfer sind zu beklagen, beides Kornblumen, sie waren noch so jung, noch gar nicht aufgeblüht.

20. Juni:
Es ist ordentlich windig. Ein Wetter, bei dem ich keinen meiner Schirme aufspanne, auch wenn die Sonne noch so runterknallt. Hat dieser Schirm aber auch gar nicht nötig, wenn der Wind an der richtigen Stelle ansetzt – und so fliegt er in abgespanntem Zustand samt seinem Witz von Schirmständer quer über die Terrasse und kuschelt sich von oben an den Gartentisch. Opfer gibt es diesmal keine. Fünf Zentimeter Abstand retten auch meinen rechten Arm.

21. Juni:
Ich erhalte einen Brief per Schneckenpost, in dem steht, dass das Zahlungsziel für den Schirm natürlich 15. Juli lautet, und nicht 30. Mai.

22. Juni:
Wir befinden, dass man den Schirm an der Wand befestigen könnte. Es wäre im Prinzip kein Problem, ihn direkt mit der Stange (des Schirmes oder des Ständers) an einem der Wintergartenbalken zu befestigen – nur, dass man ihn nicht mehr öffnen kann, wenn er dort fix montiert ist, weil die Kurbel… siehe oben.

23. Juni:
Der Schirm liegt gefaltet neben dem Wintergarten. Der Schirmständer ist dreckig. Aber schön warm.

28. Juni:
7 Uhr 50. Ein Schirm wird geliefert. Die Vorzugslieferung! Endlich! Ist also der erste Schirm doch nicht verlorengegangen. Sowas!

Danke, aber wir passen.

Artikel

Demo-nstra-kratie

Eigentlich wollte ich etwas Belangloses schreiben, wie es in unseren politisch belanglosen Breiten doch so wunderbar möglich ist. Aber dann hab ich kurz bei Frau Serotonic zu #occupygezi kommentiert. Ja, mich entsetzt es auch, welche Bilder in der letzten Zeit aus der Türkei rüberschwappten. Und wie wenig „der Westen“ zu alledem zu sagen hat. Dass sich Staatsvertreter bei uns nichtmal die Mühe machen, wenigstens scheinheilige Sätze zu sagen wie „Gegen eine so große Demonstration muss man eben was unternehmen, aber die Leute bis ins Hospital zu pfeffern und zu gasen und von dort wieder raus, das ist dann vielleicht doch ein bisschen grenzwertig“.

Mich entsetzt, dass einer, der sich Demokratie auf seine Fähnchen geschrieben hat, diese Demonstranten erst als prozentuale Minderheit und dann schlicht als Terroristen bezeichnet. Und auch so gegen diese Menschen vorgeht. Aber als das Ganze losging und das erste Mal Bilder in den Nachrichten kamen, sagte ich aus dem Bauch heraus zu meinem Mann: „Die werden sie dort alle niedermetzeln.“ Es war so ein Gefühl. Und ich hätte sogar mit Schlimmerem gerechnet als mit Tränengas und Wasserwerfern. Ich hatte entsetzliche Visionen von Panzern und Maschinengewehrfeuer. Alles gegen den Gesichtsverlust.

Der „stehende Mann“ #duranadam und seine Nachahmer haben mich dann besonders berührt. Gewaltfreier geht’s eigentlich kaum noch. Was für ein Kontrast!

Ich leiste mir dazu keine politische Meinung, nur eine menschliche – und was ich da sehe, schmerzt natürlich. Aber die Menschen verschaffen sich schon selbst Gehör, früher oder später, wenn eine große oder kleine Angelegenheit das Fass zum Überlaufen bringt. Meistens eine kleine. Sei es nun in der Türkei oder in Brasilien. Dann vereinigen sich Gruppen aus den verschiedensten Ecken, dafür, dass Demokratie und Pressefreiheit mehr sein muss als eine leere Worthülse, gegen Willkür, Machtmissbrauch oder Steuergeldverschwendung, und gehen für eine plötzlich gemeinsam gewordene Sache auf die Straße. Und das ist gut so.

Artikel

Die Geschafft-Liste

Unlängst schlug ich vor, man sollte doch statt einer To-Do-Liste lieber eine Geschafft-Liste schreiben, damit man auch sieht, dass ja doch was weitergeht im alltäglichen Kampf ums Fertigwerden, und dass man nicht nur sein Dungkugerl vor sich herrollt, bis man beiiiinaaah oben angekommen ist – bevor man samt Kugerl wieder runterkugelt und von vorne beginnen muss.

Inzwischen hab ich es geschafft, eine solche Geschafft-Liste anzulegen. Ich darf euch berichten, es hat schon was Befriedigendes, wenn man auf einen Blick sieht, wie viel man in den vergangenen Tagen tatsächlich erledigt hat. Mitunter sind es ja auch nur Kleinigkeiten, die einem dennoch ganz gerne schwer im Magen liegen, besonders wenn sie im Rudel auftreten. Es ist aber auch eine Herausforderung, dranzubleiben an der Liste und all das Geschaffte dann auch wirklich einzutragen. Man müsste glatt der To-Do-Liste einen Punkt hinzufügen…
Auf der anderen Seite kann man auch in die Geschafft-Liste eintragen, dass man die Geschafft-Liste befüllt hat, wenn man gern auf einer saftigen Meta-Spielwiese grast.

Nur so, als Update. Ich empfehle das weiter an all jene von euch da draußen, die wie ich beherzt und -harrlich ihr Dungkugerl schieben und dabei das Gefühl nicht loswerden, dass da irgendwas stinkt. :)

Artikel

This is how I work

Wahaaa, es hat mich ein Stöckchen getroffen! Und ich habe es bemerkt! Das ist mir seit Jahren nicht passiert. Es ist schon richtig schön glattgegriffen und flog mir von der lieben Sero ins Haus. Hier also nun ein paar Antworten auf brennende Fragen zu meinen Blog- und Organisationsgewohnheiten.

Blogger-Typ:
Unstete, aber über die Jahre konstante Lieferung von Betrachtungen aus meinem Kopf und Herz, mit Tendenz zu sprachlichen Spitzfindigkeiten, Erklärungen von liebenswerten Erscheinungen im ostösterreichischen Dialekt, auch mal Zurechtrückungen von gesichtslosen Köpfen, und mit dem einen oder anderen empörten oder emotionalen Ausbruch. Blog in Pfannenform, unter Verweigerung so mancher Aspekte der „neuen“ Rechtschreibung, politischer Korrektheit und Gendering. Am sonnigen Rande eines Seitenarms der Blogosphäre.

Gerät­schaf­ten digi­tal:
HP EliteBook 8540w, mit numerischer Tastatur für den Brotberuf
iPhone 4
Zoom H2 (und seit heute neu: H4n) Digital Audio Recorder
Canon Powershot G11
Sony Alpha 300

Gerät­schaf­ten ana­log:
Stolze Sammlung von Kugelschreibern, Faserschreibern und Flügelmappen und jeder Menge Zeichen- und Malgerätschaften unterschiedlichster Natur, von Acryl bis Airbrush. Nein, ich bin keine Künstlerin, vielmehr bin ich Kunstmaterial-Sammlerin.
Außerdem besitze ich eine beachtliche Anzahl an qualitativ hochwertigen und formschönen Notizbüchern, sogar solchen mit Trennblättern und Ringbindung und kitschigen Hochglanzbildern auf dem kartonierten Deckel, in die ich irgendwie nie schreibe, weil’s mir drum leid tut. Schade um das schöne, jungfräuliche Buch! Stattdessen finden meine Ideen und organisatorischen Aufzeichnungen auf sogenanntem „Schmierpapier“ statt, und zwar jenem, das gerade am nächsten liegt, meistens ist das ein Kuvert.

Arbeits­weise:
Ich arbeite nicht, ES arbeitet in mir, von selbst, und eines Morgens erwache ich dann und weiß: Heute schreibe ich genau das. Manchmal gären Ideen wochenlang vor sich hin, manchmal nur einige Tage. Ich schreibe jedenfalls nie „auf Befehl“ oder „weil ich grad Zeit hab“, sondern immer nur, wenn’s quasi schon drückt. Manchmal schreibe ich etwas und stelle dann fest, ich hatte das schon vor ein paar Jahren mal verbraten. Das ist eben echte Persönlichkeitskonstanz.

Wel­che Tools nutzt du zum Blog­gen, Recher­chie­ren und Bookmark-Verwaltung?
Wordpress zum Bloggen, zum Recherchieren das Web und ein von mir heißgeliebtes Wortschatz-Buch, zur Bookmark-Verwaltung Firefox, Evernote – und die F12-Taste, auf der QuickNote von Ac’tivAid liegt, für unsortiertes und schnelles Strg+v. Dort siehts in etwa so halborganisiert aus wie in meinem Kopf.

Wo sam­melst du deine Blogideen?
Im prallen Leben selbst, in Erlebnissen, in meinem Empfinden dabei. Mitunter motiviert mich Ärger zum Schreiben, oder wenigstens wunderndes Kopfschütteln. In Gesprächen mit meiner besten Freundin, da loten wir die Tiefen menschlichen (=eigenen) Verhaltens aus oder amüsieren uns über Absurdes. Insgesamt ergibt das sehr viele unterschiedliche Themen. Ich schreibe, womit ich mich gerade befasse. Darum beginnen auch viele meiner Einträge mit „Unlängst…“, was soviel heißt wie „Neulich“, aber viel schöner ist, weil es den Satz gleich mal mit einer strapaziösen Verneinung beginnt.

Was ist dein bes­ter Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Sich Zeit zu nehmen – und jene Zeit zu nutzen, in der der Drang zum Schreiben am größten ist – oder überhaupt zu allem, was getan werden muss. Mir ist aufgefallen, dass es bei mir so eine Art Biorhythmus gibt – fürs Arbeiten, fürs Schreiben, fürs Nähen, Gartenarbeit oder Bewegung genauso wie fürs Faulenzen, für Nickerchen – und ich richte mich danach, soweit eben möglich, indem ich darauf höre, was mein Körper und meine Seele gerade wollen. Ich arbeite zwei drei Fünftel der Fünftagewoche selbständig, und kann daher ein bisschen jonglieren.
In diesem Sinne wäre mein Ratschlag: Bei Widerwillen zu viel Gegendruck vermeiden! Wenn’s gerade nicht geht, lieber mal ein Stück spazierengehen. Am besten unter Zuhilfenahme eines Hundes. In einer guten Stunde kann man mehr erledigen als in drei schlechten.

Benutzt du eine To-Do-List-App?
Eigentlich nicht. Manchmal tippe ich Dinge in die „Erinnerungen“ am iPhone ein, ich benutze nämlich mitunter gerne die Funktion „Erinnere mich an einem Ort“ – „Bei der Ankunft/beim Verlassen“. Es gibt auch in meinem Evernote eine Kategorie, die „ToDo“ heißt, aber da stehen mehr so mittelfristige Dinge drin, die an keinen Termin gebunden sind, mir aber gerne beim Einschlafen einfallen, zu einem Zeitpunkt also, an dem ich zu deren Erledigung absolut nichts Produktives beitragen kann. (Darüber müssen wir eh mal reden, Hirn. Wozu soll das bitte gut sein?) Wenn ich solche Dinge aufgeschrieben habe, fühle ich mich sicherer.

Wie oben erwähnt, findet der Großteil meiner kurzfristigen „Organisation“ aber eher auf Kuverts statt, was zumeist der Tatsache geschuldet ist, dass ich zu faul bin, um von meinem Stuhl aufzustehen. Dort stehen dann wild durcheinander HTML-Farbcodes, kurzfristige Reminder für Erledigungen, Telefonnunmmern ohne zugehörige Namen, die ich an ihrer Verzierung wiedererkenne, welche wiederum ich beim Telefonieren anzufertigen pflege. Mitunter fotografiere ich Teile davon ab und speichere sie in Evernote.

Anstatt sich ToDo-Listen zu schreiben, sollte man lieber beginnen, Geschafft-Listen anzulegen. Eine Woche Geschafft-Items, der Zettel kommt dann aufs Klo, wo man ihn ein paar Mal am Tag sehen kann. Dann hätte man nach einer Woche vielleicht nicht so sehr das Gefühl, nichts weitergebracht zu haben in dieser sisyphosösen Welt. Hab’s aber erst wenige Male geschafft, eine solche Liste zu schreiben. Muss ich gleich auf die ToDo-Liste… wo ist denn… ah, hier ist ein Kuvert, das geht auch.

Gibt es neben Tele­fon und Com­pu­ter ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Ohne dass ich nicht leben kann? Wäre übertrieben. Man kann ohne sämtliche Geräte leben, und wahrscheinlich gar nicht mal so schlecht. Aber es gibt welche, die ich sehr liebe. Meine Gitarre. Mein Auto. Meinen Wasserkocher. Meinen Sparschäler und mein schönes scharfes Küchenmesser, ohne die der tägliche Verzehr von Frühstücks-Mango nicht ganz so einfach wäre. Den HD-Recorder, mit dem sich so gut die Werbung überspringen lässt. Der Hochdruckreiniger für Pool und Terrasse. Meine in die Jahre gekommene Mini-Heizdecke für Schultern, mein rheumageplagtes Brustbein und manchmal auch für meine Füße. Es sind eher alte Dinge, an denen ich hänge. Also am ehesten: die Heizdecke.

Gibt es etwas, das du bes­ser kannst als andere?
Die Fragen werden ja immer schwieriger! Bestimmt gibt es das. Aus Vorhandenem etwas improvisieren, das ewig hält und auch noch gut aussieht. Sagen, was ich denke. Tippfehler finden. Mitfühlen. Singen. Und Steuererklärungen ausfüllen.

Was beglei­tet dich musi­ka­lisch beim Bloggen?
Maximal ein Ohrwurm, und das ist mir oft schon zu viel. Ich kann nicht arbeiten, wenn Musik spielt, weil mein Musikerhirn immer (mindestens) die Hälfte seiner Aufmerksamkeit Richtung „Ah, da sind lustige Töne!“ abzweigt. Das gilt fürs Schreiben ebenso wie fürs Nähen – zumindest für die anspruchsvolleren Abschnitte dabei – und für die Arbeit mit Zahlen, mit Fotos, eigentlich für fast alles. Wenn ich Musik höre, dann bewusst, manchmal beim Autofahren, beim Malen oder bei der Gartenarbeit.

Wie ist dein Schlafrhyth­mus – Eule oder Nach­ti­gall Lerche?
Irgendwie beides, verändert sich auch immer wieder. Ich versuche, früh schlafen zu gehen, um am nächsten Tag nicht den Sonnenschein zu verpassen. Erstens weckt der mich sowieso, wenn die Rolläden nicht komplett zu sind: Das erste Photon, das auf meine Augenlider trifft, schlägt in meinem Hirn den Gong an. Dann krieg ich Hunger. Dann will ich frühstücken. Und ich mag den frühen Morgen, wenn noch alles kühl, still, jungfräulich und wunderbar ist. (Jetzt, im Mai. Im Dezember, wenn’s statt hell nur dunkelgrau wird, kann mir der ganze Tag gestohlen bleiben.)
Wenn’s also sonnig ist, bin ich recht früh auf, dafür mach ich am Nachmittag ein Schläfchen, denn so um vier bin ich von Kopf bis Fuß auf Schläfchen eingestellt.

Aber wenn ich abends den Müdigkeitspunkt mal übertaucht und mich gerade in was verbissen hab – ich bin nämlich mit einer verheerenden Hartnäckigkeit gesegnet, sowas kann man sich gar nicht vorstellen, bei Recherche oder Software oder Projekten – dann bin ich auch bis spät in die Nacht auf, was sich dann als Rhythmus in die nächsten Tagen einschleicht. Irgendwann merke ich aber, dass mir der frühe Morgen fehlt, und ich gewöhne mich wieder zurück.

Eher intro­ver­tiert oder extrovertiert?
Schwankend. Ich bin gern unter Menschen, aber nicht wahllos. Unter Fremden fühle ich mich eher unwohl. Am Fluss, in der Natur mit dem Hund eher sauwohl. Ich unterhalte mich gerne, lieber tiefsinnig als oberflächlich, blödel gern herum, aber ich kann auch mit mir allein sehr gut, und brauche das Alleinsein auch. Richtig öffnen möchte ich mich nur sehr wenigen Menschen.

Wer sollte diese Fra­gen auch beantworten?
Der Hannes, wenn er möchte, und mein Brüderlein. Und der T.M., falls es ihn noch irgendwo gibt.

Der beste Rat, den du je bekom­men hast?
When in doubt, go for the experience.

Noch irgend­was wichtiges?
Ich bin nicht undiplomatisch. Das fühlt sich nur so an. Ich bin einfach fürs Schönreden zu ehrlich und fürs Verstellen zu authentisch.

Ursprünglich hat Isabella Donnerhall dieses Stöckchen ersonnen und hier alle bisherigen Antworten gesammelt. Ich finde das sehr wohlorganisiert und löblich.

Artikel

Das Amsel-Einerlei und der unerforschte Amselwal

Ich weiß ja nicht, ob es da draußen außer mir irgendjemanden gibt, der den Amseln so aufmerksam beim Singen zuhört wie ich. Vor ein paar Jahren hab ich das hier ja schon einmal zum Thema gemacht. Manchmal denke ich, was, wenn von den orangeschnabeligen Federhirnen allerorts Tag für Tag die Weltformel von den Bäumen gepfoffen würde, und keiner merkt’s?

Oft freue ich mich beim Lauschen über die Kreativität der Strophen, den spontanen Wechsel der Laute in einer festen Struktur der Strophe, über den oft plötzlich auftauchenden Shuffle-Groove, das Wiederholen einer besonders gelungenen Phrase – oder war sie besonders ungelungen und wird deshalb nochmal geübt?

Heuer allerdings fällt mir auf, dass es offenbar so etwas wie Frühjahrs-Hits gibt bei den Amselgesängen (immer schön mit Bindestrich, die Frühjahrs-Hits, gell?). Vielfalt und Kreativität schrumpfen, der Anteil an Einerlei steigt. Erinnert mich ein wenig an einen gewissen heimischen Radiosender. Tag für Tag hämmert der mit den immergleichen sogenannten Hits eine Scharte in den Äther des Massenbewusstseins, bis er auf blankes Metall trifft, dass die Funken nur so fliegen, was dazu führt, dass man schon bei den ersten Takten eines solchen Songs zappelig und lila wird auf seiner jeweils aktuellen Sitzgelegenheit.
Oder kurz gesagt: Songs totspielt.

Das Auftreten solcher Tothör-Erscheinungen bei den Amselgesängen betrübt mich zwar, ich stelle aber trotzdem ganz objektiv fest, dass heuer gewisse Phrasen erstmals beginnen, mir auf die Nerven zu gehen. Amselgesänge sind für mein Gehör zumeist in drei Abschnitte pro Strophe unterteilt, A, B, C. Manchmal auch nur A, B. Mitunter A, A. Manchmal nur A.

An nervigen Hits wäre zuallererst der Strophenabschnitt „Alarmanlage“ zu nennen (meistens als C, manchmal A). Ich nehme an, dass Amseln Alarmanlagen nachahmen. Natürlich könnte es auch sein, dass Alarmanlagen Amseln nachahmen, aber da Amselgesänge nicht sonderlich abschreckend auf Autodiebe wirken dürften, halte ich diese Theorie für weit weniger wahrscheinlich. Ich höre diesen Strophenteil pro Tag ohne Übertreibung derzeit sicher hundertmal. Es gibt ihn seitens der Amsel in einer schnellen und einer langsamen Variante. Hier die langsame. (Verzeiht bitte das Rauschen, das ist eine Handyaufnahme!)

      Etosha_Amsel-H20130302-Alarm.mp3


Weiters gibts da so eine Art Hund-komm-her-Pfeifen im Abschnitt C (-_-_-__), davon hab ich leider momentan keine Aufnahme parat, nervt aber mittlerweile auch ein bisschen.
Mir kommt vor, dass die Amseln im allerfrühsten Frühjahr am kreativsten sind. Da denken sie sich ganz eigene, neue Songs aus. Vielleicht nur die ganz Jungen, aber immerhin.

Hier ist ein Ströphchen, an das ich mich sehr lebhaft aus meiner Kindheit erinnern kann, in meinem Dachbodenzimmer bei offenem Fenster hab ich das recht oft gehört. Ich habe etwas Ähnliches im alten Eintrag veröffentlicht, dieses ist ein bisschen anders, aber irgendwie auch näher dran. Gab es sie also auch damals schon, die Frühjahrs-Hits?

      Etosha_Amsel-5-3 -20110509.mp3


Was mich aber nach wie vor erfreut, ist das Kichern, das oft eine Strophe abschließt- als würde der Vogel über den eigenen Witz lachen, den er gerade gemacht hat. Oder über mich, wie ich da stehe mit meinem Recorder.

      Etosha_Amsel-H20130302-Kichern.mp3


Extrem interessant ist es, sich die Gesänge in gesenktem Tempo und Pitch anzuhören. Hier die obigen zwei Kicher-Phrasen nochmal in 0,19-fachem Tempo. Klingt tatsächlich wie Walgesänge. Das volle Ausmaß der Modulationen im zweiten Gelächter kann man im normalen Tempo mit dem schnöden Menschenohr gar nicht richtig auflösen.

      Etosha_Amsel-H20130302-Kichern-Slow.mp3


Hier auch nochmal der Alarm in der tieferen, langsameren Form:

      Etosha_Amsel-H20130302-Alarm-Slow.mp3


Uh-wiii-uh-wiii!

Diese Strophen…

      Etosha_Amsel-9-2_3 -20110512.mp3

      Etosha_Amsel-SMS-9-8 3sec -20110512.mp3


…finde ich auch in der Walgesang-Variante äußerst spannend:

      Etosha_Amsel-9-2_3 -20110512 SLOW.mp3

      Etosha_Amsel-9-8 -20110512 SLOW.mp3


Ich hab aber auch etwas weniger verrauschte Amseln, die ersten paar Aufnahmen oben stammen wie gesagt vom Handy, die Nachfolgenden aus dem Zoom-Recorder. Falls also jemand einen SMS- oder Klingelton möchte, bittesehr:
(Der Player zum Probehören, die Links unmittelbar danach für den Rechtsklick & Download)

Ringtones:

      Etosha_Amsel-RT-8-3 29sec -20110512.mp3

Etoshas Amsel-Ringtone 8-3 (mp3, 29 Sekunden, 435 KB)

      Etosha_Amsel-RT-10-1 27sec -20110518.mp3

Etoshas Amsel-Ringtone 10-1 (mp3, 27 Sekunden, 404 KB)

SMS:

      Etosha_Amsel-SMS-7-4 3sec -20110509.mp3

Etoshas Amsel-SMS 7-4 (mp3, 3 Sekunden, 45 KB)

      Etosha_Amsel-SMS-9-3 3sec -20110512.mp3

Etoshas Amsel-SMS 9-3 (mp3, 3 Sekunden, 44 KB)

      Etosha_Amsel-SMS-9-8 3sec -20110512.mp3

Etoshas Amsel-SMS 9-8 (mp3, 3 Sekunden, 43 KB)

Nutzungsbedingungen: Bei anerkennenden Bemerkungen aus dem Freundeskreis: stets freundlichste Belobhudelung meiner Person und meines Blogs samt Aufdrängung meiner URL. Oder Spende. :D Schickt einfach all euer Geld dorthin:


…—… Himmelherrgottfixnomoi, ist denn hier kein vertikaler Abstand reinzukriegen? …—…

Habe mich bei der Verlinkung der richtigen mp3s äußerst bemüht – falls trotzdem irgendwas nicht funkt oder nicht zusammenpasst, bitte melden!
[Player ausgetauscht. Funzt jetzt auch auf iOS-Geräten. Danke EGM! 1 broken Link korrigiert. Dank an Deh Geh!]
Bei mir in der Preview lässt sich jeder Player nur einmal abspielen – ich hoffe, dieser Bug wohnt nur bei mir! Vielleicht hab ich ja auch wiedermal nicht die allerbrandneueste Flash-Version, die Updates kommen ja mittlerweile alle zwei Stunden.

Falls einer von euch weiß, warum die Paypal-Buttons seit Jahr und Tag so viel Abstand nach oben generieren, bitte ich sehr herzlich um Erleuchtung!
[Ebenfalls erledigt. Danke EGM und Deh Geh. Zu doof aber auch! Simple Zeilenumbrüche in WordPress werden halt in Abstand umgewandelt. Isso. Auch Zeilenumbrüche innerhalb von form-Code. Hihi.]

Artikel

Wollschweber-Erkenntnisse

IMG_1130e2 Vielleicht habt ihr es ja mitgekriegt über die Kommentarwolke links außen, aber falls nicht, möchte ich euch hier nochmal auf diese interessante Sache aufmerksam machen:

Unlängst kommentierte mir aufs Sympathischste der Stefan in meinen Wollschweber-Eintrag von vor 6 Jahren.

Er hat Wollschweber gefilmt und dabei entdeckt, dass diese süßen kleinen Insektenbärchen erstaunliche Drehungen vollführen, die man mit freiem Auge ohne Zeitlupe so gut wie gar nicht erkennen kann!

Wie ihr wisst, mag ich Insekten, und sie mögen mich, daher hab ich mich über Stefans Kommentar und seine Verlinkung zu seiner Website besonders gefreut. Danke, lieber Stefan, für deine Kommentare und die Videos! Die Musikauswahl ist übrigens wunderbar.

Hier also sein Video, das so einiges enthüllt über die Drehfreude des Bombylius major, dem schwindelfreisten Insekt seit Spiderman (autsch!). In 120 von 1200 fps, dem Auge zuliebe:

Ein weiteres Video in 10facher Verlangsamung:

Wer’s noch langsamer möchte oder sein Glück in Echtzeit versuchen will, der kann sich auf Stefans Website unter „Die Drehungen“ umsehen – runterscrollen nicht vergessen! Und wenn euch jetzt tausende Ideen gekommen sind, wozu diese Drehungen wohl gut sein könnten – das Brainstorming läuft noch!

Vielleicht versucht der Wollschweber sich in den Hintern zu beißen, bemerkt aber bereits nach fünf Drehungen, dass ihm das nicht gelingen wird – was rasantes Denken voraussetzt, für ein Insekt. Das hilft ihm aber nicht über das fehlende Langzeitgedächtnis hinweg, und nach der nächsten Blüte hat er die Erkenntnis wieder vergessen?

Er dreht sich jedenfalls fünf Mal. Dabei hält er seinen Rüssel fest. Wahrscheinlich fliegt ihm der sonst um die Ohren, und das fliehkraftbedingte Ziepen an der Rüsselwurzel ist sicher auch sehr unerfreulich.

Ich persönlich glaube ja, so paradox das klingen mag, der Wollschweber „eicht“ mit dieser Drehung seine Position im Raum, setzt also quasi sein inneres GPS auf Null (Sonnenstand) und startet dann zur nächsten Blüte. Und was meint ihr?

Artikel

Sammelsurium

Zettel-& Notizen-Ausmist-Tag! Heute, ich. Viel Mutter-Content. Aber auch viel anderes.


Wortkreation

Tableal – ein beim Heimwerken mangels Lineal zuhilfe genommenes Tablett von ausreichenden Ausmaßen.



Zitate, aufgeklaubt:

We will either find a way or make one.

Besser kann man Entschlossenheit nicht ausdrücken.

Support bacteria – it is the only culture we have left.

Denk ich manchmal auch. Meistens bin ich aber gnädiger.


Aus der Wuchtelsammlung:

Beim Anschauen eines Videos mit superkuscheligsüßen Tieren im Freundeskreis zur Vertreibung der inneren Kälte im Februar:

A: Und die Bären, na sind die geil?
E: Nein, ich glaub, die spielen nur.

Am selben Abend:

A: Muss der Kater immer so miauen in der Früh?
E: Ja, was sagt er denn?
D: Er freut sich, dass der Tag da ist. Carpe Diem sagt er, so einen exklusiven Kater haben wir!
A: Ja – und dann schläft er den ganzen Tag!?
E: Eben! Und wie er den Tag nutzt!


Uncredited:

Ein ausgeschlitztes Kochohr.

Hunde, die fressen, bellen nicht.

Es wird Frühling, die Mopeds summen schon.

Er arbeitet sich nach hinten vor.


Eine meiner Lieblingswuchteln, in die ewige Bestenliste und mittlerweile auch in den aktiven Wortschatz eingeflossen:
Meine Freundin N., in den Schubladen ihres Sprachschatzes auf der verzweifelten Suche nach dem Wort für das Gerät, mit dem die Farbe auf die Wand kommt:

der WALLROLZER

Selbe Schöpferin, selber Weg der Wuchtel – von einer Erzählung über das Gut Aiderbichl in den allgemeinen Sprachschatz übergegangen für alles, was Spenden braucht oder sonstwie ärmlich dreinschaut.

Erbarmungswürdige Esel aus Spanien…

Und, wie wir bei einem unserer denkwürdigen Gespräche feststellten, als uns klar wurde, dass manch andere uns ihre eigene Unfreiheit aufdrängen wollen:

Wir schöpfen wiedermal aus dem gemeinsamen Schatz der umwerfenden Intelligenz.


Frau Sero im Chat, vor Mooonaten:

Ich habe zu danken, für die Musik, nicht wahr. (Oh, wie cheezy, ein ungewollter Abba-Verweis!)
Man hält ja sowas immer viel zu selten fest, bei aller inflationellen Aufnahmegerätvorhandenschaft.


Deh erzählt im Bandforum, was sich in der Firma tut – auch schon ein Weilchen her:

hektisches Warten auf Rückmeldung aus Deutschland

Bandprobe 22.1.13:

Ess: Habts ihr zufällig letztens im TV gsehn…
Deh: Nein.
Ceh: Ich schau nicht so viel.


Man kann meine Mutter getrost eine Lachwurzn nennen. Letztens rief ich sie an, und sie hob sogar ab, hatte allerdings gerade so einen Lachkrampf, dass sie einige Minuten brauchte, bis sie zu einem normalem Gespräch fähig war. Sie hat dann so kehlige Anfälle wie Poldi, der Hund, falls sich an den noch jemand erinnert. Sehr ansteckend! Was soll man auch sonst inzwischen tun? Sie war beim Klingeln aufgehüpft, hatte „Das ist jetzt die Liane!“ gerufen und auf der Suche nach dem klingelnden Telefon in vollem Karacho an ebendiesem vorbeigelaufen, bis hinüber in ein völlig anderes Zimmer, und fand sich, so ein wenig von außen betrachtet, offenbar wahnsinnig komisch.

Meine Mutter im März zu mir:

Willst du oben im Zimmer schlafen? Da leuchtet das G3 (das neue Shoppingcenter) jetzt aber ziemlich rein. I fürcht bei dein‘ Fenster warats helativ rell.

Ich zu meiner Mutter, selber Tag, anderes Thema:

Das hat mich recht unvorbereitet getroffen – nein, wie heißt das Wort? *Denkpause* Unvermuttelt!

Am nächsten Tag backen wir gemeinsam einen Geburtstags-Riesenpunschkrapfen für meine Freundin N. Allein dieser eine Nachmittag und Abend der Herstellung kostet uns so viele Lachtränen, dass wir kein Lachyoga nötig haben. Wir lachen über die Abgehobenheit der Kochbuchformulierungen zum Zuckerspinnen (bis zur kleinen Perle, oder doch bis zur großen?), wir lachen beim Eieraufschlagen, beim Herzenpinseln mit dem Butterpinsel aufs Backblech. Wir kochen uns zwischendurch was, und wir lachen, weil sie mich die Knoblauchpresse suchen schickt, indem sie mir nur kalt, kälter, warm und wärmer als Hinweise gibt, und das in einer Küche, die gefühlte tausend Schubladen hat. Wir lachen aus Gründen, die mir zu schnell wieder entfallen. Beim Herstellen der Glasur über die Menge Rotwein, die tatsächlich nötig ist, um die Glasur auch nur halbwegs pink zu kriegen, bei deren Herstellung man angeblich „sehr aufpassen muss, dass sie nicht zu rot wird“, über die Hässlichkeit des armseligen, frisch glasierten Probeküchleins, und am Schluss beim Glasieren des eigentlichen Riesenpunschkrapfens fehlt uns schließlich die Glasurmenge für die vierte Seite. Ich stelle fest: „Das Glasieren der vierten Seite ersparen wir uns, wenn wir den Kuchen einfach an die Wand stellen.“ Zugegeben, es waren allerhand Rumdämpfe im Spiel.


In irgendeinem Chat behauptete ich einst:

Ich schreibe ja heute schon das, was die Leute erst in vier, fünf Jahren interessieren wird. Dadurch kann ich sicher sein, dass der Allgemeinheit meine letzten Gedanken nicht vor Verwesungsfrist bekannt werden.


E: Wie heißt Ihr Parfum, wenn ich fragen darf?
Kellner: One Million!
A: Ohje, das klingt teuer!


Wuchtel aus „Grey’s Anatomy:

Arzt1: Das hier wird Ihnen gefallen! Poledance-Unfall! Er hat abdominelle Druckschmerzen von einem stumpfen Bauchtrauma.
Patient-Ehemann: Sie ist abgerutscht, ich hoffe sie hat nichts Schlimmes!?
Arzt2: Von einer Stange?
Patient-Ehefrau: Ja, heute ist unser Hochzeitstag! Sie wurde direkt in unserem Schlafzimmer aufgebaut. Es sollte eine Überraschung werden!
Patient-Ehemann: Das war es auch! Ich dachte, ich krieg ’n iPad.


Und jetzt ein paar Fluchtmöglichkeiten:

Kennt ihr eigentlich schon die durchaus furchtlosen Fotos der Jun Ahn? Unbedingt anschauen!
(via Zeitungsausschnitt von meiner Mutter)


Habt ihr schon mal gesehen, dass man sich in Finnland Glas-Iglus mieten kann, um die Nordlichter zu beobachten? Ist aber nicht ganz billig.


Nichts Neues, aber was Schönes: Hilfe fürs Brainstormen, oder sich nur so durch schön aufgemachte Tagclouds klicken, die mit Flickr-Fotos verknüpft sind: Taggalaxy.com.


Wenn ihr euch stattdessen lieber mit luzidem Träumen, Traumerinnerung und Traumbewusstheit beschäftigen wollt, könnt ihr euch hier hinfortklicken.


Im Dialektatlas kann man sich ausgiebig mit deutschen Dialekten befassen, samt Hörbeispielen. Sehr ausführlich!


Artikel

Phänomenale Sichtung

Gestern bei der Heimfahrt von meiner Mutter kommt mir plötzlich ein Meteorit entgegen! Es ist etwa 22:25, ich bin auf der Zufahrt zur S1 kurz vor dem Kreisverkehr. Okay, er kommt mir nicht direkt entgegen, aber gegen meine Fahrtrichtung, parallel dazu, links von mir, über den Feldern.

Das ist keine ordinäre, weiße Sternschnuppe, kein fliegender Punkt irgendwo weit weg oben am Himmel.
Das Ding hat eine richtige Form und Ausdehnung, und es glüht in grüner Farbe auf, von dunklen Adern durchzogen, die offenbar nicht mitglühen. Hinter sich her zieht es einen rauchig-weißen, kurz aufleuchtenden Schweif.

Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf. Es ist kein Verkehr, also bremse ich. Mein Körper zieht instinktiv den Kopf ein, er hat nicht das Gefühl, dass sich ein Verglühen vor dem Bodenkontakt noch ausgehen wird. Es fühlt sich unwirklich an, die Zeit bleibt stehen.

Ein paar Minuten zuvor beim Losfahren bin ich dem Bedürfnis gefolgt, meiner Mutter noch „Hab dich lieb“ zu sagen, habe extra dafür nochmal das Autofenster geöffnet, nachdem wir uns schon verabschiedet hatten. Jetzt, angesichts des grünen Brockens, spuckt mein Geist in etwa das hier aus: »Gehschleichdi, erst dieser Abschied mit dem komischen Gefühl, und jetzt trifft ein Meteorit ausgerechnet das Haus meiner Mutter, der größten Sternguckerin der ganzen Gegend?« Und er beginnt automatisch dessen Flugbahnwinkel und die Entfernung zum Haus meiner Mutter zu kalkulieren. Die Schätzung ergibt jedoch: Kaum Gefahr. Zu weit weg. Landet auf dem Feld.

Geist und Körper haben eine Vision von berstenden Scheiben und öffnen die Autofenster, alles ohne mein bewusstes Zutun. Ein Zischeln wird hörbar, das Glühen verblasst, und mein Geist und mein Körper, diese jäh von mir abgespaltenen Wesen, hören und spüren keinen Aufprall. Meine Knie fühlen sich an wie Pudding. So einer, der noch warm ist.

Ich schätze, dass sich das Objekt in vielleicht hundert Metern Entfernung von mir bewegt hat, von West nach Ost, in einem Winkel von etwa 30°. Das Glühen erstarb geschätzte 50 Meter über dem Straßenniveau.

Ich habe selten meinen Geist so vieles gleichzeitig denken gehört und in Bewegung setzen gesehen. Und ich habe selten etwas so Faszinierendes beobachtet, das gleichzeitig dermaßen furchteinflößend war.

Seite 22 von 108« Erste...10...2021222324...304050...Letzte »