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Feste feiern

Ach, was für ein wunderbar rauschendes Fest gestern! Viele liebe Freunde sind zu mir gekommen, obwohls geschneit hat wie aus Frau Holles Bettzeug. Ich hatte das Fest als „Resteaustrinkparty“ deklariert, weil von der Pyjamaparty vor einigen Wochen so viel Trinkbares übrig geblieben war. So mancher reagierte übertrieben, weil er nicht realisiert hatte, dass ich auch Geburtstag hab, und betrachtete es als besonderen Frevel, ohne Geschenk angetanzt zu sein. Aber ich hab die meiste und größte Freude an der simplen Anwesenheit meiner Lieben. Klar mag ich Geschenke, aber das Geschenke kriegen an sich ist mir an sich eh immer ein bisschen peinlich.
Es gab meine ziemlich berühmte Lasagne, die ich in mühevoller Kleinarbeit tags zuvor hergestellt hatte, und es wurde wie immer sehr brav gegessen. Mehr zur gar nicht so einfachen Prozedur des Aufwärmens gibts weiter unten.

Wir haben sehr viel gelernt. Zum Beispiel dass „Geh du amoll!“ einen auf der Gitarre spielbaren Imperativ darstellt, dass das wunderbare Wort EH durch nichts zu ersetzen ist (eh net!), dass Absagen per SMS eine echte Frechheit sind, dass Bügelhilfen auch als Sängerhochsitz zu gebrauchen sind, und dass manchmal doch genug Tequila da ist.

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Dass gemeinsames Musikmachen einfach leiwand ist, haben wir nicht gelernt – das wussten wir vorher schon!
Und schließlich wissen wir jetzt dank der zuverlässigen Stimme aus dem Hintergrund: Eierstockentzündung ist der Vorläufer von Vogelgrippe.
Darüber hinaus hatte ich doch immer schon Probleme mit Abschieden, so auch bei Festen. Wenn die Leute heimgehen, fällt das in meiner Welt unter ‚ganz falsch‘. Meine messerscharfe Analyse von ca. 5:15h lautet: Das Fest dauert deswegen so kurz, weil zur „Kernzeit“ nur zählt, was zwischen dem Eintrudeln des letzten Gastes und dem Nachhausegehen des ersten Gastes liegt. Nur in dieser Zeit dazwischen sind alle da. Nicht, dass die Zeit davor und danach nicht zählen würde, im Gegenteil, meistens ist das der Teil mit den intensivsten Gesprächen, oder dem intensivsten Flieger, oder beidem. So sind Übernachter die Rettung aus meiner Heimgehenistganzfalschnot!

Wenn auch einiges an Bewegung in so einer Party ist, jeder Gast hat so seinen wahrscheinlichen Aufenthaltsort und ist daher relativ leicht aufzufinden:

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Heute mittag haben wir das Gelernte von gestern noch dadurch ergänzt, dass Formulierungen wie „das einzigste“ und „bestaussehendst“ der Steigerungsgruppe Hyperlativ zuzurechnen sind, und dass die Schneeverschiebungen auf unserem Wintergartendach optisch etwas von Schwangerschaftsstreifen haben.

Ich bedanke mich nochmal bei allen für ihr Erscheinen, ihre lieben Worte, fürs Musikmachen, für die – wie immer – wunderbare Torte, fürs Übernachten und gemeinsame Frühstücken, und für die ausgesprochen disziplinierte Mithilfe. Es blieb uns kaum Aufräumarbeit übrig… also jederzeit wieder! Es wären noch Reste da… :)

Wie’s mir heute geht?

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Nachsatz: Mein mir rechtmäßig Zugemuteter hat meine Anweisung, für die Partygäste eine Aufwärm-Anleitung in der Küche zu drapieren, in der ihm eigenen Liebe zum Detail ausgeführt:

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Nehme alles zurück

Es ist mein Geburtstag, es ist noch nichtmal Mittag, und ich hatte bis jetzt fünf Anrufe, fünfzehn Geburtstagsmails, eine persönliche Gratulantin und eine SMS. In den letzten Tagen hatte ich aus weiß der Geier welchem Grund ein zwar nicht durchgehendes, aber wiederkehrendes Tief unter dem Titel ‚Keiner liebt mich’… woher sowas kommt, weiß ja niemand – mit der Realität hat es aber jedenfalls nichts zu tun, das weiß ich jetzt. Ich nehme also alles zurück und behaupte das Gegenteil!
Und ich hab mich beim Einkaufen vorhin selbst beschenkt, hab mir einen neuen Begleiter angeschafft, der ab sofort mein Leben (noch) etwas bunter machen wird:

Darf ich vorstellen: El Hase

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Noch während ich telefonierte, brachte der Postbote mir zwei Pakete, eines aus Deutschland von einem sehr lieben Freund, eines aus Schottland von meiner (ebenso sehr lieben) Schwägerin.
Schon als ich die Überverpackung des Schottlandpäckchens gelöst hatte und ich die Aufschrift auf dem Geschenkpapier sah, wusste ich, was da nur drin sein kann! *straaahl* Wir hatten Neujahr in Edinburgh bei meiner Schwägerin verbracht, und ich wollte mir so gerne eine solche ‚echt keltische‘ Kette kaufen, die mit den schönen Anhängern, die ich da gesehen hatte. Aber irgendwie kam es einfach nicht dazu, ich fand den Laden nicht mehr, in dem ich sie gesehen hatte, und wir hatten am letzten Tag einfach kein Glück, ich hatte wilde Zahnschmerzen, und ‚tosha kriegte ihre Kette nicht. :B Aber thanks to the Aufmerksamkeit, die nicht ausschließlich, aber insbesondere Frauen häufig an den day legen, wenns um wishes geht, hab ich soeben dieses hier ausgepackt, juchuuu!

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Aus Deutschland kam ein süßer Brief mit ebensolcher Karte sowie eine CD, alles in gewohnt professionell-liebevollem Design. Die CD trifft haargenau meinen Geschmack – ich steh seit dem ersten Ton im Genuss! :)

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Die Frau auf der CD heißt Nerina Pallot und ist irgendwo angesiedelt zwischen Natalie Imbruglia, Fiona Apple, auch ein bisschen Avril Lavigne hör ich manchmal… tolle Songs, ob langsam oder schnell, wunderschön gesungen und bestimmt wieder eine neue Herausforderung für meine Stimmbänder. Die CD hat auch schon das Auspacken des Schottlandpäckchens begleitet, jedoch musste aus dramaturgischen Gründen die Erwähnung erst hier stattfinden, denn: Auch der Hase findet die Musik echt klasse, schon bei der ersten Nummer hat er begonnen, die Löffel zu schwingen:

KA_tanz

BIG THANKS TO EVERYONE!

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Mi grande amiguita

This morning I got an email from my friend Laura who lives in Monterrey, Mexico, and I found out she has a fotoblog online, in which she dedicated a site to me in January. She’s been a friend for years. Though we never met, we kept writing drawn-out mails to each other, her mails always being filled with positive thoughts and wonderful sentences in spanish. It all began at a time when I was on health 0 and pain 100. She started writing to me because of the simple fact that I mentioned Carlos Castaneda as a favourite author on my former band’s website.
It’s a loving connection, a strong connection we’re having. We even sang the exact same song one evening at the karaoke, not knowing the other one was out, too.
She dedicated me a prayer on her site. I’m not too religious, still I appreciate her thoughts and prayers very much. If prayers do help, then I’m sure Laurita did a lot for my health in the past few years.
Laurita, TQM! Thank you!

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Traumhafte Monologe

kryptik kurz nach sechs erinnerte mich daran, dass gar eigentümliche Sätze an das geistige Traumohr dringen können. Am sonderbarsten ist sowas, wenn man nach dem Erwachen das Gefühl hat, man hätte soeben die Weltformel so gut erklärt bekommen, dass man fortan nur noch erhobenen Hauptes und entspannter Miene durch die Straßen wandeln werde, weil völlig frei von jeglichem Unsicherheitsgefühl bezüglich des Lebenssinnes. Bei genauerem Besehen des Gehörten (?) stellt man aber leider fest, dass jemand gesagt hat: ‚Der Schalter ist geschlossen, kommen sie genau um 14 Uhr 28 wieder.‘ Oder eben, dass ‚das Negerfieber eingefroren wird‘.
Mir gegenüber erwähnte eine junge Frau unlängst die Tatsache, dass ‚der Typ gesagt hat, da sind Splinten drin, die man nur rausziehen braucht, dann kann man die Regale einzeln abmontieren.‘

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Danke für die Blumen!

Gestern, als ich ins Büro komme, steht auf meinem Tisch ein bombastischer Blumenstrauß! Man kanns eigentlich kaum ‚Strauß‘ nennen, es ist wie das Ding aus einer anderen Welt. Meine Chefin liebe Kollegin (Frau vom Chef ;) weiß, dass ich an meinem Geburtstag nicht zu arbeiten pflege… und diesmal auch am Tag davor nicht. Also hat sie mir schon gestern dieses tolle Gewächs hingestellt, weiters einen Geburtstagskuchen mit selbstgespratzter Aufschrift und mit im wahrsten Sinne des Wortes zuckersüßen Elfen obendrauf, und mit Mini-Milkyways rundherum. (Die tägliche Nervennahrung der Kundenabwehr. ;)
Natürlich musste die Blume heute gleich in die Sonne getragen und von allen Seiten fotografiert werden. Ein tolles Ding! Vielen Dank nochmal an S. und den beteiligten Rest der Truppe! :)

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Frische Ringerl

Mein Hund kriegt seit Jahren nur Trockenfutter. Ich muss keine Dosen heimschleppen, und hab auch keine Dosen am Spülbecken stehen, die mit Wasser eingeweicht bis oben tagelang ihren zweifelhaften Duft verbreiten, bis ich mich endlich zur Reinigung durchringen kann. Außerdem muss ich keine haushohen Dosenstapel entsorgen. Von meinen Vorlieben ganz abgesehen, hat meine Cindy einen Heidenspaß daran, die Trockenfutterstücke durch die Gegend zu werfen und ihnen nachzujagen, am liebsten am Wohnzimmerteppich – das muss ihr mal einer mit Dosenfutter nachmachen, und es überleben! Es ernährt sich also der Hund ganz hervorragend von Trockenfutter, und Frauchen macht das auch glücklich.
Nun liebt Cindy ganz besonders ihr ‚Frolic‘. Diese fleischfarbene Vollnahrung in Scheiben, durch die man ein Loch geschossen hat, bei uns daheim kurz ‚die Ringerln‘ genannt. Das ist prägnant und wird auch von Cindy sofort verstanden – und mit freudigem Sabbern quittiert. ‚Ringerln‘ im Garten suchen gehen ist eine ihrer liebsten Nachmittagsbeschäftigungen.
Frolic-Ringerl sind eigentlich kein richtiges Trockenfutter, die sind so zäh-halbfest in der Konsistenz (quetsch-quetsch, Bild aus dem Werbespot taucht vor dem geistigen Auge auf), und kommen in Plastikfoliensäcken daher. Es empfiehlt sich darum sehr, diesen Sack nach Entnahme wieder zu verschließen, damit die kauspaßige Zäh-Vollnahrung nicht an der Luft eine Konsistenz kriegt wie ein drei Monate lang an der Sonne getrockneter Carpaccio-Donut. Harte Frolic sind nämlich kein Genuss mehr und werden verschmäht.

Nun denken die bei Masterfoods ja auch mit und wollen den Hundekunden vor dem ungeliebten klonk-klonk-Geräusch bewahren, das entsteht, wenn angegraute, eingetrocknete Frolic in seiner Schüssel landen. Seit geraumer Zeit ist also jede Frolic-Packung mit einem Frischeverschluss versehen, diese merkwürdigen Plastikdinger Marke „Nut und Feder“, auch auf Toppits-Frierbeuteln zu finden, die man durch Zusammendrücken zweier einander gegenüberliegender Leisten ruck-zuck verschließt.

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Im Normalfall. Beim Frolic-Frischeverschluss hänge ich nämlich, je nach Tagesverfassung, Gemütszustand und genossener Nervennahrung, oft minutenlang nach vorn gebeugt über der bei mir zumeist am Boden gelagerten 7,5kg-Packung und versuche, die verwunschenen Leisten so ineinanderzudrücken, dass sie sich schließen. Am besten geht’s noch, wenn man den Verschluss gar nicht erst komplett geöffnet hat, dann hat man sozusagen einen Anfangspunkt zum Einhaken. Aber auch das klappt nicht immer. Ich probiers erst von rechts, dann von links, ich drück in der Mitte drauf, der Hexenschuss guckt schon um die Ecke, das Blut steigt in den Kopf, die Augen werden immer größer – das Ding schließt einfach nicht! Alternativ zum Beugen kann ich natürlich auch in die Hocke gehen und mit dem Frolicsack Aug‘ in Aug‘ verhandeln – dann schlafen mir halt die Beine ein.

Minutenlanges Rumgewerkel an einem Frolic-Sack, und das jeden Tag, vielleicht sogar mehrmals, je nach Appetit des Hundes. Was für eine Zeitverschwendung! Dabei entschlüpfen mir regelmäßig einige gar nicht damenhafte Flüchlein.
Wenn ich es dann doch wirklich schaffe, den Verschluss zuzukriegen, dann mit einer dicken Träne im Knopfloch – am liebsten würde ich danach die Packung nie wieder öffnen.
Natürlich könnte ich den Sack auch mit einer Wäscheklammer verschließen. Das war ja vor dem Frischeverschluss auch gut genug. Ich bin aber sicher, dass ich durch den Erwerb von Frolic meinen Beitrag zur meisterhaften Entwicklung dieses Verschlusses beigetragen habe, also fordere ich auch, dass er funktioniert – ich versuche es, oh Naivität, immer wieder mal.
Auf der Verpackung steht, dass man sie von Hunden und Kindern fernhalten soll – Erstickungsgefahr! Kein Wort davon, dass beim Wiederverschließversuch Tobsuchtsgefahr besteht.

Ich fordere also funktionierende Wiederverschließmechanismen, oder aber zum Slogan ‚Der Frolic-Geschmack bringt Hunde auf Zack‘ die passende Ergänzung: ‚Der Frolic-Verschluss ist Frauchens Verdruss‘.

[So auch gemailt an Masterfoods.]

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