Ghost towns

Gerade hab ich wieder mal ein paar Galerien durchgeschaut, und sofort hatte die Faszination mich wieder: Geisterstädte, zum Beispiel im amerikanischen Westen oder in Kanada – Städte und Dörfer, die von ihren Einwohnern einfach gähnend leer zurückgelassen wurden. Weil die Goldminen dort nichts mehr hergaben, weil es kein Wasser mehr gab, oder weil Eisenbahnlinien eingestellt oder Durchzugsstraßen umgeleitet wurden, sodass der Ort nicht mehr erreichbar war.

Wenn ihr im Netz noch nie Seiten über verlassene Städte gesehen habt, solltet ihr euch diesen Hauch von wildem Westen und Gänsehaut nicht entgehen lassen. Manche der Bilder zeigen Lebensmittelläden, in denen noch das volle Sortiment steht. Gar sonderbare Gerätschaften stehen herum, Einrichtungsgegenstände und Werkzeuge sind noch da, wo sie zuletzt benutzt wurden, von jemandem, der sie dort vielleicht schon am Tag darauf einfach zurückgelassen hat, ohne einen Hinweis auf seine Identität.
Viele Gebäude sind natürlich verfallen, aber andere sind immer noch wunderschön, und man kann gar nicht begreifen, dass dort einfach niemand mehr wohnen will.

Diese Städte üben natürlich auf viele Menschen ihre Faszination aus, und es gibt heute, wie ich überwältigt feststellte, im Netz ungefähr hundertmal mehr GhostTowners-Seiten als zu jener Zeit vor Jahren, in der ich zum ersten Mal darüber gestolpert bin.

  • Eine schöne und umfangreiche Galerie westamerikanischer Geisterstädte findet sich unter ghosttowngallery.com. (Mit Karte und Unmengen an Fotos.)
    Silent Hill allerdings wird man dort (und auch anderswo, aber dort wird es erwähnt) vergeblich suchen, die verlassene Stadt aus dem gleichnamigen Film ist frei erfunden.
    Besonders fasziniert hat mich schon bei der ersten virtuellen Begegnung vor Jahren das Städtchen Bannack in Montana.
  • Eine große Fotogalerie kanadischer Geisterstädte gibts unter ghosttownscanada.ca.
  • Ein paar wenige, aber schöne Bilder der verlassenen Diamantenstadt Kolmanskop, Namibia hab ich auch gefunden. EDIT 2/09: Hier ein Link für Googlemaps.
    (Auch all die anderen Namibia-Bilder dort sind umwerfend!)
  • Viele Links gibts im entsprechenden (englischsprachigen) Wiki-Artikel.

Ich wünsche viel Spaß beim Abtauchen! Für unerklärliche, massive Zeitverluste bin ich übrigens nicht haftbar. ;)

18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. weißt, wir wollten nur, dass auch hier in der pfanne so richtige geisterstadtstimmung aufkommt. gell, burschen und mädels?! *umdreh* *chor.von.potenziellen.postern.die.sich.bisher.zurückgehalten.haben.“jaaaaa“.ruf*

    sixt?

    :)

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  2. klar: eine ganz große in österreich: wien. einfach mal am sonntag rumbummeln – keine menschenseele unterwegs ;).

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  3. Hie und da stelle ich mir vor, dass so ein Wochenendhäuschen in einer Geisterstadt was feines wär. Keine schwerhörigen Senioren-Nachbarn die vor dem Fernseher einschlafen oder Heimwerkerkönige, die den Sonntag möglichst voll ausnutzen müssen.

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  4. Martin, da kann ich nur empfehlen: ab an die Costa Blanca im Jaenner!
    Im Raum Torrevieja bevoelkern in der Hochsaison ca. eine halbe Million Residenten und Touristen gleichzeitig die Fincas, Viviendas und Hotels, jetzt aber sind die Urbanizaçiones sowas von ausgestorben. Wenn es dich naechstens nach Valençia verschlaegt, kannst du ab Gandia bis Cartagena fast ungestoert deinem Hang nach ghosttowns froenen…

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  5. Janocjapun, der Gedanke kommt mir sehr bekannt vor. Unsere Hirne dürften an manchen Stellen von gleichartiger Schaltung sein. ;)

    hubbie, trotzdem hätten die dazugehörenden Besitzer vermutlich keine Freud, wenn man da einfach so reinstolpert und ein paar Bilder macht. ;)

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  6. hubbie – hab ich schon mal getestet, ja, im jänner war zB tavernes de la valdigna absolut tot bis auf eine kaschemme. trotzdem – die hotelburgen sind versperrt und (noch) nicht (ausreichend) verfallen, nichts wo man sich zb zu fotografischen zwecken herumtreiben könnte.

    eine richtige ghost town gab es zB auf st maarten, so eine hotelanlage die vom hurrican beschädigt wurde.

    liegt aber auch alles nicht im gesuchten tagesausflug-umkreis – somit: tips weiterhin gesucht! in österreich mach ich mir eh schon wenig hoffnungen aber vielleicht gibt es irgendein zerfallenes ungarisches dorf?

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