Letzter Tag

Dies ist mein letzter Eintrag aus Palau.

So schnell geht’s. Ratzfatz sind vier Monate um. Ich wusste das ja von Anfang an. Wir fuhren das erste Mal die Compact Road in Babeldaob entlang Richtung Norden, alles war neu, und es mischte sich schon die Energie des letzten Males mit hinein – das alles schon kennen und wehmütig die letzten Kilometer genießen. Wir hatten so viel Zeit vor uns, so viele Wochenenden, und ich wusste, am Schluss werden wir sagen: WTF?? Nur noch ein Wochenende? Und was quetschen wir da jetzt alles rein?

Wir waren heute nochmal unten am Ngermid Dock schnorcheln, nachdem wir alles gepackt hatten. Die Koffer sind noch randvoller als beim Herfliegen. Heute abend fahren wir ein letztes Mal runter ins Aquarium. Gestern gab es dort ein kleines Abschiedsessen für uns, wir bekamen Shirts und Zertifikate und herzliche Worte vom CEO und von Carol, mit der ich besonders eng (und auch voller Freude) zusammengearbeitet habe. Dann gabs noch ein paar Drinks mit Roni und Naor. Heute abend findet dort wieder eine After-Dark-Lecture statt (hab ich erzählt, dass Martin in diesem Rahmen einen Vortrag über Haie gehalten hat?) Heute ist der Segelboot-Kapitän Rai dran.

Außerdem sind noch ein paar letzte Daten auszutauschen, und natürlich sind noch Menschen zu umarmen. Und wir holen das Storyboard ab, das unser Kollege Benson extra für mich angefertigt hat (und noch immer anfertigt, das war so eine Art Last-Minute-Auftrag). Ein Storyboard, das ist eine Holzschnitzerei, die eine Legende wiedergibt. Wunderschön wird sie, wir durften’s gestern schon ganz kurz in unvollendetem Zustand anschauen. Foto durfte ich da noch keines machen.

Ich werde weitere Fotos dann von daheim aus posten, das wird sooo viel einfacher sein!

Was mir fehlen wird:
Die freundlichen Fremden, die man vertrauensvoll in sein Leben und in sein Herz lassen kann. Die paar richtigen Freunde, die wir hier gefunden haben. Die Wärme. Die herrliche Luftfeuchtigkeit. Die weitgehende Rheuma- und Schmerzfreiheit (nichtmal Zahnschmerzen hatte ich. Und das mir!). Das große weite Meer und dessen abartig unglaubliche türkise Farbe. Die tausenden wunderbaren Tiere unter Wasser. Der Blick zum großen Beschützer, dem Barriereriff. Die streunenden Hunde, die morgens zu Besuch kommen, um Wasser von mir serviert zu kriegen. Die Hähne (ja, wirklich). Meine gebräunte Haut. Meine Fußnuss – die beginnt jetzt auszutreiben, vier Monate nachdem ich sie auf der Straße aufgelesen habe.

Was mir nicht fehlen wird:
Das Gespucke. Das Gespucke. Das Gespucke.

Worauf ich mich freue:
(Abgesehen von Family, Freunden, Band und meinem Zuckerschnauzenhunzi natürlich!)
Frisches Obst und Gemüse. Dunkles Brot. Das riesige Angebot im Supermarkt. Vernünftige Musik. Mein Geschirrspüler. Wasser direkt aus der Leitung trinken. Raketenschnelles Internet. Eine niemals-0815-Massage von André.

Apropos Zuckerschnauzenhunzi: Soweit ich weiß, hat Cindy die OP gut überstanden und war gerade am Aufwachen, als wir gestern schlafengingen. Puh. Das war eine Erleichterung, sag ich euch.

Ich bedanke mich herzlich bei euch allen fürs Mitlesen, Miterleben, Mitstaunen, Dabeisein und Weitersagen, und ich würds toll finden, wenn auch die stummen Mitleser diesmal eine Ausnahme machen und „Ich war dabei“ in die Kommentare posten.

Sobald ich daheim und ausgeschlafen bin, gibts dann auch die bildliche Auflösung des Helikopterrätsels. Also dranbleiben!

24 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich war dabei ;-)

    Kann nur sagen danke für die vielen schönen Geschichten, Fotos, Details die du uns ins Haus geliefert hast!
    Kommt wieder gut nach Hause und für deine Cindy alles Gute ich hoffe du kannst bald wieder herumtollen mit ihr! Sie wird bei deinem Anblick bestimmt ganz schnell wieder gesund!

    Alles Liebe
    Helga

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  2. ich bin immer dabei! trotzdem:das war mein einziger Kommentar – aber bitte schreib weiter! lg von einem fan

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  3. hallo mei Susal,
    Ich kann nur ein sagen: ich freu mich, Dich wieder in die Arme schließen zu können.
    Ich hab Dich ganz lieb mein Kind…

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  4. ich war dabei :-) und hab mich mit dir über all die schönen Erlebnisse gefreut …. trotzdem: was werd ich froh sein dich jetzt einfach wieder anrufen und sehen zu können :-))

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  5. welcome back – kraul erst mal alle nahestehenden Zwei- und Vierbeiner, brich ein Krustenbrot und sauf das Leitungswasser, das Heimweh nach dem türkisenen Archipel kommt früh genug…

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    • Abschiede sind immer schwer. Nach längerer Zeit wirds nicht gerade besser. Wenn daheim was Schönes wartet, gehts aber leichter.

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  6. Ja, ich war auch immer dabei! Selbstverständlich! Ich war immer froh, was von Euch zu lesen, weil doch das Hören (die Telefonverbindung) nicht so klaglos funktionierte, na ja, manchmal ging’s schon, aber halt selten. Es war schon schön, daß ich Euch wieder umarmen und drücken konnte!

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    • Das fand ich auch sehr schön. So (fast) ganz ohne Kommunikationsmöglichkeiten ist es manchmal schon ein bisserl trostlos. Danke fürs Kontakthalten!

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