Segeln 2

Viel Wind war ja nicht gerade. Bis auf einmal, da war dann gleich zu viel Wind. Dazu komme ich dann aber später.

Es gibt aber tatsächlich auch Stunden mit adäquatem Segelwind, nur zum Beweis:

Die Nase im Wind

Indes versuchen die Wolken, sich unauffällig vom Festland aus heranzupirschen.

Wolkensuppe

Wir gurken unter Motor zwischen dem Festland und Krk Richtung Norden, um unter der Krk-Brücke durchzufahren.

Most Krk, die Krk-Brücke Most Krk, die Krk-Brücke

Wir passieren Rijeka mit Blick auf das Industriegebiet und bestaunen die dazugehörige Smog-Glocke, die über der Küste liegt. In Martinscica auf Cres hoffen wir auf Strom und Wasser, was zwar prinzipiell beides vorhanden wäre, aber dennoch unerreichbar – Wasserschlauch und Kabel sind zu kurz; dafür ist aber auch der Marinero nicht vorhanden, laut Auskunft der Kellnerin im (bayerischen!) Restaurant an der Mole: „Ist zu Chause, trinken, schlafen, waiß nicht.“ Wenigstens liegen wir also gratis. Und gegen Verhungern und Verdursten ist unter der blau-weißen Plastikhülle des Restauranthofes auch vorgesorgt.

Dem Skipper ist am nächsten Tag schlecht von zu viel, öhm, Beefsteak, er verschläft unsere Fahrt durch die weggeklappte Autobrücke in Osor. Windstärke und Wellengang „absurd“ wurden angekündigt.

Wegklappbrücke in Osor

Von der Pause zur Nahrungsaufnahme an der Südostseite von Cres nehme ich eine Brandblase als Souvenir an das Backrohr mit, in welchigem ich sensationelle Sugo-Brote mit Camembert fabriziere. Danach starten wir unsere Überfahrt Richtung Rab-Stadt, wohlverpackt in Regenkleidung. Der Wind frischt auf, die Wellen werden immer höher. Davon hab ich allerdings keine Fotos, da war ich mit dem Festklemmen meines Körpers an Deck beschäftigt und hatte keine Lust, den Niedergang hinunterzupurzeln, um mir blaue Flecken bzw. die Kamera zu holen. Wenn die Kamera wasserdicht wäre, dann vielleicht. So aber beschränke ich mich darauf, den Seegang, der zwar nicht absurd ist, aber doch heftiger als gewöhnt, ohne Fotoauge wahrzunehmen, dafür breitseits und mit vollem Körpereinsatz (Haut, Magen, Gleichgewichtsorgan). Wir sehen ständig die selbe kleine Insel, scheinbar von allen Seiten, die Fahrt scheint sehr lange zu dauern.

Irgendwann schaffen wir es aber doch nach Rab-Stadt, der Regen setzt ein und hat einige äußerst gemütliche Stunden zur Folge, die wir unter Deck verbringen. Am Abend lassen wir uns von einem werbetechnisch sehr talentierten Wirt per Auto in sein Restaurant „Adria“ karren und speisen auf der Terrasse inmitten von Pinienwäldern. Die Palatschinken mit Eis und heißen Kirschen sind eine wahre Sensation.

Auch den nächsten Vormittag verregnet es uns, niemand hat bei dem Wetter Lust hinauszufahren. Die Gewitterwolken scheinen schier endlos, es regnet, blitzt und donnert. Zu Mittag jedoch taucht über der Altstadt ein unscheinbares Fleckchen blauen Himmels auf und drückt und schiebt sich hin und her, es plustert sich so wacker gegen die Regensuppe auf, bis tatsächlich nur noch blauer Himmel und weiße Wölkchen zu sehen sind.

Der Skipper geht „Tupperdosen suchen“ (geocaching), Martin und ich begleiten ihn. Dabei durch- und überquert man den Hügelpark neben der Altstadt, der mit schönen Felsen aufwarten kann…

Rab-Stadt, im Park

…und mit lange vergangenem Meeresgetier…

Rab-Stadt, im Park

Man landet auf der Uferpromenade dahinter.

Rab-Stadt, am Strand unter der Altstadt Rab-Stadt, am Strand unter der Altstadt

Die Sonne strahlt, wir schwitzen uns eins und finden die Gegend ausgesprochen unwirklich.

Rab-Stadt, am Strand unter der Altstadt

Über die Treppe am Ende der Promenade erreicht man die Höhen und kleinen Gässchen der Raber Altstadt. Dort lässt sich’s gut shoppen, wir erstehen ein paar Sonnenbrillen und durchwegs seltsame Kopfbedeckungen.

Rab-Stadt, Altstadt

Am Abend noch ein paar Nightshots der Marina, mit salzwasserverschmiertem Objektiv, wie ich später feststellen muss – ist aber kein Beinbruch, alles halb so schlimm.

Rab-Stadt, Marina

Weiter gehts am nächsten Morgen bei völliger Flaute, wir motoren wieder – gut, dass wir Fotografen die Schräglage auch fingieren können.

Künstliche Schräglage

Ein letzter Blick zurück auf die schöne Stadt.

Rab-Stadt Panorama

Und auf zu neuen Aussichten auf dem Weg nach Grgur – die Bilder von der zweiten Gefängnisinsel gibts dann im Teil 3.

Aussicht

Inhaltsverzeichnis Segeln 2009

12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wunderwunderwunderschön. Irgendwann turne ich deine Urlaubsreisen einfach nach, so schön find ich die. Pefekte Anleitung hats ja auch hier.

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  2. Echt schöne Gegend … als einziger Österreicher, der noch nie in Kroatien war, sollte mir das eigentlich Ansporn sein, da auch mal hinzudüsen. Bloß wie? Auto und Boot hab ich keins, Fahrradl ist mir zu anstrengend. Vielleicht Zug *hm*.

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  3. ceh – skyeurope fliegt ja für schlankes geld nach zadar, split u dubrovnik. bei denen ein ticket zu kaufen würde zumindest von großem zukunftsvertrauen zeugen :) ob du so aber tatsächlich hinkommst…

    mit dem boot fährt sich’s auch nicht so komfortabel da runter. naja, wenn du es mal bis über den velebit geschafft hast, dann kannst du die letzten km runter rutschen (ich würde aber nicht darauf wetten dass das boot danach noch einen kiel hat). vielleicht dann doich den umweg über donau und schwarzes meer nehmen? wie lang man da wohl bräuchte bis man in zadar ankommt? und wie lange man wohl zurück per segel die donau aufwärts bräuchte?

    praktisch kann man auch:
    – mit anderen fluglinien runterjetten
    – autos mieten oder ausborgen
    – mit dem zug fahren, opatija ist zb sehr gut per zug+zu fuß erreichbar.

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  4. Martin, die Skyeurope ist kein Wagnis mehr……zwei Tage, nachdem die uns am 26.8. von Amsterdam nach Bratislava „heim“gekarrt hatten, wurde der Betrieb endgueltig eingestellt – r.i.p.

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  5. ja weiss ich eh, buchen kann man die nicht mehr. aber man könnte ja im rahmen des konkursverfahrens versuchen noch zu ein paar tickets zu kommen, beim großen lagerabverkauf :) wie gesagt, nur für große optimisten.

    freut mich dass sie euch noch transportiert haben. hattet ihr nicht ein mulmiges gefühl, so von wegen ob er sich „volltanken“ überhaupt noch leisten konnte? oder wie lange die letzte wartung schon her ist?

    interessant übrigens – alitalia die ja auch kurz vorm konkurs standen sind aus den schlagzeilen ziemlich raus. mit denen wollen auch einige nicht fliegen, und das nicht nur wegen der bekannten italienischen pünktlichkeit und streik-aversion…

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  6. du meinst wohl „virtuelle“ Tickets, die man dann an beknackte Ebayer verscherbelt :-)…….mein liebend Weib war schon einen Monat vorher dabei, die Nerven wegzuhauen – sprich auf AUA oder KLM umzusteigen, denn das Hotel war schon bezahlt, ich aber habe es ausgesessen, im schlimmsten Fall (keine mehr, oder zu teure Tickets) hätte ich die Katze gegen Amsterdam getrieben….jedenfalls ist es kurz vor Abflug in AMS nochmals spannend geworden, als hektische Diskussionen zwischen Groundhandlern und Crew darauf deuteten, dass da noch einige Kerosinschuldscheine ungedeckt waren, die Wartung machten die Holländer nach IATA Vorschrift, daneben haben die fast neue Leasing Boeings betrieben

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  7. Na haumma net, drum samma do…

    übrigens: sollte ich einmal beim Freitagstexter ein Leiberl reissen (Silbermedaille wurde schon errungen), niste ich mich bei dir häuslich ein und du darfst ein schräges Foto einstellen, deal?

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