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Thanksgiving-WE-Bericht

Am Donnerstag war Thanksgiving, das ist hier ein Feiertag, weil die Insel organisatorisch zu den USA gehört, und am Freitag hatten wir frei, also genießen wir derzeit ein langes Wochenende. Martin darf heute endlich wieder tauchen gehen, erst zum zweiten Mal, seit wir hier sind. Er ist mit Sam’s Tours unterwegs, zum ersten Mal. Der Laden ist sehr beliebt bei den „Zuagrasten“, den „Foreigners“, also den ausländischen Dauergästen auf der Insel. Unsere sehr nette Nachbarin Roni aus Israel arbeitet da, und sie hat Martin auf die Schnelle heute früh auf ein Boot mit drei Tauchgängen gebucht. Es ist wie daheim – wenn man wen kennt, gehts leichter. Ich glaube, heute geht’s für Martin endlich zum Blue Hole, dem wohl berühmtesten Divespot Palaus.

Man könnte auf den Tauchbooten prinzipiell auch als Nichttaucher mitfahren, aber es gilt noch zu klären, was das kosten darf/soll/kann. Bei Neco Marine sagten sie, Nichttaucher können mitfahren und auch schnorcheln gehen, wenn am Boot noch Platz ist; bei Sam’s meinten sie heute, schnorcheln wär nicht möglich, Mitfahren aber schon, das koste 75$ für „Locals“, also Nicht-Touristen. Das ist ein bisschen happig angesichts der 70$, die Martin für seine zwei regulären Tauchgänge als Local zahlt.

Aber ich hätte das heute sowieso nicht geschafft – die SMS, dass er mitfahren kann, kam um zehn vor acht, da waren wir noch reichlich verknittert und frei von Frühstück, und um 8:30 musste er spätestens dort sein; ein bisschen Fahrt dorthin muss man auch einplanen. (Sam’s ist auf Melekeok, einer Insel am anderen Ende der Stadt Koror, 15 Minuten fährt man da hin schon, wenn’s sich nicht staut. Ja, Stau! Das gibts hier, und zwar mitunter heftig, weil es nur eine Hauptstraße gibt – an Wochentagen, morgens um halb acht, ist es mehr Stop als Go, während einem die Sonne selbst frühmorgens gnadenlos ihre volle Power auf den Pelz brennt.)

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Heute: Night Market

Speziell für Nicole und Sam: Hier gibts Zumba in Palauan Time (=gaaanz laaangsam)!
Außerdem Spanferkel, Taro und Tapioca (stärkehaltige Wurzeln, gekocht, nette Beilage), Palauan Bento, randvoll mit lokalen Köstlichkeiten, und allerlei anderes Futter – beispielsweise diese Früchte, deren Name ich nicht weiß, klein sind sie und rosa oder weiß, sehr knackig, schmecken wie saure Äpfel, nur knackiger. Man kriegt eine Art Kräutersalz dazugeliefert, schmeckt dann wie gesalzene Äpfel. Mit Zucker oder im Salat sind sie aber eine feine Sache – und endlich mal was richtig Frisches! (Wenn ich mal wieder eine richtige Verbindung habe, poste ich ein Foto.)

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Kleidervorschriften in Palau

[Aus der Aufholjagd-Serie • Geschriebenes, bisher nicht Verbloggtes]

Als ich mit Randa einen Tag auf dem Strand von Ngchus verbrachte, und wir dabei nicht so wahnsinnig viel zu tun hatten, befragte ich sie ausführlich zum Thema Frauen in Palau. Gleich zu Beginn hatte mir eine Kollegin aus Deutschland geflüstert, man wäre ja in Palau als Frau gezwungen, sich „angemessen“ zu kleiden, was bedeutet: Keine Trägershirts, keine kurzen Hosen und schon gar keine Bikinis. Alles muss mindestens bis übers Knie reichen. Naja, nicht die Oberteile, aber ärmellos würde gar nicht gehen, meinte sie. Auch bei der Ngasech sollten wir Frauen uns ja „unrevealing“, also quasi unfreizügig, kleiden. Nun hatte ich Gelegenheit, eine Einheimische exklusiv dazu zu befragen, und das tat ich auch.

Randa zufolge ziemt es sich für eine palauanische Frau tatsächlich nicht, die Knie unbedeckt zu lassen. Die Frauen hier tragen also mindestens Dreiviertelhosen oder lange Hosen, manchmal auch Hosen und darüber noch ein Tuch um die Hüften. Das habe ich bemerkt, ist bei der Hitze für mich aber total absurd, geradezu unvorstellbar, sage ich, und Randa entgegnet, das sei aber schon seit Urzeiten so.

Das stimmt, finde ich alsbald heraus, sofern man 1910 als „Urzeit“ gelten lassen möchte – in den Büchern von Krämer, dem Historiker, sieht man Skizzen der palauanischen Frauen: die Seegrasröcke reichen auch damals züchtig bis über die Knie. Obenrum allerdings sind sie nackt. Mir, der Westlerin, kommt das entsprechend scheinheilig vor. Über die Schultern sagte Randa nichts, aber ich habe bisher nur selten eine palauanische Frau in einem ärmellosem Shirt gesehen. Man bedeckt also den Busen heutzutage auch überaus großräumig.

Es ist aber nicht etwa so, dass in Palau die Männer den Frauen vorschreiben würden, was sie tragen dürfen und was nicht. Die Benimm- und Kleidungsregeln für die Frauen machen die Frauen selbst. Es gibt einen Frauenrat, der einmal im Jahr tagt und bei dieser Gelegenheit die Regeln immer wieder neu überdenkt und festlegt. Dabei wird zum Beispiel auch beschlossen, wie die Schuluniformen auszusehen haben. Es gibt übrigens auch einen Männerrat: die Chiefs der verschiedenen Clans betreiben eine eigene Vereinigung namens Rubekul Belau. Die dürfen auch ein paar Dinge entscheiden. Aber wenn’s um Kleidung und Benehmen geht, sind die Frauen am Drücker.

Wenn ich Randa richtig verstanden habe, werden die Ergebnisse dieser Frauenrat-Tagungen nicht öffentlich kundgemacht – das spricht sich dann irgendwie einfach so rum. Manchmal werden die Vorschriften etwas lockerer gemacht, und vieles würde heute ohnehin nicht mehr ganz so eng gesehen und streng ausgelegt wie früher, sagt sie.

Manches bleibt aber unverändert. Es gehört sich zum Beispiel auch nicht, dass ein Ehe- oder Liebespaar sich öffentlich „zur Schau stellt“, indem Zärtlichkeiten oder gar Küsse ausgetauscht werden. Das will keiner sehen, alles hat hinter verschlossenen Türen vonstatten zu gehen.

Randa sagt aber auch ganz klar, dass diese Vorschriften nur für Einheimische gelten. Als junge Palauanerin würde man von wildfremden älteren Menschen auf der Straße für Kleidungsverfehlungen durchaus zurechtgewiesen, das kann einem als Ausländerin aber nicht passieren. Bei offiziellen Anlässen kleidet man sich natürlich schon entsprechend, egal, woher man stammt. Bikinis seien eigentlich kein Problem, wobei es sich empfehle, diese wirklich nur am Strand zu tragen, nicht etwa auf der Straße. Die Palauanerin selbst badet freilich nicht im Bikini, sondern im T-Shirt und (mindestens) mit Shorts. (Der Palauaner badet übrigens auch nicht oben ohne. Hab ich zumindest noch nie gesehen. Und die Männer tragen Badeshorts, keine Badehosen.) Sieht man nackte Haut am Strand, weiß man also sofort, dass es sich nur um Touristen handeln kann.

Das schlägt sich natürlich auch im Kleidungsangebot nieder. In den Department Stores bekommt man kaum Bikinis zu kaufen, aber jede Menge Schwimmshirts und Leggings. Als mein Zugeständnis an die örtlichen Gepflogenheiten (und infolge wiederholten Zähneklapperns beim Ausüben der Disziplin Endlosschnorcheln) habe ich mir ein ärmelloses Schwimmshirt zugelegt und finde das ungemein praktisch. Im Wasser wärmt’s, und an Land kühlt’s. Dazu trage ich aber eine ganz normale Badehose. Die palauanischen Frauen hingegen sah ich am Strand meistens in knöchellangen, schwarzen Leggings. Ja, auch beim Schwimmen.

Ich sehe aber auch die Teenager-Mädels nach der Schule, wie sie, kaum auf den Gehsteig getreten, sich sogleich den Rock an der Taille so weit hochkrempeln, bis man die Knie schön sehen kann. Und ich sehe ab und zu einheimische Frauen, die sich nicht um die Vorschriften scheren. Ob das die Revolutionsführerinnen sind, weiß ich aber nicht. Vielleicht isses ihnen einfach nur herzlich wurscht.

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GTA Koror City – Da Map

Wie ich schon hier schrieb:

Mitunter kommts mir auch so vor, als würde ich GTA – Koror City spielen, hihi! Mehrere Inseln sind über Brücken verbunden, an einer davon liegt eine Crocodile Farm. Es gibt alte Autos, wenn auch mehr aus Japan als aus den USA (viele davon sind rechtsgesteuert, obwohl man auf der rechten Straßenseite fährt – schrieb ich das bereits?); unseres lässt sich nicht absperren, man kann jederzeit einsteigen und mitunter sogar losfahren, weil es ein Poolfahrzeug ist, in dem der Schlüssel steckt – nur sollte man damit die Fußgänger nicht niedermähen, es gibt auch gar keine Amok-Punkte dafür. Die Ladenfronten sehen denen in GTA verblüffend ähnlich, nur Pay’n’Spray heißt hier Fish’n’Fins.

Und hier ist die dazugehörende Karte! Ich glaube, sogar die Schriftart in der Überschrift stimmt überein.

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Kuriositätenkabinett 2

Kuriositätenkabinett • Körperpflege 1 • „Stay young, stay white“ #wftwtf #palau
Ich wundere mich ja immerzu. Mag sein, dass eh alle wissen, dass es solche Produkte gibt. Mir ist das neu. Und Placentae sind ja auch nicht wirklich weiß. „Stay young, stay red“ – oder wie?

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Kuriositätenkabinett • Körperpflege 2 • #wftwtf #palau
Tatsächlich handelt es sich hierbei um Erwachsenenwindeln, nicht einfach nur um Unterhosen. Trotzdem die Bewegung mindestens einer Braue wert.

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Taifun-Update

Vielleicht erinnert ihr euch noch an dieses Bild aus dem Eintrag „Alles noch dran„:

Wir fahren jeden Tag an diesem Haus vorbei, also hab ich mal ein Foto gemacht. Mittlerweile sieht es dort so aus:

DSC05387

Wie an vielen anderen Stellen, an denen Bäume umgefallen sind, wurde von dem beschädigten Baum mittlerweile noch mehr weggeschnurpselt, und jetzt ist nur mehr dieser Stumpf übrig; die Beschädigungen kann man dadurch jetzt besser erkennen. Beeindruckend, wie viel da noch steht, bei der Baumgröße! Entweder es ist stabiler, als es aussieht, oder der Baum war sehr leicht.

Leider hab ich von dem Riesenbaum kein Vorher-Foto – als der am Tag nach dem Taifun da so rumlag, konnte man darunter gar kein Haus erkennen.

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Schönes neues Wohnen

Letzten Dienstag sind wir umgezogen, von unserem chaotischen, schrankfreien PICRC-Zimmer in ein schönes, neues Apartment in Ngermid Hamlet. (So heißen hier die Stadtteile: Hamlet. Klingt seltsam, ist aber so.) Das ist ein Dorf nahe an der Stadt Koror. Richtung Norden und dann rechts runter, vorbei am Hotel Green Bay, etwa drei Meilen vom Institut entfernt. Das Green Bay hätte Aussicht aufs Meer gehabt – wir haben jetzt keine. Dafür haben wirs schön kühl im Erdgeschoss.

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Lost Places Palau

Die erwähnten Kanonen sind hier in Palau nicht das einzige Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg. Palau war Schauplatz von Kämpfen zwischen Japan und den USA, und daher gibt es eine ganze Menge davon, vor allem natürlich Schiffs- und Flugzeugwracks unter Wasser, aber auch Flugzeugfriedhöfe an Land, stillgelegte Phosphatminen und dazugehörige Transportbänder, alte Stromwerke und allerlei verfallene Gebäude, vor allem auf den südlich von hier gelegenen Inseln Peleliu und Angaur. Für den Urban-Exploring-Freak also ein Paradies in mehrfacher Hinsicht, da muss ich natürlich auch noch hin!

Zwei weitere Inseln zu entdecken ist aber keine Sache von einem halben Tag, dafür möchte ich ein paar Tage zur Verfügung haben, und das erfordert ein bisschen Planung.

Aber auch hier in Koror und auf den verbundenen Inseln haben wir schon einige sogenannte Lost Places entdeckt und fotografiert, zum Beispiel ein Gebäude des Nachrichtendienstes in Airai und ein Stromwerk etwas außerhalb der Stadt auf Koror, beide sind japanischen Ursprungs.

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(Und falls hier wieder keine Fotos erscheinen – dann geb ich auf. Sechs sollten es sein.)

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