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Photo-Update

Der Faulheit auf den Leib gerückt, damit nicht wieder zu viel Zeit vergeht zwischen zwei bebilderten Einträgen! Hier sind die sensationellen neuen Bilder vom Tiergarten Schönbrunn, diesmal auch mit zwei kleinen Zusammenstellungen.

Aber vorab, damit ihr nicht denkt, meine Datenträger quöllen nur so über vor grandiosen Aufnahmen:

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Nun, da der Beweis erbracht ist, dass auch ich fotografiere nach dem Motto: Die Menge macht’s! – jetzt zu den sehenswerteren Anteilen des Harddisk-Overflows:

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In Schönbrunn wird sehr viel getan, um den Tieren Auslauf und halbwegs natürliche Bedingungen zu ermöglichen. Trotzdem werd ich im Zoo das Gefühl nie ganz los los, dass die Tiere in ihren beschränkten Gehegen unglücklich sind. Da ist es doch schön, dass sie wenigstens jemanden zum Anlehnen haben.

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Pelikane verbringen offenbar 90% des Tages damit, sich zu putzen. Den Rest der Zeit aber spielen sie, und zwar mit allem, was sich gerade so anbietet – sei es eine Kastanie, die man immer wieder aus dem Wasser holen kann, um sie hochwerfen und wieder aus der Luft zu fangen, sei es ein alter Joghurtbecher, der im Wasser vorbeischwimmt.

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Mehr davon gibts wie immer im Auffanglager für Fotosprösslinge. Sie sind noch unerfahren im Onlinedasein und ein bisschen schüchtern, also seid gut zu ihnen!

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Dir werd ich’s geben!

Ich hab letztens auch über das Geben nachgedacht, und dabei fiel mir ein, wie häufig so manche Beziehung darunter leidet, dass so einiges, was der eine mit Freude und Leichtigkeit geben würde, der andere gar nicht annehmen will – und umgekehrt.
„Aber ich tue doch so viel für dich!“, heißt es dann, und die vorprogrammierte Antwort lautet, „Darum hat dich aber gar niemand gebeten!“ Und nur in den kommunikationswilligsten Beziehungen wird dieser Satz eventuell fortgesetzt mit „Warum machst du nicht stattdessen mal…?“

Plötzlich fand ich es sehr seltsam, dass wir mitunter so verdrossen auf die Vorlieben des anderen reagieren. Dieses Seltsamfinden ereilte mich, während ich gerade meinen Hund kraulte. Der Hund an sich lässt sich ja sehr gerne kraulen, wie man weiß, aber sich an den Pfoten berühren lassen, das mag mein Hund zetbeh nicht. Muss man auch erstmal rausfinden, aber ich weiß das, und darum tu ich’s nicht – wenn doch, zieht er die Pfote einfach weg.

Einem Hund bedeutet es nichts, zum Frühstück einen Kaffee hingestellt zu bekommen, er lässt sich nicht zur Begrüßung die Pratze schütteln oder vor dem Schlafengehen schön zudecken, und er mag auch nicht fest umarmt oder mitten auf die Schnauze geknutscht werden. Mir würde das alles auch niemals einfallen – und das nicht wegen hygienischer Vorbehalte, sondern weil mir bewusst ist: Dass ich selbst all das als umhegend, freundlich und liebevoll empfinde, macht es noch lange zu keiner Liebesbezeugung auf Hunde-Art, die ein Hund auch als solche verstehen und würdigen könnte. Darum schenk ich’s mir! Wäre ja auch eine Verschwendung von Zeit und Energie, es doch tun zu wollen.

Ich kose meinen Hund also so, dass er versteht, dass er liebgehabt wird – und das ist ganz einfach.
(Viele Menschen finden ja, dass Katzen noch viel toller (weil so viel schlauer und unabhängiger) sind, bewundern das wortreich und stellen sich darauf ein – aber auch von denen tun sich etliche schwer damit, ihrem Partner seine Bedürfnisse zuzubilligen.)

Es fällt uns leicht, uns auf einen Hund auf diese Art einzustellen, weil wir wissen, dass er ein Hund ist – und daher nicht so ticken muss wie wir selbst. Warum soll es so viel schwieriger sein, im Partner oder Mitmensch ein eigenständiges Wesen zu sehen, das auch seine eigenen Vorlieben haben darf? Wieso halten wir all das, was wir selbst leicht zu geben imstande sind, oder was wir selbst gerne hätten, automatisch für das Richtige für unser Gegenüber, und wieso können wir uns, so von Mensch zu Mensch, nur bedingt auf Abweichendes einlassen? Warum negieren wir die Wirklichkeit so vorsätzlich?

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Photo-Update

Es ist wieder kühler, man kann wieder die Maus klicken, ohne einen Hitzschlag zu kriegen. Das heißt: Ein paar neue Bilder gibts! Einige wenige aus Hamburg…

Yeah! Hafen Hamburg Ein Riesensaal Die drei Weisen In die Röhre schauen Ausblick auf Hamburg

… und ein paar aus St. Margarethen von La Traviata. Mama hat im Sommer zum Familienweibsen-Opernabend eingeladen. Am Schluss gabs ein kurzes, aber durchaus spektakuläres Feuerwerk.

St.Margarethen - La Traviata St.Margarethen - La Traviata St.Margarethen - La Traviata

Die weiteren Neuzugänge gibts wie immer dorten.

Demnächst komm ich dann wieder mal mit Viechereien aus Schönbrunn rüber – u.a. Fotos von Fu Long und den Löwenbabys. Und mit ein paar Hoppalas.

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A-3. C.i. exagitans / hystericus: Die Hysteriker-Fraktion

Nanü, worum gehts denn hier? Bitte zum ersten Eintrag in dieser Serie!

A-3. C.i. exagitans / hystericus: Die Hysteriker-Fraktion

‚Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen!‘ / ‚Wer Angst hat, lebt länger.‘

Diese beiden Exemplare treten so häufig in Personalunion auf, dass die Beschreibung in einem gemeinsamen Kapitel erfolgen kann.

Das Bestreben dieser doppelköpfigen Schweinehundschlange ist es, deinem Auffassungs- und Denkvermögen schwere Schlagseite beizubringen und dir übertriebene Emotionen und Ängste einzuflüstern, und zwar bevorzugt mit Lappalien als Anlass. Exagitans kann kleine Handlungen oder Aussagen deiner Mitmenschen aufbauschen, und Hystericus sorgt für deine entsprechende Reaktion, sodass ebenjenen Mitmenschen Hören und Sehen vergeht.

Unter ihrem Regiment outest du dich mit schöner Regelmäßigkeit als Zicke, Scheißerl, Heulsuse oder als Angsthase mit apokalyptischen Visionen.
Du hörst dich in der Folge Sätze sagen, von denen du nie gedacht hättest, dass du sie mal sagen würdest. („Wenn du jetzt nochmal davon anfängst, schreie ich!“ – „Ich schaff das alles nicht mehr!“ – „Wir werden alle stäääärben!“)

So klein kann das schwarze Etwas in deinen Haaren gar nicht sein, dass Exagitans und Hystericus es in deiner Wahrnehmung nicht zur Vogelspinne aufblasen und dir ein ebenso langes wie spitzes Kreischen und viel hektisches Fuchteln entlocken können. Das ist vermutlich sehr schmeichelhaft für die winzige Spinne, für dich aber weniger.
Du befindest dich sozusagen in einem Geisteszustand, den man eigentlich nicht mehr als solchen bezeichnen kann. Die Fähigkeit, die Information oder Situation realistisch einzuschätzen, fehlt dir vorübergehend völlig.

Andererseits kann das Zusammenwirken dieser beiden Schweinehunde, je nach Oberhand, auch dazu führen, dass du vor Angst wie gelähmt bist, wenn Exagitans, der Angstbeißer, seine Spielchen treibt. Du weißt, du solltest etwas unternehmen, oder du willst es, aber dein Körper widersetzt sich deinen Anweisungen.

Er hat sich nämlich von deinen Urinstinkten abgeschaut, wie sie dich im Zaume halten: Sie sollen dich vor dem Tod bewahren, vermeiden, dass du verhungerst, erfrierst, eine Klippe hinunterstürzt oder von einem wilden Tier gefressen wirst. Mit Angst bringen sie dich dazu, vernünftig zu bleiben. Und so macht der Angstbeißer es auch mit dir, allerdings ist er der Hüter der Miniatur-Anlässe. Er übertreibt es aber natürlich maßlos und hält sich dabei für wahnsinnig wichtig, ja lebenserhaltend.

Er erzählt dir, dass du sterben könntest, wenn du auch nur irgendwie in Aktion trittst, wenn du dich bemerkbar machst, dich beschwerst, vor dieser Menschenmenge sprichst, auf diese Bühne gehst und singst, diesen einen wahnsinnig interessanten Menschen einfach ansprichst, oder wenn du alleine ausgehst oder auf Urlaub fährst.
Und andere Menschen mit eigenem Angstbeißer-Schweinehund werden dir diese Sicht bestätigen, deine Angst bekräftigen, die Gefahr attestieren, gerne auch schriftlich, wenn du darauf bestehst: Ja, das Leben ist in der Tat wahnsinnig gefährlich! Denn: Der Himmel könnte dir auf den Kopf fallen! Aber ich hab Neuigkeiten für dich und deinen Parasiten: Du könntest auch sterben, wenn du im Bett liegenbleibst. Ein hoher Prozentsatz der Menschen stirbt nämlich im Bett (92, für jene, die’s gerne genau mögen).

Wenn du den Angstbeißer erstmal durchschaut hast und beschlossen hast, dich von seiner Panikmache nicht mehr anstecken und paralysieren zu lassen, gewinnst du alles. Du gewinnst Energie, Freunde, Freude, Leben. Natürlich riskierst du dabei auch einiges: verletzt zu werden, körperlich oder seelisch; dich bis auf die Knochen zu blamieren; dich einem Konflikt zu stellen, anstatt womöglich noch zu versuchen, die Wogen zu glätten; oder Ängste heraufzubeschwören, die du dir dann auch ansehen musst, durch die du hindurchgehen musst, um auf der anderen Seite, jener mit der Freiheit, anzukommen, denn – auch hier bin ich ganz aufrichtig – es gibt keinen Weg um sie herum.

Aber seien wir uns ehrlich: gestorben ist an alledem noch niemand. Wenn du die Welt anschubst, dann schubst sie zurück. Manchmal zärtlich, manchmal mit weniger Feingefühl. Aber immer wird dadurch etwas in Bewegung kommen, das zuvor unter der uneingeschränkten Herrschaft des Angstbeißers in sturem Stillstand verharrte. Denn wie oft sprechen wir manches nicht aus, obwohl es oft sogar positiv und herzlich wäre, aus Angst, als Schmeichler oder als Phrasendrescher zu gelten, wenn wir wahrhaftig empfundene Anerkennung aussprechen? Wie oft fressen wir Ärger in uns hinein – aus Angst vor dem scheinbar sicher folgenden Konflikt?

Geh raus in diese Welt! Sei endlich so herzlich, wie du tatsächlich bist, sprich deine Wahrheit aus und kümmere dich nicht um das Urteil der anderen, das du ohnehin nicht vorhersehen kannst. Sag genau das, was du sagen möchtest, ohne dich zurückzuhalten! Such die Dinge, die dir Freude machen, und mach sie, anstatt sie nur zu denken oder zu wünschen.

Der Angstbeißer wird sich bald trotzig in seiner Achselhöhle verkriechen, wo er es sich gerne bequem macht, und du bist endlich frei von seiner Angst, und frei, zu leben wie es dir gefällt.


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Lebenszeichen

Entgegen anderslautenden Vermutungen bin ich ob der hamburgischen Ereignisse (spirituelle Gruppe, Energiearbeit) weder traumatisiert, sodass ich (mich) ‚ent-traumatisieren‘ müsste, noch habe ich mir ‚die Suppe durch Esoterik versalzen lassen‘. Da sind einfach so viele Erlebnisse, so viele Eindrücke und vor allem so viele Empfindungen zu verarbeiten und einzusortieren. Und ganz im Gegensatz zu bisherigen Gewohnheiten hatte ich diesmal das Gefühl, darüber schon jetzt zu schreiben würde nur diesen sonderbaren Zwischenzustand einfrieren, dieses Noch-nicht-angekommen-Sein und die in mir noch nicht vollendete Verarbeitung, und es könnte die Veränderungen untergehen lassen, die im Kielwasser all dieser Erfahrungen immer noch dahergleiten, anstatt sie zuzulassen und willkommenzuheißen.

Daher ist es hier im Moment so still. Ich hab auch die Fotos noch nicht bearbeitet oder aussortiert. Vielleicht kommt das alles noch, wenn’s wieder kühler wird. Derzeit genieße ich alle letzten Schnipsel des Sommers, die ich erhaschen kann, denn kalt und grausig ist es danach lange genug.

Aber es gibt mich noch – und es geht mir besser denn je.