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Gesucht

Appartment oder Bungalow am Meer, zum Mieten, in einer Entfernung von Wien, die mit dem Auto leicht zu bewältigen ist (also Kroatien oder Italien), in einem einsamen, weitgehend actionfreien Nest, hundefreundlich. Für ein Wocherl oder zwei der Entspannung und Entschleunigung.

Außerdem suche ich einen guten Masseur, der eine sanfte Massage beherrscht. Meine Muskeln und Gelenke goutieren ruppige Massagen nicht.

Kennt jemand wen, der wen kennt?

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Doppelzüngig

Man fühlt sich hier in diesen Tagen wie in den Tropen. Abends bauschen sich vereinzelte Wolkengefieder wie aus dem Nichts zu gewaltigen Türmen auf, bis sie einander berühren und sich vereinen zu bedrohlichen Ungetümen aus dunklem Violett, die nur noch von Blitzen durchdringbar sind. Hemmungslos tanzen sie über den niedrig gewordenen Himmel, mit dem Sturm als Kavalier, unter ihnen prasselnder Regen, Hagel und endloses Donnergrollen zur dröhnenden Untermalung der Nachtstunden.

Und doch ist, Augen zu, Augen auf, der ganze Spuk verschwunden. Unschuldig strahlt tiefblauer Himmel mit dem morgendlichen Sonnenschein um die Wette, und drückende Wärme breitet sich aus. Man könnte an einen bösen Traum glauben, wären da nicht die randvoll mit Regenwasser gefüllten Blumentöpfe und durchweichte Wiesen, übersät mit ihrem Vorleben gewaltsam entrissenen Ästen, Blättern an Zweigen mit unreifen Samenkörnern, traurige Zeugen jenes anderen Gesichtes der Natur. Und nun zeigt es sich auch schon am Tag, während erneut die ersten schweren Tropfen fallen.

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Weia

…hab ich heut einen Kater! Ich hatte mein Lebtag lang auf Tequila noch keinen Kater. Die blaue Weber-Agave war mir bislang stets freundlich gesonnen, wenn ich sie, immer mit viel Mineralwasser als Geleit, zur gezielten Alkoholisierung benutzt hatte. Müdigkeit, ja. Mitunter einen Restspiegel um 7 Uhr früh, dass ich ernsthaft bezweifelte, ob man in solchem Zustand schon eine hochkomplexe Maschine bedienen dürfe, wie zB einen Pkw. Aber einen richtigen, geschlechtsreifen Kater mit Kopfschmerzen und einsturzgefährdeten Magenwänden? Never ever.

Das Tosherl machte nämlich gestern Musik mit dem ungemein talentierten Herrn G., und da begab es sich, dass das letzte Schluckerl Olmeca añejo aus der Flasche unversehens verdunstete. Also musste Nachschub her, der sich in Gestalt des Herradura antiguo reposado aufdrängte, ein Mitbringsel aus Mexiko von meiner Schwägerin. Mir war dabei natürlich bewusst, dass ich versprochen hatte, dieses Tröpfchen mit ebendieser Schwägerin zu verkosten, aber ich dachte, ein bisserl vorzukosten kann ja nicht schaden.

Es gibt ja Unterschiede bei Tequila. Da gibt es 100%-Agave-Sorten (zB Herradura) und welche mit weniger Agavezucker-Anteilen (zB Olmeca). Es gibt den weißen, „blanco“ oder auch „silver“ genannt, das ist quasi die juvenile Sorte. Noch in den Kinderschuhen, gleich nach der Destillation abgefüllt. (Wiewohl manche auch gelagert werden.) Der goldene, „oro“, ist genauso jung, aber gefärbt. (detto, siehe voriger Klammersatz)
Dann gibt es „añejo“, also den „alten“, der mindestens 12 Monate lang in Eichenfässern reift, bevor er abgefüllt wird – und so fühlte ich mich auch bisher nach durchtequilaten Nächten: Abgefüllt und alt, aber ok.

Der „reposado“ lagert mindestens zwei Monate lang in den Fässern. Der gestern genossene Herradura (was übrigens „Hufeisen“ heißt) lagerte vier Monate; das Wort „antiguo“ bezieht sich nicht auf die Lagerungsdauer, sondern auf die Neuauflage dieser speziellen Lagerung aus dem Jahr 1924.
Meiiine Fresse, „antiguo“ ist trotzdem treffend – danach fühlt man sich wirklich steinalt, der Magen ist nicht zur Zusammenarbeit willig, die Birne fühlt sich an wie von einem Hufeisen getroffen und passt durch keinen handelsüblichen Türrahmen, und die räumliche Orientierung lässt auch jetzt noch sehr zu wünschen übrig.

Zum Glück muss ich heute nicht arbeiten und dabei möglichst unverkatert wirken, also ohne den Einsatz grüner Farbe und verkrampfter Züge im Gesicht. Aber der Herr G., der muss; und wenn er sich auch nur halb so schwummrig fühlt wie ich, ist mein Mitgefühl schon grenzenlos.

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Zu viel

ist mir derzeit alles ein bisserl. Uninspiriert bin ich auch.

Nichtsdestotrotz hab ich ein paar neue Bilder hochgeladen – ’neu‘ is gut, die sind aus dem Februar! (Mei, so lang is des scho her? Pfff. Krass.) Jedenfalls ist auf meiner Festplatte wieder mal kein Platz mehr, und daher sehe ich mich alle heiligen Zeiten mal gezwungen, Fotos auf die externe selbige zu verschieben. Und bevor sie für immer im Datennirvana verschwinden… bittesehr!

Ist hier überhaupt noch jemand? Man motiviere mich! *gg*

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Gewaltbereit

Das Laboratory for Automation Psychology and Decision Processes an der University of Maryland hat es sich zur Aufgabe gemacht, die kognitiven Prozesse an der Schnittstelle Mensch-Computer zu erforschen. In einer großen Umfrage zum Thema „Gewaltanwendung gegenüber Computern“ erhob es die Art und Häufigkeit von verbaler und körperlicher Gewalt gegen unsere blechernen Freunde. Der Fragebogen dazu ist immer noch online. Die zusätzlichen Kommentare der Befragten sind ausgesprochen kurzweilig. Ich hab sie mir für Euch durchgelesen, hier eine Auswahl der besten Wuchteln:

  • Shaking a working harddiskdrive with an operating and open oracleDB until headcrash makes a very nice smile, that lasts about 3 days.
  • I only intentionally scratch and bend AOL CD ROM’s. No other CD’s. Thank you AOL for providing damageable products.
  • You forgot to mention in this survey, though, the most evil of all computer hardware: Printers. Printers are the most loathesome digital creatures in recent history. Jamming, uneven images, ugly color, inexpicable fits of sundry uselessness. Many printers in the last decade have earned my wrath and not one of these incompetent contraptions survived once they crossed me.
  • – Flying CPU: Struck mid-size tower with car going 25mph, propelling it 15-20 feet forward: Note this causes damage to car but troublesome DVD drive finally ejected jammed disc upon contact with pavement.
    Afterlife: yes, but HDD reported errors, and case wasn’t attractive. Sold on eBay (with new case and HDD), 1.6 GHz CPU & blue case – beware of this description if you find it on eBay.
    – Rainy-day CRT: Buy long extension cables, place monitor outside during downpour with power on & connected to computer. Funny images appear on screen but doesn’t last long. Internal fuse?
    Afterlife: not sure, too afraid to plug it in, but may eventally work if the water ever dries up.
    – Hot bubblejet: Made ink really bubble by placing printer on campfire while printing documents from laptop. Suggestion: Buy Epson because of high heat-resistance.
    Afterlife: worked for 20 minutes while cooking, then warning popped up on screen saying ink was too low to print. Ink replaced – no success.
    – Mouseskates: 2 ball-mice, 1 placed under each foot. Really economical form of transportation. Tie cords around ankles to prevent mice from flying away.
    Afterlife: yes – assuming cords are still in place; and user is relatively light
  • I’ve broken a bunch of keyboards by throwing them across the room. I’m not very nice to my PS2 either. Then again, my PC and PS2 aren’t very nice to me either.
  • stiking a paperclip into the CPU fan (loads of fun)
  • Probably the most vicious I’ve been to a computer was in disposing of an old, rickety machine that had been nothing but trouble while helping clean out a friend’s apartment. I hauled the computer out into the parking lot and repeatedly swung it into the pavement, then finally tossed it over the ~20′ wall to the street below. I noticed that the processor (a 486) had shattered in the parking lot, and saved a chunk of it. It was really rather pretty, what with the traces and all. In addition, I found it quite useful when I had to deal with other recalcitrant computers; I would hold it up and say „See, I could do this to you! Now work! …“
  • I once took apart a 3.5″ disk, coated the magnetic media with glue and powdered matchhead material, and glued a matchbox striker-strip to the inside of the plastic case. Then I reassembled the disk, glued it back together, and stuck it in the A: drive. Fire in the hole! Whee!
  • It’s good enough to let the frustation steam out when poisoning computer verbally with hard-medical-terminology, or on latin. That makes you feel a real Human, and pushes out the importance of thet rusty heap of iron.
  • I put CD’s that did not burn properly, i.e. „coasters“, into the microwave oven for 10 seconds. The light show is very gratifying.

Ich selbst halte es mit der Gewalt gegen meinen Rechner so, dass ich möglichst die Maus haue, das ist der billigste Teil.
Ich gebe aber zu, dass ich bei elektrischen und elektronischen Geräten sexistisch bin, ich bezeichne sie nämlich prinzipiell als ‚er‘, wenn ich davon in der dritten Person spreche, auch der Waschmaschine und der Mikrowelle. Und ich beschimpfe sie mit der ganzen Vielfalt der mir zur Verfügung stehenden Kraftausdrücke, und die ist in der Tat recht ansehnlich.

Zu meiner Verteidigung kann ich aber anführen, dass elektronische Geräte in meiner Anwesenheit seltsame Dinge tun, zuweilen sogar welche, die sie eigentlich gar nicht können. Das können mein Mann und die EDV-Techniker in meinem Büro bestätigen; früher hielten die Geräte sich in Anwesenheit eines Dritten noch merklich zurück, diese Zeiten sind aber lange vorbei.

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Die Köpfe ab?

Beunruhigend ist, dass die Anzahl der in der Welt inhaftierten Blogger drastisch zunimmt, weil jemandem deren Meinung nicht gefällt. Natürlich ist es gut, wenn auf der Verbreitung zweifelhaften Contents (rassistisches Gedankengut, Kinderp0rnos) jemand die Hand drauf hat. Aber die freie Meinungsäußerung zu Korruption und Menschenrechten fällt nicht unter zweifelhaften Content.

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Steuerfrei!

In letzter Zeit scheint es recht beliebt zu sein, dem Endverbraucher mehrwertsteuerfreie Einkäufe zu versprechen. Große Baumärkte kündigen Aktionen an – „Sparen Sie 20% MWSt!“ – und auch kleinere Geschäfte lassen sich den Nepp mit den 20% nicht entgehen, wie es so mancher Schaufensteraufschrift zu entnehmen ist. Aber wieso den Nepp? Ist doch keiner, oder? Richtig, genau genommen sind es gleich zwei.

Dann flötet Ottilie Normalverbraucher ihrem Gatten zu, „Ottilein, mein Schlumperli, dieses Wochenende sind MWSt-frei-Tage bei Unti! Da können wir zwei Hübschen dem Finanzminister ein Schnippchen schlagen und bekommen noch 20% Rabatt dazu!„, und das ist dann gleich doppelt unzutreffend.

Erstmal: Würden große Firmen an gewissen Tagen einfach keine Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer) verrechnen und diese Tatsache dann auch noch auf ihre gewohnt plakative Weise der Welt kundtun, würde der Finanzminister aber Augen bzw. Ohren machen! Schließlich ist die Umsatzsteuer eine seiner größten Einnahmequellen, und sie ist daher nicht ganz grundlos für alle entgeltlichen Lieferungen und Leistungen durch Unternehmer im Inland zu entrichten. Der § 1 UStG bleibt dabei von irgendwelchen fadenscheinigen Werbeaktionen völlig unbeeindruckt, und der Fiskus verlangt ungerührt die Umsatzsteuer vom Unternehmer. Diese Umsatzsteuer ist daher freilich auch im Zeitraum dieser Aktionen in den – vorgeblich umsatzsteuerfreien – Rechnungsbeträgen immer noch enthalten. Das lässt sich ganz leicht anhand des Kassenzettels überprüfen.

Ganz ohne Umsatzsteuer im Inland einkaufen, das geht einfach nicht, schon gar nicht für den Endverbraucher. Außer – wie soll ich sagen – er bekommt gar keinen Kassenzettel ausgestellt, und das sehr bewusst und einvernehmlich. Solche Vereinbarungen wirken sich für gewöhnlich auch dezimierend auf die Preisgestaltung aus.

Was ist es also, das in solchen Aktionen nachgelassen wird? Nicht die Mehrwertsteuer, soviel ist klar. Vielmehr handelt es sich um einen ganz ordinären, sofort gewährten Rabatt.

Zwotens sind die 20% natürlich nicht wirklich wahr, sondern nur scheinbar. Bekäme Ottilie auf einen Betrag von 120 Alpendollars den (vermeintlich ganz klar versprochenen) Nachlass von 20%, so betrüge dieser Rabatt 24 A$, und sie bezahlte 96. Erlässt man ihr hingegen großzügig die enthaltenen „20% MWSt“, so sind das nur 20 A$, und somit 16,67% vom ursprünglichen Normalpreis 120. Sie bezahlt 100, also 4 mehr als beim 20%-Rabatt. Und freut sich.

Warum diese Aktionen so beliebt sind, ist demnach leicht erklärt: Mit diesem einfachen Rechentrick kann der Unternehmer sich ganze 20% auf die Fähnchen schreiben und Ottilie samt ihrem Göttergatten damit lockend vor der Nase rumwedeln, muss aber letztlich nur 16,67% Rabatt gewähren – und darf auch noch behaupten, die beiden hätten keine Mehrwertsteuer bezahlt. Alle freuen sich – und das klingt doch schließlich ganz wunderbar, nicht? Auch wenn nichts davon wahr ist.

Zulässige Werbestrategie oder arglistige Täuschung? Die Frage dabei ist, von welchem Wissensstand man für die Familie Normalverbraucher ausgehen darf. Für mich ist ja die beschriebene Sachlage völlig klar, ich weiß also, was mich erwartet: 16,67% Rabatt und ein Kassenzettel mit der üblichen MWSt.

Aber wie viele Kunden durchschauen das? Wenn ich davon ausgehe, wie gut die Menschen über ihre Arbeitnehmerveranlagungen und Steuererklärungen bescheidwissen – nicht viele.
Rechnen sie später nach und wundern sich, warum sie nun eigentlich doch nicht ganze 20% weniger bezahlt haben? Wenn sie auf ihrem Paragon einen ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag finden, beschweren sie sich dann?
Und wie wird diese Beschwerde vom Unternehmer gehandhabt und das Unbegreifliche begreiflich gemacht? „Na, Sie sind aber naiv!“ vielleicht oder „Das ist doch nur ein Werbegag!„?
Man weiß es nicht. Möchte jemand Feldforschung betreiben?

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Ich warte

Da schießen sie Menschen in den Weltraum, die dann da oben leben; ich kann drei von mir getippte Sätze in Nullkommanix auf die andere Seite der Welt schicken; es gibt atmungsaktive aber wärmeisolierende Kleidung, haifischhautnachempfundene Nano-Oberflächen und sogar berolltreppte Aufgänge zum Fitnesscenter.

Wann entwickeln die für T-Shirts endlich Einnähschildchen, die nicht im Nacken kratzen?

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