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Christkind

Bei uns in NÖ gibt es so wahnsinnig viel Strom, dass man den Stromüberschuss irgendwie loswerden muss. Also werden nachts die Brücken an der S1 blauviolett beleuchtet. Damit man auch bestimmt drunter durchfindet, und lebensmüde Insekten sicher zur nächsten Windschutzscheibe geleitet werden. Beim Autofahren blendet diese Beleuchtung ziemlich, aber als Fotomotiv, auf einer dieser Brücken stehend, eignet sie sich hervorragend.

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Als weitere Maßnahme zur Energienutzung hat das hiesige Umspannwerk einen Strommasten kurzerhand zum Weihnachtsbaum umfunktioniert. Der leuchtet jetzt genau am Horizont über jenem Feldweg, der hinter unserer Gasse beginnt. Das sieht so hübsch aus, dass ich gleich da hingepilgert bin, um Fotos aus der Nähe zu machen.

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Alle, die auf Mails von mir warten… müssen leider weiterwarten. Ich denke jeden Tag dran, komme aber einfach nicht dazu.

Ich wünsch Euch allen ein schönes Weihnachtsfest! Danke an die paar Finster-Entschlossenen, die hier regelmäßig lesen und kommentieren – ich freu mich sehr darüber.
Habt ein paar erholsame Tage und einander lieb – zum Streiten ist im neuen Jahr noch jede Menge Zeit.

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News

Wenn nachts der Wind immer nur aus einer Richtung pfeift, sieht das am nächsten Morgen so aus:

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Habt ihr schon Geschenke bekommen? Weihnachten ist ja meistens erst am Vierundzwanzigsten. Wenn man aber nicht die ganze Familie auf einmal, sondern so wie wir quasi auf Raten trifft, dann ist es manchmal auch schon früher. So hab ich gestern und vorige Woche schon erste Geschenke bekommen, und so kommt es auch, dass wir endlich vereint sind, er und ich:

Loriot

Außerdem flog mir – schon etwas früher in der vorigen Woche – dieses Elfchen zu:

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Drei ganz ähnliche flattern seither bei drei lieben Freundinnen rum.

Weil mir mein ständig staubiges Display auf die Nerven geht, hab ich mir jetzt einen Putzerfisch zugelegt. Ihr seht den natürlich nur von außen:
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Ich hab jetzt auch ein Putzerfisch-Irisfoto und einen neuen Beitrag zur Orking-Sammlung.

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Sinn-voll

Die Bestimmungen der Menschen sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Die eigene zu finden kann eine Frage der körperlichen Voraussetzungen sein. Die Möglichkeiten scheinen unendlich, und doch werden manche fündig.

The world’s tallest man saved two dolphins after using his long arms to reach into their stomachs and extract pieces of plastic that were lodged there. After attempts to use surgical instruments to remove the plastic failed, veterinarians at the aquarium in Liaoning province decided to ask for help from Bao Xishun, a 7-foot-9 [236cm] herdsman from Inner Mongolia with 41.7-inch [106 cm] arms. Bao is listed in the Guinness Book of World Records as the world’s tallest living man.

Quelle: The Free Dictionary 14.12.2006

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Geschädigt

In vielen Supermärkten am Land ist es noch üblich, den Kunden nach der Kasse kostenlos leere Gemüse- und Obstkartons für den Heimtransport der Einkäufe zur Verfügung zu stellen. Eine schöne Sitte, wie ich finde.

Unlängst hab ich eine Kiste mitgenommen, die jetzt leer in meiner Küche steht. Spanische Gurken waren da früher mal drin. Abgekürzt steht das auch auf einem Aufkleber an der Seite des Kartons. Und was lese ich, so spontan beim schnellen Hinsehen?
Spam Gurken.

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Alpinös

Mein Einsatz am vergangenen Dienstag wurde mit einem phantastischen Sonnenuntergang belohnt:

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Am Wochenende haben wir uns dann in den Ötztaler Alpen herumgetrieben, für uns als Flachlandindianer wieder eine sehr kesselnde Erfahrung.
Der Deppenapostroph hat sich mittlerweile auch in enge Alpentäler vorgearbeitet:

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Aber auch andere seltsame Lokale gibts dort:

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Wo genau dieser Fuchs sein Loch hat, konnte ich leider nicht herausfinden.

Zum Glück muss man, auch wenn man in den Alpen ist, sich nicht unbedingt am Gletscher den kalten Wind um die Ohren wehen lassen, man kann auch die Therme in Längenfeld besuchen und im warmen Wasser dümpeln, sich solarisieren, in die Sauna gehen und zwischendurch ein feudales Mahl verspeisen.

Ein großer, abgetrennter Kinderbereich hält das mir so verhasste, durch das Bad-Echo verstärkte Kinderkreischen in wohligen Grenzen, und im Freiluftbereich gibts ein paar Schalen, in denen sich der badewillige Mensch besprudeln oder mit Salzwasser benetzen lassen kann.

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Sehr kontemplativ die Spiele des Lichtes auf der Oberfläche des warmen Wassers.

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Auch im hoteleigenen Wellnessbereich konnten wir es uns richtig gutgehen lassen. Wovon ich schon als Kind geträumt habe, wird bei solchen Gelegenheiten öfter mal wahr: Ein Pool im Winter, für mich ganz allein. Morgens zum Wachwerden ein paar Längen schwimmen, danach eine heiße Dusche und ein Frühstück vom Buffet, und mein Glück ist perfekt.

Für die richtige Weihnachtsstimmung sorgte die liebevolle Dekoration…

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… und der Schneefall am Samstag. Das Beste war: Ich musste nicht rausgehen! :) Ich hab mir das Schneetreiben nur vom Pool aus angesehen, und am nächsten Tag aus dem Busfenster:

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Leider nicht

Er hat tatsächlich beim Termin gestern das Gelbe vom Ei nicht neu erfunden. Ich bin noch nichtmal sicher, ob er überhaupt weiß, wo das Gelbe vom Ei zu suchen wäre, innerhalb oder außerhalb der Schale. Und ob er es nicht mit etwas Grünem oder Blauem verwechseln würde.
Ich freu mich auf Befunde, die beweisen, dass ich eine Krankheit nicht habe, die bei mir ohnehin nie vermutet wurde.

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Wie weit?

Eine Autowerkstatt irgendwo in der niederösterreichischen Pampa. Eine von der Sorte, die nicht nur repariert, sondern auch kauft und verwertbare Teile verkauft oder verwendet. Im hiesigen Dialekt wird eine solche Firma mit einem Ausdruck bezeichnet, der ursprünglich aus der Fleischereitätigkeit stammt und eigentlich bedeutet, die Knochen vom Fleisch zu trennen. Man kann ihn nur sehr schwer in Buchstaben wiedergeben, Lautschrift wäre dafür besser geeignet: Ausbaadla. Bein-Entferner.

Schon vor der Mauer, die das eigentliche Firmengelände einschließt, stehen Reihen angekaufter oder gerade reparierter Autos gleich neben solchen, die bereits diverser Ersatzteile beraubt wurden. Direkt an der Mauer lehnen unzählige Autotüren verschiedenster Farben und Formen in hübschen Gruppen. Für den ordnungsliebenden Menschen ein schöner Anblick. Kunst aufräumen. Autos aufräumen.

Betritt man das Gelände der Firma, hinter der Mauer, so erblickt man Leichenberge, säuberlich gestapelt. Zur einen Seite sind es Havarien, grotesk verbogene Karosserien türmen sich wie nach einer vertikalen Massenkarambolage. Von den Autos auf der anderen Seite sehen viele ganz in Ordnung aus, allerdings schaukelt so manches in schwindelnder Höhe vor sich hin, und es fehlt ein Scheinwerfer, eine Tür, die Motorhaube oder Stoßstange.

Neben dem Bürocontainer, direkt im Freien und ohne Überdachung, liegt das Herzstück der Firma: die Werkstatt. Sie besteht aus einer alten Hebebühne, auf der heute ein Renault Scenic auf seine mechanische Heilung wartet, und aus einer kleinen, fensterlosen Werkzeughütte. Keine Nebelschwaden steigen aus den öligschwarzen Nasen der Mechaniker auf, denn dafür ist es zu warm. Hätte aber gut gepasst.

Der Boden besteht, für die Gegend eigentlich untypisch, aus rotbrauner und lehmiger Erde, die sich an einem feuchten Tag wie heute in eine noch schöner rotbraune, aber wesentlich glitschigere Masse verwandelt. Auf dem Fußabtreter vor dem Bürocontainer kann man entfernt die Umrisse eines ‚Hallo!‘ erkennen, das darauf einmal gestanden haben muss, bevor ungezählte Fußpaare den Morast darüber verteilten. Zwei Mechaniker, die vor uns den Container betreten, weichen dem Fußabtreter geflissentlich aus, um nicht allzuviel Schmutz nach drinnen zu tragen.

Der Container selbst ist in zwei winzige Räume unterteilt, beide sind überheizt und überfüllt. Es riecht nach Essen und nach Zigarettenrauch. Der Raum links vom Eingang ist eine Art Küche, in der drei Arbeiter unter Neonlampen sitzen und sich, über dampfend heiße Imbisse gebeugt, unterhalten.

Das Büro nebenan ist mit zwei Kunden und einem Mechaniker bereits mehr als voll, man muss bereits in der richtigen Reihenfolge eintreten, denn später kann man sich nicht mehr aneinander vorbeischieben. Ein Schrank, ein Regal und ein winziger Schreibtisch sind dort ineinander verkeilt, darauf stapeln sich Ordner, Papierberge und Ersatzteile in aberwitzigen Mengen.

Ein Mechaniker übergibt uns den Schlüssel und kassiert den offenen Betrag. Seinen Blaumann kann man nur noch an seiner Form, nicht mehr an seiner Farbe erkennen. Die Rechnung für die durchgeführte Reparatur besteht aus einem winzigen, handgeschriebenen Zettel, so winzig, dass man ihn nichtmal lochen könnte, wenn man ihn aufbewahren wollte.

Ein anderer Mechaniker fragt einen Kunden, der zuletzt eine Reparatur in einer Vertragswerkstätte durchführen ließ, mit slawischem Akzent: ‚Wie weit ist das?‘. Die Antwort, dass die Werkstätte in Wien sei, lässt ihn irritiert schauen, dann fragt er nochmal: ‚Nain, wie weit zurick?‘ Er will wissen, wie lange es her ist.

Was für ein schönes Szenario für einen Ausflug an einem nebligen Tag.

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