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Ngaremlengui

In der letzten Woche unserer vier Monate Palau haben wir endlich frei. Bestürzt stelle ich fest: Obwohl die Inseln nicht besonders groß sind, leuchten mir da noch immer weiße Flecken von meiner Babeldaob-Karte entgegen! Ngaremlengui zum Beispiel hatten wir noch gar nicht. Martin geht heute tauchen, und ich mache mich kurzerhand auf den Weg in den unbekannten Bundesstaat auf der Westseite der Nordinsel.

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Palau von oben

Lange genug auf die Folter gespannt: Am 17. Februar flog ich mit einem Helikopter ganz ohne Türen 40 Minuten lang über Palau, über die Rock Islands, die Seventy Islands und über Malakal. Es war teuer, aber herrlich, und ich würde es jederzeit wieder tun.

Yayy! DSC02414

Natürlich flog ich mit El-Reisehase – und mit Kamera. Es gibt also Luftbilder!

Die versprochene Palau-Diashow in einer Lokation in der Wiener Gegend folgt bald, den Termin gebe ich rechtzeitig bekannt. Wir arbeiten im Moment noch an der Bild- und Videoauswahl.

Damit ist mein Palau-Reisebericht fürs erste abgeschlossen. Ich danke allen fürs Dabeisein, für euer Feedback (auch jenes per Mail) – und für die aufbauenden Worte, wo sie nötig waren. Es war mir Freude und Vergnügen, diese faszinierende Reise vier Monate lang mit euch zu teilen.

Jetzt aber endlich… Palau von oben! Hier kommen meine besten Fotos. Viel Freude damit!

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Palau Islands from above - Pano

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Peleliu

Im Jänner waren wir drei Tage in Peleliu. Das ist eine Insel südlich von hier. Man fährt eine Stunde mit dem Boot hin, und dann kann man sich dort der Einsamkeit, der Ruhe und den Sandflöhen hingeben. Die Ruhe ist auch nur relativ: Das Außenriff ist hier sehr nahe, man hört die Brandung durchgehend. Es ist kein Wellenrauschen, wie man das vom Strand kennt, sondern ein Dauerrauschen wie von einem in der Nähe vorbeifahrenden Zug.

Peleliu ist eine recht kleine Insel, etwa tausend Menschen leben dort, es gibt zwei Resorts mit je sechs Bungalows und ein Motel am Norddock. Das heißt, es steppt dort nicht gerade der Bär. Genau das richtige für eine Auszeit von der Auszeit. Und gegen die Sandflöhe sind wir mit „Off“ bewaffnet, dem grünen, 25%-igen DEET-Blutsauger-Repellent.

Wir reisen mit unseren Apartment-Nachbarn aus Koror, Naor und Roni, und deren Freunden aus Israel, die zu dieser Zeit gerade bei ihnen zu Besuch sind. (Fun fact am Rande: Die Besucher – zwei schwule Friseure; der Cousin unserer palauanischen Nachbarin ist auch ein schwuler Friseur und übers Wochenende immer bei ihr zu Gast, es gab hier also zwei Wochen lang in einem 4-Apartment-Haus drei schwule Friseure. Der einheimische Friseur ist die palauanische Ausgabe von Lafayette aus True Blood“ er schnitt meine Haare im Stehen, in grandiosem Schnitt und für den unschlagbar günstigen Preis von zwei Schokoladen-Cupcakes.)

In Peleliu haben wir im Dolphin Bay Resort gebucht – unser erster richtiger „Urlaub“ hier, bisher haben wir uns um alles selbst gekümmert, Essen, Geschirr, Bettwäsche, und das neben der Arbeit, die von 8-17h getan werden muss – nun kümmert man sich um uns. Das Essen ist nicht köstlich, aber in Ordnung. Unsere Nachbarin Roni okkupiert jedoch die gesamte Aufmerksamkeit des Personals, weil sie beim Essen so kompliziert ist (Vegetarierin, viel Gemüse, vom Ei nur das Weiße, aber nicht das Gelbe, mehr Sauce, weniger Sauce, es ist eine unendliche Geschichte). Trotzdem bekommen wir so ungefähr, was wir wollen, und genießen die Rundum-Verpflegung des unendlich geduldigen Personals.

Die Bungalows sind wunderschön, es ist geradezu paradiesisch. Sie stehen in einer Reihe, vom Rezeptionshäuschen aus führen kleine sandige Wege durch die dschungeldichte Bepflanzung zu den Hütten, man hat einen großen Wohnschlafraum und ein Bad sowie einen Balkon mit Treppe, und dahinter gibt es eine extrem unwirklich grüne Wiese, die unter den Füßen nachgibt wie Moos, und in der abends die Kröten rumhüpfen und durchaus gefährdet sind, weggekickt zu werden. Ein Mäuerchen und ein paar Stufen trennen die Wiese vom Sandstrand. Dort warten ein paar Holzliegen, Schirme und Hängematten auf den entspannungsgewillten Gast.

Am ersten Tag ist genügend Zeit für ein paar Fotos vom Strand aus, vor allem die Wellen am Barriereriff haben es mir angetan, und auch die Wasservögel. Ein Reiher stolziert herum und wird von einem Kingfisher attackiert, der zehnmal kleiner ist, aber zwanzigmal so mutig. Der Reiher hebt die Flügel zur Abwehr, stellt in grotesker Ärgerlichkeitspose die Kopffedern auf und trollt sich.

Es ist auch Zeit für ein Schläfchen und später noch dafür, die Gegend per pedales zu erkunden, die wir uns für 5 Dollar pro Nase mieten. Es regnet ein bisschen, aber das sind wir ja schon gewöhnt. Wir sehen uns den örtlichen Friedhof an, fahren irgendeine hintere Hauptstraße entlang, vorbei an Palmenwäldern und Hanfplantagen, die man nicht sehen, aber dafür deutlich riechen kann. Sie nennen Peleliu auch „Weed Island“ (Gras-Insel). Niemand hat so richtig was dagegen, erzählt uns die Führerin der großen Inseltour am übernächsten Tag, selbst die Exekutive hat ihre eigenen Felder. Nur manchmal kommt die Polizei aus Koror, die konfisziert dann das ganze Gras und verbrennt es auf dem alten Flugfeld. Sicher eine grandiose Party.

Am zweiten Tag geht Martin mit den Nachbarn tauchen, ich hingegen leihe mir einen der hoteleigenen Kajaks (ist gratis) und paddle zu dem kleinen Inselchen, das vor dem Hotelstrand lockt. Das geht nur bei Flut, denn bei Ebbe kann man den Kajak maximal tragen. Das Wasser ist dort sehr flach, selbst bei Flut, man muss also zusehen, dass man zurückkommt, bevor das ganze Wasser futsch ist. Beim Inselchen schnorchle ich ein bisschen, die Strömung ist bemerkenswert für so wenig Wasser, aber was ich eigentlich möchte, ist näher dran ans Außenriff, denn so nah ist man dem Beschützer der Inseln nur selten. Ab und zu schwappt aber einer der Brecher auch über das Riff, und dann möchte man dem Riff wiederum nicht allzu nahe sein in seinem winzigen Kajak, also bleibe ich in adrenalinpassabler Entfernung und sehe mit offenem Mund den Wellen zu, bis die Ebbe mich zurückdrängt zum Ufer.

Am dritten Tag haben wir bei Dess die große Landtour gebucht. Wir fahren zuerst zum Museum, danach treffen wir auf eine Mitarbeiterin von Cleared Grounds, eine Organisation, die das Land nach und nach von allerlei explosiven Überresten aus dem Krieg befreit. Peleliu war Schauplatz blutiger Kämpfe im 2. Weltkrieg, die Japaner hatten die Insel besetzt, die Amis wollten sie, strategisch günstig für den Nachschub, und im Pazifik wollte man sowieso gerne mal Fuß fassen. Also dachten sie, in zwei, drei Tagen könnte man das Eiland locker ein- und den Japanern abnehmen. Es dauerte dann etwas mehr als vier Monate.

Die Japaner hatten Höhlen in die langgezogene Erhebung der Insel gegraben und sich sowie ein paar ordentliche Bumm-Macher dort verschanzt. Diese Erhebung heißt heute aus naheliegenden Gründen Bloody Nose Ridge (Kamm der blutigen Nase). Wir erklimmen diesen Kamm auf einem rutschigen Dschungelpfad, einmal falle ich dabei hin und hole mir selbst zwar keine blutige Nase, aber ein blutiges Knie. Eine Menge Höhlen sind dort zu sehen, in manche kann man auch vordringen, aber vor allem sieht man auf diesem Weg alte japanische Gewehrteile und Original-WWII-Colaflaschen aus Glas. Wir klettern bis auf den Gipfel und werden mit einem erhebenden Ausblick belohnt – man sieht das Barriereriff und die Brandung, und Richtung Süden sieht man bis nach Angaur, die nächste Insel. Auf der saßen im 2. Weltkrieg die restlichen Ami-Kumpanen, warteten, spielten Karten, rauchten Gras und wunderten sich, was die Kollegen auf Peleliu so lange treiben.

Wir schaffen den Rückweg durch den Dschungel und dürfen wieder in den Minivan einsteigen. Wir kommen an einer Menge rostiger Panzer und einem gewaltigen Monument vorbei, und zum Verzehr des Mittagessens, das kärglich ist (Sandwich), dafür aber auch sauteuer (10$), fahren wir zum Süddock, wo ein rostiger alter Kahn in der Wiese seiner Vergangenheit nachtrauert. Die Mole war mal mit Metallschienen verstärkt, die jetzt als rostigrote Farbspiele das Erdreich nur noch aus Gewohnheit zurückhalten.

Am Nachmittag kommt schließlich das, was mich am meisten interessiert: die alten Gebäude, die von der Natur zurückerobert werden. Deren gibt es drei, die wir alle ausgiebig bestapfen und bestaunen. Ich weiß eigentlich nicht so recht, woher meine Faszination für diese alten Überbleibsel kommt, aber es wird mir niemals zu öd, mir überwucherte Betonreste anzuschauen, eingestürzte Gebäudeteile, denen die Decke fehlt oder der Boden, und Mauern und Metalltore, aus denen der Farn wächst und die Lianen baumeln.

Die Sandfloh-Stiche beginnen erst in den nächsten Tagen zu jucken, hören dafür aber auch eine Woche lang nicht damit auf.

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Endspurt

Ich versuche, diese Woche alle meine Projekte hier abzuschließen, etwa den Aquarium-Folder, den ich neu gestaltet habe (der wird dann in drei Sprachen gedruckt), die „Staff Portraits“ fertig zu bearbeiten, die ich letzte Woche von allen Mitarbeitern für die PICRC-Website fotografiert habe, und dann auch alle meine Daten für PICRC zu kopieren. Das alles, damit wir dann die nächsten knapp zwei Wochen bis zu unserem Rückflug am 28.2. noch ein bisschen echten Urlaub machen können und wenigstens halb so entspannt zurückkommen, wie ihr es vermutlich erwarten werdet.

Wenn es hier also diese Woche sehr ruhig ist, nicht wundern. Ich hab einfach viel zu tun.

Außerdem ist das Segelboot heute angekommen, die Okeanos, es ist ein Katamaran, vier Burschen und ein Mädel haben ihn von Pohnpei hierher gesegelt. Das Boot wird PICRC für sechs Monate zur Verfügung stehen, dank eines wohlhabenden Deutschen, dessen Namen keiner kennt. Gerade gab es eine kleine Willkommensparty für die Crew, die meisten sind aus Neuseeland, einer ist aus Fidschi. Der Kapitän Rai fliegt bald zurück nach Neuseeland, also wird der Neuseeländer mit dem beinah unausssprechlichen Maori-Namen Kaipara der nächste Kapitän.

Also hatte ich wieder keine Zeit, an oben Erwähntem zu arbeiten, denn ich musste Fotos von diesem Event machen und mich natürlich auch mit der Crew sozialisieren. Morgen darf ich dann an Bord einen Blick riskieren. Freu mich schon! (Bruder, du wirst so Schluckauf haben!)

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Zwischendurch ein paar Fotos

Die meisten Blümchen wachsen hier ja auf Bäumen oder Büschen. Hier ein bodenständiges Exemplar (Handyfoto).

Wenn wir mit dem Boot wegfahren, dann sind immer Taucher an Bord, und für die brauchen wir genügend Luft in Flaschen, die wir auf Malakal bei Carp abholen. Dort werden wir immer von diesen Hunzis begrüßt.

Wenn die Taucher dann ins Wasser hüpfen und die Tiefe des Objekts mir das Schnorcheln unmöglich machen, genieße ich meine 50 leutefreien Minuten auf dem Boot, ganz allein, nur ich, das Meer, der Selbstauslöser und El Reisehase – und auch nur fürs Foto mit Shirt.

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Kuriositätenkabinett 7

Kuriositätenkabinett • Radiergummis/Erasers #Palau #Puppenküche
Tweet von @Et0sha

Mein Kollege Lincoln kam mit diesen Radiergummis daher. Wegen Süßheit von der bestimmungsgemäßen Verwendung ausgeschlossen.

Dazu noch die Wuchtel der Woche:
Unsere Kollegin Yuen spaßhalber beim Zwischendurch-Bad im Meer am beliebten und von Touris vielbesuchten Cementery Reef: „Oh, the water is salty!“
Asap, der Aquarist und Bootskapitän: „That’s because a lot of snorkelers just left.“

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Da Blechl

Beim Aquarium angekommen, ist rechterhand vor der Aquariumseinfahrt eine Tankstelle mit Shop und eventuell mit kleiner Werkstatt (man weiß es nicht genau). Der Sprit ist dort am billigsten, und man kann auch seine Lunchbox dort erstehen oder Zigaretten. (Die von den Phillipinen sind die teuersten ($ 5,70 gegen $ 4,95 für die aus Australien), schmecken dafür aber auch am scheußlichsten). Man kriegt dort je nach Tagesangebot auch frische Kokosnüsse mit Strohhalm oder Bananen (ohne Strohhalm).

Als Name des Ladens steht dort in Blockbuchstaben BELECHL M-DOCK. Für uns ist er aber „da Blechl“, weil das gut zu einer Tankstelle eventuell mit kleiner Werkstatt (man weiß es nicht genau) besser passt. Nicht, dass einer glaubt, dass ich den Laden belächl.

Und hier kommt noch etwas – für meinen Bruder, der nämlich heute Geburtstag hat.

Das mag zwar nach Flaute aussehen, ist aber nur eine ganz normale Pause. ;) Boote unter Segel sieht man hier selten, weil die Inseln so nah beinandstehen.
Alles Gute, Bruderherz!

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Die Bonusspur

Um zu unserem Guten-Morgen-Faktotum zu gelangen, müssen wir auf Korors Hauptstraße. Auf dieser Hauptstraße gibt es drei Spuren. Erstmal außen eine Spur für jede Fahrtrichtung, klar. Und dann gibt es die Mittelspur. Diese steht den Linksabbiegern zur Verfügung, und zwar jenen aus beiden Richtungen. Aber die Mittelspur kann noch mehr! Wenn es sich morgens staut (und das tut es zuverlässig, weil es eben nur diese eine Hauptstraße gibt und kaum Schleichwege rundherum), dann wird die Spur ab halb acht zur Bonusspur für die Fahrtrichtung Malakal. Das ist auch die Richtung, in die wir morgens fahren. Die „Vorzugsrichtung“ darf also zwei Spuren benutzen, die andere Richtung nur noch eine. Weiterlesen

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Noch mehr Hund

Manche der Hunde hier sind wohlgenährt, vor allem die innerhalb der Stadt, andere wieder sehen armselig und knochig dürr aus. Ich hab auch schon erzählt, dass sie recht geübt darin sind, Hauptstraßen zu überqueren. Auf den Nebenstraßen sieht man sie manchmal mitten auf der Straße liegen – gerne auch zu zweit, um ein bisschen zu balgen. Wir haben auch schon erlebt, dass ein Hund nachts mitten auf der Straße im Dunkeln liegt und schläft. Man muss hinter jeder Kurve mit einem Hund auf der Straße rechnen, in der Gasse zum Aquarium gibt es sogar eine bestimmte Vorzugsstelle. Weiterlesen

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