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Die Wärme fremder Federn

Gestern hab ich was Seltsames erlebt. Gut, der ganze Abend war von außen betrachtet seltsam, aber weil ich Karaoke gewöhnt bin – auch wenn der letzte Abend schon vor Jahren stattfand – hält sich meine innere Empfindung dieser Seltsamkeit in Grenzen.

Hernach jedoch, zu schon recht später Stunde, unterhalte ich mich mit der besten Freundin meiner Schwester, und sie sagt überaus nette, ja begeisterte Dinge über meine fotografischen Arbeiten, über mein Blog, über meine Stimme. Letztere war ja am gestrigen Abend eindeutig zuordenbar, da es beim Karaoke recht wahrscheinlich ist, dass die Stimme aus jenem Menschen kommt, der gerade in das Mikrofon singt. Hier sind also, abgesehen vielleicht von diversen Zwios und Trios, kaum Verwechslungen möglich, ihr Lob gilt wirklich mir.

Sie findet meine Stimme „genial“ und kann sich nicht erklären, warum ich „nicht mehr draus mache“. Die Musikbranche in diesem kleinen Land sei sowieso ein Witz und von Managern geschoben, die sich und ihre oft durchschnittlichen Künstler in den Vordergrund drängten, während ein paar richtige Profis im Hintergrund in Hinterzimmern Hinterkaraoke sängen oder so ähnlich. Dass mir wöchentliche Gigs, Singenmüssen und hohe Ambitionen zu Ruhm und Bekanntheit einfach nicht liegen, lässt sie nur ungern gelten.

Außerdem sei meine Website so toll und so kreativ, findet sie; also vielmehr mein Blog, korrigiert sie sich später. Sie verfolge das ja alles ständig!

Aber das mit den Fotos… Sie sagt, „Du machst doch so Fotocollagen, oder?“ Naja, eigentlich nicht, ich hab einmal jährlich einen Fotokalender, und eine Fotoseite im Web. Sie meint, ich kombiniere Motive so gekonnt, so kreativ, diese Ideenvielfalt, unglaublich. Ich weiß nicht, was sie meint. Doch, diese Kombination von Motiven, die noch nie gemeinsam auf einem Bild zu sehen waren! Und sie wisse, was für ein Können und für eine Technik hinter diesen Bildern steckt, ihr Mann mache ja selbst Video und Foto, und dennoch habe sie ihm sogar schon vorgeschlagen, sich von mir ein Bild machen zu lassen, mit dem sie ihr Schlafzimmer dekorieren können. In Groß! Sie erwähnt als Beispiel ihrer Beeindruckung mein Foto eines Raubvogels vor den verschwommenen Lichtern einer Stadt(?), und da beginnt es mir zu dämmern – die meint gar nicht mich! So ein Foto hab ich nicht gemacht. Das sage ich, aber das hält sie für falsche Bescheidenheit. „Doch, doch, deine Schwester hat’s mir ja gezeigt!“

Schließlich ergebe ich mich darin, mich mit den fremden Federn bauchpinseln zu lassen – was bleibt mir auch anderes übrig? Und ich denke, welchen Boost für das Selbstbewusstsein eine solche Lobansprache haben könnte, wenn tatsächlich ich und meine Arbeiten gemeint wären.

Der einzige Vogel mit funkelnden Lichtern, der mir einfällt (respektive: meiner Mutter einfiel), das ist jener im Video „Fading Memory“ meiner Herzensband BlacktimeBird zu dem wunderbaren Song meines Herzensgitarristen Ceh, den mein Herzensbassist Deh so wundervoll in Szene gesetzt hat. Kein Raubvogel, eine Krähe. Keine Großstadtlichter, sondern virtuelle. Aber hier drin versteckt er sich, im Refrain:

Ja, die Fotos in diesem Video sind alle von mir. Doch die Technik, die der Frau so imponierte, das Können, mit dem diese Fotos zu einem Reigen aus verblassenden Erinnerungen gemacht wurden, die zarten Bewegungen, die in den vormals regungslosen Bildern stattfinden – das alles wohnt in diesem Herzensbassisten. Die Zuordnung der Fotos zu den Textstellen habe ich damals vorgenommen; Videoschnitt, Ideen und Technik stammen von Deh Geh.

Liebe beste Freundin meiner Schwester, bitte hinterlass mir doch einen Kommentar, wenn du das hier liest und tatsächlich dieses Blog bzw diese Fotoseite meintest. Die Wärme fremder Federn fühlt sich für mich nämlich unangenehm trügerisch an.

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Das Amsel-Einerlei und der unerforschte Amselwal

Ich weiß ja nicht, ob es da draußen außer mir irgendjemanden gibt, der den Amseln so aufmerksam beim Singen zuhört wie ich. Vor ein paar Jahren hab ich das hier ja schon einmal zum Thema gemacht. Manchmal denke ich, was, wenn von den orangeschnabeligen Federhirnen allerorts Tag für Tag die Weltformel von den Bäumen gepfoffen würde, und keiner merkt’s?

Oft freue ich mich beim Lauschen über die Kreativität der Strophen, den spontanen Wechsel der Laute in einer festen Struktur der Strophe, über den oft plötzlich auftauchenden Shuffle-Groove, das Wiederholen einer besonders gelungenen Phrase – oder war sie besonders ungelungen und wird deshalb nochmal geübt?

Heuer allerdings fällt mir auf, dass es offenbar so etwas wie Frühjahrs-Hits gibt bei den Amselgesängen (immer schön mit Bindestrich, die Frühjahrs-Hits, gell?). Vielfalt und Kreativität schrumpfen, der Anteil an Einerlei steigt. Erinnert mich ein wenig an einen gewissen heimischen Radiosender. Tag für Tag hämmert der mit den immergleichen sogenannten Hits eine Scharte in den Äther des Massenbewusstseins, bis er auf blankes Metall trifft, dass die Funken nur so fliegen, was dazu führt, dass man schon bei den ersten Takten eines solchen Songs zappelig und lila wird auf seiner jeweils aktuellen Sitzgelegenheit.
Oder kurz gesagt: Songs totspielt.

Das Auftreten solcher Tothör-Erscheinungen bei den Amselgesängen betrübt mich zwar, ich stelle aber trotzdem ganz objektiv fest, dass heuer gewisse Phrasen erstmals beginnen, mir auf die Nerven zu gehen. Amselgesänge sind für mein Gehör zumeist in drei Abschnitte pro Strophe unterteilt, A, B, C. Manchmal auch nur A, B. Mitunter A, A. Manchmal nur A.

An nervigen Hits wäre zuallererst der Strophenabschnitt „Alarmanlage“ zu nennen (meistens als C, manchmal A). Ich nehme an, dass Amseln Alarmanlagen nachahmen. Natürlich könnte es auch sein, dass Alarmanlagen Amseln nachahmen, aber da Amselgesänge nicht sonderlich abschreckend auf Autodiebe wirken dürften, halte ich diese Theorie für weit weniger wahrscheinlich. Ich höre diesen Strophenteil pro Tag ohne Übertreibung derzeit sicher hundertmal. Es gibt ihn seitens der Amsel in einer schnellen und einer langsamen Variante. Hier die langsame. (Verzeiht bitte das Rauschen, das ist eine Handyaufnahme!)

      Etosha_Amsel-H20130302-Alarm.mp3


Weiters gibts da so eine Art Hund-komm-her-Pfeifen im Abschnitt C (-_-_-__), davon hab ich leider momentan keine Aufnahme parat, nervt aber mittlerweile auch ein bisschen.
Mir kommt vor, dass die Amseln im allerfrühsten Frühjahr am kreativsten sind. Da denken sie sich ganz eigene, neue Songs aus. Vielleicht nur die ganz Jungen, aber immerhin.

Hier ist ein Ströphchen, an das ich mich sehr lebhaft aus meiner Kindheit erinnern kann, in meinem Dachbodenzimmer bei offenem Fenster hab ich das recht oft gehört. Ich habe etwas Ähnliches im alten Eintrag veröffentlicht, dieses ist ein bisschen anders, aber irgendwie auch näher dran. Gab es sie also auch damals schon, die Frühjahrs-Hits?

      Etosha_Amsel-5-3 -20110509.mp3


Was mich aber nach wie vor erfreut, ist das Kichern, das oft eine Strophe abschließt- als würde der Vogel über den eigenen Witz lachen, den er gerade gemacht hat. Oder über mich, wie ich da stehe mit meinem Recorder.

      Etosha_Amsel-H20130302-Kichern.mp3


Extrem interessant ist es, sich die Gesänge in gesenktem Tempo und Pitch anzuhören. Hier die obigen zwei Kicher-Phrasen nochmal in 0,19-fachem Tempo. Klingt tatsächlich wie Walgesänge. Das volle Ausmaß der Modulationen im zweiten Gelächter kann man im normalen Tempo mit dem schnöden Menschenohr gar nicht richtig auflösen.

      Etosha_Amsel-H20130302-Kichern-Slow.mp3


Hier auch nochmal der Alarm in der tieferen, langsameren Form:

      Etosha_Amsel-H20130302-Alarm-Slow.mp3


Uh-wiii-uh-wiii!

Diese Strophen…

      Etosha_Amsel-9-2_3 -20110512.mp3

      Etosha_Amsel-SMS-9-8 3sec -20110512.mp3


…finde ich auch in der Walgesang-Variante äußerst spannend:

      Etosha_Amsel-9-2_3 -20110512 SLOW.mp3

      Etosha_Amsel-9-8 -20110512 SLOW.mp3


Ich hab aber auch etwas weniger verrauschte Amseln, die ersten paar Aufnahmen oben stammen wie gesagt vom Handy, die Nachfolgenden aus dem Zoom-Recorder. Falls also jemand einen SMS- oder Klingelton möchte, bittesehr:
(Der Player zum Probehören, die Links unmittelbar danach für den Rechtsklick & Download)

Ringtones:

      Etosha_Amsel-RT-8-3 29sec -20110512.mp3

Etoshas Amsel-Ringtone 8-3 (mp3, 29 Sekunden, 435 KB)

      Etosha_Amsel-RT-10-1 27sec -20110518.mp3

Etoshas Amsel-Ringtone 10-1 (mp3, 27 Sekunden, 404 KB)

SMS:

      Etosha_Amsel-SMS-7-4 3sec -20110509.mp3

Etoshas Amsel-SMS 7-4 (mp3, 3 Sekunden, 45 KB)

      Etosha_Amsel-SMS-9-3 3sec -20110512.mp3

Etoshas Amsel-SMS 9-3 (mp3, 3 Sekunden, 44 KB)

      Etosha_Amsel-SMS-9-8 3sec -20110512.mp3

Etoshas Amsel-SMS 9-8 (mp3, 3 Sekunden, 43 KB)

Nutzungsbedingungen: Bei anerkennenden Bemerkungen aus dem Freundeskreis: stets freundlichste Belobhudelung meiner Person und meines Blogs samt Aufdrängung meiner URL. Oder Spende. :D Schickt einfach all euer Geld dorthin:


…—… Himmelherrgottfixnomoi, ist denn hier kein vertikaler Abstand reinzukriegen? …—…

Habe mich bei der Verlinkung der richtigen mp3s äußerst bemüht – falls trotzdem irgendwas nicht funkt oder nicht zusammenpasst, bitte melden!
[Player ausgetauscht. Funzt jetzt auch auf iOS-Geräten. Danke EGM! 1 broken Link korrigiert. Dank an Deh Geh!]
Bei mir in der Preview lässt sich jeder Player nur einmal abspielen – ich hoffe, dieser Bug wohnt nur bei mir! Vielleicht hab ich ja auch wiedermal nicht die allerbrandneueste Flash-Version, die Updates kommen ja mittlerweile alle zwei Stunden.

Falls einer von euch weiß, warum die Paypal-Buttons seit Jahr und Tag so viel Abstand nach oben generieren, bitte ich sehr herzlich um Erleuchtung!
[Ebenfalls erledigt. Danke EGM und Deh Geh. Zu doof aber auch! Simple Zeilenumbrüche in WordPress werden halt in Abstand umgewandelt. Isso. Auch Zeilenumbrüche innerhalb von form-Code. Hihi.]

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Neues von der Band

Blacktime Bird – Fading Memory – unsere neueste Bandkreation. Der Song von Ceh, die Fotos von mir, das kreative Video von Deh. Also ich bin sowas von stolz.
Entstanden aus Cehs Weihnachtswunsch. Die Version mit diesem schönen Gesang wollten wir nicht im virtuellen Regal verstauben lassen, auch wenn sie rauscht und nicht so perfekt ist. Er hatte den Song mal ganz roh aufgenommen, der Rest war Band Zwonull – also dropboxen, draufsingen, draufbassen, zurückschicken. Ceh wünschte sich ein Video dazu. Und brave Mitbänder, die wir nun mal sind, haben wir uns sofort an die Arbeit gemacht und Weihnachten auf den 28.11. vorgezogen. Here goes. Merry Christmas!

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Blacktime Bird – erstes Video

Entschuldigt mein Fernbleiben, ich hatte zu tun! Dafür gibts hier und jetzt
das erste Video meiner Band mit einem meiner Songs!
Wenn ihr nur halb so viel Freude dran habt wie ich, ist die Sache perfekt!

Meine „face time“, wie man so sagt, ist etwas spärlich ausgefallen,
weil ich die meiste Zeit die Kamera selbst in der Hand hatte.

Wohlige Kommentare, über die sich die ganze Band freuen wird,
bitte (falls Neigung vorhanden) auch auf Facebook posten! Gracias!

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Ja, es regnet.

Na und? Das ist auch nur Wetter! Also hört endlich auf zu motzen. Wer wohlgelaunt sein will, den hält auch Regen nicht davon ab.
Zur Einstimmung hab ich für euch

      Lebensfreude zum Mitnehmen
(oder Anhören). Sind da nicht auch Regengeräusche zu hören?

(Es könnte schlimmer sein. Es könnte Asche regnen. Video! Sehenswert!)

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Schwesters Hochzeit – Reprise

Gerade komme ich von meiner Schwester zurück, wo ich mir feuchten Auges das Hochzeitsvideo anschauen durfte. (Ihr erinnert euch, ich hab dort gesungen.)

Beim Meister des Videos, Walter Hornung, ist jetzt ein Demo-Trailer davon online, er erfordert einige Ladezeit und ist klein von Bildformat, lohnt sich aber trotzdem. Ich find den sehr schön und kitschig und trotzdem schön. In einer der Gruppenfoto-Einstellungen bin ich auch kurz zu sehen. Einige Schnappschüsse von der Hochzeit sind ebenfalls online.

Auch die Gesamtversion konnte sich sehen lassen – in der Länge genau richtig, geschmeidige Übergänge, sensibler Blick für charmante und witzige Szenen – Kompliment. Hat Spaß gemacht.

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Stimmliches

Immer wieder fragt ihr mich, ob ich denn nicht mal was Gesungenes online stellen könnte. Der Zauber der modernen Technik machts möglich: Ihr könnt heute zuhören, wie ich bei der Hochzeit meiner Schwester vor drei Wochen Hallelujah singe. Zwar ists mitunter recht wackelig und nicht ganz sauber gesungen, auch weil mich die Tränen der Rührung in den Augen meiner Schwester aus der Fassung bringen – aber es war einer der schönsten Momente, deshalb hab ich aus den paar Songs, die mein Bruder und ich bei der Hochzeit gesungen haben, diesen ausgesucht.
(Und im Moment wär ich schon froh, wenn ich außer Husten und Krächzen überhaupt irgendwas herausbrächte.)

Das Lied wurde dem Anlass zuliebe gekürzt und ist daher auch im Text nicht ganz schlüssig. Es gibt da nämlich im Originaltext Passagen, die sich für eine Hochzeit nicht ganz so gut eignen.

Der Szenenapplaus zu Beginn gilt übrigens nicht mir, sondern dem Trauungskuss in diesem Moment.

      Etosha singt Hallelujah

Falls die eingebettete Anwendung oben nicht funktionieren sollte, hier der Direktlink zur Datei.

Ich hoffe, ihr habt Freude dran!

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Wir hören uns!

Meine Schwägerin ist schuld. Sie hat sich so ein Ding gekauft. Und mir davon vorgeschwärmt. Für Musiker ist das natürlich eine tolle Sache: Audio-Aufnahmen in wav- oder mp3-Format in einstellbarer Qualität direkt auf SD-Karte. Tolle Aufnahmequalität, kleines Format – das Ding ist kaum größer als eine Zigarettenpackung. Und ich fürchte, ich hab auch meinen Bruder schon angesteckt, letztens, als wir uns trafen. Für Bandproben oder Sessions ist dieses Gerät genau das Richtige. Und freilich als Spielzeug für die kleine Tosha.

Natürlich kann man das Ding auch einfach dazu benutzen, mal eine andere Facette der Welt aufzuzeichnen. Die Frage „Wie sieht’s bei dir eigentlich aus?“ wird in der Zeit der digitalen Fotografie deutlich häufiger beantwortet als die Frage „Wie hört sich’s bei dir an?“

Ich hab ja ein ausgesprochenes Faible für Amseln und ihre Gesänge, und das nicht nur der Schönheit wegen, sie bringen mich auch oft zum Lachen. Schon als Kind prägte sich mir das Lied ein, das die Amsel in unserem Garten sang. Es klang vom Ablauf her so ähnlich wie das hier:

      Amsel wie früher


Jede Amsel singt ein wenig anders, sie sind ziemlich kreativ, singen also nicht immer den gleichen Song. Trotzdem erkennt man sie wieder, wenn man sie oft genug gehört hat.
Will man die Gesänge allerdings aufzeichnen, wird einem recht deutlich bewusst, gegen welche Geräusch- respektive Lärmkulisse diese Federviecher täglich ankämpfen müssen.

Hier bei uns daheim ist es in erster Linie der Fluglärm, der den Amseln das Leben schwermacht. Dabei singt ‚unsere‘ Amsel aber bevorzugt zu genau den Spitzen-Startzeiten – gegen sieben Uhr früh und sieben Uhr abends. Vielleicht ist das ja auch Absicht, und sie denkt, die Säcke übersing ich noch einbeinig und mit Halsschmerzen.

      Amsel gegen Fluglärm

Die beiden nachfolgenden Sequenzen fand ich lustig, man hört mich nach der ersten ganz verhalten kichern.

      Amsel, witzig

Kaum hab ich begonnen, mich auf die Aufzeichnung von Amselgesang zu konzentrieren, werde ich morgens sogar von Amselgesang sofort hellwach! Ha! Da singt sie, und noch kein Flugzeug zu hören, also nix wie raus! Um 5:25 morgens muss es doch möglich sein, den Piepmatz auf mp3 zu bannen! Zuerst gelingt das auch, sieht man von dem Zug ab, der zu Beginn durchs Bild fährt, äh, durchs Ton. Aber dann muss die Amsel gegen die Trappel- und Knurrgeräusche bestehen, die Frau Hund macht, wenn sie wieder mal versucht, den Igel aus dem Garten zu verjagen, gegen ihr anschließendes enttäuschtes Schnauben und das Rascheln unseres Bambusvorhangs.

      Amsel frohmürgens ;)

Gegen Gebell vom Nachbarhund. (Hier mischt sich auch ein anderer Vogel ein, der seine Rufe mit einem scheußlichen Geräusch beendet, das irgendwie elektrisch klingt, weswegen ich ihn auch „Elektrovogel“ getauft hab. Wer mir sagen kann, welches Federhirn da so scheußlich gräuspelt und zischelt, gewinnt den Titel Pfannenvogelkundler des Jahres.)

      Elektrovogel

Edit: Das Federhirn heißt Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros). Vogelstimmen nach Namen gibts auf vogelstimmen.de. Der Titel geht an… mich selbst. Hurra!

In Wien, gleich um die Ecke vom Büro, gibts eine Amsel, die unermüdlich gegen den starken Verkehrslärm der Triesterstraße ansingt; die Aufnahmen hab ich schon bei etwas ruhigeren Phasen des Verkehrs gemacht. Sie ist auch absolut gesehen deutlich lauter als die Amseln hier am Land.

      Amsel gegen Verkehrslärm

Sich gegen ein Motorrad durchzusetzen ist allerdings so gut wie unmöglich. Ab und zu gibt diese Amsel eine Art Sirenengeheul von sich, so ähnlich, wie bei uns die Polizeisirenen klingen. Ganz am Schluss hört man hier einen Ansatz davon. Oft sirent sie auch vier-, fünfmal hintereinander, das hab ich aber leider nie erwischt. Verscheucht die Motorräder aber auch nicht.

      Amsel gegen Bike


Hier die Sirene für Ungeduldige:

      Amsel-Sirene

Es klappt so gut wie nie mit einer halbwegs störungsfreien Amsel, sogar morgens rauscht’s ein bissel. Das ist aber hauptsächlich der Wind.

      Amsel gegen beinahe Ruhe

Aber Amselgesänge mag ich. Was mich dafür unfassbar nervt, ist das elende Gefiepe des Grünfinken, der seit neuestem täglich auf der Tanne des Nachbarn sitzt und von dort sein dämliches Kichern verbreitet. Ich komm mir echt ausgelacht vor.

      Lachvogel

Noch schlimmer aber ist sein ständiges zwii-zwii-zwii-zwii. Klingt, als würde jemand versuchen, ein Auto zu starten, bei dem die Batterie zwar ok, aber der Starter im Arsch ist.

      Springt net an

Und weil wir am Land leben und die Menschen so öko sind und sich lieber Schwimmteiche bauen anstatt einen anständigen, ordentlich gechlorten Pool, werden wir hier mittlerweile von zwei Seiten mit Froschgequake beschallt. Zum Glück nicht vom direkten Nachbarn, sonst wär ich wahrscheinlich schon ausgezogen. Romantisch? Mitnichten.

      Froschorchester