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Weltgeschehen und Regenbögen

Bei der Fußball-EM in Frankreich schlagen sogenannte Fans einander die Zähne ein. In Wien demonstrieren die Rechten, die Linken stellen sich dagegen, die Polizei pfeffersprayt drauflos, und dann behauptet jeder, die anderen hätten angefangen. Eine britische Abgeordnete wird auf offener Straße ermordet. Journalistinnen und andere Frauen, die im Netz offen ihre Meinung kundtun, müssen sich gemeinsam wehren gegen die tägliche Flut an Hass, Gewaltdrohungen und Vergewaltigungswünschen. In Orlando schießt ein Mann auf die Besucher einer Schwulenbar, 49 Menschen sterben, 53 werden verletzt. Vieles davon ist offensichtlich politisch motiviert, dass es schon peinlich ist, wie störrisch die Vorfälle von offizieller Seite als „psychisches Problem eines Einzelnen“ dargestellt werden. Oder Betroffenen geraten wird, dieses oder jenes Phänomen „einfach zu ignorieren“.

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Erb-Sterz

Habe in der letzten Woche im Schweiße meines Angesichtes an einem Artikel für den nächsten Sterz gearbeitet. Der Sterz schickt mir schon so lange seine Themen-Ankündigungsmails, aber irgendwie hat’s nie gepasst, obwohl sehr schöne Themen dabei waren. Diesmal gehts um das Thema Erben im weitesten Sinn, und da ritt mich plötzlich die Muse. Dann aber auch wieder nicht so heftig, dass ich den Artikel nicht fünfmal umbauen und umschreiben musste. Oft hoppelts mir nur so aus den Fingern, und es ist lebendig, leicht, unterhaltsam und entspannt. Dann wiederum brauchts ein bisschen Nachschliff, um zu meinem Stil zu finden. Und auf Befehl gehts dann plötzlich gar nicht mehr.

Vielleicht ist es auch, weil mich wiedermal irgendwas Rheumatisch-Entzündliches in meinen Rippen piesackt und ich mich nur unter Schmerzen bewegen kann, aber auch das Stillsitzen schmerzhaft ist. Wird Zeit für Frühling.

Es ist genauso wie mit den Fotos, die ich an langen Abenden für den Palau-Fotoabend aussuchte: Wenn man zu lange draufschaut, kommt einem irgendwann alles trivial und uninteressant vor. Das entspricht aber nicht unbedingt der Realität, sondern mehr der Hirnreaktion aufs Zu-Nah-Dran-Sein.

Der liebe Ceh war so gut und hat über den Artikel drübergeschaut, ein paar Anregungen gegeben und es für gut befunden, das hat mich beruhigt und mir sehr geholfen, gestern abend schließlich den Senden-Knopf zu drücken. Was es jetzt noch zu drücken gilt, sind die Däumchen! Wenn alles klappt, ist mein Artikel im nächsten Sterz, Erscheinungstermin ca. Mai 2015.

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Die unaussprechliche Reaktion

Martin und ich, wir haben am Wochenende gemeinsam experimentiert. Wir haben eine Belousov-Zhabotinsky-Reaktion in der Petrischale nachgebaut. Das ist, kurz gesagt, ein chemisches System aus diversen Lösungen und einem Indikator, wobei der Zustand des Indikators ständig zwischen der reduzierten und der oxidierten Form wechselt und zu einem Farbwechsel führt.

Noch kurzer gesagt: Es ist eine sehr hübsche Angelegenheit!

Martin hat mich genötigt, das Ganze ordentlich zu fotografieren. Hier das erste Ergebnis!

Ihr dürft das gerne toll finden, teilen, weitersagen!

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Hier, bei der Arbeit!

Ja, ich bin noch da, aber ich bin aus naheliegenden Gründen viel mit meiner Vorbereitung für Twittkultur beschäftigt!

Meine Texte hab ich vorbereitet und so zurechtgestutzt, dass sie in mein 12-Minuten-Zeitfenster passen. Und ich übe das Vorlesen, damit noch schnell ein wenig motorisches Gedächtnis angelegt wird, sodass ich auch im lampenfiebrigen Zustand meinen Text noch rausbringe, wenn die letzten zwei Hirnzellen sich panisch kreischend vertschüsst haben.

Diesen Freitag, 21.11., 19:30h, Wien! Nicht verpassen!

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TwittKULTur2!

Jetzt ist es passiert! Jetzt hat man mich doch noch gutmütigerweise in das bereits randvolle Line-Up bei TwittKULTur2 gestopft. Oh, nicht man hat – der Herr @tschahnschpange hat. Das bedeutet, ich darf bei dieser illustren Kulturveranstaltung aus meinem Blog lesen! Nicht lang, aber ich darf!

Falls ihr also hier in dieser bescheidenen Pfanne irgendwelche Immerschon-Lieblingseinträge habt, verratet mir bitte die p-Nummer oder den Link! In welche Richtung solls gehen? Ich brauch Hilfe!

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Trauerbewältigung


Cindy-Hunzis Grab. Trauerbewältigung beim Anfertigen eines Gedenkschilds.
http://t.co/rH30kHa64d • Tweet von @Et0sha

Zwei Tage nach Cindys Tod hab ich damit begonnen, dieses Schild anzufertigen. Ich saß hier so traurig rum und nichts freute mich… Dann fiel mir das Reifmesser ein. Ja, kleine Holzlocken zweihändig von einem Brett schnurpseln, das könnte die richtige meditative Beschäftigung sein. Ich beabsichtigte nicht, dass was draus wird. Ich wollte einfach nur sehen, ob das so beruhigend ist, wie ich es mir vorstellte.

Ich habe es nicht auf einmal fertiggestellt, sondern über mehrere Tage verteilt immer wieder bearbeitet. Zuerst lange geschnitzt, dann abgeschliffen. Die Leisten stammen aus unserem ehemaligen Lattenrost, aus dem alten Bett, in dem auch Cindy sich gern geräkelt hat.

Mein Papa war so nett, mir von einem Freund ein Brandmalerei-Werkzeug Marke Eigenbau zu borgen, und er brachte es mir letzten Donnerstag mit. Nach ein paar freien Brennmustern zur Übung druckte ich mir Vorlagen aus und übertrug sie auf das Holz. Es klappte wunderbar, und mir gefielen die kleinen Flämmchen, die da und dort aufpöffen, wenn man mit dem glühenden Draht das Holz berührt. Erinnerte mich an meine Kindheit, da hatte ich so ein Werkzeug schon einmal in der Hand.

Nach etlichen Schichten Lack und Holzkitt für den Zwischenraum und noch mehr Lack montierte ich die Schilder schließlich auf zwei Aluleisten, und hier ist das Ergebnis. Links ist das Portrait, aber auf der rechten Seite ließ ich Platz – dort hängt jetzt Cindys geliebter Flugball.

Es war eine gute Therapie, ich konnte dabei abschalten, ich konnte weinen, ich hatte etwas zu tun, und das Endprodukt gefällt mir als Kunstobjekt besser als ein Berg angeschneuzter Taschentücher.

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Etosha goes science

Julien, einer der Forscher hier am Institut (Franzose, übrigens ein Schti!), hat gerade mit einer neuen Biodiversitätsstudie begonnen. Es geht um die Häufigkeit von Kleinlebewesen im Meer an verschiedenen Stellen in Palau. Martin fährt diese Woche jeden Tag mit dem Team raus, um Proben zu holen. Er wird dabei von diversen Haifischen begleitet und hat auch sonst allerlei Getier unter Wasser angetroffen. Mich hat Julien gebeten, die Fotos von seinen Samples zu machen, und wer von meiner Vorliebe für kleine Viecher weiß, kann sich vorstellen: ich war ganz in meinem Element. Weiterlesen

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Kayak Day

Am Sonntag war ich auf einem Kajak-Ausflug, während Martin seinen dritten Tauchtag hier genießen durfte. Obwohl ich nicht ganz fit war wegen Schulterschmerzen und meines Ellbogens, hielt ich es für eine gute Idee, den Rest des langen Wochenendes sinnvoll zu nutzen – am Samstag war ja sowieso nur Wäsche und Schreiben angesagt.

Die Kajaktour wird von einem Guide von Sam’s Tours namens Jayden geleitet, gemeinsam mit einem Bootsmann und vier polnischen Engländern, die hier auf Urlaub sind, gehts Richtung Rock Islands. Einer der Engländerpolen heißt Albert und wird vom Guide abwechselnd mit Talbot, Alfred oder Malfoy angesprochen. Es sind grün-gelbe und gelb-rote Kajaks an Bord, und dann noch ein violettes. Dreimal dürft ihr raten, für wen das ist! Von den Männern wollte es jedenfalls keiner, El Reisehase und ich haben uns hingegen gefreut. So unterschiedlich sind die Menschen (und die Hasen!)

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